Der Klimawandel und ich

Ein Vortrag von Corina Wanas

Nicht nur angesichts der in der ersten Junihälfte herrschenden Temperaturen von jenseits der 30 Grad Celsius war die Veranstaltung der ARGE Schöpfung der Pfarrgemeinde an Aktualität kaum zu überbieten. Seit Monaten finden weltweit und auch in Österreich Friday-for-Future Demonstrationen statt, wo vor allem junge Menschen für eine klimabewusste Politik eintreten. Ikone dieser Bewegung ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg.

Die 16-jährige Corina Wanas, Gemeindemitglied und Teilnehmerin an der NÖ – Jugend Klimakonferenz, hat in einem einstündigen Vortrag die Handlungsmöglichkeiten für jede und jeden Einzelnen aufgezeigt. Denn eines muss uns klar werden: Wir können nicht so weiterleben wie bisher! Unser derzeitiger Lebensstil verbraucht die Ressourcen unseres Planeten auf eine unverantwortliche Art. Stichwort „ökologischer Fußabdruck“: Schon jetzt lebt der durchschnittliche Europäer so, dass es 2 Erden bräuchte. Aber was an unserem Lebensstil geht derart an die Ressourcen?

Zum größten Teil ist es unsere Ernährung. 35% gehen auf das Konto Essen, 25% auf das Wohnen, 22% auf unsere Mobilität und 18% auf das Konto von Konsum (Kleidung, Technik…). Corina wies in ihrem Vortrag mit anschaulichen Grafiken auf die konkreten Zusammenhänge zwischen Lebensmittelkonsum, der industrialisierten Landwirtschaft und dem Klimawandel hin. Mehr als einmal appellierte sie an ihre Zuhörerschaft:

Jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung ist wertvoll!

Um welche Schritte kann es sich dabei handeln? Allem voran ein bewusster Einkauf! Nahrungsmittel, die in ihrer Erzeugung oder durch den Transport eine besonders hohe CO²-Belastung erzeugen, gilt es zu vermeiden:

  • Regionale und saisonale Produkte sollten Vorrang haben.
  • Produkte OHNE Palmöl sind zu bevorzugen, weil Palmölplantagen die Regenwälder (natürliche Lunge unserer Erde) ablösen und daher entscheidend zum Klimawandel beitragen.
  • Der Fleischkonsum muss reduziert werden. Tierische Produkte sollten möglichst aus biologischer Haltung kommen, weil industriell produzierte Produkte nicht nur ethisch kritisch zu sehen sind, sondern auch, weil sie mit einem unglaublich hohen Wasserverbrauch verbunden sind.
  • Bioprodukte sollten Vorrang haben. Denn häufig wird BIO in kleinbäuerlichen Strukturen produziert. Und genau diese gilt es auch zu unterstützen. Denn Biolandwirtschaft ist nachhaltig und ressourcenschonend im Gegensatz zur industrialisierten Landwirtschaft, wo nur der Ertrag zählt und dabei die Erde ausgebeutet wird.

Abseits der Ernährung wies Corina noch auf andere Bereiche, bei denen unser Verhalten auch relevant ist.

  • Fahrradfahren
  • Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel
  • Reduktion von Flugreisen
  • Recyceln
  • Abfallvermeidung, allem voran Plastik

Die an den Vortrag anschließende Diskussion verlief nicht ganz emotionslos. Kein Wunder, denn es geht wirklich um etwas Essentielles. Trotz aller Meinungsverschiedenheit war – so glaube ich – dennoch allen TeilnehmerInnen die Tragweite unseres Verhaltens klar. Jetzt gilt es neue Wege zu gehen. Jeder wird es auf seine Art und Weise versuchen und wir alle werden uns gegenseitig Mut machen. Denn das ist wirklich klar: So wie bisher wollen wir nicht weiterleben, weil wir Verantwortung wahrnehmen.

Vielen Dank an Corina, die mit viel Engagement unser Gewissen anmahnt. Unsere Zeit braucht Corinas und Gretas und jede und jeden einzelnen verantwortungsvollen Menschen!

Irmi Lenius

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