Geistliches Wort zum Karfreitag

Foto: Clemens Baumann

Ihr fragt: wie ist die Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht
Ihr fragt: wann ist die Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht
Ihr fragt: gibt’s eine Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht
Ihr fragt: gibt’s keine Auferstehung der Toten? Ich weiß es nicht!
Ich weiß nur wonach ihr nicht fragt: die Auferstehung derer, die leben
Ich weiß nur wozu ER uns ruft: zur Auferstehung heute und jetzt.

Kurt Marti

Ich glaube; hilf meinem Unglauben.

Biblische Jahreslosung für das Jahr 2020

Ein Jahr ist es nun her, liebe Leserinnen und Leser, dass uns der Karfreitag als gesetzlicher Feiertag für Evangelische, Methodisten und Altkatholiken weggenommen wurde. Im September vergangenen Jahres haben die genannten Kirchen beim Verfassungsgerichtshof gegen die geltende Karfreitagsregelung einen Individualantrag auf Gesetzesprüfung eingebracht.

Nachdem der Karfreitag als gesetzlicher Feiertag gekippt wurde, gilt ein „persönlicher Feiertag“, der allerdings aus dem bestehenden Urlaubskontingent zu nehmen ist. Durch die neue Regelung werde „massiv und unmittelbar“ in das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Religionsfreiheit eingegriffen, sagt der evangelische Synodenpräsident und Rechtsanwalt Peter Krömer. Bleibt abzuwarten, was der Verfassungsgerichtshof dazu sagt.

Inzwischen kommt er wieder, der Karfreitag – kein Feiertag mehr, aber weiterhin ein wichtiges Fest für uns Christen. Keiner kann es uns nehmen dieses Fest zu begehen, Gottesdienst zu feiern, uns daran zu erinnern, was der Karfreitag bedeutet. Wir erinnern uns: Der weite und nicht leichte Weg nach Golgatha hat in Bethlehem begonnen. Aus einem Kripplein heraus lächelt Gott uns an und nimmt mit uns Tuchfühlung auf.

Als Jesus dann erwachsen war, fing er an, seinen Zeitgenossen ein neues Bild von Gott vor Augen zu malen – ein weniger erdrückendes und allmächtiges, ein menschlicheres, liebevolleres. Ausgerechnet die Frommen standen auf und versuchten ihn mundtot zu machen, indem sie ihn ans Messer lieferten, statt ihm zu vertrauen. Doch sie konnten Gottes Plan nicht vereiteln.

Gott hat sich damals durchgesetzt, und er tut es heute – selbst wenn es manchmal den Anschein hat, als hätten wir ihn erfolgreich verdrängt, ausgegrenzt und unschädlich gemacht – so wie damals auf dem Schädelhügel vor den Stadtmauern von Jerusalem.

Gerade in dem Augenblick, in dem das Böse scheinbar triumphiert, verkündet der Gekreuzigte: Es ist vollbracht! Was er verkündigt hat, lebt Jesus bis zum Schluss. Wer unter euch herrschen will, soll aller Diener sein, hat er den Jüngern ins Stammbuch geschrieben. Und: niemand hat eine größere Liebe als der, der sein Leben lässt für seine Freunde. 

Diese Liebe ist stärker als der Tod. Als Christen kommen wir von Ostern her und gehen auf Ostern zu. Geben wir wie Christus der Liebe eine Chance ihre Kraft zu erweisen, erleben wir, wie Geben seliger ist als Nehmen und Brücken zu bauen sinnvoller als Brücken einzureißen. Gehen wir bei Jesus in die Schule wie die Jünger. Lernen wir loszulassen, zu vergeben und barmherzig zu sein. Schauen wir nicht weg, wenn wir Leid und leidenden Menschen begegnen, sondern greifen wir ein wie der barmherzige Samariter. Setzen wir uns für die Schwachen ein, die Ausgegrenzten und für die leidende Schöpfung! Hören und erfahren wir die Kraft der Zusage Jesu, die so vieles verändert, wenn wir sie ernst nehmen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Ein gutes Frühjahr, einen besinnlichen Karfreitag und ein fröhliches Osterfest wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

