Daten und Fakten (Jahresbericht 2016)

Das Jahr 2016 stand auch gemeindlich im Zeichen der Flüchtlingsarbeit.

Flüchtlingsarbeit

Ökumenisch und interreligiös unterstützt lag hier der Schwerpunkt pfarrgemeindlicher Beteiligung in Stockerau. Insgesamt 22 Arbeitskreistreffen zum Thema stehen für intensives Organisieren, Entscheiden und Kommunizieren.

Unsere Pfarrgemeinde engagierte sich unter anderem durch die Mitgründung des Vereins „Vor_allem_Mensch_Punkt“, der das Haus Ibrahim betreibt. Dort finden 16 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein Zuhause. 14 Angestellte, eigene Deutsch- und Lernkurse, das Projekt Sprachrohr zur psychotherapeutischen Unterstützung der Jugendlichen und das installierte Patensystem dienen der besseren Integration der meist afghanischen Jugendlichen.

Weltethos

Naheliegend, sich angesichts der neuen syrischen, afghanischen und somalischen MitbürgerInnen mit dem Thema „Weltethos“ zu beschäftigen. Filmabende über die Weltreligionen, die Ausstellung „Weltethos“, Mitarbeiterkreise zum Thema und zahlreiche Predigten, wunderbare Familiengottesdienste, heilsame Stille Halbe Stunden, Ikonen im Kerzenschein, Jiddische Lieder, ein bunter Vortrag über unsere Partnerdiözese in Ghana, ein interreligiöses Gartenfest in Unterretzbach und nicht zuletzt auch der Mitarbeitertag mit Bischof Dr. Michael Bünker führten uns zur Friedensarbeit.

„Der Friede wartet auf seine Erbauer“ drang langsam, aber merklich ins Bewusstsein vieler in unserer Gemeinde. Die Friedenssäule vor unserer Kirche, aufgestellt auf öffentlichem Grund, lädt alle Menschen ein, das Gebet/den Satz „Es möge Frieden auf Erden sein“ zu sprechen oder zu denken. Friedensarbeit wird auch 2017 ein gemeindlicher Schwerpunkt bleiben.

Viele vielfältige Veranstaltungen

Meditationstreff, Treffpunkt 50+, Gemeindecafé, Sakraler Tanz, Singkreis, Krabbelgruppe, Konfirmandengruppe und ökumenische Bibelrunde fanden regelmäßig statt. Bei einem Werkkurs wurden biblische Erzählfiguren erarbeitet. Die Gemeindefreizeit führte uns aufs wunderschöne Hochkar. Die TeilnehmerInnen der Gemeindereise genossen 2016 die polnischen Masuren.  Flohmarkt, Adventmarkt und Familienbasteln zum Advent und der Büchertisch lockten zahlreiche Menschen an. Unser Gemeindezentrum wird übrigens auch oft diözesan genutzt, 2016 etwa für nö. Kirchenbeitragstreffen, Lektorentag, und Kuratorentag.

Mitarbeiter-Freizeit

Ich persönlich habe 2016 die Mitarbeiterfreizeit im Haus der Stille als sehr bereichernd und intensiv erlebt. Vielleicht gelingt es uns ja bald wieder, eine gemeinsame Zeit an diesem Ort nahe Graz zu verbringen, wo Gemeinschaft und Frieden, Achtsamkeit und Stille ein Besinnen auf das Einfache und das Wesentliche ermöglichen.

Ein bayrischer Sonntag

Ein besonderes, sehr geselliges Ereignis möchte ich auch speziell erwähnen: das Weißwurstfrühstück nach einem Gottesdienst in Stockerau. Es war einer der (vielen) Wahlsonntage 2016. Einige der vorbeikommenden Passanten folgten unserer Einladung und genossen in ausgelassener Atmosphäre bayrisches Bier, Weißwürste und Brezen auf Heurigentischen vor der Kirche.

Gottesdienste

Gottesdienst – also der Dienst Gottes am Menschen – ist das Zentrum unseres Gemeindelebens. Mit viel Liebe und Engagement gestalteten Pfarrer Christian Brost sowie unsere LektorInnen Ingrid Oblak, Uta Vogel, Irmi Lenius, Andreas Andel sowie Pfarrer iR Robert Kauer auch 2016 mehr als 100 Gottesdienste und Kasualien – auch für Kranke und Gefangene. Unser Kindergottesdienst-Team Karin Brost, Terhi Korhonen, Alina Tischnofsky und Stella Miletich gestaltete zahlreiche lebendige Gottesdienste. Dafür möchte ich herzlich Dank sagen!

