2. April: Nachricht aus dem stillen Kämmerlein des Pfarrers

Ihr Lieben,

wer mich anschaut, sieht auf den ersten Blick, dass ich nicht so der Typ fürs Fasten bin. Dennoch hat mich das Motto der diesjährigen evangelischen Fastenaktion „Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus“ sehr angesprochen. Ich habe – wie wir alle – nicht geahnt, dass uns dieses Motto wohl länger als 7 Wochen herausfordern wird.

Dieser Tage erreichen jede und jeden von uns viele Nachrichten – ich möchte eine davon mit euch teilen. Sie stammt von dem von mir sehr geschätzten fränkischen Liedermacher (und Pfarrerkollegen) Wolfgang Buck, der als Künstler von der Krise stark betroffen ist. Buck schreibt:

„Ich denke, dass die notwendigen Maßnahmen viele von uns richtig schwer
treffen. Aber ich habe das Vertrauen, dass es im Großen und Ganzen die
richtigen Maßnahmen sind. Ich habe auch den Eindruck, dass die meisten
unserer Politiker und Experten sehr ernsthaft und intensiv an komplexen
Lösungen arbeiten, dass zur Zeit die Parteipolitik, die Herabsetzung des
politischen Gegners und die eitle Selbstdarstellung fast vollkommen in
den Hintergrund getreten ist.
Und das macht mir Mut im Blick auf unsere ganze Gesellschaft, auf die
Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt. Wir werden da hindurch kommen
und uns in sechs, neun oder zwölf Monaten wieder umarmen, miteinander
essen, ins Konzert, ins Theater oder ins Stadion gehen. Und uns
überlegen: Was müssen wir in Zukunft ändern, in unserem Leben, in
unserer Gesellschaft, in unseren Prioritäten und Gewohnheiten? Und wir
werden das reine Denken in Gewinnmaximierung, z.B. im Gesundheitssystem, korrigieren müssen. Dass wir die, die jetzt Tag und Nacht arbeiten, die wahren Leistungsträgerinnen und Leistungsträger, viel besser honorieren müssen.“

Wie wahr! Derweil gilt: Geduld haben und Abstand halten, den Mut nicht verlieren, sondern mit anderen teilen!

Liebe Grüße aus dem stillen Kämmerlein,

Euer Pfarrer Christian Brost

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