DEMNÄCHST: Kirchenputz am 3. Juli und 7. August

Bild: privat

Herzliche Einladung zum Kirchenputz!

Corona hat auch in unseren Räumlichkeiten Spuren hinterlassen. Darum wollen wir gemeinsam unsere Kirche, den Gemeindesaal, das Foyer, das Zimmer mit Aussicht und die Toiletten auf Vordermann bringen.

Samstag, 3. Juli 2021 ab 14 Uhr
Samstag, 7. August 2021 ab 10 Uhr

Wir freuen uns, wenn einige fleißige Helferlein mitmachen würden.
Bitte bringt eure eigenen Putzwerkzeuge mit. Putzmittel sind vorhanden.

Bitte um Anmeldung bei Renate Schmidt:
Tel. 0676/3117808
renate.schmidt@gmx.at

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Schick uns dein Lied!

Wir suchen die Top 5 für das neue Gesangbuch!

„Lobe den Herrn“ oder „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“? „Anker in der Zeit“ oder „Von guten Mächten“? Welches Lied singen Sie am liebsten im Gottesdienst? Was ist Ihr persönlicher Hit? Genauer gefragt: Was ist Ihre TOP 5?

Denn genau die suchen wir. Und zwar für das neue Gesangbuch, das bis 2030 erscheinen soll. Zunächst digital, später auch in gedruckter Form. Dabei können Sie uns unterstützen. Schicken Sie uns Ihre Lieblingshits, und zwar von Platz 1 bis 5. Also genau die Songs, die auf jeden Fall im neuen Gesangbuch stehen müssen. Ab Sonntag, 2. Mai, sind die Leitungen freigeschaltet. Dann können Sie im Internet auf der Seite www.ekd.de/top5 drei Monate
lang Ihre Vorschläge eintragen. Aus allen genannten Liedern wird eine gemeinsame TOP 5 gebildet, die Sie voraussichtlich Ende dieses Jahres in der Liederapp „Cantico“ finden.

Das neue „Gesangbuch“ wird viele Hintergrundinfos und deutlich mehr Lieder enthalten. Auf der Website www.ekd.de/evangelisches-gesangbuch finden Sie viele weitere Informationen zur Entstehung des neuen Gesangbuchs, die Geschichte des evangelischen Gesangbuchs und ein Anmeldeformular für den E-Mail-Newsletter, der regelmäßig erscheint.

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DEMNÄCHST: Familien-Gottesdienst im Grünen am 20. Juni

Am Sonntag, den 20. Juni feiern wir um 10 Uhr einen Familiengottesdienst im Park des Belvedereschlössl in Stockerau und laden herzlich dazu ein!

Anders, als bei den Gottesdiensten im Grünen üblich, findet diesmal – bedingt durch Corona – im Anschluss an den Gottesdienst kein gemeinsames Mittagessen bei einem Heurigen oder in einem Gasthaus statt.

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SOFA-Gottesdienst zu Pfingsten

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Geistliches Wort zu Ostern

Wer sich in Gott einwurzelt, wer sich an Jesu Leben orientiert, stellt sein Lebenshaus auf festen Grund und kann sich darin frei entfalten. Er oder sie kann die Türen und Fenster des Lebenshauses öffnen und die Balance zwischen außen und innen auf gute Weise halten lernen.

Dr. Anna Hennersperger

Fürchtet euch nicht!

Eine Aufforderung, die vom Anfang bis zum Schluss immer wieder in der Bibel vorkommt.

Mit großem Interesse habe ich Ende Jänner die Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten verfolgt, liebe Leserinnen und Leser.

Anders als sein Amtsvorgänger, der – völlig überfordert mit seiner Leitungsfunktion – mit katastrophalen Folgen die ihm anvertrauten Bürger gegeneinander aufgewiegelt hat, wirbt Joe Biden für Einheit und Zusammenhalt statt Gewalt und Verschwörungstheorien in den arg gebeutelten, ganz und gar nicht vereinigten Staaten von Amerika. Er verspricht ein Präsident für alle Amerikanerinnen und Amerikaner zu sein und lädt die Menschen ein, offen und tolerant gemeinsam nach Lösungen für die Probleme zu suchen, statt zornig aufeinander loszugehen und so die Gräben noch zu vertiefen.

Nun ja – Offenheit, Toleranz und Demut stünden nicht nur Amerika und den Amerikanern gut zu Gesicht; diese Tugenden sind mehr denn je weltweit gefragt, weil sie bei der Bewältigung der großen Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, unerlässlich sind. 

Mir ist durchaus bewusst, dass mein geistliches Wort nicht die Weltprobleme lösen wird, doch ich möchte unseren Blick weiten und das Lob der Vielfalt anstimmen, die dem Schwarz-Weißdenken im Blick auf nachhaltige Lösungen weit voraus ist.

Die Autoren der Bibel erzählen uns Gott sei Dank immer wieder Geschichten von überraschenden Grenzüberschreitungen in Richtung Andersdenkender und Andersglaubender. So berichtet der Evangelist Matthäus von einer denkwürdigen Begegnung Jesu mit einem römischen Offizier: Als Jesus wieder einmal in dem Fischerdorf Kapernaum am See Genezareth ist, kommt ein Hauptmann auf ihn zu und bittet ihn um Hilfe für seinen kranken Knecht. Dazu muss man wissen, dass die römischen Besatzer in Israel verhasst waren. Sie galten als Heiden, die keinen richtigen Glauben hatten. Kein gläubiger Mensch wollte etwas mit ihnen zu tun haben. Aber dieser römische Offizier bittet demütig: Herr, sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund! Jesus staunt über die Liebe, die hinter dieser Bitte steht, über das Vertrauen und die Demut, die der Bittsteller aufbringt und er erfüllt dem Fremden seine Bitte und heilt den Kranken für ihn.

Für mich leuchtet in dieser wundersamen Geschichte ganz hell auf, was ich für das Evangelium halte, das ich gerne mit den Menschen um mich teile: dass nämlich Gott alle seine Menschen liebt und seine freundliche Zuwendung zu uns keine Schranken und Grenzen kennt. 

Wo wir aus Liebe zum Nächsten über den Tellerrand blicken, unsere Angst vor allem Fremden, vor anders denkenden, anders glaubenden und anders handelnden Menschen überwinden, rühren wir Gottes Herz an und er segnet unser Tun. Wenn wir den Mut haben ihre Andersartigkeit aushalten und gelten zu lassen, hilft Gott uns Gutes zu tun. 

Das ist auch die Erfahrung, die wir als Pfarrgemeinde immer wieder machen, wenn wir den Mut haben unsere Grenzen zu überschreiten:

Ich denke dabei an das Haus Ibrahim, in dem minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge der großen Flüchtlingswelle vor 6 Jahren Schutz und Hilfe fanden.

Ich denke an unsere Friedensgebete mit den Vertretern anderer Konfessionen und Religionen, die uns einen interreligiösen Dialog bescheren, der uns davor bewahrt die anderen so machen zu wollen, wie wir sind. Die Vielfalt der Zugänge zu Gott lässt uns staunen und immer wieder kommt es dazu, dass aus Fremden Freunde werden.

Ich denke an schwule und lesbische Gemeindeglieder, die mit ihrer sexuellen Orientierung in unserer Gemeinschaft willkommen sind und viel Gutes zum Miteinander beitragen.

Wann immer unser christlicher Glaube zu mehr Offenheit und Weite führt, wann immer wir anfangen andere so anzunehmen, wie sie sind und Vielfalt der ängstlichen Abgrenzung vorzuziehen, machen wir neue, wichtige – und in der Regel gute Erfahrungen. 

Denn Gott liebt alle seine Menschen – folgen wir ihm nach!

In diesem Sinne wünsche ich uns ein helles, freundliches und gesundes Frühjahr. 

Ihr Pfarrer Christian Brost

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Abstandsregel schafft Nähe

Pfr, Brost und Pfr. Schipfer (v.l.n.r.)

Da die coronabedingten Abstandsregeln bei den Gottesdiensten in der katholischen Gartenstadtkirche viel leichter einzuhalten sind als in der relativ kleinen evangelischen Kirche in Hollabrunn, sind die beiden Pfarren zusammengerückt. Am Heiligen Abend haben sie in der Gartenstadtkirche gemeinsam die Christvesper gefeiert.

Der evangelische Pfarrer Christian Brost und der katholische Pfarrer Eduard Schipfer leiteten gemeinsam diesen Gottesdienst. Das Bethlehemlicht wurde am Beginn der Feier ausgegeben und erleuchtete die spärlich beleuchtete Kirche. Gerade zu Weihnachten gehört das gemeinsame Singen zur Stimmung dazu, was aber heuer nicht möglich war. Manuela Priester und Markus Hochgerner übernahmen den Kantorendienst und sangen stellvertretend für die Gemeinde. Thomas Priester zauberte an der Orgel Weihnachtsstimmung in den Gottesdienst.

Pfarrer Brost bedankte sich sehr herzlich bei Pfarrer Schipfer und der katholischen Pfarre für die Einladung zur gemeinsamen Feier des Weihnachtsfestes und für die Ermöglichung der beeindruckenden Feier, in der viel Gemeinsamkeit spürbar wurde.

Mag. Eduard Schipfer

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Was machen die Corona-Maßnahmen mit uns?

Und welche Möglichkeiten finden wir, damit gut umzugehen?

Die Pandemie und die von der Regierung gesetzten Maßnahmen beeinflussen unser Leben auf sehr unterschiedliche Art und Weise. So unterschiedlich sie uns betreffen – so unterschiedlich erleben wir sie auch. Wir haben 3 Frauen zur aktuellen Situation befragt. Herta Klune – stellvertretend für die ältere Generation, die schon in Pension ist, häufig alleinstehend mit oder ohne Enkelkindern; Karin Brost – stellvertretend für eine Berufsgruppe, die derzeit ganz besonders gefordert ist, nämlich die KrankenpflegerInnen. Sie arbeitet in einem Landespflegeheim; und schließlich Tina Lauermann – stellvertretend für die kleinen Kinder und auch für ihre KollegInnen, denen die Kinder anvertraut sind. Sie ist Leiterin eines 4-gruppigen Kindergartens in Wien. Die Interviews wurden Anfang Jänner durch Irmi Lenius geführt.

Herta

Wie erlebst du in deinem Umfeld den Einfluss der Corona-Situation und der Corona-Maßnahmen auf die jeweiligen Personen, vor allem, was das soziale Leben betrifft?

HERTA: Ich muss sagen, Corona hat Positives und Negatives. Positiv habe ich es besonders im 1. Lockdown gesehen, dass z.B. meine Nachbarn über den Zaun oder auf der Straße viel offener und freier sprechen konnten. Das war für mich tröstlich.

Was weißt du von anderen? Auch Alleinstehenden?

HERTA: Bei den älteren Leuten sind wenige so positiv eingestellt wie ich. Die meisten waren schon früher negativ und sind es jetzt in der Corona-Zeit geblieben.
Es gehen ihnen Konzerte ab; sie klagen, dass sie die Enkelkinder nicht sehen können, dass sie nicht so reisen können. Ich finde, dass da die älteren Menschen viel kritischer sind als die Jugend. Sie beklagen sich mehr.
Mir gehen schon gewisse Sachen ab, aber ich sage mir, das ist halt jetzt so und so finde ich mich auch zurecht. Meine grundpositive Einstellung ist das, was mir am meisten hilft. 

Warum glaubst du, sind Menschen negativ?

HERTA: Die glauben, dass sie etwas im Leben versäumt haben. Oder sie haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie an einem Tag etwas nicht erledigen. Ich sage zu meinem Leben, es war ok so, wie es war.

Karin

Wenn du an eure Teamarbeit denkst: Leidet das Miteinander? 

KARIN: Was die Besetzung mit Pflegekräften betrifft, waren wir schon vor Corona am Limit. Das heißt die Besetzung ist nicht krisenfest. Und jetzt in der Ausnahmesituation kommt das zum Tragen.
Unser Miteinander leidet daher extrem. Wir sind gewohnt in einem bestimmten Tagesablauf zu arbeiten, in einer bestimmten Struktur.
Gut, der Tagesablauf ist eigentlich gleich geblieben. Aber der Betreuungsablauf verändert sich jeden Tag. Die Routineabläufe fehlen – und damit die individuelle Betreuung für die Bewohner.

Wieso ist das so?

KARIN: Es werden die Bewohner ständig verlegt; Infizierte in die Quarantäneabteilung, die Gefährdeten woanders hin usw. Die Belegungspositionen verschieben sich ständig.
Das geht so weit, dass manche PflegerInnen sagen, sie können nicht mehr schlafen, weil sie nicht wissen, was sie am nächsten Tag erwartet. Unter dem Druck kommt das Personal schon ins Haus. 
Und bei den vielen positiv Getesteten können wir uns schon ausrechnen, wer das nicht überlebt. Das zehrt auch an der Kraft. Da sind Bewohner, die wir jahrelang betreut haben. Wo wir schon wissen, das sind zarte Pflänzchen. Und jetzt kommt der blöde Virus und … weg sind sie. Das ist echt schiach. Das kommt als psychische Belastung für das Personal noch dazu. 
Das Schlimmste, was dann noch dazu kommt, ist: viele Bewohner sind schon aggressiv auf uns. Wir rennen dauernd mit Masken herum, ständig verkleidet. Sie wissen nicht mehr, mit wem sie es zu tun haben und sind in ihren Zimmern isoliert.
Wenn keine Sonne scheint, so wie es viele Wochen war, sitzen sie im Finstern in ihren Zimmern. 

Tina

TINA: Ich arbeite im Kindergarten mit sehr jungen Kindern ab einem Jahr. Grundsätzlich kann ich sagen, die Kinder sind so drauf, wie ihre Eltern. Sind die Eltern entspannt, dann sind es die Kinder auch. 
Im ersten Lockdown waren nur wenige Kinder da. Ich habe alle Eltern angerufen und die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Von: wir haben noch nie so viel Zeit miteinander gehabt und das ist super bis zu den extrem überforderten Eltern, die an ihre Grenzen gelangt sind. Für Eltern, die ein 2-jähriges Kind bei sich haben, ist es schwierig daneben zu arbeiten. Diese Anspannung spüren alle. Manche Eltern waren damals den Tränen nahe. 
Im 2. Und 3. Lockdown war das anders, da hieß es, jeder darf seine Kinder bringen. Da hatten wir von 21 Kindern pro Gruppe etwa 18. Ich glaube, da haben die Kinder viel Normalität erlebt. Einige, wenige Eltern sind noch panisch, aber das ist eine Minderheit. Die anderen sind eher zu entspannt. Sehen also kaum ein, warum wir Maßnahmen beibehalten.

Welche Auswirkungen bemerkst du im Miteinander der Pädagoginnen?

TINA: Die KollegInnen untereinander haben jetzt weniger Kontakt – sie sehen einander nur bei Online-Besprechungen. Das macht den Austausch, die pädagogische Planung und die kollegiale Beratung schwierig. 
Die Pädagoginnen müssen Schichtdienste machen, weil es keine Sammelgruppen geben soll und daher jede Gruppe während unserer Öffnungszeiten besetzt sein muss. Für die Pädagoginnen ist es also weitaus anstrengender als bisher, weil sie oft mit den Kindern alleine sind. 
Daneben erleben wir, dass Eltern ihre Kinder abholen, um die Ecke gehen und gemeinsam bis zum Abend am Spielplatz bleiben, was unsere Trennung ad absurdum führt.
Den Babyelefanten gibt es im Kindergarten nicht. Unsere Pädagoginnen tragen keine Masken, da die Mimik für junge Kinder besonders wichtig ist. Die Kinder werden getröstet wie bisher. Die Pädagoginnen putzen laufende Nasen und werden von den Kindern angehustet. Trotzdem gibt es derzeit keine regelmäßigen Testungen.
 

Inwiefern verändert Corona die gewohnten Strukturen des Alltags und liebgewonnener Rituale?

HERTA: Dass ich nicht mehr so unbekümmert jemandem begegnen kann. Die Unabhängigkeit beim Inkontaktkommen fehlt mir. Zum Glück habe ich meine Söhne, die mich unterstützen. Das finde ich lieb.
Jeden Tag gehe ich in die Natur. 1 bis 1,5 Stunden gehe ich da den Weg, der mein Schulweg war. Wir haben am Grummethof gewohnt. Da sind die Gedanken frei und ich bin froh, dass ich das machen kann.

Ist das eine Kraftquelle?

Ja, dieses Ritual hat sich intensiviert. Auch wenn man Leute trifft, man grüßt sich. Das ist nett. Man ist nicht so allein.

Wie geht es anderen, was weißt du?

Dass keine GD sind, ist für andere ein Problem. Nicht nur wegen Corona, auch aus gesundheitlichen Gründen.

KARIN: Wir dürfen als Personal zwar gemeinsam Pause machen, aber sitzen dann 3 m entfernt voneinander. Quasi wie isoliert. Uns als Personal wird das Gemeinschaftsgefüge genommen. Und die Bewohner sind seit 31. Dezember alle in ihren Zimmern. 
Über Weihnachten war das noch lockerer. Wir haben als einzige Station Weihnachten miteinander gefeiert. Da haben wir zur Gitarre gesungen, das Weihnachtsevangelium gelesen und die Krippe aufgebaut, Bewohner haben Geschichten oder Gedichte gelesen. Das war echt nett. Aber das war das letzte gemeinschaftliche Ereignis, das wir gehabt haben. Dann haben wir uns noch bemüht, Besucher herein zu lassen. Da ist ein extra Team abgestellt worden – auf unserer Station, damit die Angehörigen Weihnachtsbesuche machen konnten. Da wurden alle getestet zwischen 13 und 18 Uhr und im Halbstundentakt sind die Besucher hereingelassen worden. Damit ein bisschen das Gefühl von Normalität erhalten blieb.

TINA: Hände schütteln zur Begrüßung gibt es nicht mehr. Stattdessen beginnt der Kindergartenalltag mit dem Händewaschen. Das war anfangs irritierend, vor allem für große Kinder, die es schon lange anders gewohnt waren. Jetzt ist es problemlos.
Derzeit haben wir kein offenes Haus, wo Kinder Räume wechseln können. Das hat unser Konzept der Kindergartenpädagogik grundsätzlich etwas verändert. (Anm.d.Red.: alle Kinder konnten sich im ganzen Haus bewegen und auch Kinder der anderen Gruppen treffen – jetzt sind die einzelnen Gruppen isoliert). In jedem einzelnen Gruppenraum muss sich jetzt jeder pädagogische Schwerpunkt wiederfinden. Für die Erwachsenen ist die Veränderung stärker spürbar als für die Kinder, die sich überraschend schnell umgestellt haben. Bereits nach 2 Tagen haben sie nicht mehr nachgefragt, ob sie z.B. in das Bauzimmer gehen dürfen. 

Was kann helfen die Rituale zu halten?

Alle Änderungen funktionieren besser, als wir es vermutet haben.
Die Kinder sind viel anpassungsfähiger als wir Erwachsenen. Wichtig ist, dass man ihnen erklärt, warum was gemacht wird und dass man keine Panik verbreitet. Der wichtigste Job der Erwachsenen ist es, der Fels in der Brandung zu sein, Sicherheit zu vermitteln. Ja schau, wir haben diese Situation, aber das wird auch wieder vorbeigehen und dann können wir wieder so wie früher. Auch wenn es sich zäh anfühlt – irgendwann wird das vorbei sein.

Können das alle Pädagoginnen? Oder gibt es auch unter ihnen die Besorgten, Panischen?

Die gibt es sicher. Die stecken sich gegenseitig mit der Panik an. Ältere Kolleginnen mit Vorerkrankungen betrifft es eher. Aber ich erlebe, dass auch die, die privat panisch sind, das den Kindern gegenüber nicht zeigen, Gott sei Dank.
Klare Ansagen, was zu machen ist, stündliches Lüften usw. ist hilfreich. Es gibt Hygienevorschriften, die so gut wie möglich zu erfüllen sind. Klare Handlungsanweisungen geben Sicherheit.

Wie stark erlebst du Antriebs- und Perspektivenlosigkeit in deinem Umfeld? Kennst du das?

HERTA: Ja, doch, das erlebe ich manchmal bei anderen. Antriebslosigkeit hört man immer wieder heraus.
Noch eher Unzufriedenheit, die hört man, so wie: Das haben wir nicht gebraucht.
Ich selbst habe sie nicht erlebt. Im Gegenteil: ich suche mir immer eine Beschäftigung oder lese. Ich hoffe, dass die Menschheit mit Corona etwas lernt: Aufmerksamkeit den Nächsten gegenüber, dass der Konsumrausch auch nicht glücklich macht und umweltbewusster leben.

Was kann helfen Zuversicht und Optimismus zu erlangen?

HERTA: Man kann nicht direkt raten. Das ist schwierig. Ich rede von mir, wie ich das sehe. Am wichtigsten ist es, miteinander zu reden und einander zuzuhören.

In deinem Leben bist du auch nicht immer auf die Butterseite gefallen?

HERTA: Und dennoch, was jeder daraus macht, das ist unterschiedlich.
Dass man etwas macht ist wichtig. Dass man etwas unternimmt. Wenigstens anrufen.
Wenn man die Menschen mitnimmt, mit ihnen in Kontakt bleibt, wenn Menschen etwas bewegen können, geht es ihnen besser.

KARIN: Jeder kämpft und jeder hofft, dass das Impfen etwas verändern wird; dass es besser wird. Die Impfung ist unsere große Hoffnung.

Der Strohhalm ist die Impfung und andere Strohhalme gibt es gar nicht? Gibt es auch ein „Gemeinsam schaffen wir das“?

KARIN: Schon, da haben wir eine gute Chefin, die sagt, das ziehen wir jetzt durch. Die stärkt uns allen den Rücken. Es gab Kolleginnen, die zusammengebrochen sind. Die sind dagesessen und haben geweint. 

Wie wird dann damit umgegangen?

Dann darfst du einmal heulen und es kommt jemand, der dich tröstet und dann geht es einfach wieder weiter. Es ist ein funktionierendes Team.

Gelingt es dir gegenüber den BewohnerInnen deinen eigenen Frust nicht heraushängen zu lassen?

Das hoffe ich! Ich bemühe mich positive Stimmung zu verbreiten – gerade, weil die Situation so angespannt ist. Aber das ist nicht leicht.

Was hilft dir, Karin, das auszuhalten? Was ist deine Ressource?

KARIN: Das hört sich wie Vertrösten an oder wie Ausblenden, aber so wie ich die Weihnachtstage für mich genossen habe, die Krippe aufgestellt habe in der Kirche und in den Raunächten geräuchert habe. Dieses Ganze, den ganzen Ballast nicht so wichtig nehmen. So wie den Rauch aufsteigen und etwas Neues kommen lassen.
So bleibe ich zuversichtlich, richte mich neu aus und arrangiere mich. Es ist wie ein Erneuerungsprozess – wie beim Räuchern – ich lasse Altes gehen und Neues kommen.

Es ist dieses uralte Ritual, das dir da konkret hilft?

KARIN: Ja, so verliere ich nicht die Bodenhaftung. Ich bleibe geerdet und ausgerichtet. Und das auch im Gebet mit Psalmen, mit meiner täglichen Meditation oder mit Weihnachtsliedern. Auch die stimmungsvollen Weihnachtsgottesdienste in unserer Gemeinde haben mir geholfen. 
Da bin ich reich beschenkt, wenn ich diesen Rückhalt habe. Das ist meine Kraftquelle.

Wie stark erlebst du Antriebs- und Perspektivenlosigkeit in deinem Umfeld?

TINA: Ich habe das nicht beobachtet. Das mag aber auch daran liegen, dass für die Kinder bei uns fast alles normal ist. Auch bei den KollegInnen nicht, weil die ja besonders gefordert sind. Unser Ziel ist es, den Kindern Normalität zu bieten, so weit wie nur möglich.
Mit diesem Ziel kommt es nicht zur Antriebslosigkeit.
Perspektivenlosigkeit ist bei Kindern kein Thema. Bei den KollegInnen schon, weil die Arbeit im Schichtdienst sehr anstrengend ist, da ist man am Limit. Und keiner weiß, wie lange das noch so gehen wird.
Aber: Nicht jeden Tag muss alles perfekt sein. Hauptaugenmerk ist, dass die Atmosphäre für die Kinder stimmt. Entspannte Atmosphäre ist wichtiger als ein toll geplantes Angebot.

Was kann helfen Zuversicht und Optimismus zu erlangen? Was hilft?

TINA: Es hilft, sich klar zu machen, dass es eine Ausnahmesituation ist. Und dass wir im Team füreinander da sind. Wir schauen, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Die Situation wird auch irgendwann zu Ende gehen. 

Was hilft denn dem Team zur Stabilität?

TINA: Wichtig ist, dass jede/r weiß, er/sie ist nicht allein. Wir sitzen alle im selben Boot und wir helfen einander. Jede/r darf kommen und sagen: ich schaffe es nicht mehr. Dann finden wir gemeinsam eine Lösung.
Wir waren schon vorher ein starkes Team. Das hilft uns jetzt sehr.

HERTA: “Darum hoffe auf den Herrn! Sei stark und fasse neuen Mut! Setze deine Hoffnung auf den Herrn.“ (Ps.27,14)

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Stockerau hat einen Friedensplatz

… und er liegt genau vor unserer Kirche.

Wir sind dankbar, dass der Gemeinderat diese offizielle
Namensgebung einstimmig ermöglichte.

Angesichts der Geschichte unserer Kirche als ehemalige und im Nationalsozialismus enteignete Synagoge glauben wir, dass besonders dieser Platz geeignet ist, die Sehnsucht der Menschen nach Frieden widerzuspiegeln.

Unsere pfarrgemeindliche Haltung wird so noch deutlicher nach außen sichtbar: Der Friede beginnt in dir, in mir, in jedem und jeder von uns. Frieden wird nicht ausgerufen, er muss laufend erarbeitet
und gepflegt werden, damit er wachsen kann.

Auf dem Friedensplatz steht die Friedenssäule mit dem Textband: „Es möge Frieden auf Erden werden“. Auf dieser Säule haben schon dutzende Menschen ihrem Friedenswunsch durch das Kleben eines Mosaiksteinchens Ausdruck verliehen. So ist der Friedensplatz auch ein Platz der Hoffnung.

Kurator Gert Lauermann

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Aus dem Presbyterium

Zwar freuen wir uns immer, einander zu sehen, allerdings sind der Kommunikation und der Kreativität im Rahmen von Zoom-Konferenzen auch merklich Grenzen gesetzt.

Im Gemeindeleben mangelt es an öffentlichen Veranstaltungen und daher auch meistens an besonderem Gesprächsbedarf über das aktuelle Gemeindeleben. Dafür aber haben wir deutlich mehr Zeit, uns mit richtungsweisenden Grundsatzfragen zu beschäftigen.

Die Frage nach einer „zeitgerechten“ Verkündigung und der kirchlichen Sprache im Spannungsfeld zur Lebenswirklichkeit in der Gesellschaft hatten wir uns schon oft gestellt. In diesen Monaten erkannten wir, dass Gottes „hauchdünnes Schweigen“ (Wilhelm Bruners) uns eine andere Fragestellung nahe legt: Wo und wie wirkt Gott heute? Wie redet er/sie zu den Menschen?

Für das erste Halbjahr planen wir eine Presbyteriumsklausur zu derartigen Fragen und anderen „Evangelischen Basics“ abzuhalten. Ich bin gespannt, wohin uns das Hören, das Zuhören, führen wird.

