Mehr als ein Konzert – Shura Lipovsky in unserer Kirche

Shura Lipvosky in der Lutherkirche

Diese Frau zu erleben, wenn sie singt, wenn sie die Geschichten ihrer Lieder erzählt – das ist etwas ganz Besonderes. Das ist mehr als ein schönes Konzert. 

Am 26. April 2019 singt Shura Lipovsky jiddische Lieder und hat chassidische Weisheiten mit in ihrem Gepäck. Das Besondere an diesem Abend ist die Präsenz, mit der Shura da ist. Sie singt Lieder von Heilung und Trost. Sie will mit ihrem Gesang Menschen besuchen und setzt das gleich mit Gott-besuchen. Als Zuhörerin habe ich den Eindruck, dass sie derart beseelt ist, dass sie als Person diese göttliche Atmosphäre nährt. 

Inspirierend sind auch die Gedanken, die sie mit dem Publikum teilt: 
Das gebrochene Herz wird ganz, wenn es zu sich kommt. 
Und dann ist es in der Lage die Welt zu heilen.

Das sind nicht nur schöne Worte. Das ist gelebte Weisheit, und Shura atmet in dieser Weisheit und lässt ihre ZuhörerInnen daran Anteil haben. 

Was ist der Mensch? So betitelt sie ein Lied, das dann völlig ohne Worte auskommt und doch alles sagt. Und Menschen können auch Engel sein! Mit einem ihrer selbst komponierten Lieder besingt sie einen Engel, der zu spät kommt. Es ist dieser unbedingte Glaube an das Gute und an den Schöpfer, gepaart mit dem Augenzwinkern, das unsere allzu menschliche Unvollkommenheit liebevoll mitträgt – diese Mischung ist die Essenz, die das Konzert mit Shura Lipovsky zu einem spirituellen Ereignis macht. Shalom und Danke – ein Abend wie dieser nährt und inspiriert. 

Irmi Lenius

Zur Person: Shura Lipovsky 

Shura Lipovsky mit ihrer letzten Zugabe

Shura Lipovsky lebt in Amsterdam und Paris und ist zweifelsohne eine der wichtigsten Stimmen in der Wiederbelebung der jiddischen Musik und des jiddischen Liedes. Als Dichterin/ Komponistin/ Interpretin neuer jiddischer Lieder und Geschichtenerzählerintritt sie weltweit auf internationalen Bühnen auf. Sie studierte Gesang am Rotterdamer Konservatorium, Tanz am niederländischen Institut für Folklore LCA, Theater an der Ecole Internationale de Theatre in Paris und Psychosynthese am Institute of Psychosynthesis in London und den Niederlanden, die Jiddische Sprache sowie kabbalistische Konzepte bei namhaften Lehrern in Europa und den USA.

Shura Lipovsky unterrichtet weltweit Meisterklassen für professionelle Sänger, gibt Workshops zum jiddischen Liedrepertoire und entwickelte ein Modell der chassidischen Lehren und der Kabbala verbunden mit Liedern, Meditation und Bewegung. Sieben Jahre lang war sie künstlerische Leiterin der Summer Song School „Di Goldene Pave“ in London, seit 2005 leitet Shura Lipovsky einen Chor für jiddische Lieder in Paris.

Als Sängerin und Pädagogin ist Shura Lipovsky eine leidenschaftliche Friedensbotschafterin. Mit ihren jiddischen Geschichten, Tänzen und Liedern aktiviert sie eine alte Welt der Weisheit und strebt durch die Kunst nach einer harmonischen Welt. Sie arbeitet mit spirituellen Führern verschiedener Religionen zusammen und ist Mitglied von Musicians without Borders (MwB) in den Niederlanden. MwB leistet Friedensarbeit durch Musik und Tanz in Ländern, die ethnischen Konflikten und Krieg ausgesetzt sind.

2011 ist sie das erste Mal der Einladung von Ulli Bixa in das Bildungshaus Schloss Großrußbach gefolgt und leitet seither regelmäßig Seminare an diesem Ort. In unserer Kirche (ehemals Synagoge) in Stockerau zu singen entspricht ihrem tiefen Anliegen, Brücken zu bauen und Friedensarbeit zu leisten.

Shura Lipovsky (www.shuralipovsky.com) publizierte fünf CDs, die letzte „Vaytinke“ mit eigenen jiddischen Texten und Kompositionen. 

Ulli Bixa

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