Freiluftgottesdienst am Karsamstag in Hollabrunn

Bild: privat

Am Karsamstag, den 03.04.21, dem Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag, traf sich eine mutig-trotzende, maskentragende Gruppe von 25 Personen unserer Gemeinde, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Coronabedingt diesmal nicht in unserer Christuskirche, sondern im Garten des Erzbischöflichen Gymnasiums zum Freiluft-Gottesdienst. Nur so war es möglich, alle Hygiene-, Abstand- und Maskenregeln einzuhalten. Denn auch nach über einem ganzen Jahr mit der Corona-Pandemie, leben wir noch immer mit und in diesen besonderen Umständen.

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Daher war es keine fröhliche, muntere Zusammenkunft gläubiger Christen, denn ein jeder von uns ist langsam aber sicher Corona-müde und Regel-müde und sehnt sich nach „Normalität“, sehnt sich danach, die Masken loszuwerden und andere Menschen mit einem guten Gefühl wieder umarmen zu dürfen. Und dann stießen all diese Empfindungen auch noch mit der Karfreitags-Liturgie, die ja den Tod unseres Herrn Jesus Christus verkündet, zusammen. Das verursachte eine recht gedrückte Stimmung unter den Gottesdienstbesuchern.

Doch passender hätte es gar nicht sein können, auch wir sind täglich mit Leid und Leidenden konfrontiert, die Nachrichten sind voll von Berichten über erkrankte Menschen in den Krankenhäusern, in den Intensivstationen und von den Statistiken der Verstorbenen.

Von der Anklage zur Hoffnung

So fing auch unser Pfarrer Christian Brost den Gottesdienst an mit einem überaus passenden und immer noch aktuellen „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ aus dem Psalm 22. Weiter liest man in diesem Psalm „Ich rufe den ganzen Tag… ich rufe bei Nacht… Warum bist Du so fern?“ Diese Worte stammen aus den Psalmen König Davids, doch passen die anklagenden und vorwurfsvollen Fragen nach dem „Warum?“ in der heutigen Zeit genauso gut wie damals, auch heute haben junge und alte Menschen häufig das Gefühl, dass Gott sie in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie verlassen habe. 

„Die Enge meines Herzens mache weit und führe mich heraus aus der Not.“ ist die dazu passenden Stelle aus dem Psalm. Und genau das tut unser Gott. Oftmals vergessen wir in unserem modernen Leben unser Urvertrauen und sind dann überrascht, Halt und Hoffnung in den alten Schriften zu finden. 

Da heißt es z.B. in der Gnadenzusage: „Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ 

Das beste Beispiel von allen ist wohl der Karfreitag selbst. Ja, Jesus stirbt am Kreuz. Doch Gott, der himmlische Vater, ist bei ihm bis zum Schluss. Gott hat Jesus und seine Jünger nicht verlassen. Ihn nicht und auch sonst keinen leidenden und verzweifelten Menschen. Denn drei Tage nach Karfreitag, zu Ostern, liefert er den Beweis und es wird sichtbar: 

Gott ist da. Immer.

Auch im Sterben, auch in der dunkelsten Stunde, in der Angst, im Alleinsein und erst recht in der Pandemie. 

Gott hat nicht zugelassen, dass der Tod über das Leben triumphiert, und so ist der Gekreuzigte zum Symbol der Hoffnung geworden. Dank Jesus wissen wir Menschen, dass Gott an ihrer Seite ist. Einen weiteren Beleg dieser Tatsache findet man in den Hiobsworten „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“.

Mit dem Osterfest hat Gott auch uns in unserem modernen Leben eine Nachricht geschickt- Er hat uns Hoffnung geschenkt, die uns helfen soll und kann, unser Leben gut zu bewältigen. Die Bibel erzählt u.a. von Gottes Sohn, doch alle Menschen der Erde sind Gottes Kinder. Und genau wie Jesus hat der himmlische Vater uns alle lieb! Gestern, heute und morgen. 

Wenn wir darauf vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint, können wir eine ganz neue Kraft in unseren Herzen entfachen und wirksam nutzen. Mit diesem erneuerten Urvertrauen, und bestärkt im Glauben, sind wir voller Hoffnung und können uns ans Werk machen- sei es im Kampf gegen die Pandemie oder allen anderen großen Aufgaben unseres Lebens.

Claudia Lambeck

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