Lutherlieder – Gemeindelieder

Was wäre die Kirchenmusik ohne Luther?

Dass Luther mit der Bibelübersetzung und mit der Öffnung der Sprache im Gottesdienst hin zur Sprache der Menschen viel in Bewegung setzte, wissen die meisten. Dass das auch Auswirkungen auf die gesamte, also ökumenische Kirchenmusik hatte, ist allgemein schon weniger bekannt.    Diese Einflüsse und Entwicklungen waren Grundlage für das Konzert, das am 3. Februar in der Lutherkirche stattfand. Ein ökumenisch zusammengestellter Chor aus dem westlichen Weinviertel und professionelle Instrumentalisten und Solisten unter der Leitung von Johannes Lenius boten ein Programm, das dem Kirchenlied gewidmet war. