Gemeindevertretersitzung vom 10. November

Wie wir als Gemeinde ticken – Zusammenhänge verstehen und Potentiale erheben

Nach der Wahl der neuen Gemeindevertretung im heurigen Frühjahr war diese Sitzung – abgesehen von einer kurzen und ausschließlich konstituierenden Sitzung nach der Angelobung – die erste in dieser Besetzung. Da das Gremium um einige neue Mitglieder bereichert wurde, begannen wir mit einer Vorstellungsrunde der etwas anderen Art: alle waren aufgerufen, sich 3 Etiketten mit dem Traumberuf, Wunschurlaubsziel und der größten Stärke bzw. Begabung auf die Brust zu kleben. Sehr einfach …. und schon waren wir paarweise oder in kleinen Gruppen so in anregenden Gesprächen vertieft, dass die Einhaltung der geplanten Tagesordnung fast zu scheitern drohte.

Über Spiritualität

Christian Brost referierte vom Rednerpult aus über das Thema Spiritualität. Sein beginnender Kernsatz lautete: „Alles Wesentliche ist geschenkt.“ Unser Glaube wächst durch das Hören und benötigt Zeit. Wir aber müssen bereit sein, diese Zeit aufzuwenden, um zum Ziel des Glaubens – Angstfreiheit und innerer Frieden – zu kommen.

„Wir sind die Gemeinde“ – so seine zweite Kernaussage –  und zu unserer Gemeinschaft darf man kommen, wie man ist. Die Gemeinschaft aber bewirkt etwas und verändert jeden Einzelnen.

Über Diakone

Unser Kurator sprach einleitende Worte zum Thema Diakonie, die laut Kirchenverfassung eine der 4 Grundaufgaben der Kirche ist. Heute wird zwar der Großteil der diakonischen Grundaufgaben wie Gesundheitsvorsorge, Notstandshilfe, Altenpflege etc. vom Staat übernommen, leider aber nicht immer mit für uns zufriedenstellenden Schwerpunkten: Ist eine ausführliche, zeitaufwendige Dokumentation wirklich wichtiger als Zeit für das heilsame Gespräch mit den Bedürftigen?

Irmi Lenius, unsere Diakoniebeauftragte, berichtete von ihren Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge und der Ausbildung, die hierfür nötig ist. Am wichtigsten ist jedoch, sich dazu berufen zu fühlen. In diesem Sinne werden alle Interessierten eingeladen, doch einmal mit ihr ganz unverbindlich zum Schnuppern mitzugehen.

Anders in der Gefängnisseelsorge, die von Ingrid Oblak und Eva Zehetmayer seit 12 Jahren mit Hingabe betreut wir: Hier ist ein Mitgehen zum Schnuppern leider nicht so einfach möglich.

Über Kommunikation

Nach dem reichhaltigen Pizza-Mittagsbuffet referierte Andreas Andel über Kommunikation und schilderte den Erstellungsprozess der Gemeindenachrichten von der Planung über die Erstellung und Bearbeitung der Texte und Fotos, Layout, Korrekturlauf, Druck und schließlich Versand. Es steckt viel Arbeit eines ganzen Teams dahinter, um alle 3 Monate unsere Gemeindenachrichten erscheinen zu lassen, die Homepage aktuell zu halten und auch andere Wege der Kommunikation (Newsletter, Infos an externe Medien usw.) zu bedienen.

Über das Maß der Beteiligung

Das Bespiel der Gemeindenachrichten veranschaulicht aber auch, wie viele tatkräftige Hände und Köpfe bereits für ein einzelnes Projekt von Nöten sind. Wie viel mehr Helfer werden erst für bestehende und künftige Aufgaben wie Diakonie, Spiritualität, in der Küche und für vieles mehr, für ein gedeihliches Gemeindeleben benötigt!  Dass sich diese Mitarbeiter – Gott-sei-Dank – auch immer wieder finden, zeugt von einem funktionierenden Gemeindeleben und der hohen Qualität unseres Miteinanders. Dabei ist ein Grundsatz ganz wichtig: Jeder bestimmt das Maß seiner Beteiligung selbst!

Martin Kuchler

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Die Arche zu Besuch bei der evangelischen Pfarre

Die Bewohner der Arche haben eine Einladung in die evangelische Kirche bekommen
und Herr Pfarrer Mag. Christian Brost hieß uns auch alle herzlich willkommen.
Er beantwortete geduldig alle religiösen Fragen
und konnte uns auch sehr viel zur Geschichte sagen.
Dass die Kirche vor sehr vielen Jahr`
einmal eine jüdische Synagoge war.
Im gemütlichen hellen Pfarrhause
gab es dann eine gute Kaffeejause.
Kleine Mosaiksteine, in der Arche gemacht,
wurden an der Friedenssäule vor der Kirche angebracht.
Bei einem Gebet nahmen wir uns an den Händen,
so friedlich und feierlich könnte jeder Tag enden.