Veröffentlicht unter Geistliches Wort

Aus dem Presbyterium

  • Im Spätherbst 2019 haben wir uns mehrmals mit verschiedenen Fragen zur Planung und Finanzierung eines neuen Glockenturms für Hollabrunn beschäftigt.
  • Seit Jahrzehnten wird einmal im Jahr die „Gustav-Adolf-Kindersammlung“ veranstaltet, wo für ein österreichisches kirchliches Bauprojekt von Kindern im Volksschulalter Geld gesammelt werden soll. Aufgrund der zunehmenden faktischen Schwierigkeiten bei der Durchführung einer „Kindersammlung“ besonders im städtischen Bereich haben wir beschlossen, einen am langjährigen Durchschnitt orientierten Fixbetrag zu spenden.
  • Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, ob im neuen Gottesdienstablauf (auch) ein moderneres Glaubensbekenntnis fix vorgesehen sein sollte. Interessant war der inhaltliche Austausch über verschiedene Formen von Glaubensbekenntnissen. Letztlich haben wir entschieden, nur das traditionelle, apostolische Bekenntnis im kleinen Heftchen am Beginn der Gesangbücher abzudrucken und es (wie bisher) den LiturgInnen zu überlassen, ob sie im Einzelfall ein anderes Glaubensbekenntnis von einem Beiblatt beten wollen.
  • Das besondere Konzept der Gottesdienste mit „Tanz als Gebet“ bleibt uns auch 2020 dank Ulli Bixa erhalten.
  • In Sonnberg nahm der Korneuburger Lektor und Seelsorger Armin Aigner als neuer ehrenamtlicher Gefangenenseelsorger die Arbeit auf. Wir sind sehr glücklich, dass Armin diese spannende und herausfordernde Arbeit in der Justizanstalt Sonnberg gerne übernimmt und den hauptamtlichen niederösterr. Gefangenenseelsorger Markus Fellinger so entlastet. Vielen Dank schon jetzt dafür!
  • Mit großer Vorfreude darf ich Ihnen bereits jetzt ankündigen, dass wir am 24. September 2020 im Z2000 in Stockerau wieder ein Kabarett veranstalten. Diesmal wird uns Heinz Marecek zum Lachen bringen. Der Kartenvorverkauf wird im Laufe des Frühjahrs starten.
  • Auch mit gesellschaftlichen Entwicklungen, Ökumene, Veranstaltungsplanung und seelsorgerlichen Themen haben wir uns in den letzten – intensiven – Monaten auseinandergesetzt.
  • Abschließend weise ich auf die öffentliche Gemeindevertretersitzung am 15.3.2020 nach dem 10 Uhr-Gottesdienst in Stockerau hin, wo es um Rechnungsabschluss, Budget und Jahresberichte gehen wird.

Kurator Gert Lauermann

Veröffentlicht unter Interna

Unsere neue Liturgie

Unser neues Friedenslied

Seit Jänner 2020 haben unsere Gottesdienste etwas veränderte Elemente. Die Entwicklung der Liturgie in einer Gemeinde ist eine herausfordernde Unternehmung, geht es doch bei der Gestaltung des Gemeindegottesdienstes um tradierte, auch von vielen gewohnte und liebgewonnene Teile.

Und dennoch unterliegt auch das Feiern des Gemeindegottesdienstes einer gewissen Entwicklungsdynamik. Und bei uns in Stockerau haben sich alle liturgisch Tätigen, also Lektoren, Pfarrer und Organisten gemeinsam mit Diözesankantorin Sybille von Both mit der Weiterentwicklung unserer Liturgie befasst.

Was muss sich denn da weiterentwickeln?

Diese Frage werden sich manche von Ihnen stellen.

Als liturgisch Verantwortliche sehen wir unsere Aufgabe auch darin, die verwendeten Texte und Lieder immer wieder auch kritisch zu hinterfragen.

Zum Beispiel die Begrüßungsformel: „Der Herr sei mit euch“. Diese Formulierung steht im Konjunktiv (Möglichkeitsform), und man könnte sagen, so sind wir sie gewohnt. Die Abänderung auf: „Der Herr ist mit euch“ bringt die gleiche Aussage im Indikativ, und wer diese beiden Sätze auf sich wirken lässt, spürt vielleicht den zarten Unterschied. Dieser feine Unterschied bringt aber auch das, was wir glauben, zum Ausdruck: Dass Gott mit uns IST. Nämlich auch dann, wenn wir es nicht bemerken. Es ist also nicht nur möglich, dass Gott mit uns ist, sondern es ist tatsächlich so.

Neue liturgische Gesänge

Neu sind die Gesänge zum Bußgebet, das Halleluja und die Gesänge zum Abendmahl. Sowohl das „Herr erbarme dich“ als auch das „Halleluja“ bringen frischen Wind in die Feier, weil sie neu sind. Bei den Gesängen der Abendmahlsliturgie (also dem „Heilig“), der neuen Antwort auf das Abendmahlsgebet und dem Friedenslied nach dem Vater Unser wollten wir den diesem Gottesdienstteil innewohnenden Bedeutungen mehr Gewicht verleihen.


So handelt es sich beim dreifachen „Heilig“ um ein Lied, das wortwörtlich aus dem Herzen kommt. Das Lied „Wir preisen deinen Tod“ (s. unten) nach den Einsetzungsworten bringt unseren Glaubens in einer sehr aktuellen Sprache zum Ausdruck. Und schließlich das Friedenslied „Du, Gott des Friedens“ (s. oben) nach Vaterunser und Friedensgruß, dass die Bitte nach Frieden kurz und klar besingt.

Wir wünschen allen Mitfeiernden, dass sie diese Veränderungen begrüßen können, auch wenn wir alle uns erst daran gewöhnen werden.

Irmi Lenius

Veröffentlicht unter Interna, Veranstaltungen

Unsere KonfirmandInnen 2020

Dieses Jahr bereiten sich 15 Konfirmandinnen und Konfirmanden auf die Feier ihrer Konfirmation zu Pfingsten vor. Es macht meine Frau und mir viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten. Wie sie selbst Kirche, Gemeinde und Konfi-Unterricht erleben, erzählen sie Ihnen wie alle Jahre selbst (siehe unten!)

Den Gottesdienst am Sonntag am 10. Mai um 10 Uhr in Stockerau werden unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden mitgestalten und so der Gemeinde vorstellen, was sie im Konfirmandenunterricht gelernt haben.

