10. April: Ideen, Texte und ein Lied zur Gestaltung einer Andacht am Karfreitag

  • Mit Zweigen, Tüchern oder Alltagsgegenständen ein Kreuz gestalten
  • Eine Kerze entzünden als Zeichen der Nähe Gottes
  • Die Geschichte „Traurigkeit“ lesen/vorlesen
  • (In der Stille) Gott sagen, was mich traurig macht
  • (Gemeinsam) das Vaterunser beten
  • Das Lied „Ein Segen“ hören
  • und/oder „Ein alter Segenswunsch“ sprechen

Traurigkeit

Kleopas und sein Freund sind nun schon einige Stunden unterwegs. Hinter ihnen liegt die große Stadt Jerusalem, hinter ihnen liegen auch schreckliche Tage. Ab und zu drehen sie sich um nach den mächtigen Mauern und Toren der Stadt, aber das weckt nur die Erinnerung daran wieder auf, wie Jesus verhaftet wurde, wie er am Kreuz starb und wie er begraben wurde. „Warum nur ist das alles geschehen?“ fragen sie sich immer wieder. 

„Warum nur musste unser Jesus sterben?“ Sie seufzen tief und schauen wieder nach vorne. Steinig und mühsam ist der Weg zu dem Ort Emmaus. „Und wie soll es jetzt weitergehen?“ fragt Kleopas seinen Freund. „Ohne Jesus ist doch alles so leer, so traurig!“

„Meinst du“, fragt der zurück, „dass alles umsonst war, was Jesus getan hat?“ Kleopas zuckt nur die Schultern. „Jesus hat so viel von Gottes Liebe zu den Menschen erzählt, aber davon spüre ich jetzt nichts mehr!“ antwortet er. Dann sagen sie lange nichts, jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach.

Da werden sie plötzlich von einem Mann angesprochen, der sie wohl überholen will, aber dann doch in gleichem Schritt mit ihnen weitergeht. 

„Was ist denn mit euch los?“ fragt er sie. „Ihr macht ja ein Gesicht, als ob etwas ganz Schlimmes passiert ist!“ – „Das ist es auch“, antwortet Kleopas. Und er fängt an zu erzählen. Sein Freund wundert sich über das große Interesse des Fremden. Der hört aufmerksam zu. Beide erzählen alles, was in den letzten Tagen mit Jesus in Jerusalem geschah. 

Der Fremde fragt immer wieder nach, lässt sich alles genau erklären. Das tut den beiden Jüngern gut, sich ihren ganzen Kummer von der Seele zu reden. „Ich kann gut verstehen, wie enttäuscht ihr jetzt seid“, sagt der Fremde dann. „Aber meint ihr wirklich, dass jetzt mit Jesus alles aus ist?“ – „Wie soll es denn anders sein?“ antworten die beiden. „Tot ist tot, was soll da jetzt noch geschehen?“ – „Aber das würde doch heißen“, fährt der Fremde fort, „dass Gott Jesus im Stich gelassen hat“. – „So ist es wohl“, sagen die beiden, aber sie sind jetzt doch ein bisschen unsicher mit ihrer Antwort. „Meint ihr nicht“, fährt der Fremde fort, „dass Gott mit Jesus noch etwas ganz anderes im Sinn haben könnte?“

Der Fremde bringt die beiden auf Gedanken, die sie in ihrer Traurigkeit überhaupt noch nicht gedacht haben, nämlich dass die Geschichte mit Jesus noch gar nicht zu Ende ist, dass sie noch weitergeht. „Aber wie denn?“ fragen sie immer wieder, „wie soll das gehen, er ist doch tot!“ 

Der Fremde lässt nicht locker. Und er redet mit ihnen darüber, dass Gott auch neues Leben schenken kann. Das sind für die Beiden wunderbare Gedanken, auf die sie alleine gar nicht gekommen wären. „Und was bedeutet solches neue Leben für uns?“ fragen sie den Fremden. „Es könnte doch ein neues Leben sein, das auch in euch selbst wohnt“, antwortet der. Verblüfft schauen sich die beiden Freunde an. Und dann erinnern sie sich, dass auch Jesus schon einmal mit ihnen über solche Sachen gesprochen hat. 

Sie hatten das aber damals überhaupt nicht verstanden.

Erzählung von Frieder Harz nach dem Bericht des Evangelisten Lukas (Kapitel 24)

Lied: Ein Segen

Ein alter Segenswunsch…

Von jedem Leid verschont zu bleiben –
das vermag ich dir nicht zu wünschen.

Dass dein künftiger Weg nur Rosen für dich trage – 
das vermag ich dir nicht zu wünschen.

Dass du nie eine bittere Träne weinen musst – 
auch das vermag ich dir nicht zu wünschen.

In Tränen kann das Herz geläutert, im Leid geadelt werden. 
Schmerz uns Not nehmen es auf in eine besondere Gemeinschaft, deren Lächeln dich heilen und segnen wird.

Mein Wunsch für dich ist, dass du in deinem Herzen 
alle kostbaren Erinnerungen an dein Leben dankbar bewahrst; 
dass du mutig weitergehst, wenn ein hartes Kreuz dir die Schultern drückt, wenn der hohe Gipfel vor dir unerreichbar scheint und selbst das Licht der Hoffnung schwindet;  
dass die Begabungen, die Gott dir gab, in dir wachsen und dir mit den Jahren helfen, die Herzen jener froh zu machen, die du liebst; 
dass du immer einen wahren Freund hast, der an dich glaubt, wenn du deine Kraft nicht spürst und du dank ihm den Lebensstürmen standhältst und dein hohes Ziel erreichst 
und dass an Leidens- und Freudentagen das Lächeln Gottes mit dir sei und du dich ihm so innig nahe fühlst, wie er’s für dich ersehnt!

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