Was wären Gottesdienste ohne Musik! Vielen Dank allen, die singend, Orgel spielend, als Gitarren- und Flötenensemble oder im Rahmen von Konzerten (z.B. Bläser, Chor) für Leben in der Kirche sorgen!

godi2016

Gottesdienste* (in Klammer die Zahlen aus 2015):
Der Familiengottesdienst im Grünen fand 2016 in Kalladorf statt. In Stockerau nicht mitgezählt ist der ökum. Gottesdienst Ende August zum Erdäpfelfest mit rund 400 BesucherInnen. Zusätzlich gab es in Hollabrunn einen Schulgottesdienst sowie in Stockerau 13 ökumenische Gottesdienste oder Stille Halbe Stunden und 6 Schulgottesdienste. Die weiteren ökumenischen Gottesdienste flossen in die Statistik ein, weil sie allgemeine Gottesdienste für unsere Gemeinde waren.

Gemeindeleben

Unsere wachsende Gemeinde zählt nun 1334 Evangelische (2015: 1302), davon 49 (2015: 42) mit helvetischem Bekenntnis. 15 Mal durften wir uns 2016 über eine Taufe freuen. Es gab 10 Beerdigungen, 10 KonfirmandInnen und 3 Trauungen. 3 Eintritten standen leider 12 Austritte gegenüber.

Religionsunterricht

Sechs Lehrkräfte unterrichten an 18 Schulen in unserem Gemeindegebiet in 29 Wochenstunden 195 Schülerinnen und Schüler. Herzlichen Dank an unsere Religionslehrerinnen und -lehrer für ihr einfühlsames und kompetentes Engagement für die Kinder!

Diakonie

All denen, die als SeelsorgerIn Kranke, Gefangene und Bedürftige zum Beispiel in den Krankenhäusern Hollabrunn und Stockerau, den Pflegeheimen und in der Justizanstalt Sonnberg besuchten, Respekt und vielen Dank! Besonders hervorheben möchte ich heuer, dass unsere ehrenamtliche Krankenhausseelsorge in Stockerau mit Georg Kretschmar einen interessierten und verlässlichen neuen Mitarbeiter bekommen hat.

Das diakonische Engagement der Gemeinde war 2016 überhaupt hoch. Diakonie, SOMA, Flüchtlingsprojekte wie Sprachrohr, Deutschkurse, Schwimmkurse, Evang. Pfarrgemeinde Großschenk in Siebenbürgen (Seniorenarbeit), Gedenkdienst im Baltikum sowie unsere Partnerkirche in Ghana bekamen Spendenunterstützung von uns.

Kirchenbeitrag und Budget

Ach ja, die Finanzen fehlen noch. Allergrößter Dank gilt auch 2016 wieder unserer Kirchenbeitragsreferentin Eva Zehetmayer und ihrem Mann Herbert sowie unserem Schatzmeister Helmut Montsch, die herausragende ehrenamtliche Arbeit leisten. Rechnungsabschluss 2016 und Budget 2017 werden am 5.3. der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Details dazu folgen daher erst in der nächsten Ausgabe.

Allen, die haupt- und/oder ehrenamtlich 2016 an unserer Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten und Talenten mitgebaut haben, ein großes Dankeschön und vergelt´s Gott!

2017

2017 steht unter dem Motto „500 Jahre Reformation – Freiheit und Verantwortung“. Im Jubiläumsjahr 2017 werden wir uns mit Martin Luther, seinen Stärken, aber auch seinen Schwächen befassen. Besonders wollen wir seinen Antisemitismus/Antijudaismus in den Blick nehmen und uns fragen, was diese Haltung und Wirkungsgeschichte für unsere Theologie und unser Gemeindeleben heute bedeuten. Freiheit und Verantwortung: typisch evangelisch und heute nötig wie schon lange Zeit nicht mehr. Lassen Sie sich begeistern!

Kurator Gert Lauermann