Am Pfingstsonntag, dem 31.5.2020 findet dann die Konfirmation in der Lutherkirche statt – herzliche Einladung!

Lilia Albrecht

Ich heiße Lilia Albrecht und bin 13 Jahre alt. Ich wohne in Hausleiten und gehe auf ein Gymnasium in Hollabrunn. In meiner Freizeit treffe ich mich mit meinen Freundinnen zum Backen oder Reiten. Außerdem bin ich seit einigen Jahren bei den Pfadfindern. Ich gehe zum Konfirmandenunterricht, weil ich mich in diesem Jahr mit meiner Religion auseinandersetzen möchte. Am Konfirmandenunterricht schätze ich besonders unsere gute Gemeinschaft.

Robert Bartos

Mein Name ist Robert Bartos und meine Hobbies sind Karate, Wandern und Skifahren. Am christlichen Glauben gefällt mir der Gottesdienst und, dass Gott immer bei mir ist. Von den biblischen Geschichten mag ich die der Auferstehung von Jesus Christus am liebsten.

Ein Wunsch, den ich gerne erfüllt hätte, ist es nach Russland zu fliegen.

Mir ist aufgefallen, dass wir in unserer Gemeinde den Gottesdienst nicht so streng führen, wie es in der römisch-katholischen Kirche ist.

Meine Konfirmation werde ich mit meiner Familie zu Hause oder im Prater feiern.

Rebecca Brand

Hallo, ich bin Rebecca Brand, bin 13 Jahre alt und spiele gern Volleyball. Ich wohne in Stranzendorf – das ist ein kleiner Ort hinter Stockerau.

Im Konfirmandenunterricht habe ich viel gelernt. Am Evangelisch-sein gefällt mir, dass keiner sagt: Wenn du das nicht tust oder an das nicht glaubst, bist du nicht gläubig. In der Bibel lese ich gerne die Geschichte von der Auferstehung Jesu. Mein Wunsch an die Welt wäre, dass alle aufhören, sich gegenseitig runter zu machen.

Unsere Gemeinde ist nicht wie jede andere. Ich kann jedem empfehlen unserer Kirche beizutreten. Meine Konfirmation bedeutet für mich erwachsen zu werden.

Charlotte Halbwirth

Ich heiße Charlotte Halbwirth und habe vier Schwestern und einen Bruder.

Außerdem habe ich einen Hund, vier Esel, Hühner und Hasen. Deshalb ist meine Lieblingsgeschichte auch die von der Arche Noah, weil ich Tiere mag.

Meine Hobbies sind reiten, zeichnen und laufen. Am christlichen Glauben gefällt mir, dass man freie Entscheidungen treffen kann. Ich glaube, ich werde meine Konfirmation zuhause mit meiner Familie feiern.

Im Konfirmandenunterricht habe ich gelernt, dass Gott für jeden anders aussehen kann. Ich glaube, ich bin wunschlos glücklich.

Kelly Hambrusch

Name: Kelly Katharina Hambrusch

Wohnort:  2000 Stockerau

Hobbys: Musik hören, Sport (Fußball, Tennis…), mit meiner Katze spielen, Kochen, Photographieren und noch viel mehr

Was gefällt mir am Christlichen Glauben? – Mir gefällt am Christlichen Glauben, dass ich weiß, dass ich nie alleine bin, sondern dass immer etwas oder jemand auf mich aufpasst, egal was passiert.

Eine Geschichte aus der Bibel die ich gerne habe? – Meine Lieblingsbibelgeschichte ist die Ostergeschichte mit der Auferstehung.

Etwas, das mir an unserer Gemeinde aufgefallen ist? – Mir ist aufgefallen, dass es sich wie ein Dorf, aber zugleich wie eine Stadt anfühlt.

Etwas, das ich im Konfirmandenunterricht gelernt habe? – Ich habe gelernt, mit anderen Menschen über Religion zu sprechen und, dass es kein falsch gibt, denn es kann vieles stimmen, was mit Gott zu tun hat, nur weiß man es einfach noch nicht.

Mathias Kölbl

Mein Name ist Mathias Kölbl. Ich wohne in Hausleiten und gehe in Hollabrunn in die Schule. In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden. Gemeinsam machen wir Fahrradtouren, spielen Computerspiele und bauen an einem Baumhaus.

Am christlichen Glauben gefällt mir die Toleranz gegenüber Andersgläubigen und der respektvolle Umgang mit den Menschen. In der Bibel gefällt mir die Geschichte der Arche Noah, denn durch das hohe Artensterben kommen wir in eine ähnliche Situation. Die Gefahr ist jedoch nicht das Wasser, sondern wir selbst. Viele Menschen kämpfen um das Leben bedrohter Tierarten.

Im Konfirmandenunterricht haben wir gelernt, dass wir einander vertrauen können. Wir verstehen uns alle gut und fühlen uns wohl in der Gemeinschaft.

Niklas Korhonen

Servus! Mein Name ist Niklas Korhonen. Ich bin 13 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Stockerau. Meine Freizeit verbringe ich meistens in der Eishalle, da ich 4-Mal in der Woche mit meinem Verein, Vienna Tigers, trainiere. Eishockey ist meine Leidenschaft!

Ich gehöre zu der christlichen Kirche, weil meine Eltern mich getauft haben. Ich darf aber trotzdem selber entscheiden, was und wie ich glaube und wie ich meinen Glauben auslebe. Mir gefällt an dem christlichen Glauben die Freiheit. Und auch, dass ich Halt und Sicherheit habe. Deswegen ist meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel auch die Ostergeschichte, genauer gesagt die Auferstehung, da sie die Botschaft „Liebe ist stärker als der Tot“ vermittelt. Mein Wunsch für die Welt hat auch etwas damit zu tun: Ich hätte gern, dass Menschen ehrlich, respektvoll und achtsam miteinander umgehen könnten, sodass man über alles reden und diskutieren kann und dadurch Frieden auf der Welt herrscht.

An unserer Gemeinde ist mir aufgefallen, dass – egal ob Jung oder Alt – der Gottesdienst für alle passend ist, und man fühlt sich willkommen. Im Konfirmandenunterricht habe ich gelernt, dass die Taufe überall gleich ist, aber die Traditionen und Bräuche dazu sehr vielfältig sind.

Meine Konfirmation feiern wir gemütlich bei uns zuhause. Ich darf Menschen, die mir wichtig sind, halt Freunde und Taufpaten, einladen. Alle Verwandten und mein Bruder aus Finnland kommen auch. Darauf freue ich mich sehr!

Luisa Krenauer

Mein Name ist Luisa Krenauer, ich bin 13 Jahre alt und wohne in Wien.

Ich habe einen älteren Bruder, der 16 Jahre alt ist und schon konfirmiert wurde. Zu meinen Hobbies gehören Klavier spielen, schwimmen, zeichnen und viele andere.

Am christlichen Glauben gefällt mir, dass man neue Menschen kennenlernen kann und im Unterricht allerhand neues über Gott lernt. Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel gefällt mir besonders und ich habe sie noch immer in Erinnerung. In unserer Gemeinde sind alle sehr nett und hilfsbereit.

Ich wünschte, ich hätte mehr für meine Schularbeiten gelernt.

Meine Konfirmation feiere ich mit meiner Familie.

Laurenz Maurer

Ich bin der Laurenz Maurer und bin 13 Jahre alt. Ich wohne in Kleinstetteldorf und meine Hobbies sind Fußball spielen, schlafen und essen. Außerdem habe ich einen kleinen Bruder und einen Hund. Meine Lieblingsgeschichten aus der Bibel sind die von der Erschaffung der Welt bis Moses. Mein größter Wunsch wäre, im Lotto zu gewinnen und mir eine Riesenvilla am Strand auf den Malediven zu kaufen. Der Gottesdienst ist bei uns viel besser und nicht so streng wie bei den Katholischen. Im Konfi-Unterricht habe ich gelernt, mich angemessen zu verhalten und vegetarisch zu essen. Zur Konfirmation gehen wir groß essen nach Wien und es kommen alle Verwandten – Opa, Cousin und alle kommen.

Tristan Messerschmidt

Ich bin Tristan Messerschmidt, bin 14 Jahre alt und habe einen Bruder und eine Katze. Eine biblische Geschichte, die ich gernhabe, ist die Weihnachtsgeschichte. Etwas, das mir an der Gemeinde aufgefallen ist, ist, dass relativ wenig Leute noch in die Kirche gehen, obwohl der Gottesdienst nicht langweilig ist. Der Konfi-Unterricht ist lustig. Ein Wunsch, den ich gerne erfüllt hätte, wäre ein Flug nach Australien. Zur Konfirmation gehen wir essen. Wie ich sonst noch feiere, weiß ich jetzt noch nicht.

Anna Schneeweiß

Mein Name ist Anna Schneeweiß. Zurzeit besuche ich das Gymnasium Stockerau und wohne mit meinen Eltern und meiner Schwester in Spillern.

Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Bibel ist die Weihnachtsgeschichte.

Meine Konfirmation werde ich mit der Familie feiern. Wir werden nach dem kirchlichen Teil essen gehen und danach einen kleinen Ausflug machen – allerdings weiß ich noch nicht wohin. Außerdem höre ich gerne Musik, zeichne, schaue gerne Filme und Serien und lese gerne. An unserer Gemeinde gefällt mir gut, dass alles sehr freiwillig ist – allerdings hat sie nicht viele Mitglieder.

Beim Konfi-Unterricht haben wir heute den Ablauf eines Gottesdienstes gelernt.

Nadine Schweifer

Ich heiße Nadine Schweifer und bin 14 Jahre alt. Geboren bin ich in Wien, aber aufgewachsen in Spillern. Mein Wunsch wäre, dass Menschen aufhören so negativ zu denken und stattdessen versuchen, in allem das Positive zu sehen.

Am christlichen Glauben gefällt mir, dass man relativ viel selbst entscheiden kann und bei uns in der Gemeinde jeder mit Respekt behandelt wird und alle liebevoll miteinander umgehen. Weil die Geburt Jesu irgendwie etwas Besonders mit sich bringt, ist sie meine Lieblingsgeschichte. Im Konfirmandenunterricht habe ich erlebt, dass, auch wenn man denkt, man kommt sich blöd vor oder etwas falsch macht, die anderen nicht lachen, sondern dir helfen es besser zu machen. Meine Konfirmation feiere ich mit meiner Familie zuhause.