DieArche zu Besuch bei der evangelischen PfarreAnna Jakubovits, Ehrenamtliche Mitarbeiterin im PBZ Stockerau

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Geburtstagsfeier der besonderen Art

Zu ihrem 100. Geburtstag haben sich die jungen Erwachsenen Pfadfinderinnen und Pfadfinder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Bäume zu pflanzen als Zeichen der Hoffnung für unsere Welt. Dazu haben sie Freunde eingeladen. Wir als evangelische Kirchengemeinde haben gerne Ja gesagt, zumal ich seit vielen Jahren den Stockerauer Pfadfindern verbunden ist.

Mitte Oktober war es dann soweit – gegenüber dem Blabolilheim in Stockerau, in der Nähe des Fußgängerübergangs neben dem Weg zum Sportzentrum, ist ein Baumkreis gepflanzt worden: Pfadfinder, Stadtgemeinde, Evangelische und Katholische Kirchengemeinde und die Islamische Kultusgemeinde stehen Pate für die fünf gepflanzten Bäume.

Interreligiöser Dialog, Miteinander für die Schöpfung und in fröhlicher Gemeinschaft zusammenarbeiten – alles, was uns als Kirchengemeinde auch am Herzen liegt. Danke liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder, dass es euch gibt und ihr euch so engagiert!

Pfr. Christian Brost

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Indien, mein Indien

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie einen kurzen, sachlichen Artikel erwarten, sollten Sie gleich auf die nächste Seite weiterblättern – das wird jetzt ein längerer, sehr persönlicher Bericht. Ich kann über Indien nicht anders schreiben, denn es hat mich vollkommen überwältigt, gefangen, fasziniert, erschreckt, begeistert.
Doch alles der Reihe nach.

Am 21. September brechen 36 Menschen zur Gemeindereise der evangelischen Pfarre Stockerau nach Indien auf. Eine spannende Truppe – verschiedenste Altersstufen, aus diversen Wohnorten in Niederösterreich, Wien, sogar Deutschland, mit unterschiedlichsten Berufen und Interessen. Organisiert und begleitet wird die Reise von Martin Lauermann (Raiffeisen-Reisen) und von Pfarrer Christian Brost.

Nach dem völlig problemlosen Flug die erste Überraschung: Das Flugzeug landet etwa eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunftszeit. War da nicht was mit Unpünktlichkeit? Aber gut, wer zu früh kommt, ist auch unpünktlich… Jedenfalls werden wir pünktlichst von unserem jungen indischen Reiseführer Sahiil am Flughafen abgeholt. Er wirkt gleich sehr souverän und sympathisch auf uns und wird einen wesentlichen Anteil am Gelingen der Reise haben. Die Temperatur in Delhi liegt bei ca. 30 Grad, das wird auch die ganze Zeit zumindest tagsüber so bleiben. Dazu ist es schwül, was einigen aus unserer Gruppe ziemlich zu schaffen macht. Sahiil bring uns zum Bus, der für uns in den nächsten acht Tagen nicht nur zum Transportmittel, sondern auch zum kühlen Zufluchtsort, zum fahrenden Kino und zur Labestation werden soll. Ein Begleiter fährt die ganze Zeit mit uns und hält stets kühle Wasserflaschen und eine kleine Treppe zum Aussteigen bereit.

Im ersten Restaurant beginnt gleich das kulinarische Abenteuer mit würzigen Gemüse- und Linsengerichten, Chicken Curry, Basmati-Reis und Naan, dem köstlichen, meist ganz frisch gebackenen indischen Fladenbrot. Für die meisten von uns Österreichern und Deutschen ist die Schärfe der indischen Gerichte eine Herausforderung und einer der wichtigsten Sätze der nächsten Tage lautet „Is this really not spicy?“ Zur Sicherheit haben wir Hochprozentiges mitgebracht – natürlich nur zur Desinfektion.

Nach der Stärkung und dem Einchecken im sehr gut ausgestatteten Hotel geht es zur ersten Besichtigung in Delhi, dem Qutub Komplex. Es handelt sich dabei um ein riesiges Gelände, auf dem sich die Ruinen mehrerer historischer Tempel, die älteste Moschee Indiens, eine der weltweit ältesten Säulen aus Metall und ein Minarett aus dem 13. Jahrhundert befinden.

Wow, ich bin schwer beeindruckt. Indien, dort gibt’s doch Slums und Armut und … ja, was eigentlich noch? Zum Beispiel freundliche Menschen in wunderschönen bunten Gewändern ohne Berührungsängste, die uns genauso neugierig betrachten wie wir sie. Zum Glück haben wir unseren Reiseführer, der nicht nur gut Deutsch spricht und in historischen und religiösen Fragen äußerst bewandert ist, sondern auch ein großartiger Organisator ist. Er kennt überall die richtigen Leute, lotst uns an den Warteschlangen vorbei und findet in den Erklärungen und Einzelgesprächen zu jedem/jeder einzelnen von uns den perfekten Draht.

Am nächsten Tag verlassen wir Delhi auch schon wieder und fahren mit dem Bus Richtung Mathura. Auf der Fahrt liest Pfarrer Christian Brost zu ersten Mal eine Bapu-ji Geschichte vor. Dabei handelt es sich um Auszüge aus einem Buch von Arun Gandhi, einem Enkel von Mahatma Gandhi. Die täglichen Geschichten werden uns im Laufe der Woche begleiten und sind eines der Elemente, durch die diese Reise nicht nur für mich so einzigartig wird.

Unser Ziel ist der Geburtstempel des Gottes Krishna. Das ist zwar nicht der einzige Gott der Hindus, da gibt es noch ein paar Millionen andere Götter, aber er ist wohl einer der wichtigsten. Wir sehen heilige Badestellen – genau, nächste Überraschung für mich, die gibt es nicht nur am Ganges, sondern auch an anderen Flüssen – Affen, geschmückte Kühe, Hunde, jede Menge Hindu-Priester und gefühlt eine Million indischer Pilger. In einem Tempel erleben wir eine Hare Krishna-Zeremonie, befremdlich und interessant zugleich für mich.

Anschließend besuchen wir noch den „Tempel der göttlichen Liebe“ auf Hindu „Prem Mandir“. Alle aktiven Tempel darf man in Indien nur ohne Schuhe betreten und so werden die Tempelsocken unsere ständigen Begleiter. Der Prem Mandir wird bei Dunkelheit spektakulär beleuchtet – wenn nicht gerade der Strom ausfällt. Auch das ist Indien. Dort sind wir übrigens anscheinend die einzigen Europäer unter Tausenden InderInnen, werden bestaunt und unentwegt um Selfies gebeten. Ich fühle mich fast wie ein Filmstar hier – aber so etwas wie Angst habe ich bisher noch nicht gehabt. Im Gegenteil, die Leute hier wirken extrem entspannt, ruhig und nett auf mich. Zudem lerne ich die Mitreisenden im Bus, beim Essen und während der Besichtigungen immer besser kennen, wir führen Gespräche, tauschen Erfahrungen aus, achten aufeinander im Gedränge – auch ein sehr schöner Aspekt dieser Gemeindereise.

Ein bisschen auf die Probe wird meine Gelassenheit am nächsten Tag gestellt, wo wir uns in der Altstadt von Mathura zu Fuß durch ein unfassbar dichtes Gedränge von Tuk-Tuks – die indischen Dreirad-Taxis – Autos, Menschen, Kühen bewegen. Das Ganze ist begleitet von einem permanenten Lärmgemisch aus Gehupe, Verkehrsgeräuschen und Stimmengewirr, die diversen Gerüchen habe ich da noch gar nicht erwähnt. So ungefähr habe ich mir Indien immer vorgestellt – und doch fühlt es sich dann ganz anders an, wenn man mitten drinsteckt.

Als größtmögliches Kontrastprogramm besuchen wir anschließend ein Mutter Teresa-Haus in Agra. Dort leben in einer wunderschönen, gepflegten, ruhigen Anlage etwa 80 Kinder und Erwachsene mit und ohne Behinderungen, mit und ohne Eltern und werden von den Schwestern und ihren Helferinnen versorgt. Ein sehr berührendes Erlebnis für uns alle.

Und wenn wir schon in Agra sind, können wir doch auch das Taj Mahal besichtigen, das sich dort befindet! Natürlich nicht, ohne auf der Fahrt dorthin eine Bapu-ji-Geschichte gehört zu haben. Dann stehen wir vor einem der berühmtesten Gebäude der Welt, das man von unzähligen Fotos kennt. Und nicht nur ich, alle Reisegruppenmitglieder sind überwältigt. Strahlend weiß, gigantisch groß und doch leicht und zart wie ein Scherenschnitt. Wir können uns kaum satt sehen an dieser einzigartigen Anlage, die zu Recht als architektonisches Wunder gilt.

Der Herrscher Shah Jahan, der das Taj Mahal als Grabmal für seine verstorbene Lieblingsfrau erbauen ließ, wurde später von seinem Sohn entmachtet und musste seine letzten Jahre als Gefangener im roten Fort verbringen. Das ist eine riesige Burganlage in der Nähe und mit Sicherheit das schönste Gefängnis, das ich je gesehen habe.

Nach den Besucherströmen in Agra besichtigen wir Fatehpur Sikri, eine verlassene Palaststadt zwischen Agra und unserem nächsten Ziel Karauli. Es ist scheint zunächst eine ruhige Besichtigung zu werden, doch nur so lange, bis uns die Verkäufer entdecken. Sie bieten Souvenirs aller Art an und der eine oder die andere werden auch schwach und kaufen etwas, natürlich nicht, ohne über den Preis zu verhandeln. Das muss man in Indien so machen. Ich mag das nicht und daher kaufe ich lieber nichts. Trotzdem werde ich von einem „engagierten“ Verkäufer von der Gruppe abgedrängt und bekomme erstmals ein etwas mulmiges Gefühl – jedoch nur so lange, bis ich dem Rat folge, den uns Sahiil schon im Bus gegeben hat. Einfach freundlich und bestimmt „Nein“ sagen, weitergehen, kein Interesse signalisieren. So schwer ist das ja gar nicht.

In Karauli erkunden wir einen Maharadscha-Palast, der für manche von uns das Highlight der Reise darstellt. Der riesige Komplex ist aus Stein gebaut und wirkt dennoch wie filigrane Holzschnitzerei. Die Anlage ist irgendwie symmetrisch und dennoch wie ein Labyrinth, und dass auch noch ein Sonnenuntergang den Besuch abschließt, macht es unvergesslich. Um die Romantik komplett zu machen, nächtigen wir in einem anderen Palast des Maharadschas, der mittlerweile als Hotel verwendet wird und seinen kolonialen Charme über Jahrzehnte bewahrt hat. Ja genau – ich hatte vor lauter indo-islamischer Pracht schon fast vergessen, dass Indien auch eine ehemalige britische Kolonie ist.

Den nächsten Tag verbringen wir in Jaipur, der Hauptstadt des größten indischen Bundesstaates. Mit Schrecken stelle ich fest, dass uns nur noch 3 Tage bleiben. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn jeder Tag gefüllt ist mit unzähligen neuen Eindrücken! All diese Pracht, neben der Schloss Schönbrunn fast wie eine Hütte wirkt. All die Menschen – Wien ist dagegen ja fast ausgestorben. Der Lärm, die Gerüche, das Klima, das Essen – alles anders. Aber ich vertrage es erstaunlich gut und es gefällt mir. Man muss nur die europäische Brille abnehmen und darauf verzichten, die Dinge zu bewerten. Die meisten aus unserer Gruppe sind ähnlich fasziniert, obwohl es auch ein paar kleinere gesundheitliche Probleme gibt, aber zum Glück nichts Dramatisches.

Wir fahren durch die „Pink City“, die rosa bemalte Altstadt von Jaipur und machen einen Ausflug zum Amber Fort. Nach einem Ritt auf einem Elefanten gelangen wir in eine weit sich über einen Hügel erstreckende Burganlage. Bei deren Besichtigung ist es dann endgültig um mich geschehen. Die Schönheit des Spielgelpalastes, ein mit einer Unzahl kleinster Spiegelteilchen und Edelsteinen verzierter Raum, treibt mir die Tränen in die Augen. Ich muss im früheren Leben eine Inderin gewesen sein …

Was wir in Jaipur sonst noch sehen, ist auch nicht übel: Ein Tempel aus dem 15. Jahrhundert, in dem ein alter Priester lebt, eine astronomische Sternwarte aus dem 17. Jahrhundert mit einer Sonnenuhr, die die Zeit auf 2 Sekunden genau misst, der Stadtpalast mit einem Museum voller kostbarer Gewänder und Gegenstände des Maharadschas Jai Singh und den weltberühmten Palast der Winde.

An unserem vorletzten Tag steht die mehrstündige Rückfahrt nach Delhi auf dem Programm. Zum Glück gibt es eine Bapu-ji Geschichte und ausführliche Erklärungen von Sahiil, der uns wie jeden Tag mit Informationen über Geschichte und modernen Alltag in Indien versorgt. Und es gibt im Vorbeifahren genug zu sehen: Zuckerrohrplantagen, Reis- und Hirsefelder, Kamelherden, bunt gekleidete Menschen mit unglaublichen Lasten auf dem Kopf, … incredible India, nie langweilig. In Delhi angekommen besuchen wir zunächst das Gandhi-Museum. In diesem Gebäude verbrachte die „große Seele“ die letzten Tage seines Lebens und dort wurde er auch ermordet. Schon wieder ein zutiefst bewegender Eindruck. Anschließend sehen wir noch die größte Moschee Indiens, Jama Masjid und fahren durch das Regierungsviertel mit imposanten Gebäuden. Und dann naht endgültig der Abschied vom Land und von unserem großartigen Reiseführer. Sahiil wird sowohl von Martin Lauermann als auch von Pfarrer Christian Brost gebührend gewürdigt und unter tosendem Applaus und der einen oder anderen Träne von uns verabschiedet. Auch darin drückt sich aus, was für ein einzigartiges Erlebnis diese Reise für unsere ganze Gemeinschaft war.

So vieles hätte ich noch zu erzählen über dieses Land voller Fremdheit – schöne und abstoßende Erlebnisse, Erstaunliches und irgendwie Vertrautes, Erfahrungen mit einer ganz besonderen Spiritualität der Menschen, mit nie gesehenen Alltagsszenen, mit dem Leben in seiner ganzen Vielfalt.

Ich weiß nicht, ob Ihnen jetzt klar ist, wie Indien für mich war. Es ist mir selbst ja auch noch nicht völlig klar. Sicher ist für mich nur eins: Ich will dort wieder hin.

Christine Andel

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Wer erinnert sich noch an ihn?

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Unser alter Altar hat endlich ein neues Zuhause gefunden! Erinnern sie sich noch an ihn?

Manches Taufgebet wurde an ihm gesprochen, viele Konfirmandinnen und Konfirmanden feierten an diesem Altar Abendmahl und manche Ehe wurde mit Blick auf ihn geschlossen. Ende des 19. Jahrhunderts kam er in der Sebastianikirche zum Einsatz, ehe wir in der Lutherkirche mit Blick auf das „Gott ist die Liebe“ Gottesdienst feierten.

Jetzt erinnert er im Bezirksmuseum an die bewegte Geschichte der Evangelischen in Stockerau.

Das neue „evangelische Eck“ im Bezirksmuseum: Ein Besuch lohnt sich! Ganz besonders am Donnerstag, den 28.2.2019 um 19 Uhr. Dann nämlich wird der neue Raum mit Altar, Kirchenbänken und einer informativen Geschichtsschnecke fröhlich eingeweiht – im Beisein von Superintendent Müller-Marienburg und Vertretern unserer Diözese und der Stadt Stockerau.

Wir freuen uns schon auf diesen besonderen Abend.

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Geistliches Wort


(Foto: pallottiner.org)

Ein heißer Sommer liegt hinter uns, liebe Leserinnen und Leser! Ich hoffe, Sie konnten sich ein wenig erholen, regenerieren und auf den Herbst vorbereiten.

In solchen Auszeiten wie dem Urlaub geschieht ja nicht nichts, sondern in Wahrheit ganz viel. Endlich Zeit, die Uhr ohne Furcht anzuhalten, das Handy wegzulegen, einmal nicht seine Existenz rechtfertigen zu müssen, die Seele baumeln zu lassen, Erlebnisse, Begegnungen und Gespräche zu verarbeiten.

Beunruhigende Entwicklungen

Und doch: Auch während des Sommers sind aufregende Dinge passiert, weil die Welt natürlich nicht stillgestanden ist. Die Bilder in den Abendnachrichten haben uns anhand von verbrannten Wäldern, vertrockneten Feldern und verendeten Fischen die Folgen des Klimawandels vor Augen geführt.

Das Boot einer Flüchtlingshilfsorganisation wurde fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem es rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte. Vorausgegangen war ein tagelanger Streit zwischen Malta und Italien, die ihre Häfen für private Rettungsschiffe geschlossen hatten. Der Kapitän steht mittlerweile auf Malta vor Gericht. – Wie kann man den Schleppern beikommen? Soll man die Menschen ertrinken lassen?

Der Historiker und Philosoph Philipp Blohm hat in seiner Rede bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele die gesellschaftliche Entwicklung zum Thema gemacht: In Zeiten von „Fake-News“ sieht er das kritische Denken bedroht und den Respekt vor Fakten schwinden – Fakten, die höher zu achten sind als Meinungen, Vorurteile und Dogmen. Viele Menschen sehen die Zukunft nicht länger als Verheißung, sondern eher als Bedrohung und haben Angst vor ihr. Sie ziehen sich zurück, grenzen sich ab, versuchen das eigene Paradies zu schützen…

Was können wir tun?

Ich muss gestehen – ich stehe sehr besorgt, aber auch sehr hilflos diesen beunruhigenden Entwicklungen gegenüber. Was kann, was muss Kirche in Zeiten wie diesen tun? Wie können wir als evangelische Kirchengemeinde darauf reagieren?

Zum Beispiel, indem wir in der Verkündigung an den Adel und die Würde des menschlichen Lebens erinnern und daran, dass wir als Menschen alle miteinander Gottes geliebte Kinder sind – miteinander verschnürt zu einem

„Bündlein der Lebendigen“, wie es der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu einmal formuliert hat. „Wirklich frei können wir letztendlich nur zusammen sein. Menschen können wir nur zusammen sein, schwarz und weiß, reich und arm, Christ, Moslem, Hindu, Buddhist und Jude“, schreibt Tutu in seinem Buch „Gott hat einen Traum“.

