Konfirmation 2020

„Bitte erwarten Sie nicht zu viel.“ 

So werden wir BesucherInnen des Vorstellungs-Gottesdienstes der KonfirmandInnen eingangs von Mathias mit einem Augenzwinkern begrüßt. Wie sich bald zeigt, hat er damit charmant untertrieben.

Der Konfi-Unterricht war diesmal Corona-bedingt kein einfaches Unterfangen, denn der Zeitplan wurde gehörig durcheinandergewirbelt. Pfingsten war bisher unser traditioneller Termin, heuer feiern wir Konfirmation im Oktober. Doch das tut der Freude keinen Abbruch.

Der Vorstellungs-Gottesdienst

Am 13. September ist die Kirche voll – so voll, wie es unter Einhaltung aller Covid-bedingten Rahmenbedingungen möglich ist. Die Gemeinde ist „maskiert“, der Mikrofon-Schutz wird laufend gewechselt, die Abstände werden eingehalten … und dennoch, schon bald ist eine sehr positive und fröhliche Stimmung wahrnehmbar.

Jedes Jahr aufs Neue ist es schon erstaunlich, wie die Konfis ihr persönliches Glaubensbekenntnis formulieren. Da wird deutlich sichtbar, welches Gottesbild auch im Konfiunterricht vermittelt wird – so auch diesmal:

„Egal wer um Hilfe ruft, Gott hilft allen, weil er jeden Menschen so liebt, wie er ist.“

„Jesus Christus … zwingt uns zu nichts, will uns aber in seinem Leben ein Vorbild geben und einen Anreiz, in unserem Leben etwas zu ändern.“

Der Heilige Geist „gibt uns den letzten Schubser in die richtige Richtung.“

Das Gleichnis vom Sämann, dessen Saat nur aufgeht, wenn sie auf fruchtbaren Boden fällt, bildet den roten Faden durch den Gottesdienst. Die Konfis spielen eine Szene, in denen ein Engel in einem Einkaufsladen der Käuferin die Erfüllung jedes Wunsches verspricht – aber am Ende klar macht, dass es nicht die gewünschte Ware ist, die man hier bekommt, sondern nur der Samen, der verschenkt wird. 

Gott ist kein Wunsch-Einkaufsladen, er schenkt uns jedoch den Samen, damit WIR daraus etwas machen. Aber es gilt auch, Widerstand gegen andere „Sämänner“ zu leisten, wie gegen Werbung, die auf Habgier abzielt, oder auch gegen Fremdenfeindlichkeit. Da gilt es, Gottes Samenkörner wie Regeln für ein gelingendes Leben anzunehmen und zur Blüte zu bringen – für uns und für unsere Mitmenschen.

Als Zeichen dafür, wie wir diese „Saat“ unseren Nächsten vermitteln wollen, stehen wir am Ende des Gottesdienstes im Kreis rund um unsere Friedenssäule, sprechen gemeinsam den „Segen zum Mitmachen“, und unsere Konfis schmücken die Friedenssäule mit kleinen bunten Steinen. 

Die Konfirmation – Teil 1

Samstag, 24. Oktober, 10 Uhr. Corona-bedingt müssen wir heuer die Konfirmation auf 2 Tage aufteilen. Alle Sicherheitsabstände werden eingehalten, die Masken aufgesetzt, die Orgel setzt mit einem feierlichen Bach-Präludium ein, die Feier kann beginnen.

Ja, es liegt eine ungewohnt lange und auch mühevolle Vorbereitungszeit nun hinter unseren Konfis, und so begrüßt Pfarrer Christian Brost sie auch als „unsere Helden“.

Christian hat ein Segenspaket für sie mitgebracht – ein Segenspaket als Geschenk Gottes für unsere Konfis: Da ist

  • eine Taufkanne drinnen, denn heute werden die Konfis Ja zu ihrer Taufe sagen;
  • ein Regenschirm, denn gute Freunde lässt man nicht im Regen stehen;
  • ein Verbandskoffer für die Zeiten, wo junge Menschen unbedingt mit dem Kopf durch die Wand müssen;
  • eine Bibel als Inspirationsquelle gerade auch für schwierige Zeiten
  • und schließlich Brot und Wein – „echte“ Lebensmittel, durch die Gott uns stärken will.

Nach dem Glaubensbekenntnis, das die Konfis selbst formuliert haben (was später Kurator Gert Lauermann zu Recht lobend hervorhebt), werden sie von Christian gesegnet – und Karin Brost, die mit ihm gemeinsam den Konfi-Unterricht geleitet hat, spricht jedem/r seinen/ihren persönlichen Konfirmationsspruch zu.

Auch für die Feier des Abendmahls werden alle Hygiene-Vorschriften eingehalten – es gibt für jede/n einen eigenen kleinen Kelch.

Zuletzt werden die Fotos gemacht – und eine Konfirmation unter doch sehr speziellen Vorzeichen findet feierlich und fröhlich ihren Abschluss.

Die Konfirmation – Teil 2

Am darauffolgenden Tag findet die Konfirmation für die zweite Gruppe der Konfis statt, doch diese dann doch unter etwas anderen Vorzeichen als ursprünglich geplant.

Noch am Samstag Nachmittag ereilt Christian ein Anruf, dass er sich aufgrund einer positiv getesteten Schülerin unmittelbar in Quarantäne begeben muss. Christian darf also seine Wohnung ab sofort nicht mehr verlassen und somit die Konfirmation am Sonntag nicht leiten – daran ist nicht zu rütteln, so schwer ihm das auch fällt. 

Dennoch wird auch die zweite Gruppe feierlich konfirmiert, denn Gert, Karin und ich sind kurzfristig eingesprungen und haben so gezeigt: Unsere Gemeinde lebt das Priestertum aller Gläubigen auch in der Realität. Dass unsere Gemeinde zu einer solchen geworden ist, dafür möchte ich an dieser Stelle unserem Pfarrer und unserem Kurator von ganzem Herzen danken!

Andreas Andel

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