Christina Steinmetz

Ich heiße Christina Steinmetz und habe einen großen Bruder. Ich wohne in Pettendorf und bin dort auch bei der Feuerwehr. Am christlichen Glauben gefällt mir vor allem die Bibel, da in ihr vielseitige Geschichten stehen, die einen trösten und einem Freude bringen können. Besonders gerne habe ich die Geschichte von der Taufe Jesu, weil die Taufe etwas Wundervolles ist und gerade Jesu Taufe spannend ist. Mein Wunsch wäre es, dass die Menschheit immer besser zusammenhält und gemeinsam etwas gegen schlimme Dinge, wie zum Beispiel die Feuer in Australien, unternimmt. Bei uns ist der Gottesdienst recht locker und es werden oft Witze gemacht.

Meine Konfirmation feiere ich mit meiner Familie. Mittags gehen wir in mein liebstes Wirtshaus und anschließend feiern wir zuhause. Themen im Konfirmandenunterricht waren bisher Gott und unsere Vorstellungen über ihn, die Taufe und der Ablauf des Gottesdienstes.

Aurora Stemberger

Ich heiße Aurora Stemberger und bin 13 Jahre alt. Ich wohne in Stockerau, gehe aber in Wien zur Schule. In meiner Freizeit bin ich hauptsächlich im Reitstall. Mir gefällt am christlichen Glauben, dass man jemanden hat, der immer für einen da ist. So ist man nie alleine. Ich habe gelernt, dass der Glaube etwas sehr Wichtiges und Persönliches ist. Die Gottesdienste in unserer Gemeinde sind sehr persönlich und gut gestaltet. Ich wünsche mir, dass der Klimawandel gestoppt (oder zumindest verlangsamt) werden kann.

Meine Konfirmation feiere ich mit meiner Familie. Wahrscheinlich gehen wir alle gemeinsam in ein Gasthaus essen.

Nicola Wanas

Ich heiße Nicola Wanas und wohne in Leitzersbrunn. In meiner Freizeit reite ich gerne, spiele Klavier, turne und beschäftige mich oft mit unseren Tieren. Mir gefällt sehr gut, dass Jesus zwischen den Menschen keine Unterschiede macht. Er lädt Arm und Reich zu sich ein und freut sich über alle. Am Glauben gefällt mir, dass man zu nichts gezwungen wird, aber trotzdem Regeln hat, die man einhalten kann.

An unserer Gemeinde finde ich gut, dass die Menschen, die den Gottesdienst besuchen, meistens mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck hinausgehen und die Predigten an die Dinge angepasst sind, die gerade auf der Welt passieren. Im Konfirmandenunterricht habe ich gelernt, dass alles einfacher und besser ist, wenn man es gemeinsam macht und vieles mit Hilfe anderer gut gelingt. Meine Konfirmation werde ich mit meiner Familie feiern. Wir werden ein Gasthaus besuchen und dort gemeinsam essen und feiern.

Veröffentlicht unter Jugend & Kinder

Warum wir in Hollabrunn einen Glockenturm bauen

Ist es heute überhaupt noch ethisch vertretbar, einen Glockenturm zu bauen? Oder sollte man das Geld nicht lieber anders einsetzen?

Vor einigen Jahren war ich in Stockerau am katholischen Kirchturm, nicht ganz oben, aber immerhin bei den Glocken. Was ich nicht beachtet hatte: Es war kurz vor 12 Uhr mittags. Als die Glocken zu läuten begannen, durchdrangen die Schwingungen alles: meinen Kopf, meinen Bauch, mein Herz und den ganzen Turm, der mitzuschwingen schien. Es war laut, aber nicht unangenehm. Selbst die Tauben blieben während des Läutens sitzen. Irgendwie fühlte ich mich beim Klang der Glocken ein wenig der Welt entrückt und dem Himmel näher.

Als ich gebeten wurde, einen Beitrag darüber zu schreiben, weshalb wir in Hollabrunn einen Glockenturm bauen wollen, dachte ich zuerst: „Das wird ein kurzer Beitrag.“ Die Antwort auf diese Frage schien mir offensichtlich, ja banal: Wir brauchen einen Glockenturm, um unsere beiden Glocken aufzuhängen. Dieser sehr pragmatische Zugang zur Frage eines Glockenturms ließ mich nachdenken, ob Glockentürme nicht doch eine theologische Bedeutung haben. Aber nein, Glockentürme haben keine besondere theologische Bedeutung. Dafür aber die Glocken.

Von der religiösen Bedeutung der Glocken

12 Glöckchen am Saum des priesterlichen Gewandes im Judentum sollten Böses fernhalten. 12 ist mehr, als man mit Fingern zeigen kann, also „unbegreiflich“. Die Zahl wurde in der jüdischen Zahlenmagie als mystisch Gott und die Welt vereinend verstanden. Der Kirchenvater Origines sah die 12 Glocken am Saum des Priesters als Zeichen für ewige Glaubensverkündigung – vom Anfang bis zum Ende. Die Zahl 12 stand nun für die 12 Apostel. Immer mehr gewann die Glocke schließlich die Bedeutung, die mystische Einheit von Gott und Welt zu zeigen, wie sie uns Christen durch das Leben Jesu in besonderer Weise offenbar wurde. Kann man nicht den Himmel auf der Erde wähnen, wenn man sich das Werden einer großen Glocke vor Augen führt? Wie aus irdischen Erzen und dem Können eines Glockengießers der perfekte Klang, etwas Unsichtbares und Einmaliges, entsteht, etwas Unbegreifliches, das in die ganze Welt hinaus klingt und unser Innerstes zum Schwingen bringt?

