DSGVO – Was haben wir damit zu tun?

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Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist derzeit in aller Munde. Sie trat mit dem 25. Mai 2018 in Kraft und beschäftigte und beschäftigt auch in Zukunft nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine Firmen, Vereine und – ja, auch unsere Kirchengemeinde.

Grundsätzlich ist natürlich zu begrüßen, wenn der Schutz von personenbezogenen Daten auch von gesetzlicher Seite ernst genommen wird. Aber das hat so seinen Preis, nämlich einen gewissen Aufwand bei der Verarbeitung von Daten.

Verarbeitung von Daten in unserer Gemeinde

Auch wir als Evangelische Pfarrgemeinde Stockerau verarbeiten Daten. Wenn wir unsere Gemeindenachrichten oder Geburtstagsbriefe aussenden und dafür Adressetiketten erstellen, wenn wir unsere Einnahmen und Ausgaben verwalten, wenn wir unseren Newsletter versenden, wenn wir bei Kasualhandlungen wie etwa einer Hochzeit die Daten der beteiligten Personen erfassen und eine entsprechende Urkunde ausdrucken usw.: An vielen Stellen, die für uns schon alltägliche Praxis geworden sind, werden Personendaten verarbeitet, und selbstverständlich gehen wir mit diesen äußerst achtsam um.

Die DSGVO bedeutet für uns, dass wir uns all diese Datenverarbeitungsvorgänge bewusst machen, verschriftlichen, ihren Ablauf beschreiben sowie darstellen, wie wir dafür sorgen, dass diese Daten vertraulich bleiben und nicht in irgendeiner Weise missbraucht werden können.

Ein Beispiel: Wer etwa die Adressetiketten für unsere Gemeindenachrichten aufklebt, wird eine Datenschutzerklärung unterschreiben, in der erklärt wird, dass diese Adressetiketten für nichts anderes als für die Gemeindenachrichten verwendet werden. Natürlich ist das in der Sache nichts Neues, aber nun muss es eben schriftlich bestätigt werden. Das ist nicht schlimm, tut nicht weh, aber bedeutet eben einen gewissen organisatorischen Aufwand. Und weil wir unsere Gemeindeglieder weiterhin gut informieren möchten, werden wir diesen Aufwand auch betreiben (müssen).

Auswirkungen auf unsere Gemeindenachrichten

Wenn wir in den Gemeindenachrichten unsere Geburtstagsjubilare („Runde Geburtstage“) weiterhin veröffentlichen wollten, müssten wir von jeder/m jeweils eine schriftliche Bestätigung einholen, dass sie/er damit einverstanden ist. Das ist ein Aufwand, der unsere Kapazitäten leider völlig übersteigt, und daher wird diese Liste künftig nicht mehr erscheinen können.

Wir wollen die so frei werdende Spalte in den Gemeindenachrichten aber für eine neue Kolumne nutzen. Sie trägt den Titel „Gott und die Welt“ und wird Kommentare von verschiedenen Persönlichkeiten in und außerhalb unserer Gemeinde enthalten, die thematisch das gemeindliche Leben betreffen, dieses aber auch in einen größeren Zusammenhang stellt. Wir freuen uns sehr und sind unserem Superintendenten sehr dankbar, dass es sich als erster Autor dieser neuen Kolumne gewinnen ließ.

Die Lebensbewegungen („Freud & Leid“) werden wir auch weiterhin veröffentlichen können, weil unser Pfarrer bei der Vorbereitung der Kasualhandlungen eine entsprechende Zustimmung einholen kann. (Sollte jemand damit nicht einverstanden sein, werden wir das natürlich entsprechend berücksichtigen.)

Was bedeutet das für jede/n von uns?

Es war ja auch schon bisher so, dass wir mit persönlichen Daten sehr sorgsam umgehen mussten. Das betrifft alle (!) Mitglieder dieser Gemeinde, nicht nur die gewählten Vertreter/innen. Informationen über persönliche Belange, insbesondere sogenannte „sensible Daten“ (wie z.B. Informationen über Gesundheit/Krankheit, religiöses Bekenntnis, sexuelle Orientierung etc.), dürfen nicht einfach an Dritte weitergegeben werden. Wie gesagt, das galt auch schon vor der DSGVO und gilt jetzt umso mehr.

Ganz besonders betreffen die Regelungen der DSGVO natürlich unseren Pfarrer und unsere Sekretärin/Kirchenbeitragsbeauftragte. Bitte haben Sie daher Verständnis dafür, dass sie bei manchen Anfragen oder Auskünften (z.B. Karfreitagsbestätigung) „lästig“ sein müssen, wenn nicht klar nachvollziehbar sein sollte, dass Sie „Sie“ sind (z.B. bei einer unbekannten eMail-Adresse).

Ein Beispiel: Wenn eine Mutter den Kirchenbeitrag ihres Sohnes begleichen möchte, dürfen wir die Auskunft über den ausstehenden Betrag nur direkt an den Sohn geben (es sei denn, die Mutter hat eine Vollmacht ihres Sohnes). Das klingt umständlich/bürokratisch/verrückt? Mag sein, aber schließlich will niemand von uns, dass jemand Dritter ohne seine Zustimmung Auskunft über seine Kirchenbeitragszahlungen erhält.

Wird unser ehrenamtliches Engagement durch die DSGVO erschwert?

Die Antwort lautet: Nein.

Es geht darum, sorgsam mit Daten umzugehen – das war auch bisher schon so. Es geht darum, Datenverarbeitung zu dokumentieren – das wird vom Datenschutzverantwortlichen unserer Gemeinde gemacht; „betroffene“ Mitarbeiter müssen gerade einmal eine Datenschutzerklärung unterschreiben. Und es geht darum, Verständnis dafür zu haben, dass bei der Verarbeitung von Daten besonderes Augenmerk auf deren Schutz gelegt wird, und das ist in unser aller Interesse.

Noch Fragen?

Wenn Sie Fragen zur DSGVO in unserer Pfarrgemeinde haben, wenden Sie sich bitte an mich in meiner Funktion als Datenschutzverantwortlicher. Sie erreichen mich über die eMail-Adresse unserer Sekretärin (sekretariat.evang.stockerau@gmail.com).

Andreas Andel

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