Wir könnten als evangelische Kirchengemeinde mit gutem Beispiel vorangehen mit dem Blick auf einen mutigen Dialog mit Andersdenkenden und Andersglaubenden, auf Toleranz, Offenheit und ein achtsames menschliches Miteinander. Wir könnten der Angst die Gemeinschaft entgegensetzen und Vorurteile durch gute Erfahrungen entkräften.

Wir wäre es, wenn wir unser neues Gemeindezentrum zu einer Herberge machten, in der Menschen neue Kraft schöpfen können, Entlastung erfahren und Freundschaft – zu einem Raum des Lebens für Menschen auf der Suche nach Hoffnung, Perspektive und Sinn?

Wir könnten an unserem Umweltbewusstsein arbeiten und miteinander konkrete Schritte überlegen, wie unser ökologischer Fußabdruck kleiner wird und wie wir achtsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Auch hier brauchen wir einander, damit wir uns gegenseitig Mut machen können.

Wenn wir zusammenarbeiten – davon bin ich überzeugt – wird es uns leichter fallen, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern willkommen zu heißen. Der erste Schritt auf diesem gemeinsamen Weg könnte sein, sich angesichts der vielen alltäglichen Herausforderungen nicht aus dem gemeindlichen Miteinander zurückzuziehen.

Der Gottesdienst, die Gemeinschaft und die Gespräche bei gemeindlichen Veranstaltungen sind Kraftquellen und Mutmacher. Darum lade ich Sie als Pfarrer im Namen von Gemeindevertretung und Presbyterium herzlich dazu ein.

Ihr Pfarrer Christian Brost

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Kommen Sie vorbei!

Gerne möchten wir Sie auf einige gemeindliche Veranstaltungen im Herbst aufmerksam machen, zu denen wir herzlich einladen. Die genauen Zeiten und Orte entnehmen sie bitte der Terminübersicht.

  • Zum Schulanfang, zu Erntedank und am Martinstag feiern wir Familiengottesdienst mit anschließendem Gemeindekaffee!
  • Ganz neu sind die Friedensmeditationen einmal im Monat an einem Mittwochabend. Stille, meditative Texte und Gebete aus den Weltreligionen werden uns auf den spirituellen Reichtum aufmerksam machen, der in allen Religionen auf den Frieden weist und zu dem Frieden führt, der von Gott kommt!
  • Die ökumenische Bibelrunde, die sich abwechselnd im evangelischen wie im katholischen Gemeindezentrum trifft, birgt einen Schatz an wunderbaren biblischen Geschichten sowie Gedanken und Glaubenserfahrungen, die mit diesen Geschichten im Zusammenhang stehen.
  • Die reifere Jugend Fünfzig Plus trifft sich in der Regel am letzten Dienstag im Monat um 15 Uhr zum Austausch bei Kaffee und Kuchen sowie zur Beschäftigung mit einem Thema. Trauen Sie sich, schauen Sie mal vorbei!
  • Der Sakrale Tanz, den die Expertin in der internationalen Kreistanz-Szene Ulli Bixa bei uns im Gemeindesaal seit Jahren leitet, bekommt ein neues Konzept. Statt der monatlichen Treffen soll es im neuen Arbeitsjahr 4 Veranstaltungen mit Tanz als Gebet geben. Dazu gehört ein Gottesdienst in der Lutherkirche mit einfachen Schritten und Gebetsgebärden und anschließend ein Übungstag im Gemeindesaal. Am 3. Advent, dem 16.12.2018 machen wir uns auf den Weg nach Bethlehem – Gott kommt anders als erwartet!
  • Aufmerksam machen möchte ich Sie gerne auch auf unseren Büchertisch im Monat Oktober. Wie es mittlerweile schon gute Tradition geworden ist, gibt es nach den Gottesdiensten und Veranstaltungen wieder eine gute Auswahl an Büchern zu interessanten gesellschaftlichen und religiösen Themen, Kinderbücher, Kalender, Losungsbücher und diesmal auch Literatur zum Thema Fairtrade/ Eine Welt und zum Thema Kirchenmusik. Unbedingt schmökern und Geschenke für sich und andere kaufen!

Pfr. Christian Brost

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Sicherheit und Gerechtigkeit


Pfarrer Mag. Michael Chalupka

In Sicherheit wird investiert. Überall Kontrollen, mehr Polizei, mehr Geld für das Heer. Sicherheit wird versprochen. Doch die Unsicherheit steigt, oder zumindest die gefühlte Unsicherheit. Da helfen noch so viele Statistiken, die belegen, dass die Kriminalitätsrate gesunken ist und die Anzahl der Terroropfer in den 80er und 90er Jahren in Europa weit höher war als heute, wenig. Denn es geht um ein Gefühl der Unsicherheit, und Gefühle sind oft faktenresistent.
Und wenn ich medial bei jeder islamistischen oder rechtsextremen Terrorattacke live dabei bin, wenn es jeden treffen kann, wenn ich täglich sehe, in welcher grenzenlosen Unsicherheit Menschen vor den Grenzen Europas leben, dann verdichtet sich dieses Gefühl.

