Gemeinde intensiv – oder: Kann Visitation auch Spaß machen?

Einweihung des „Evangelischen Ecks“ im Bezirksmuseum Stockerau

Ende Februar kamen die Mitglieder des Superintendentialausschusses unter Leitung des Herrn Superintendent sechs Tage lang nach Stockerau, um unsere Pfarrgemeinde zu „visitieren“.

Visitation – das klingt nach strenger Überprüfung. Ist es auch. Aber eben nur auch.

In zahlreichen Treffen, detailreichen Gesprächen und beim gemütlichen Beisammensein, bei Ausflügen, Gottesdiensten, Friedensgebet und Kreisen verschafften sich Lars Müller-Marienburg, Gisela Malekpour und die anderen Mitglieder des Supausschusses ein umfassendes Bild unseres Gemeindelebens. Ich denke, diese Tage mit „intensiv“ zu umschreiben ist noch untertrieben.

Beispielsweise standen folgende Dinge am sehr abwechslungsreichen Programm: Teilnahme am Schulunterricht, Gespräche mit unseren GemeindevertreterInnen in Hollabrunn und Retz, Mitarbeitergespräche zu Musik, Bildung, Diakonie, Umwelt, Gemeindeentwicklung, Kirchenbeitrag, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit uvm, Kirchenführungen, Treffen mit kath. Pfarrern, Besuch der Moschee, Austausch mit dem Stockerauer Bürgermeister, Präsentation des „Evangelischen Ecks“ im Bezirksmuseum sowie je eine Presbyter- und Gemeindevertretersitzung.

Das Visitationsteam zu Besuch in Retz

Das Visitationsteam war in diesen Tagen automatisch auch Teil unseres evangelischen Lebensraums zwischen Stockerau und Retz. Und das freut mich. Ich konnte beobachten, wie wohl sich nicht nur der Superintendent bei uns fühlte. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, als das Visitationsteam nach dem Friedensgebet Mosaiksteinchen auf unsere Friedenssäule klebte. Oder als die Hollabrunner Gemeindevertreterinnen voller Stolz ihre Kirche präsentierten. Oder als wir mit dem kath. Pfarrer Pater Godhalm in Kalladorf gemeinsam zu Mittag aßen und Ökumene zum kulinarischen Genuss wurde. Oder als die Retzer Gemeindevertreter uns eine exklusive Windmühlenführung samt anschl. Heurigenbesuch angedeihen ließen. Oder als alle drei kath. PastoralassistentInnen in Stockerau mit uns bei einer umfassenden Führung durch die kath. Räumlichkeiten viel lachten und scherzten.

Obwohl der Abschlussbericht des Superintendenten noch aussteht, habe ich (und auch andere, die Verantwortung in unserer Gemeinde tragen) einiges von dieser Visitation mitgenommen. So intensiv, gebündelt, habe ich selbst unsere Gemeinde und ihr Umfeld noch nie erlebt. Das war überwältigend! Vielen Dank an das ganze Visitationsteam für viele wertvolle Hinweise, wo Verbesserungen möglich sind, und für das Lob für die vielen Dinge, die wir bereits gut machen!

Ich nehme aus der Visitation mit, wie großartig es ist, dass sich so viele Menschen mit ihren Begabungen bei uns einbringen. Dafür bin ich dankbar. Und ja, es macht auch viel Spaß, Teil so einer Gemeinschaft sein zu dürfen – erst recht dann, wenn Visitation ist!

Kurator Gert Lauermann

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