Geistliches Wort

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Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

2. Mose 2,15

Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.

Aus dem Sonnengesang des Franz von Assisi

Im Religionsunterreicht beschäftigen wir uns zurzeit mit Franz von Assisi, liebe Gemeinde!

Ich liebe diesen faszinierenden Querdenker, der seiner Zeit (und wohl nicht nur ihr) manchen Anstoß zum Nachdenken gegeben hat. Ich staune über seine Liebe zur Natur, die für ihn Schöpfung Gottes war, wie der Mensch. Aus diesem Grund waren für ihn Sonne, Mond und Sterne Brüder und Schwestern, alle gleicher Maßen von Gott geschaffen. Franziskus und seine Brüder häuften keinen Besitz an. Danach gefragt, erwiderte er: Würden wir etwas besitzen, bräuchten wir Waffen, um es zu verteidigen. Das wollen wir nicht.

Wie viel Friede und Kraft ging von diesem ungewöhnlichen Menschen aus!

Friede beginnt im eigenen Herzen

Auf dem kleinen Platz vor unserer Kirche legt unsere Friedensäule stilles Zeugnis davon ab, dass der Friede im eigenen Herzen beginnen muss, wenn er echt und tragfähig sein soll. Immer deutlicher wird uns als Gemeinde bewusst, dass dieser Friede nicht nur das menschliche Leben, sondern alles Leben auf diesem Planeten umfassen muss. Solange wir aus Gier, Unachtsamkeit, Hilflosigkeit und Veränderungsunwillen Raubbau an der Schöpfung betreiben und so den Ast absägen, auf dem wir sitzen, wird nichts besser.

Klimawandel, Bienensterben, Landraub im großen Stil und gigantische globale Müllberge zu Land und zu Wasser: das alles nimmt die Menschheit hin – die einen, weil ihnen gar nichts anders übrigbleibt, die anderen, weil sie kräftig daran verdienen. Und viele auch, weil sie sich hilflos fühlen: Wo anfangen mit der Bewahrung der Schöpfung?

Auch wir fühlen uns hilflos, und doch wollen wir als christliche Gemeinde erste Schritte auf dem Weg zur Veränderung machen. Vielleicht beginnt alles damit, dass wir immer wieder innehalten, die immense Geschwindigkeit unseres Lebens bewusst ein wenig verlangsamen, um über die Schönheit unseres blauen Planeten zu staunen. Ich rede ganz bewusst von Schöpfung, wenn es um die Natur geht, denn für mich ist die Erde nur geliehen – um mit ihr und von ihr zu leben und sie zu bewahren.

Wie das gehen kann?

Nun, Dankbarkeit für das uns Anvertraute ist meines Erachtens eine gute Motivation, achtsamer mit der Schöpfung umzugehen und uns das auch etwas kosten zu lassen – an Zeit, an Geld, an Bequemlichkeit, an Engagement…

Solch ein „Umdenk- und Anders-Leben-Prozess“ braucht seine Zeit und eine gute tragfähige Gemeinschaft. Vielleicht kann das ja auch in unserer Kirchengemeinde wachsen. Eine handvoll Engagierter gibt es bereits.

Wir laden unter dem Leitwort „Gemeinsam die Schöpfung bewahren“ zu Augenöffnern ein – monatlichen Veranstaltungen (siehe Terminübersicht), bei denen es darum geht hinzuschauen, was auf Erden passiert, und gemeinsam zu überlegen, was wir zur Veränderung beitragen können. Herzliche Einladung dazu!

Ein nachdenkliches, sonniges Frühjahr wünscht Ihnen

Pfarrer Christian Brost

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