Daten und Fakten (Jahresbericht 2018)

Die Friedensarbeit war auch 2018 ein besonderer Schwerpunkt der gemeindlichen Arbeit. Friedensmeditationen fanden regelmäßig statt, um den Frieden in den Herzen wachsen zu lassen. Der Meditationskreis feierte (schweigend) sein 10-jähriges Jubiläum. „Sakraler Tanz“ fand nun auch als Teil des Gottesdienstes statt und wurde damit seiner sakralen Ausrichtung gerecht. Viel mit Frieden hat für mich auch der 2018 begonnene Ikonenmalkurs zu tun. Die Stillen Halben Stunden in der Fastenzeit vor Ostern und im Advent sowie der adventlich-meditative Konzertabend „Ruf der Engel“ waren deutliche Zeichen für Frieden, Achtsamkeit und Gelassenheit in unserer schnellen, aufgeregten Zeit. Sowohl in der Ökumene als auch im interreligiösen Dialog brachte das Jahr 2018 personelle Änderungen in Stockerau mit sich. Auch mit dem neuen katholischen Pfarrer Tom Kruczynski ist die ökumenische Zusammenarbeit gut.

Interreligiös bzw. in der Arbeit mit Flüchtlingen brachte das „Malprojekt Weltfrieden“ von Patricia Wanas etwas Farbe und Freude in das Stockerauer Flüchtlingsheim. In der Flüchtlingsarbeit war 2018 aber insgesamt ein Jahr der Reduktion. Das „Haus Ibrahim“ mussten wir im Laufe des Frühsommers mangels ausreichender Belegung stilllegen. Wir konnten erreichen, dass diejenigen der zu dieser Zeit dort betreuten Jugendlichen, die in Stockerau bereits soziale oder schulische Anbindung hatten, bestmöglich Begonnenes beenden konnten. Die rund 14 Angestellten wurden unter Beachtung aller Vorschriften gekündigt und das Haus ohne finanziellen Verlust geschlossen. Auch sonst verringerte sich die Zahl der Flüchtlinge in Stockerau, sodass mit Ende Jänner/Anfang Februar 2019 auch das ehemalige Bezirksgericht als Flüchtlingsheim ausgedient haben dürfte. Der Verein Vor_allem_Mensch_Punkt! engagiert sich weiterhin unterstützend in Form z.B. von Zahlungen für Sprachkurse, Prüfungsgebühren und die Anmietung einer Wohnung für eine Familie, die nach mehreren Jahren noch immer keinen Bescheid in ihrem Asylverfahren erhalten hat.

Eine besondere öffentliche Veranstaltung im Jahr 2018 war das ausgesprochen „lebhafte“ Kabarett mit Alex Kristan im komplett ausverkauften Z2000. So viel zu lachen gibt es schließlich nicht immer!

Besonders waren auch die Begegnungscafés, wo sich Flüchtlinge mit allen Interessierten auf Kaffee und Kuchen trafen. Wir wollten der Angst die Gemeinschaft entgegensetzen und Vorurteile durch gute Erfahrungen entkräften. Bei diesen Treffen gelang es tatsächlich vielen, sehr unterschiedlichen Menschen, ihr Weltbild ein wenig zu erweitern und mehr über das Leben der „Anderen“ zu erfahren.

Treffpunkt 50+, Gemeindecafé, Chor, Konfirmandengruppe und ökumenische Bibelrunde fanden regelmäßig statt. Die TeilnehmerInnen der Gemeindereise ließen sich 2018 von den Farben, Gerüchen und Eindrücken Indiens verzaubern. Der Büchertisch lockte mit vielfältigen Werken.

In Mitarbeiterkreisen zu ganz unterschiedlichen Themen wurden Projekte gestartet und Details mit viel Freude erarbeitet und umgesetzt. Beispielhaft erwähnt seien die Vorbereitungen des „Evangelischen Ecks“ im Bezirksmuseum in Stockerau, die Konfirmandentage oder richtungweisende Treffen zum Hollabrunner Glockenturm. Wir haben uns – vielen Dank an Andreas Andel – mit dem Datenschutz befasst. Lektoren, Mesner, Besuchsdienstmitarbeiter und das Redaktionsteam für die Gemeindenachrichten besprachen miteinander Organisatorisches, Kreatives und Seelsorgerliches.

Geprägt war die gemeindliche Arbeit 2018 auch von den Wahlen zur Gemeindevertretung. Die neue Gemeindevertretung konstituierte sich am 17. Juni und wählte das Presbyterium, dem neu auch Leo Pfisterer angehört. Vielen Dank an alle, die sich in den neuen Gremien engagieren!

