„Wir sagen Euch an“: Konzert der Musikschule Stockerau in der Lutherkirche

Foto: Claudia Lambeck

Wie schon einige Jahre zuvor fand auch dieses Jahr das Weihnachtskonzert der Stockerauer Musikschule bei uns in der Lutherkirche statt. Dort präsentierten die Schülerinnen und Schüler jeden Alters insgesamt 16 einstudierte Stücke. 

Schon das erste Stück, das vier Jugendliche und ihr Lehrer auf der Trompete spielten, versetzte uns Zuhörer in freudige Stille, und dank der tollen Akustik unserer Kirche glich das Stück einem Engelschor.

Auch das nächste Stück, gespielt auf verschiedenen Flöten, kreierte das Bild von einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt mir Schneefall in den Köpfen der Zuhörer. Da spielten kleine Mädchen auf der Querflöte, und man dachte, da spielt eine kleine Elfe oder ein kleiner Engel, der etwas mitzuteilen hat, und die Streicher erzählen von einer großen Sehnsucht. Spätestens, als die Gitarren Weihnachtslieder wie Jingle Bells anstimmten, war das Publikum vollends gefesselt und begann mitzuwippen. 

Ob es die Flöten waren, die Klavierstimme oder die Gesangsstücke, überall war die Vorfreude auf Weihnachten zu spüren. Besonders hervorgestochen ist ein junger Mann mit seinem Akkordeon, der einen fulminanten Tango Argentino präsentierte. Es gab auch einen reinen a-capella-Chor, der ein italienisches Weihnachtslied sang und für absolutes Gänsehaut-Feeling sorgte. 

Im letzten Stück spielte das große Kammerorchester ebenfalls ein sehr emotionales Stück und kreierte ein Freude verkündendes und jubilierendes Bild in den Köpfen der Zuhörer. So ein imposanter Schluss vermittelte wirklich ein Gefühl der puren Freude.

Doch getoppt wurde das Ganze noch von der Zugabe, als vier Mädchen, die erst im letzten Jahr mit der Musikschule begonnen hatten, auf ihren Klarinetten die zwei bekannten Weihnachtslieder „Wir sagen Euch an“ und „Alle Jahre wieder“ spielten, denn da waren nicht wenige Zuhörer zu Tränen gerührt!

Claudia Lambeck

Veröffentlicht unter Veranstaltungen

Ruf der Engel

Foto: Peter Nagl

Bei den Künstlern des heutigen Abends handelt es sich um absolute Profis und internationale Koryphäen auf ihrem Gebiet. Elisabeth Möst ist eine weltweit bekannte Flötistin auf der Querflöte, Rita Dummer ist eine renommierte Schauspielerin und Regisseurin, und Michael Oman ist ein Blockflötensolist, Ensemble-Leiter und Dirigent.

Die drei trugen elf Einheiten mehr als gekonnt vor, wobei eine Einheit immer aus einem oder mehreren Musikstücken und ein oder zwei kurzen, aber durchaus sehr anspruchsvollen Texten bestand.

Gleich von Anfang an, zum Beispiel beim ersten Stück „Pwyll“ von G. Scelsi, wird wirklich das Können der Musiker deutlich. Frau Möst gelingt es auf der Querflöte, die „Anrufung eines Priesters an einen Engel“ so gut zu verkörpern, dass der Zuhörer das Bitten, Flehen und Anrufen tatsächlich fühlt, dass der Zuhörer das Bild von einem huschenden Schatten, eine sanfte Berührung der Hände, tatsächlich vor dem geistigen Auge sieht. Was für ein überwältigendes Können!

Ein weiteres Beispiel dafür war, dass Michael Oman seine Stücke auswendig spielt. Er spielt seine Stücke mit so viel Gefühl und zeigt seine Emotionen durch große Bewegungen. Er spielt die rasanten Wechsel im Stück so schnell, dass man als Zuhörer schon Mühe hatte, sie zu hören, und spielte sie astrein und sauber.