Ab dem 4. Jahrhundert fand die Glocke langsam als „Zeichengeber“ (lat. signum dare) auch ihren Platz im (klösterlichen) Alltag. Glocken und ihre Türme erfüllten dann im Laufe der Jahrhunderte vielerlei Funktionen. Die Menschen wurden von Glocken zum Gottesdienst gerufen, vor Feuer oder anderen Gefahren gewarnt oder über die Uhrzeit informiert. Auch als Ausdruck der Klage (Totenglocke) oder der Mahnung (z.B. Aktion „Läuten für das Klima“) dienen Glocken bis heute.

Häufig werden Glocken auch mit Engeln als von Gott gesandte Geistwesen in Verbindung gebracht. Der erstaunliche Klang einer Glocke schwingt in uns nach. Wir werden davon durchdrungen wie von keinem anderen Instrument.

Glocken erinnern uns Menschen daran, dass es etwas Höheres gibt, dass unsere Leben in Gottes Hand liegen. Sie rufen „Hier wird Gottes Gegenwart gefeiert, hier wird Gottesdienst gefeiert“ und mahnen uns, daran zu denken, dass die Gegenwart Gottes, des Höchsten, die Schöpfung erfüllt.

Deshalb läuten wir beim Vater Unser eine Glocke, weil wir damit zeigen, dass wir an die Macht dieses heiligen Gebets des Jesus von Nazareth glauben und daran, dass der Klang unserer Worte und Gedanken von Gott wahrgenommen wird – von Gott, dessen Gegenwart Himmel und Erde erfüllt. So wie der Klang der 12 Glocken schon im frühen Judentum anzeigte, dass Gott und Welt vereint sind.

Glocken sind für mich also ein Zeichen der Hoffnung. Ein Zeichen des Lebens. Ein Zeichen, dass Gott in der Welt ist. Glocken geben Zeichen für alle Menschen, die sie hören: Gott ist in der Welt! Alles wird gut. Und: Hier feiern Menschen Gottesdienst! Sie loben Gott, danken und leben Gemeinschaft.

Ich denke, dass viele Hollabrunnerinnen und Hollabrunner das verstehen und Gottes heilsames Wirken auch in ihrem Leben irgendwie spüren, wenn sie Kirchenglocken hören. Da ist eine große Verbindung, zwischen der Welt und Gott, der alles durchwebt. Gott ist auch in unseren Mitmenschen, für die wie für uns gilt: Am Ende bleibt die Liebe.

Wozu aber einen Turm?

Nun: Ohne Turm können unsere Glocken nun mal nicht läuten. Zumindest nicht so, dass sie auch gehört werden. Die wenigen Evangelischen in und um Hollabrunn werden in der katholisch oder konfessionslos geprägten Öffentlichkeit ohnehin schon wenig wahrgenommen. Es gibt uns aber – und wir wollen das auch zeigen. Dass Evangelische in Österreich Glockentürme bauen und Glocken läuten dürfen, ist noch eine recht neue, hart erkämpfte Errungenschaft.  

Deshalb brauchen wir in Hollabrunn einen Glockenturm. Keinen mächtigen, keinen hohen, aber einen zweckmäßigen, sichtbaren Turm, an dem unsere wunderbaren beiden Glocken wieder ihren Platz haben können und Menschen mit ihrem Klang Gott näherbringen können – sichtbar und hörbar evangelisch!

Kurator Gert Lauermann

Psalm 150

Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum,
lobet ihn in der Feste seiner Macht!

Lobet ihn für seine Taten,
lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!

Lobet ihn mit Posaunen,
lobet ihn mit Psalter und Harfen!

Lobet ihn mit Pauken und Reigen,
lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!

Lobet ihn mit hellen Zimbeln,
lobet ihn mit klingenden Zimbeln!

Alles, was Odem hat, lobe den HERRN!
Halleluja!

Veröffentlicht unter Gott & die Welt

Ein Glockenturm für Hollabrunn

Nachdem wir leider und überraschend feststellen mussten, dass unser rund 60 Jahre alter Glockenturm bereits gefährlich baufällig war und abgerissen werden musste, haben wir in den Hollabrunner Schulen HAK, HTL und HLW einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben.

Das Projekt des „Kreativwerkstatt“-Teams der HLW Hollabrunn mit Anna Botie, Juliane Frey, Sarah Petzelmayer und Elisabeth Pumpler gewann den Ideenwettbewerb mit ihrer schönen, modernen und gut durchdachten Lösung.

Aus der Idee entwickelte Arch. Martin Kuchler inzwischen ein umsetzbares Projekt. Der neue Turm soll 7,6 m hoch werden und an derselben Stelle wie der alte stehen. Der neue Turm wird unsere beiden Glocken tragen, die dann elektrisch geläutet werden können.

Nun, liebe Leserin, lieber Leser, sind Sie am Zug!

Die Umsetzung wird voraussichtlich ca. 65.000 € kosten und umfasst auch die optische Neugestaltung der Fassade der Kirche.

Ich verrate Ihnen keine Neuigkeit, wenn ich sage, dass unsere Pfarrgemeinde und unser Evangelische Kirche in Österreich kaum über Geldmittel verfügen.

