Geistliches Wort

Geistliches Wort Gemeindenachrichten Herbst 2021 

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken! 

Biblischer Monatsspruch für Oktober 

Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude. 
Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. 
Ich handelte, und siehe, die Pflicht war Freude. 

Ravindranath Tagore 

Noch ist sie nicht ganz vorbei, liebe Leserinnen und Leser unseres Gemeindebriefes,  

die Corona-Zeit. Auch wenn wir wieder anfangen zu planen und auf ein normales Gemeindeleben zu hoffen, schielen wir dennoch ängstlich auf Infektionszahlen und Virusvarianten und hoffen, dass sie uns keinen Strich durch die Rechnung machen. 

Im Gottesdienst anlässlich der Gemeindevertretungssitzung im Juni haben wir uns auf unser gemeindliches Miteinander besonnen und uns daran erinnert, welchen Weg wir als Gemeinde in den letzten 17 Jahren zurückgelegt haben: 

Wir haben miteinander liebevoll die Kirche renoviert und mit dem Gemeindehaus einen Lebensraum geschaffen, eine Herberge, in die wir seither einladen. Doch es sind nicht die Gebäude. Wir sind es. Unser Glaube und unser Gottvertrauen, unsere Bereitschaft das, was wir als richtig erkannt haben, auch zu leben und im Alltag umzusetzen. 

Wir haben es erlebt und erleben es noch, dass Menschen neu dazukommen: Familien, junge Leute, Menschen anderer Konfession und auch Menschen ohne Konfession. Flüchtlinge haben bei uns Deutsch gelernt und im Haus Ibrahim ein Dach über dem Kopf erhalten, Menschen mit anderer sexueller Orientierung wurden gesegnet und nun auch getraut. 

Wir haben unter dem schützenden Dach unserer Gemeinde miteinander gelacht und geweint, gegessen und getrunken. 

Dann hat ein kleiner Virus unseren gewohnten Pulsschlag als Gemeinschaft durcheinander gebracht. Nähe schien plötzlich gefährlich. Die Herberge leerte sich. Wir waren auf uns selbst geworfen und hatten viel Zeit nachzudenken über den Wert unseres Lebensraumes Gemeinde und einen Händedruck, eine Umarmung, ein freundliches Wort. Wir haben in der Krise versucht neue Wege zu den Menschen zu finden: Podcasts, digitale Mittagsgebete, SOFA- Gottesdienste und auch eine gottesdienstliche Form des Konfirmandenunterrichtes. 

Wie wird es nun im Herbst weitergehen? Wird sich unser Lebensraum wieder bevölkern?  

Das hängt nicht allein von Pfarrer und Presbyterium ab, sondern von jeder und jedem von uns. Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass der Gottesdienst der Ort ist, an dem wir auftanken können und wichtige Glaubensimpulse bekommen. Der Glaube beginnt mit dem Hören. Dann gilt es, das als richtig Erkannte im Leben umzusetzen. Das fällt leichter im Miteinander, mit Unterstützung und Korrektur durch die Menschen, mit denen wir gemeinsam unterwegs sind. Wir helfen einander Gott zu vertrauen und seine Spuren in unserem Leben zu entdecken. Es geht darum, dass Freundlichkeit, Toleranz und der achtsame Umgang mit der Schöpfung unser Tun bestimmen, so dass andere Menschen aufmerksam werden und Lust bekommen mitzutun. Wenn wir leben als gäbe es ein Heute und ein Morgen, wenn jede und jeder seine Gaben bei Veranstaltungen, beim Gottesdienst und in der Seelsorge ins Miteinander einbringt und andere Menschen mitbringt in unserem Lebensraum, dann ist mir um die Zukunft unserer Gemeinde nicht bange. 

Einen bunten und fröhlichen Herbst wünsche ich uns allen!  

Pfarrer Christian Brost 

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