Auch die Leserstimme von Frau Dummer war sehr angenehm und interessant zuzuhören. Einer ihrer Texte ist mir besonders in Erinnerung geblieben: „Glauben Sie an Engel?“, in dem eine Frau mit dem Zug reist, bei einem unerwarteten Halt entlang der Strecke versehentlich aussteigt, da sie dachte, es sei der nächste Bahnhof. Dann verpasst sie natürlich den Zug und trifft auf ihrer nächtlichen Marschroute zum nächsten Bahnhof einen einzelnen Mann, mit dem sie versucht, sich zu unterhalten. Diesen Herrn fragt sie: „Glauben Sie an Engel?“, wobei sich dann zum Ende der gemeinsamen Reise herausstellt, sie selbst ist der eigentliche Engel. Das hat bei vielen aus dem Publikum Gänsehaut und Nachdenklichkeit hervorgerufen.

Insgesamt war es ein sehr emotionaler Abend, wobei es den Künstlern mehr als gelungen ist, durch Musik und Texte Bilder und Eindrücke von Engeln in die Köpfe der Zuhörer zu zaubern. Jedes Musikstück unterstrich den davor gehörten Text auf eindrucksvolle Weise und war Musik auf allerhöchstem Konzertniveau. Dieser Abend war einmalig und es ist ein absolutes Privileg, so etwas bei uns in der Kirche hören zu dürfen. 

Claudia Lambeck

Veröffentlicht unter Veranstaltungen

Der Klimawandel – ein unlösbares Problem?

Klimaexperten warnen vor dem Anstieg des Meeresspiegels und der Temperatur. Gletscher schmelzen, Permafrostböden tauen auf und es kommt immer öfters zu Naturkatastrophen. Das sind nur ein paar der fast unzähligen Folgen des Klimawandels. 

Doch können wir überhaupt etwas dagegen machen?  Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, Energie sparen und kürzer duschen sind sehr häufig empfohlene Maßnahmen, die wir persönlich umsetzen können. Jedoch wird der Ernährung, die für mehr Treibhausgase verantwortlich ist als der gesamte Verkehrssektor, selten Aufmerksamkeit geschenkt. 

Doch welche Lebensmittel sind nun die geheimen „Klimakiller“? Hauptsächlich Fleisch- und Milchprodukte und Palmöl. Warum? Tiere brauchen Futter, um zu wachsen, und dieses Futter, vor allem Soja, wird oft von anderen Ländern exportiert. In Südamerika werden Tausende Hektar Regenwald abgeholzt oder gerodet, um billig auf diesen Flächen Soja oder anderes Getreide anzubauen. Allein Österreich importiert jährlich bis zu 550.000 Tonnen Sojaschrot, das hauptsächlich als Tierfutter genutzt wird. Dafür muss es einmal den gesamten Atlantik überqueren, was zu weiterem CO2-Ausstoß führt. Außerdem benötigt man für ein Kilogramm Rindfleisch ca. 16.000 Liter Wasser und 25 Kilo Getreide, für ein Kilo Schweinefleisch rund 4.700 Liter Wasser und 6,4 Kilo Getreide, und ein einziges Glas Milch schluckt 200 Liter Wasser. Auch für Palmöl wird viel Regenwald abgeholzt. 670 Fußballfelder Wald werden täglich gerodet, um Platz für Palmölplantagen zu machen. Weiters wird auch dieses Produkt in die ganze Welt exportiert, was noch mehr CO2 verursacht. Doch das Problem bei Regenwaldabholzung ist immer das Gleiche: Es kommt zu vermehrtem Artensterben, Ureinwohner werden vertrieben und CO2 kann von den Urwaldriesen nicht mehr in wertvollen Sauerstoff umgewandelt werden. 

Es ist an der Zeit zu handeln! Danken wir Gott, dass wir das Glück haben, in so einem wunderbaren Land wie Österreich zu leben, und geben wir unser Bestes, es für die nächsten Generationen genau so schön zu erhalten und vor den Folgen des Klimawandels zu bewahren! Wenn man nicht gleich auf Fleisch und Milch verzichten möchte, ist es ein guter Start, den Verzehr dieser Produkte auf einmal die Woche zu reduzieren und es in Bio-Qualität zu kaufen. Jeder einzelne von uns kann etwas bewirken, und das kann gleich heute mit Ihrem Einkauf starten!

