„Das hat aber jetzt richtig gut getan!“

Das hören wir KrankenhausseelsorgerInnen öfters, wenn wir uns von einer Patientin, einem Patienten verabschieden.

Ein Mal pro Woche kommen wir, Georg Krätschmer und Irmi Lenius, ins Krankenhaus Stockerau, um Evangelische zu besuchen. Im letzten Jahr bemerken wir, dass die Liste, die wir beim Portier erhalten, immer weniger und oft auch gar keine Evangelischen mehr enthält. Wir wissen, dass die neue Datenschutzgrundverordnung und die damit zusammenhängende Befragung bei der Aufnahme ins Krankenhaus daran schuld ist. Die Patienten und Patientinnen werden gefragt, ob sie Seelsorge wünschen. Die meisten erschrecken und meinen, so schlecht ginge es ihnen ja nicht. Also wird nach keiner Religionszugehörigkeit mehr gefragt, und wir SeelsorgerInnen erfahren nicht, dass Evangelische im Haus sind.

Nun haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Patienten und Patientinnen sich über den Besuch freuen, also froh sind, weil sie merken, dass „da draußen“ jemand an sie denkt. Es kann einfach gut tun, die Zeit, die man im Krankenhaus hat, mit jemandem zu teilen, der ohne Erwartungen, ohne eigene Ansprüche sein offenes Ohr und sein Herz anbietet. Und es muss sich nicht zwangsläufig ein langes Gespräch ergeben. Ein kurzes Grüß Gott kann auch genügen. Diese Entscheidung liegt immer beim Patienten, der Patientin.

Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir unseren Gemeindegliedern Mut machen, bei der Aufnahme in ein Krankenhaus auf die Frage, ob sie Seelsorge wünschen, entschlossen mit JA zu antworten.  Ja, und ich bin evangelisch. Dann liegt die Entscheidung, ob Sie den Besuch der Seelsorgerin, des Seelsorgers wünschen, wirklich ganz bei Ihnen.

Auch wenn wir niemandem wünschen, ins Krankenhaus zu kommen Wir besuchen Sie dort gerne!

Georg Krätschmer, Irmi Lenius

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