12. April: Ideen und Texte zur Gestaltung einer Andacht am Ostersonntag

  • Das Fenster öffnen und die Frühlingssonne samt Vogelstimmen hereinlassen
  • Das Kreuz (vergleiche Karfreitag!) mit Blüten und schönen Dingen schmücken
  • Eine Kerze entzünden als Zeichen der Nähe Gottes
  • Die Geschichte „Auferstanden“ lesen/vorlesen
  • (In der Stille) Gott sagen, was mich froh macht/wofür ich dankbar bin
  • (Gemeinsam) das Vaterunser beten
  • Den „Ostersegen“ sprechen und/oder den „Segen zum Mitmachen“ mit Bewegungen 

Auferstanden

Drei Frauen sind am frühen Morgen, noch in der Morgendämmerung, unterwegs. Sie haben Gefäße bei sich, in denen man Öl aufbewahrt, auch lange weiße Tücher. 

Sie gehen langsam und gebeugt, wie unter einer schweren Last. Das können nicht die Ölkrüge und Tücher sein, das sind vielmehr die schweren Gedanken in ihnen. 

Sie reden nur von dem einen: dass Jesus, ihre bester Freund, jetzt tot ist. „Warum hat es Gott zugelassen, dass er getötet wurde?“ fragen sie immer wieder. „Warum musste er, der doch so viel Gutes getan hat, sterben?“ 

Aber sie wissen keine Antwort und schweigen deshalb immer wieder lange vor sich hin.

„Lasst uns jetzt schneller gehen, damit wir in Ruhe unseren letzten Dienst tun können!“, mahnt eine der Frauen, sie heißt Maria. „Und wenn wir den toten Jesus mit unseren wohlriechenden Ölen gesalbt und in die Tücher eingewickelt haben, dann werden wir mit unseren letzten Kräften den Stein vor die Grabhöhle schieben, und so wird es dann für immer bleiben.

„Ich kann es einfach nicht glauben“, sagt eine andere von den dreien, Salome. „Jesus war doch so eng mit Gott verbunden. Und er hat immer gesagt, dass Gott auf unserer Seite ist und wir auf Gott vertrauen dürfen! Wenn das stimmt, dann hätte sein Tod nicht passieren dürfen!“

Die dritte, sie heißt auch Maria, wirft ein: „Jesus hat selbst gesagt, dass das Neue, das er uns gebracht hat, nicht aufhören wird. Er war doch kein Lügner! Das passt nicht, dass jetzt alles aus ist! Der Abschied von Jesus liegt mir wie ein schwerer Stein auf dem Herzen! Wie soll der jemals wieder verschwinden?“

Inzwischen sind die drei bei dem Grab angekommen. 

„Nanu“, sagt Salome überrascht, „der Stein vor dem Grab ist zur Seite gerollt. Wer könnte das gewesen sein?“ 

Langsam und mit klopfendem Herzen treten die drei Frauen in die Grabhöhle ein, versuchen ihre Augen etwas an das Dunkel zu gewöhnen und wenden sich der Stelle zu, wo der tote Jesus liegen muss. Da wird es auf einmal hell, in dem Licht erkennen sie eine Gestalt und wissen zugleich, dass dies ein Bote Gottes ist, ein Engel. Trotzdem durchfährt sie ein heftiger Schreck. „Ihr sucht Jesus“, sagt der Engel, „aber ihr sucht ihn an der falschen Stelle. Er ist nicht bei den Toten, sondern bei den Lebenden. Gott hat ihm neues Leben geschenkt!“ 

Der Engel weist in die Ecke der Höhle uns sagt: „Sucht ihn nicht am Ort des Todes, sondern am Ort des Lebens!“ – „Und wo ist das?“ fragt eine der Frauen, noch atemlos vor Herzklopfen. 

Der Engel antwortet und weist mit der Hand aus der Höhle hinaus: „Das ist dort am See Genezareth, auf dem Berg, auf dem ihr so oft mit Jesus wart. Dort werdet ihr ihn sehen. Sagt das den Jüngern, und dann geht miteinander dorthin. Dort wird euch der lebendige Jesus neu begegnen!“

Dann drängen die drei Frauen aus der Grabhöhle hinaus, laufen erst eine Weile, bis sich der Schreck gelegt hat und sie endlich wieder etwas zur Ruhe kommen. 

„Er lebt!“ rufen sie immer wieder, „der Engel von Gott hat es gesagt! Wir werden ihn sehen! Es ist doch nicht zu Ende mit ihm! Ist das nicht wunderbar?“ Sie haben bei all der Aufregung gar nicht gemerkt, dass es inzwischen taghell geworden ist. Aber jetzt spüren sie die ersten Sonnenstrahlen. „Vergesst die Grabhöhle“, sagt die eine Maria, „vergesst die Dunkelheit. Jetzt ist das Leben wieder da!“ Und die andere Maria meint: „Vergesst den schweren Stein. Mein Herz ist jetzt wieder leicht und froh!“ 

Die drei Frauen lachen vor Freude, umarmen sich immer wieder und singen. Dann sind sie bei den Jüngern und erzählen ihnen von ihrem Erlebnis.

Erzählung von Frieder Harz nach dem Bericht vom Evangelisten Markus (Kapitel 16)

Ostersegen

Gott unser Vater, der Jesus von den Toten auferweckt hat, 
mache auch unser Leben lebendig und hell.
Er lasse uns seine Liebe spüren und schenke uns ein Leben, 
das sich nicht länger vor dem Tod fürchtet.
Wenn Leid unser Leben lähmt, dann lasse er uns aufstehen, 
auferstehen und getrost und mutig unseren Weg gehen. 

So segne uns der allmächtige und barmherzige Gott – 
der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist.
Amen

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