Der Ruf nach noch mehr, nach perfekter Sicherheit als Antwort auf das Gefühl der Unsicherheit ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Das Verlangen nach perfekter Sicherheit vergrößert das Gefühl der Unsicherheit. Absolute Sicherheit gibt es nicht.

Doch das Bedürfnis nach Sicherheit, das diffuse Gefühl der Unsicherheit, kann nicht wegdiskutiert und auch nicht wegadministriert werden. Es will ernstgenommen werden.

Auch in der Bibel findet sich vielfach der Wunsch, sicher zu leben, sich und die seinen in Sicherheit zu wissen. Am schönsten ist dieser Wunsch beim Propheten Micha beschrieben, wo es heißt: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken.“ Zum anderen aber sieht der Apostel Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher die Welt in der Krise, wenn „Friede und Sicherheit“ zur Parole, zum Slogan werden.

Die Bibel spricht von zwei Arten der Sicherheit, zum einen von der perfekten Sicherheit, die proklamiert und von Menschen versprochen wird, und zum anderen von der Sicherheit, die gelebt wird. Beim Propheten Jesaja wird diese gelebte Weise der Sicherheit beschrieben: „Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Arbeit an der Gerechtigkeit ruhige Sicherheit auf Dauer.“

Ob Sicherheit nur ausgerufen wird, zum politischen Slogan verkommt, der das Unsicherheitsgefühl noch steigert, oder zum lebendigen Teil des Lebens wird, entscheidet sich an der Gerechtigkeit. Der Zusammenhang zwischen Sicherheit und einer Gesellschaft, die den sozialen Ausgleich sucht, ist evident. Wer krank ist, fühlt sich sicherer, wenn ihm eine solidarische Krankenversicherung die Behandlung ermöglicht, und wir sind froh, wenn die Vermögenden in Österreich nicht hinter bewachten Mauern leben müssen.

Doch wie wir auch wissen: Gerechtigkeit gibt es nicht in der reinen Form. Das Wort Gerechtigkeit kann wie das Wort Sicherheit zur politischen Parole verkommen, zur deklamatorischen Forderung, die man sich auf seine Fahnen heftet.

Der biblische Begriff der Gerechtigkeit, wie auch der Begriff der Sicherheit, sie sind kein Zustand, kein hehres Versprechen, das einfach herstellbar ist, sondern sie sind das Ziel und der Weg, die Richtlinie und die Praxis unseres Zusammenlebens. Sie sind auch, wenn man so will, Utopie. Und „mit dieser Utopie“ ist (wie mit mancher anderen in der Bibel), wie der deutsche Theologe Jürgen Ebach sagt, „in der Tat kein Staat zu machen.“

In der Tat sollten wir Sicherheit und Gerechtigkeit auch nicht allein dem Staat überlassen. Polizei und Militär, Kontrolle und Überwachung haben ihre Berechtigung. Doch Sicherheit und Gerechtigkeit werden täglich an ganz anderen Orten gelebt.

Dort wo Kranke gepflegt werden, dort wo Jugendliche im Park ihren Alltag zur Sprache bringen können, dort wo Frauen und Männer in mühsamer Repetition mit Flüchtlingen Deutsch lernen, dort wo Menschen ihr Geld teilen, weil sie darum wissen, wie ungerecht es verteilt ist auf dieser Welt, dort wo Alte die Weisheit des Alters weitergeben und von ihren Enkeln gehört werden, dort wo Begegnung stattfindet zwischen Fremden und Einheimischen, weil man dann einander kennt, besser als einen jede Datenbank je kennen kann, überall dort wird Gerechtigkeit und Sicherheit eingeübt, täglich an vielen Orten.

Sicherheit und Gerechtigkeit wollen nicht proklamiert werden, sie wollen gelebt werden. Denn „das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Arbeit an der Gerechtigkeit ruhige Sicherheit auf Dauer.“

Pfr. Mag. Michael Chalupka

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Ein Zwischenruf

Wo waren sie am Abend des 9. November 1989?

Menschen meiner Generation können diese Frage meist sehr präzise beantworten, auf alle Fälle fast immer mit den Worten: „Vor dem Fernseher“. Berührt beobachteten Millionen von Menschen den Fall der Berliner Mauer, des Symbols der Teilung Deutschlands und Europas. Meine Mutter, aus der Nähe von Frankfurt an der Oder – damit aus der DDR-stammend und damals 72 Jahre alt – saß die ganze Nacht weinend vor dem Fernsehgerät.

