Geistliches Wort

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Tut die Augen auf und sucht, wo ein Mensch ein bisschen Zeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Fürsorge braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer, ein Verbitterter, ein Kranker, ein Ungeschickter, dem du etwas sein kannst. Vielleicht ist’s ein Greis, vielleicht ein Kind. Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die das kostbare Betriebskapital, Mensch genannt, haben kann! An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden. Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum findet…
Lass dir ein Nebenamt, in dem du dich als Mensch an Menschen ausgibst, nicht entgehen!
Albert Schweitzer

Was Albert Schweitzer uns hier rät, liebe Gemeindeglieder, hat er auf beeindruckende Weise in seinem eigenen Leben umgesetzt. Aus Dankbarkeit für das, was ihm an Gaben geschenkt war, hat dieser große Menschenfreund zeitlebens anderen geholfen.

Nehmen wir uns das zum Vorbild und werden wir Gottes Mitarbeiter, wenn es darum geht, unsere Welt barmherziger, liebevoller und menschlicher zu gestalten!

Ich bin überzeugt davon, dass Gott auch heute noch Wunder vollbringt – auch durch uns. Unsere schnelllebige und selbstsüchtige Zeit und Welt braucht Menschen, die nicht nur an sich denken, sondern sich mit anderen für andere engagieren, einen Lebensraum zur Verfügung stellen, in dem Entschleunigung und Mitmenschlichkeit eingeübt werden kann, in dem sich Menschen wohlfühlen, in dem sie Kraft schöpfen können und inspiriert werden!

Das Priestertum aller Gläubigen

Unsere evangelische Kirchengemeinde soll solch ein Raum sein. Dafür sorgen unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen engagieren, ihre Zeit und Kraft einsetzen – oft ohne dabei im Rampenlicht zu stehen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich als Pfarrer an diesem Priestertum aller Gläubigen teilhaben darf. Wie gut, dass in unserer Kirche die Menschen nicht gebannt auf die Kirchenleitung oder den Pfarrer schauen, um Weisung zu erhalten, sondern das Geschick ihres Miteinanders selbst in die Hand nehmen.

Natürlich leisten Pfarrer und Kurator durch die Funktion der Leitung ihren Beitrag, aber um einen Lebensraum zu eröffnen und aufrecht zu erhalten, in dem andere sich wohl fühlen und den sie gerne aufsuchen, braucht es mehr. Dazu müssen wir alle zusammenstehen und zusammenarbeiten: Gemeindevertretung, Presbyterium und unsere vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im April nun wurde unsere Gemeindevertretung neu gewählt: Grund genug, einmal innezuhalten und jenen Frauen und Männern zu danken, die in der vergangenen Amtsperiode von über 6 Jahren unsere Gemeinde geleitet und zu dem gemacht haben, was sie ist.

Wie schön, dass sich wieder 30 Frauen und Männer gefunden haben, die ohne zu zögern ‚Ja’ gesagt haben zur Mitarbeit in den nächsten Jahren.

Den ‚Alten’ und den ‚Neuen’ wünschen wir viel Freude und gute Erfahrungen in ihrem Dienst. Liebe Gemeindeglieder, bitte schließen Sie uns und unsere Mitarbeiter in Ihr Gebet ein, damit wir die Aufgaben, die sich uns stellen, mit Gottes Hilfe gut bewältigen können.

Einen lichten, warmen und erholsamen Sommer wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

Und noch etwas:

Es ist mir ein Bedürfnis, wieder einmal all jenen herzlich zu danken, die klaglos und ganz selbstverständlich ihren Kirchenbeitrag bezahlen und auf diese Weise zum Wohlergehen unserer Pfarrgemeinde beitragen.

Wir sind auf Ihre Solidarität angewiesen. Wir sind in finanzieller Hinsicht keine reiche Kirche und auch keine reiche Pfarrgemeinde, sondern nach unserer Bautätigkeit noch immer verschuldet. Ohne Ihren Kirchenbeitrag könnten wir unseren Auftrag schwerlich wahrnehmen.

Die, die sich über den Kirchenbeitrag ärgern, seien daran erinnert, dass wir Evangelischen mit dem Karfreitag einen zusätzlichen freien Tag haben und dass der Kirchenbeitrag bis zur Höhe von 400 € von der Steuer abgesetzt werden kann. Bitte vergessen Sie das nicht und kündigen Sie nicht wegen des Kirchenbeitrags Ihre Solidarität mit Ihrer Kirche und unserer Gemeinde auf.

Vielen Dank!

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