Auf diözesaner Ebene wurde Pfarrer Brost als Stellvertreter des Superintendenten wiedergewählt. Der nö. Lektorentag und ein nö. Diakonietag fanden 2018 in Stockerau statt.

Gottesdienst – also der Dienst Gottes am Menschen – ist das Zentrum unseres Gemeindelebens. Mit viel Liebe und Engagement gestalteten unsere LektorInnen Ingrid Oblak, Uta Vogel, Irmi Lenius, Andreas Andel sowie der inzwischen leider verstorbene Pfarrer i.R. Robert Kauer und Pfarrer Christian Brost auch 2018 mehr als 100 Gottesdienste und Kasualien. Auch für Gefangene fanden in der Justizanstalt Sonnberg 10 Gottesdienste und Gesprächskreise statt. Dafür möchte ich herzlich Dank sagen!

Kindergottesdienste gab es 2018 mangels ausreichenden Interesses leider keine mehr, dafür wurden die Familiengottesdienste in Hollabrunn (4) und Stockerau (9) sowie der Gottesdienst im Grünen in Retz mit großer Begeisterung von Jung und Alt besucht. Die anschließenden Kirchenkaffees sind immer ein Treffpunkt für viele, gut gelaunte Menschen!

Was wären Gottesdienste ohne Musik! Vielen Dank allen, die singend, Orgel spielend, als Gitarren- und Flötenensemble oder im Rahmen von Konzerten (z.B. Bläser, Chor, Lutherlieder, Singgottesdienst) für Leben in der Kirche sorgen!

Unsere Gemeinde zählt nun 1.328 Evangelische (2017: 1.336), davon 56 (2017: 61) mit helvetischem Bekenntnis. 8 Mal durften wir uns 2018 über eine Taufe freuen. Es gab 14 Beerdigungen, 12 KonfirmandInnen und 2 Trauungen. 3 Eintritten standen leider 20 Austritte gegenüber.

Vielen herzlichen Dank an unsere ReligionslehrerInnen Sandra Böhm, Elke Jurkowitsch, Terhi Korhonen, Hans Spiegl, Christian Weigele, Barbara Winter und Christian Brost für ihr einfühlsames und kompetentes Engagement für die Kinder!

All denen, die als SeelsorgerIn Kranke, Gefangene und Bedürftige, zum Beispiel in den Krankenhäusern Hollabrunn und Stockerau, den Pflegeheimen und in der Justizanstalt Sonnberg, besuchen, Respekt und vielen Dank!

Zum diakonischen Engagement unserer Gemeinde zählten 2018 aber auch Spenden, und zwar z.B. für die Katastrophenhilfe der Diakonie, Flüchtlingsprojekte wie Deutschkurse, an die Evang. Pfarrgemeinde Großschenk in Siebenbürgen (Seniorenarbeit) und für den Häftlingsunterstützungsverein Sonnberg.

Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die sich gerne für andere einsetzen wollen und dafür bereit sind, Zeit zu investieren. Unsere Gefangenenseelsorgerinnen sind auf der Suche nach Unterstützung. Aber auch Interesse an Krankenhausseelsorge oder Mitarbeit im Besuchsdienst ist immer willkommen.

Abschließend ein Wort zu den Finanzen:

Allergrößter Dank gilt 2018 unserer exzellenten Kirchenbeitragsreferentin Christine Andel, die in dieser Funktion Eva Zehetmayer und ihren Mann Herbert ablöste. Letzteren beiden sei an dieser Stelle nochmals für ihre hervorragenden, langjährigen Dienste Dank gesagt!

Rechnungsabschluss 2018 und Budget 2019 werden am 8.3. der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorgelegt.

Allen, die haupt- und/oder ehrenamtlich 2018 an unserer Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten und Talenten mitgebaut haben, ein großes Dankeschön und vergelt´s Gott!

Ich finde, die Jahreslosung ist ein sehr passendes Motto für das Jahr 2019:

Suche den Frieden und jage ihm nach!

Lassen Sie uns das in die Tat umsetzen! Gemeindlich wollen wir unter anderem auch einen Umweltschwerpunkt setzen und monatlich Gelegenheit bieten, sich mit Umweltthemen inspirierend auseinanderzusetzen. Wir wollen an unserem Umweltbewusstsein arbeiten und miteinander konkrete Schritte überlegen, damit unser ökologischer Fußabdruck kleiner wird und wir achtsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen.

Aber auch die Friedensmeditationen und viele andere Veranstaltungen und Gottesdienste laden 2019 dazu ein, dem Frieden nachzujagen. Herzliche Einladung!

Kurator Gert Lauermann