Corina Wanas

Veröffentlicht unter Gott & die Welt, Schöpfung

Ökumenischer Gottesdienst in Hollabrunn

Pfr. Pfeiffer und Pfr. Brost in der Hollabrunner Stadtpfarrkirche
beim Ökumenischen Gottesdienst anläßlich der Gebetswoche zur Einheit der Christen
Veröffentlicht unter Oekumene, Veranstaltungen

Ökumenischer Gottesdienst mit dem Projektchor

Foto: Anna Sommerfeld

Ein Projektchor unter der Leitung von Johannes Lenius gestaltete den ökumenischen Gottesdienst für die Einheit der Christen am 25.01.2019 in der Lutherkirche in Stockerau musikalisch aus.

In der Eröffnungsmotette „Schmücket das Fest mit Maien“ von A. Hammerschmidt wird alles emsig vorbereitet, um dem Heiligen Geist den Eintritt ins Gotteshaus schmackhaft zu machen. Im Kehrvers des Liedes „Komm Heil’ger Geist“ wird diese Bitte um sein Eintreten noch drängender. Dies mit gutem Grund, bedenkt man die Worte von Pfarrer Kruczynski, der eingangs erwähnt, dass ein Lehrer seines Lehrers noch den „geistlosen“ Satz gehört hatte, „Sprich’ nie mit einem evangelischen Pfarrer!“

Foto: Anna Sommerfeld

Das diesjährige Motto der Gebetswoche, “Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen“ motiviert Pfarrer Brost zu seinen einleitenden Worten: „Das ist nun schon das zweite Jagdthema, in der Jahreslosung wird dem Frieden und jetzt der Gerechtigkeit nachgejagt. Man muss nicht immer jagen, man darf auch gehen.“ Wie wahr! In Psalm 85 finde ich die poetischen Worte „Gerechtigkeit und Frieden küssen sich“ besonders berührend. Ich kann mich nun fragen, würde ich, wenn ich immer nur jage, überhaupt bemerken, wenn Frieden und Gerechtigkeit sich küssten?

Im Graduale von H. Haselböck wird um Zuflucht und Gerechtigkeit gebeten, und im Kehrvers lautet es bereits, „Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden“.

Pfarrer Kruczynski brachte fünf Bilder des Künstlers Bahaiden mit, in denen Ungerechtigkeit dargestellt ist. Mit dem Satz „Um einen Schatten zu besiegen, musst du Licht aussenden“ kann jeder eine dünne Kerze anzünden und in den Sand stecken, für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt. Es ist im Anschluss wunderschön zu sehen, wie das schattenbesiegende Lichtermeer vor den dunklen Bildern leuchtet.

Mit dem Schlussgesang „Jaget, jaget nach“, der Bearbeitung eines Themas von Monteverdi, endet der Gottesdienst, und alle werden von Pfarrer Brost auf Brot und Wein und „warme Ziegenmilch“ eingeladen. Die ökumenische Kollekte soll bei der Inklusion von Roma-Jugendlichen in Griechenland helfen. Ich möchte mich herzlich für dieses Fest der gelebten Ökumene bedanken und wünsche uns allen, dass Gerechtigkeit und Frieden sich immer wieder küssen mögen.

Sigrid Sommerfeld

Veröffentlicht unter Oekumene, Veranstaltungen

Geistliches Wort

(Quelle: http://www.wortimbild.de)

Suche den Frieden und jage ihm nach!
Jahreslosung für das Jahr 2019

Im Frieden ist der Mensch am besten.
Aus Japan

Es ist wieder Advent und wir gehen mit Riesenschritten auf Weihnachten und den Jahreswechsel zu. Darum grüße ich Sie mit dem Leitspruch für das neue Jahr 2019: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“

Frieden stiften – was für eine Aufgabe für das kommende Jahr! Uns gegen den Strom aus Angst, Vorurteilen und Gewalt stemmen. Mir fallen starke Sätze wie „Liebet eure Feinde“ ein.
Wie soll das gehen? Mit Charme, Diplomatie und versöhnlichen Worten dafür sorgen,dass Feinde nicht Feinde bleiben? Wie können wir anderen die Chance geben, unszu verstehen? Und wie schaffen wir es, uns in andere hineinzuversetzen, ummöglicherweise unsere Einstellung zu ändern?
Der jüdische Theologe Pinchas Lapide bezeichnet Jesu Friedensprogramm als „Entfeindung“.

