Die Pfingstvigil: etwas ganz Besonderes!

Pfarrer Brost und Diakon Stark

Noch ist es hell, als ich mich kurz vor 21 Uhr in unserer Kirche einfinde. Gleich fällt der Turmbau zu Babel ins Auge, der bis über den Altar mit biblischen Erzählfiguren aufgebaut ist. Oben, an der Spitze, eine blaue Weltkugel. Diakon Wolfgang Stark trägt seine weiße Albe heute mit einer roten Stola. Ungewohnt: ein katholischer Amtsträger in der Lutherkirche? Ökumene wird an diesem Abend gelebt. Pfarrer Christian Brost mit seinem schwarzen Talar und den weißen Beffchen steht bei der Begrüßung neben seinem katholischen Kollegen. „Wie Yin und Yang“, denke ich.

Inzwischen ist es dunkel. Was folgt, ist kaum zu beschreiben. 7 Bibelstellen vom Turmbau zu Babel bis zu den Strömen des lebendigen Wassers im Johannesevangelium. 7 Mal zünde ich eine Kerze am 7-armigen Leuchter an. 7 Mal herrlicher Gesang, mitreißend. Schwester Hermi von den Steyler Missionsschwestern erzählt uns von einer persönlichen Begegnung mit der Kraft des Heiligen Geistes. Gebete: Bitten um den Heiligen Geist. „Der ist doch schon da!“, denke ich und lasse mich von der dichten Energie im Raum tragen.

Dann wird mit Chrisam duftend gesalbt. Jeder und jede der an die 100 „Begeisterten“ bekommt ein Chrisam-Kreuz auf den Handrücken und die Zusage: „Der Geist Gottes ruht auf Dir!“.

Der laue Abend klingt vor der Kirche beim Pfingstfeuer gesellig aus. Das Pfingstfeuer brennt auch in uns. „Es heißt, der Heilige Geist stärkt uns. Er macht, dass wir glauben können“, sage ich zu einem Freund. Und an diesem besonderen Abend wissen wir beide genau, dass es wahr ist.

Gert Lauermann

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