Kurator Gert Lauermann

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Weihnachten in Stockerau

Manchmal entstehen unter schwierigen Bedingungen gute neue Lösungen. Solche waren durchaus gefragt, denn auch Weihnachten stand unter den Vorgaben des Corona-bedingten Lockdowns: Abstand-Halten, Maske tragen …

Eine schöne Idee ward bald geboren: Feiern wir Weihnachten doch im Freien! Rasch war der ideale Ort dafür gefunden: der Park des Belvedere-Schlössl, ganz in der Nähe unserer evangelischer Kirche. 

Die Stadtgemeinde unterstützte dankenswerterweise dieses Vorhaben tatkräftig, und so musste „nur“ noch das Wetter mitspielen. Von Früh an regnete es am 24. Dezember, doch eine Stunde, bevor es losging, hörte es auf – die Außentemperaturen waren durchaus erträglich – der Weihnachtsgottesdienst konnte beginnen!

Der Weihnachtsgottesdienst

Also so ein klassischer Gottesdienst war es eigentlich gar nicht, denn wann kann man dabei schon zwei lebendige Eseln begrüßen? Von ziemlich weit her sind diese beiden gekommen (begleitet von der Familie Halbwirth) und haben neben der Krippe Aufstellung genommen – einer Krippe, die ebenfalls lebendig war: Maria und Josef hießen mit Zweitnamen Lisi und Norbert, wie wir im Gespräch der beiden mit unserer Lektorin Irmi Lenius erfuhren.

Aber natürlich wurde auch auf die beiden Eseln Bezug genommen, als Pfarrer Christian Brost eine Weihnachtsgeschichte erzählte, in der zwei ihrer Artgenossen eine wichtige Rolle spielten – so wie auch am Ende dieser Halben Stunde, als sie von den zahlreichen BesucherInnen noch gestreichelt werden durften.

Die Christmette

Sieben Stunden später war es schon längst dunkel geworden, doch das Belvedere-Schlössl war von innen heraus wunderschön beleuchtet. Am Balkon hatte ein Bläserensemble Aufstellung genommen und stimmte uns mit Weihnachtsmusik auf die Christmette ein.

Wir BesucherInnen bekamen Fackeln, die uns ein stimmungsvolles Licht spendeten. Pfarrer Brost hatte anfangs auch eine in der Hand, doch während seiner Ansprache tauschte er diese gegen ein kleines Licht aus. Damit unterstrich er auch symbolisch, dass Jesus nicht als strahlender Held, sondern als ein kleines Licht erschienen ist, um uns Menschen auf Augenhöhe begegnen zu können. 

Zum Abschluss begleiteten die Bläser uns noch bei einem „Stille Nacht“, das in diesem Ambiente – Dunkel, Stille, Fackelschein – die Christmette zu einem stimmungsvollen Abschluss brachte.

Der Weihnachts-Festgottesdienst

Der Weihnachtsgottesdienst am 26. Dezember hat gute Tradition bei uns, für manche ist es DER Gottesdienst zu Weihnachten: Der Trubel ist vorüber, der 24. Dezember klingt noch nach, die Weihnachtsfesttage kommen zu ihrem Abschluss – und zu ihrem Höhepunkt, wenn wir einen solchen Gottesdienst feiern können.

Noch einmal vor dem mehrwöchigen Lockdown waren wir in unserer evangelischen Kirche zusammengekommen, konnten gemeinsam Abendmahl feiern – und wir nahmen Anteil an einer ungemein tollen Predigt, die sich immer wieder wie ein vertrautes Gespräch unserer Pfarrers mit seiner Gemeinde anfühlte, so unmittelbar „traf“ sie uns. 

Wir alle hoffen natürlich, dass wir zu Weihnachten 2021 unsere gottesdienstlichen Veranstaltungen an keinen Lockdown-bedingten Rahmenbedingungen ausrichten müssen, aber wer weiß: Vielleicht wird die eine oder andere so schön gelungene „Besonderheit“ von 2020 uns auch in den kommenden Jahren wieder einmal begegnen.

Andreas Andel

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