Unsere Ängste

Alles Fremde macht uns – ob wir es zugeben oder nicht – zunächst einmal Angst. Sicher fühlen wir uns nur im Umgang mit vertrauten Menschen und vertrauten Abläufen. Alles was anders ist, geht mit der Sorge einher, dem Fremden nicht gewachsen zu sein,sich nicht auf das Neue einstellen zu können. Unsere Gedanken beginnen zukreisen.
Ohne es noch kennengelernt zu haben, malen wir uns das Fremde mehr oder wenigermisstrauisch und düster aus.

Es ist schwer,diese Angst kognitiv abzubauen. Viel besser ist es, sich lebensmäßig mit dem Fremden auseinander zu setzen und dabei gute Erfahrungen zu machen -festzustellen, dass der Andere ja gar nicht so ist, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

Ich habe das erlebt, als ich nach dem Theologiestudium in einem katholischen Bildungshaus mitgearbeitet habe und katholische Kirche hautnah erleben konnte. Das hat mit sehr geholfen, manches Vorurteil abzubauen. Wer bei einem Begegnungscafé oder bei einem Besuch im ehemaligen Bezirksgericht eine Flüchtlingsfamilie kennenlernt, dem wird es wohl ähnlich ergehen. Vorurteile werden am besten lebensmäßig abgebaut!

Über die Anderen reden

Dem Frieden zuträglich ist auch, wenn wir lernen darauf zu achten, wie wir über andere reden. Wie groß ist die Versuchung, über andere zu urteilen oder sich den Urteilen anderer anzuschließen! Je kleiner wir dabei den, über den gesprochen wird, machen können, desto mehr wachsen wir selber. Doch wer meint, solch liebelose Art, über Andere zu richten, würde dieser nicht mitbekommen, der irrt,  denn merkwürdigerweise steht solch ein Schlechtreden bei der nächsten Begegnung unausgesprochen zwischen uns und dem Beurteilten.

Mir hilft da eine Geschichte, die ich gelesen habe. Eines Tages kam einer aufgeregt zu dem Philosophen Sokrates:
„Du, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir erzählen.“
„Moment“, unterbrach ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der Andere voller Verwunderung.
„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ – „Nein, ich hörte es irgendwo und …“
„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist – so doch wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil.“
„Aha!“ unterbrach Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
„Notwendig eigentlich nicht.“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“

Niemand muss perfekt sein

Wo Menschen miteinander leben, kommt es zu belastenden Situationen. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, seine Ecken und Kanten. Und nicht jeder versteht, dass seine Freiheit ihre Grenze an der des Anderen findet. Niemand muss perfekt sein -ganz im Gegenteil. Wenn wir spüren, dass wir in unserer menschlichen Würde ernst genommen werden, können wir uns und anderen auc“ Fehler eingestehen. Wenn wir spüren, dass der Andere uns nicht manipuliert, unser Vertrauen nicht missbraucht, fällt es uns leichter, wir selber zu sein und uns zu zeigen. Tauchen dann Probleme und Unverträglichkeiten auf, schaffen wir es vielleicht, statt uns auf Kosten anderer zu profilieren, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Und was das Vergeben anlangt: Es ist gar nicht so schwer, den Anderen um Verzeihung zu bitten oder, wenn das nicht möglich ist, uns dazu zu entscheiden, ihm zu vergeben und nicht am Groll festzuhalten. Das lässt uns ruhiger schlafen und freier atmen. Wer vergibt, heilt auch sich selber!

Jesus wusste sehr gut, dass der Mensch im Frieden am besten ist, darum hat er uns den richtigen Umgang miteinander vorgelebt und uns zur Nachfolge aufgefordert. „Meinen Frieden gebe ich euch!“, hat er den Jüngern versprochen.

Nehmen wir diesen Frieden an und teilen wir ihn aus. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir damit 2019 machen, und wünsche ihnen eine fröhliche Weihnacht und eingesegnetes neues Jahr!

Ihr Pfarrer Christian Brost

Veröffentlicht unter Geistliches Wort

„Das hat aber jetzt richtig gut getan!“

Das hören wir KrankenhausseelsorgerInnen öfters, wenn wir uns von einer Patientin, einem Patienten verabschieden.

Ein Mal pro Woche kommen wir, Georg Krätschmer und Irmi Lenius, ins Krankenhaus Stockerau, um Evangelische zu besuchen. Im letzten Jahr bemerken wir, dass die Liste, die wir beim Portier erhalten, immer weniger und oft auch gar keine Evangelischen mehr enthält. Wir wissen, dass die neue Datenschutzgrundverordnung und die damit zusammenhängende Befragung bei der Aufnahme ins Krankenhaus daran schuld ist. Die Patienten und Patientinnen werden gefragt, ob sie Seelsorge wünschen. Die meisten erschrecken und meinen,so schlecht ginge es ihnen ja nicht. Also wird nach keiner Religionszugehörigkeit mehr gefragt, und wir SeelsorgerInnen erfahren nicht,dass Evangelische im Haus sind.

Nun haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Patienten und Patientinnen sich über den Besuch freuen, also froh sind, weil sie merken, dass „da draußen“ jemand an sie denkt. Es kann einfach gut tun, die Zeit, die man im Krankenhaus hat, mit jemandem zu teilen, der ohne Erwartungen,ohne eigene Ansprüche sein offenes Ohr und sein Herz anbietet. Und es muss sich nicht zwangsläufig ein langes Gespräch ergeben. Ein kurzes Grüß Gott kann auch genügen. Diese Entscheidung liegt immer beim Patienten, der Patientin.

Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir unseren Gemeindegliedern Mut machen, bei der Aufnahme in ein Krankenhaus auf die Frage,ob sie Seelsorge wünschen, entschlossen mit JA zu antworten.  Ja,und ich bin evangelisch. Dann liegt die Entscheidung, ob Sie den Besuch der Seelsorgerin, des Seelsorgers wünschen, wirklich ganz bei Ihnen.

Auch wenn wir niemandem wünschen, ins Krankenhaus zu kommen: Wir besuchen Sie dort gerne!

Georg Krätschmer, Irmi Lenius

Veröffentlicht unter Diakonie

Brot für die Welt

„Wir sind die erste Generation, die Armut beenden, und die letzte Generation, die den Klimawandel stoppen kann“, formuliert Ban Ki Moon, der ehemalige UN-Generalsekretär, die aktuellen Chancen und Aufgaben. Ganz in diesem Sinne war es 2015 ein historisches UN-Gipfeltreffen, als die „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ beschlossen wurde. Die dort formulierten Ziele sind sehr ambitioniert. Gleichzeitig drücken sie aus, dass eine lebenswerte,zukunftsfähige Welt für alle in greifbarer Nähe ist.   

Überhaupt möglich wird so eine Welt, weil Menschen sich täglich dafür einsetzen – nicht erst seit 2015. Dafür arbeitet auch „Brot für die Welt“, die entwicklungspolitische Aktion der evangelischen Kirchen A. und H.B. Mit Projekten in aller Welt packen wir Hunger sowie Armut an der Wurzel und arbeiten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung an langfristigen Lösungen.

Erzählungen von unseren Projektpartnerinnen und Projektpartnern, wie sich ihr Leben zum Positiven verändert, sind für mich hoffnungsvolle Ermutigungen im Alltag. Im Gegensatz dazu fallen mir oft die kleinen und großen Handlungen auf, die nachhaltiger Entwicklung entgegenwirken. Dann wachsen meine Zweifel: Ist uns bewusst, dass wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten übermäßig ausnutzen? Berühren uns Nachrichten noch von Menschen, die unsere Solidarität brauchen? Wer trägt die Vision mit, dass eine lebenswerte Zukunft für alle 8 Milliarden Menschen möglich ist? Sind wir bereit, die gemeinsamen Aufgaben zumeistern? Können wir es uns leisten untätig zu warten?  

Ich meine: Es ist gerade jetzt wichtig, dass wir uns gegenseitig stärken und handeln! Ihre Pfarrgemeinde Stockerau beschäftigt sich 2019 mit Schöpfungsverantwortung und setzte damit einen ermutigenden Schritt. So wünsche ich uns allen, dass Sieweit wirken und ganz im Sinne Ban Ki-moons sagen: „Wir sind die Generation, die diese Welt zum Besseren verändert!“

MMag. Hannah Satlow, Bildungsreferentin von Brot für die Welt

Veröffentlicht unter Gott & die Welt

Aus dem Presbyterium

Aus der Superintendentialversammlung

Nach der Sommerpause fanden auf diözesaner Ebene Wahlen zum Superintendentialausschuss statt. Auch der Supkurator musste neu gewählt werden. Die mehr als 60 Delegierten der 28 nö. Pfarrgemeinden wählten Gisela Malekpour für weitere 6 Jahre in dieses Amt. Gemeinsam mit Superintendent Lars Müller-Marienburg leitet sie unsere Diözese. Pfarrer Christian Brost durfte sich über seine Wiederwahl zum Stellvertreter des Superintendenten für den Bereich des nordöstlichen Niederösterreichs freuen.

Aus dem Presbyterium

Im Presbyterium ging es im Herbst bisher vor allem um die Organisation von Veranstaltungen. Für Flüchtlingsarbeit und zur Unterstützung der evangelischen Gemeinde Großschenk in Siebenbürgen konnten wir dreistellige finanzielle Beiträge beschließen, für die Erdbebenopfer in Indonesien wurde eine Kollekte gewidmet.

Aus gesundheitlichen Gründen kann Pfr.i.R. Prof. Robert Kauer leider die Krankenhausseelsorge in Hollabrunn nicht mehr wahrnehmen. Wir danken Pfr. Kauer sehr herzlich für seinen treuen, liebevollen Dienst und wünschen ihm Gottes reichen Segen!

Wir freuen uns über die Friedensmeditationen, wo wir einmal monatlich anhand eines Vorbilds über Wege zum Frieden nachdenken und für den Frieden beten.

In Stockerau nahm der neue katholische Pfarrer Tom Kruczynski seine Arbeit auf,nachdem Markus Beranek auf eine Stelle der Erzdiözese befördert worden war. An der hervorragenden ökumenischen Zusammenarbeit ändert sich dadurch nichts.

Der stv. Obmann des islamischen Kulturvereins in Stockerau, Ali Öktem, zog sich von diesem Amt zurück und verlegte seinen Lebensmittelpunkt in die Türkei. Dadurch verlieren wir im interreligiösen Dialog einen wichtigen Ansprechpartner. InZukunft übernimmt Yasin Erkol, den wir bereits von seiner Arbeit als Betreuerim Haus Ibrahim kennen, diese Funktion. Ali Öktem bekam über unseren Vorschlag von der Stadtgemeinde für seinen verbindenden, friedensstiftenden Dienst an der Gesellschaft ein Ehrenzeichen verliehen.

Sowohl Markus Beranek als auch Ali Öktem wurden mir in den letzten Jahren zu Freunden. Interreligiöse Fußballturniere, aber auch die Flüchtlingshilfe mit dem „Haus Ibrahim“ als größtes Projekt ließen uns zusammenwachsen. Dafür bin ich dankbar.

Ich freue mich darauf, beim Gemeindevertretertag im November unsere neuen GemeindevertreterInnen besser kennen zu lernen, und auf die Dynamik, die aus diesem Tag erwachsen wird.

