8. April: Aus dem stillen Kämmerlein des Pfarrers

Ihr Lieben, 

dieser Tage denke ich viel an Dietrich Bonhoeffer – auch weil ich im Moment dabei bin, das Bonhoeffer Porträt von Wolfgang Huber zu lesen („Dietrich Bonhoeffer – Auf dem Weg zur Freiheit“; C.H. Beck Verlag München). Bonhoeffer ist für mich ein mutiger Mensch und brillanter Theologe, der seiner Zeit weit voraus gewesen ist.

Bonhoeffer wurde auf Hitlers persönliches Geheiß am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet.

Der 8. April 1945 war vor 75 Jahren ein Sonntag. Bonhoeffer war mit einigen Mitgefangenen auf dem Weg von Buchenwald nach Flossenbürg. Bei einem Halt in einer Schule hielt er für seine Mitgefangenen, die ihn darum gebeten hatten, eine Andacht. Bonhoeffer sprach über ein Wort, das Petrus kurz vor seinem Märtyrertod unter Kaiser Nero geschrieben hat: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ 

Nach der Andacht wurde Bonhoeffer abgeholt. Er verabschiedete sich von seinen Mitgefangenen und bestellte einen Gruß an George Bell, den Bischof von Chichester in England: „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens“

Am Tag darauf (Montag der 9. April 1945) wurde Dietrich Bonhoeffer am frühen Morgen im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet. 

Der Lagerarzt sah Bonhoeffer in der Vorbereitungszelle knien und inbrünstig beten. Ein Mitgefangener sagte über ihn: „Er hatte eine so feste Hoffnung, dass Gott durch Christus alles wiederbringen wird, alles vollbringen wird, dass nichts verloren gehen wird.“

Darauf wollen auch wir in der Karwoche vertrauen, liebe Gemeinde! Gott, der in den dunklen Stunden des Leidens bei Jesus gewesen ist und ihn an Ostern dem Tod entrissen hat, ist auch bei uns – in allen Herausforderungen, die wir zu bestehen haben.

Ich grüße euch mit den wohl bekanntesten Zeilen Dietrich Bonhoeffers und wünsche euch ein frohes und gesegnetes Osterfest:

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Seid Gott befohlen, 

Euer Pfarrer Christian Brost

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