Und heute? Fast 30 Jahre und einen Friedensnobelpreis für die EU später? Das Hochziehen von Mauern und das Spannen von Stacheldrähten scheint wieder salonfähig geworden zu sein. Man spricht von der „ Festung Europa“ und der „ Achse der Willigen zwischen Berlin-Rom und Wien“. Solche Begriffe kennen die, die Geschichte gelernt haben, doch von vor über 70 Jahren.

So war den Geschichtsbewussten auch klar, dass die Kürzung von Geldern für die Entwicklungszusammenarbeit, das Aussetzen der finanziellen Unterstützung der Flüchtlingslager in Jordanien und im Libanon, die Ignoranz gegenüber dem Klimawandel nur eines bewirken kann:  vermehrte Flüchtlingsströme.

Zunächst völlig unvorbereitet, reagierte Europa im Jahr 2015 so, wie man es sich aufgrund der vielzitierten christlichen Werte erwarten durfte: mit Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Jetzt, 3 Jahre später, scheinen die Prioritäten der Entscheidungsträgerinnen anders zu liegen. Der Fokus liegt nicht mehr auf Hilfe zur Integration, sondern auf Abschiebung auch in jene Länder, für die für Österreicherinnen und Österreicher aufgrund der dortigen Gefahrenlage eine Reisewarnung besteht. Auf Zurücknahme von Integrationsmaßnahmen, wie zum Beispiel Deutschkursen. Auf Auslagerung der Probleme in Staaten, die selbst zu den 3.Welt-Ländern und somit den ärmsten unserer Erde gehören.

Wie glaubwürdig erscheint da die Verteidigung des sogenannten christlichen Abendlandes überhaupt noch? Das Vor-sich-Hertragen von Kreuzen bei Wahlveranstaltungen reicht jedenfalls nicht aus.

Zunächst wären zu den historischen auch geografische Kenntnisse von Nöten. Das „christliche Abendland“ hat seinen Ursprung in Kleinasien, dem vorderen Orient, der früher als Morgenland bezeichnet wurde, und somit der Region, aus der heute ein Großteil der Flüchtlinge kommt.

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“, heißt es im 30. Vers des 18. Psalms der Bibel. Bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele in Zukunft zumindest die Mauern in ihren Köpfen zu überspringen wagen. Und dass die jetzt beginnende EU- Ratspräsidentschaft Österreichs nicht als diejenige in die Geschichte eingeht, die als oberste Maxime die Abschottung Europas hervorgebracht hat.

Gisela Malekpour, Superintendentialkuratorin NÖ

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Meditationskreis: 10-jähriges Jubiläum

Seit 10 Jahren gibt es den Meditationskreis! Wir treffen uns regelmäßig zum gemeinsamen Schweigen. In der Stille und in unserem Schweigen stellen wir uns den Verborgenen Seiten unseres Lebens oder – besser gesagt – kommt all das, was im Alltag zu wenig Beachtung bekommt, in den Focus.

Alles was unser Leben ausmacht kann sich melden, Freud oder Leid, Eifersucht, Neid, Hass undUnfrieden, Angst und Traurigkeit aber auch Glück, Liebe, Geborgenheit, Zufriedenheit und Frieden…

In unserem Schweigen gibt es einen gemeinsamen Mittelpunkt, nämlich GOTT, den Urgrund unseres Seins. Wir dürfen uns immer wieder aufs Neue in Gottes Gegenwart bringen, aus der wir neue Kraft schöpfen!

Die Zeiten der Stille sind wichtig und kostbar für unser Leben, zum emotionalen und körperlichen „Abschalten“, zum Regenerieren unserer Lebensenergie, zum Innehalten in unserer schnelllebigen Zeit(dies ist sogar wissenschaftlich erwiesen!).

DANKE an alle, die sich auf dem Meditationsweg miteinander verbunden wissen, und herzliche Einladung für Interessierte, die sich auf diesen Weg einlassen wollen.

Karin Brost

In dir sein, Gott

In dir sein, Gott, das ist alles.
Das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende.
Die leiblichen Augen schließen,
die Augen des Herzens öffnen
und eintauchen in deine Gegenwart.

Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen
und vertraue mich dir an.
Ich lege mich in dich hinein
wie in eine große Hand.

Ich brauche nicht zu reden, damit du mich hörst.
ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt,
ich brauche dir nicht zu sagen
was in dieser Welt geschieht
und wozu wir deine Hilfe brauchen.

Ich will nicht den Menschen entfliehen
oder ihnen abweichen.
Den Lärm und die Unrast will ich nicht hassen.
ich möchte sie in mein Schweigen aufnehmen
und für dich bereit sein.

Stellvertretend möchte ich schweigen
für die Eiligen, die Zerstreuten, die Lärmenden.
Stellvertretend für alle, die keine Zeit haben.
Mit allen Sinnen und Gedanken warte ich,
bis du da bist.

In dir sein, Gott, das ist alles, was ich mir erbitte.
Damit habe ich alles erbeten,
was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.

Jörg Zink

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