Weihnachten in Stockerau

Manchmal entstehen unter schwierigen Bedingungen gute neue Lösungen. Solche waren durchaus gefragt, denn auch Weihnachten stand unter den Vorgaben des Corona-bedingten Lockdowns: Abstand-Halten, Maske tragen …

Eine schöne Idee ward bald geboren: Feiern wir Weihnachten doch im Freien! Rasch war der ideale Ort dafür gefunden: der Park des Belvedere-Schlössl, ganz in der Nähe unserer evangelischer Kirche. 

Die Stadtgemeinde unterstützte dankenswerterweise dieses Vorhaben tatkräftig, und so musste „nur“ noch das Wetter mitspielen. Von Früh an regnete es am 24. Dezember, doch eine Stunde, bevor es losging, hörte es auf – die Außentemperaturen waren durchaus erträglich – der Weihnachtsgottesdienst konnte beginnen!

Der Weihnachtsgottesdienst

Also so ein klassischer Gottesdienst war es eigentlich gar nicht, denn wann kann man dabei schon zwei lebendige Eseln begrüßen? Von ziemlich weit her sind diese beiden gekommen (begleitet von der Familie Halbwirth) und haben neben der Krippe Aufstellung genommen – einer Krippe, die ebenfalls lebendig war: Maria und Josef hießen mit Zweitnamen Lisi und Norbert, wie wir im Gespräch der beiden mit unserer Lektorin Irmi Lenius erfuhren.

Aber natürlich wurde auch auf die beiden Eseln Bezug genommen, als Pfarrer Christian Brost eine Weihnachtsgeschichte erzählte, in der zwei ihrer Artgenossen eine wichtige Rolle spielten – so wie auch am Ende dieser Halben Stunde, als sie von den zahlreichen BesucherInnen noch gestreichelt werden durften.

Die Christmette

Sieben Stunden später war es schon längst dunkel geworden, doch das Belvedere-Schlössl war von innen heraus wunderschön beleuchtet. Am Balkon hatte ein Bläserensemble Aufstellung genommen und stimmte uns mit Weihnachtsmusik auf die Christmette ein.

Wir BesucherInnen bekamen Fackeln, die uns ein stimmungsvolles Licht spendeten. Pfarrer Brost hatte anfangs auch eine in der Hand, doch während seiner Ansprache tauschte er diese gegen ein kleines Licht aus. Damit unterstrich er auch symbolisch, dass Jesus nicht als strahlender Held, sondern als ein kleines Licht erschienen ist, um uns Menschen auf Augenhöhe begegnen zu können. 

Zum Abschluss begleiteten die Bläser uns noch bei einem „Stille Nacht“, das in diesem Ambiente – Dunkel, Stille, Fackelschein – die Christmette zu einem stimmungsvollen Abschluss brachte.

Der Weihnachts-Festgottesdienst

Der Weihnachtsgottesdienst am 26. Dezember hat gute Tradition bei uns, für manche ist es DER Gottesdienst zu Weihnachten: Der Trubel ist vorüber, der 24. Dezember klingt noch nach, die Weihnachtsfesttage kommen zu ihrem Abschluss – und zu ihrem Höhepunkt, wenn wir einen solchen Gottesdienst feiern können.

Noch einmal vor dem mehrwöchigen Lockdown waren wir in unserer evangelischen Kirche zusammengekommen, konnten gemeinsam Abendmahl feiern – und wir nahmen Anteil an einer ungemein tollen Predigt, die sich immer wieder wie ein vertrautes Gespräch unserer Pfarrers mit seiner Gemeinde anfühlte, so unmittelbar „traf“ sie uns. 

Wir alle hoffen natürlich, dass wir zu Weihnachten 2021 unsere gottesdienstlichen Veranstaltungen an keinen Lockdown-bedingten Rahmenbedingungen ausrichten müssen, aber wer weiß: Vielleicht wird die eine oder andere so schön gelungene „Besonderheit“ von 2020 uns auch in den kommenden Jahren wieder einmal begegnen.

Andreas Andel

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