Zwar mag es einer Kirche gut anstehen, keine Reichtümer zu sammeln, sondern vorhandene Mittel auch für Diakonie, Seelsorge und gemeindlichen Lebensraum auszugeben. In einem Fall wie diesem sind wir nun aber auf Ihre Mithilfe angewiesen! Ohne Ihre großzügige Gabe wird sich das Projekt Glockenturm für Hollabrunn wohl in nächster Zeit kaum umsetzen lassen – trotz aller Sparsamkeit!

Pfarrer Brost und ich bitten Sie daher namens unserer ganzen Gemeinde, insbesondere namens aller Evangelischen in Hollabrunn, herzlich um Ihre Spende auf das Konto AT51 2022 7003 0000 4728 Verwendungszweck: „Hollabrunn“.

Vielen, vielen Dank und vergelt´s Gott! 

Kurator Gert Lauermann

Veröffentlicht unter Interna

Wenn Himmel und Erde einander berühren….

Ein Benefizkonzert der besonderen Art erfreute das zahlreich erschienene Publikum am Samstag, den 17. November in der Lutherkirche in Stockerau: Das Quartett SOLEttino vocale und die Schauspielerin Alexandra Sommerfeld gestalteten gemeinsam ein musikalisch–poetisches Programm mit dem vielversprechenden Titel „Erde & Himmel“: eine Collage aus Gedichten, kurzen Prosatexten und Vokalmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart.

„SOLEttino vocale“ bestehen aus den Ehepaaren Irmtraud und Johannes Lenius sowie Sigrid und Peter Sommerfeld, die sich aus reiner Freude am Singen vor zwei Jahren zusammengefunden haben. Sich vom Herbst mit seinen unterschiedlichen Stimmungen dazu einladen lassen, der Wanderschaft des Menschen zwischen Himmel und Erde nach zu spüren, das war die Intention des Abends.

Ein beeindruckender Abend voll Schönheit und Tiefgang

Soweit so klar. Meine Erwartung war ein musikalisch niveauvoller, aber durchaus konventioneller Abend mit schönen Liedern und einigen mehr oder weniger bekannten Texten. Was ich hingegen erlebte, hatte ich so keinesfalls erwartet. Vom ersten Ton an zogen mich Musik und Texte in ihren Bann, und als der letzte Ton verklungen war, konnte ich nicht glauben, dass wir bereits am Ende angekommen waren.

Unwillkürlich dachte ich an Kairos, den griechischen Begriff für die erfüllte Zeit. Gemeint ist die Unterbrechung der getakteten Zeit durch den schöpferischen Augenblick, der Einbruch der Ewigkeit in die Zeit. Vier Singstimmen, die jede für sich als auch im Zusammenklang verzauberten und den Eindruck vermittelten, als würde der Himmel die Erde berühren. Eine Sprechstimme, so lebendig und spannend im Vortrag, dass aus Zuhörenden Lauschende wurden.

Alles in allem ein beeindruckender Abend voll Schönheit und Tiefgang, kurzweilig und spritzig, anregend und von höchster Qualität.

Benefizaktion für die Behindertenhilfe

Ich – und vermutlich viele andere auch – empfanden den Abend als Geschenk, das man dankbar annehmen durfte. Das begeisterte Publikum bedankte sich für dieses mit so viel Sorgfalt und Liebe gestaltete Gesamtkunstwerk mit Spenden in der Höhe von € 2.100 für die Behindertenhilfe Korneuburg.

Ulli Bixa

Veröffentlicht unter Veranstaltungen

Krippenspiel 2019

Veröffentlicht unter Familie, Jugend & Kinder, Veranstaltungen

Geistliches Wort

(Foto: pixabay.de)

Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Matthäus 6,6

Kein Whatsapp, keine SMS, keine Musik, kein Anruf
kein Fernsehen
kein Buch
überhaupt nichts tun
nur dasitzen
da sein
untätig und unnütz
nicht weglaufen
bleiben
standhalten
aushalten
wie der Fels in der Brandung
ein Grashalm im Herbstwind
der Baum im Winter
oder das Tau beim Ziehen.
Der flüchtigen Seele den Schritt verbieten:
Bleib hier,
um Gottes willen!
Der Schatz liegt tiefer
als alles, was Angst macht.
Die Lösung
liegt hinter dem Sturm
und hinter dem Beben
und hinter dem Feuer.

Johannes Lieder: Stille Nacht
(aus: herzoffen – Inspirationen zur Zukunft der Religionen)

Mit diesen beiden Texten möchte ich Sie alle herzlich grüßen und Ihnen auch im Namen das ganzen Redaktionsteams einen gesegneten Advent und ein fröhliches Weihnachtsfest wünschen!

Durch Zufall bin ich auf ein wunderbares Buch gestoßen mit dem Titel „Slow – die Entscheidung für ein entschleunigtes Leben“, und weil meine Frau immer mahnt: „Mach langsam!“, hab ich mir’s gekauft und diesen Kauf keine Sekunde bereut.

Kurzweilig und treffend analysiert Winfried Hille, der Autor des Buches, das Immer-mehr, Immer-schneller-in-immer-kürzerer-Zeit und das Möglichst-viel-auf-einmal in unserer schnelllebigen Zeit und Welt.