Kurator Gert Lauermann

Veröffentlicht unter Interna

Gemeindevertretersitzung vom 10. November

Wie wir als Gemeinde ticken – Zusammenhänge verstehen und Potentiale erheben

Nach der Wahl der neuen Gemeindevertretung im heurigen Frühjahr war diese Sitzung – abgesehen von einer kurzen und ausschließlich konstituierenden Sitzung nach der Angelobung – die erste in dieser Besetzung. Da das Gremium um einige neue Mitglieder bereichert wurde,begannen wir mit einer Vorstellungsrunde der etwas anderen Art: Alle waren aufgerufen, sich 3 Etiketten mit dem Traumberuf, Wunschurlaubsziel und der größten Stärke bzw. Begabung auf die Brust zu kleben. Sehr einfach …. und schon waren wir paarweise oder in kleinen Gruppen so in anregenden Gesprächen vertieft, dass die Einhaltung der geplanten Tagesordnung fast zu scheitern drohte.

Über Spiritualität

Christian Brost referierte über das Thema Spiritualität. Sein beginnender Kernsatz lautete: „Alles Wesentliche ist geschenkt.“ Unser Glaube wächst durch das Hören und benötigt Zeit. Wir aber müssen bereit sein, diese Zeit aufzuwenden, um zum Ziel des Glaubens – Angstfreiheit und innerer Frieden – zu kommen.

„Wir sind die Gemeinde“ – so seine zweite Kernaussage -,  und zu unserer Gemeinschaft darf man kommen, wie man ist. Die Gemeinschaft aber bewirkt etwas und verändert jeden Einzelnen.

Über Diakone

Unser Kurator sprach einleitende Worte zum Thema Diakonie, die laut Kirchenverfassung eine der 4 Grundaufgaben der Kirche ist. Heute wird zwar der Großteil der diakonischen Grundaufgaben wie Gesundheitsvorsorge, Notstandshilfe, Altenpflege etc. vom Staat übernommen, leider aber nicht immer mit für uns zufriedenstellenden Schwerpunkten: Ist eine ausführliche, zeitaufwendige Dokumentation wirklich wichtiger als Zeit für das heilsame Gespräch mit den Bedürftigen?

Irmi Lenius, unsere Diakoniebeauftragte,berichtete von ihren Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge und der Ausbildung, die hierfür nötig ist. Am wichtigsten ist jedoch, sich dazu berufen zu fühlen. In diesem Sinne werden alle Interessierten eingeladen, doch einmal mit ihr ganz unverbindlich zum Schnuppern mitzugehen.

Anders in der Gefängnisseelsorge, die von Ingrid Oblak und Eva Zehetmayer seit 12 Jahren mit Hingabe betreut wir: Hier ist ein Mitgehen zum Schnuppern leider nicht so einfach möglich.

Über Kommunikation

Nach dem reichhaltigen Pizza-Mittagsbuffet referierte Andreas Andel über Kommunikation und schilderte den Erstellungsprozess der Gemeindenachrichten von der Planung über die Erstellung und Bearbeitung der Texte und Fotos, Layout, Korrekturlauf und Druck bis hin zum Versand. Es steckt viel Arbeit eines ganzen Teams dahinter, um alle 3 Monate unsere Gemeindenachrichten erscheinen zu lassen, die Homepage aktuell zu halten und auch andere Wege der Kommunikation (Newsletter, Infos an externe Medien usw.) zu bedienen.

Über das Maß der Beteiligung

Das Beispiel der Gemeindenachrichten veranschaulicht aber auch, wie viele tatkräftige Hände und Köpfe bereits für ein einzelnes Projekt von Nöten sind. Wie viel mehr Helfer werden erst für bestehende und künftige Aufgaben wie Diakonie,Spiritualität, in der Küche und für vieles mehr, für ein gedeihliches Gemeindeleben benötigt!  Dass sich diese Mitarbeiter- Gott-sei-Dank – auch immer wieder finden, zeugt von einem funktionierenden Gemeindeleben und der hohen Qualität unseres Miteinanders. Dabei ist ein Grundsatz ganz wichtig: Jeder bestimmt das Maß seiner Beteiligung selbst!

Martin Kuchler

Veröffentlicht unter Interna, Veranstaltungen