Wir leben im Online-Zeitalter und sind dabei zu verlernen, offline zu gehen.

Wir schaffen es immer schlechter, die Bedürfnisse unserer Seele zu ihrem Recht kommen zu lassen. Längst ist es soweit, dass Viele dem normalen Bedürfnis nach Erholung nicht mehr ohne schlechtem Gewissen nachgehen können. Wer so lebt, in dessen Alltag werden Momente der Lebensfreude immer seltener.

Wie schaffen wir es wieder, offener für das Leben zu werden?

Offener für das Leben in seiner ganzen Fülle, für unsere Freunde, für uns selbst, für die Natur? Wie schaffen wir es, uns den Wundern der Offline-Welt hinzugeben, einen eigenen Zeitrhythmus zu finden, das Hamsterrad zum Stillstand zu bringen? Davon erzählt der wunderbare Text von Johannes Lieder.

Es geht darum, im Alltagsgetriebe innezuhalten und unsere tiefsten Bedürfnisse wahrzunehmen. Still werden, zur Ruhe kommen, entdecken, dass alles, was ich an guten Gedanken brauche, längst da ist in mir. Es geht darum, in der Stille Kontakt aufzunehmen zu Gott, der in jedem Menschen wohnt. Den eigenen Atem zu spüren als Lebenskraft und die Nähe Gottes, seine Liebe, seinen Geist.

Es geht darum, den Schatz zu heben, der im Gottvertrauen liegt. Als Gottes Kinder dürfen wir mit seiner Hilfe rechnen, Angst und Enge abschütteln und frei werden zum Handeln in unserer Zeit und Welt.

Dabei spielt die Gemeinschaft mit anderen eine wichtige Rolle.

Sie gibt uns Rückhalt und Zuversicht. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, miteinander setzen wir um, was wir als gut erkannt haben.

Ich wünsche uns von Herzen, dass es uns gelingen möge, im neuen Jahr 2020 den Schatz der Gottesnähe zu entdecken und miteinander zu heben.

Einen guten Start in dieses neue Jahr wünscht
Ihr Pfarrer Christian Brost

Veröffentlicht unter Geistliches Wort

Der Friede wächst

Bläst du in die Funken, wird ein Feuer daraus; doch spukst du auf sie, verlöschen die Funken; und beides kann aus deinem Munde kommen. 

Sirach 28, 12

Ist Ihnen aufgefallen, dass die farbigen Steine auf unserer Friedenssäule immer mehr werden? Das bunte Mosaik zeugt inzwischen von einer ganzen Menge Menschen, in deren Herzen der Wunsch nach Frieden wächst.

Einige Steine kamen im September dazu, als der Gemeinderat der Stadt Stockerau über Einladung der Bürgermeisterin Andrea Völkl an einer interreligiösen Friedensandacht teilnahm. Am Ende der Andacht klebten ganz verschieden denkende Menschen verschiedenster Religionen und Weltanschauungen „ihren“ Stein auf die Säule – als gemeinsames Zeichen, sich für Frieden in Stockerau und in der Welt einsetzen zu wollen.

Von jeder im Gemeinderat vertretenen politischen Partei war jemand da, als der katholische Pfarrer Tom Kruczynski und der evangelische Pfarrer Christian Brost für das Christentum sprachen. Der Friede will in uns beginnen, um von da aus ausstrahlen zu können.

Der als Gast in Stockerau weilende tibetische Mönch Lama Nima wünschte der Welt und Stockerau auf Englisch Frieden. Im orangegelben Mönchsgewand stand er vor uns, die personifizierte Freundlichkeit und mit offenem Herzen. Dann schloss er die Augen, und ungewohnter Gesang erfüllte den Platz vor der evangelischen Kirche. Der Mönch betete singend um Segen und Frieden. 

Ali Öktem sprach für den Islam. Und es war schon etwas Besonderes, als der moslemische Hodscha (Imam) Naim Gümüser anschließend singend Koranverse auf Arabisch rezitierte.

Ich fragte mich, ob es so etwas Ähnliches in Stockerau bisher jemals gegeben hatte: die hohe Politik einem musikalisch betenden, tibetischen Mönch und einem zur Ehre Gottes singenden Imam und christlichen Worten der Bibel andächtig lauschend, vor einer ehemaligen Synagoge im Wunsch nach Frieden vereint.

Alle drei Weltreligionen Islam, Buddhismus und Christentum treten für den Frieden ein.

Alle beteten dafür, dass bei uns und in uns Friede beginnen möge. Jede Religion tat das auf ihre Art, ohne den anderen Religionen dabei ihre Berechtigung abzusprechen. Es war offenbar, dass in diesen Minuten alle dankbar dafür waren, dass (auch) „die Anderen“ da waren und mitfeierten, Christen und Moslems, Freiheitliche und Grüne, Sozialdemokraten und türkis-schwarze Volksvertreter, Männer und Frauen usw.

An diesem Nachmittag wuchs der Friede tatsächlich – nicht an der Säule, sondern in den Herzen.

Es freut uns sehr, dass der Stadtrat unter dem Eindruck der Friedensandacht tags darauf dem Platz vor der evangelischen Kirche über unseren Wunsch offiziell den Namen „Friedensplatz“ gab.

Kurator Gert Lauermann

Veröffentlicht unter Gott & die Welt, Oekumene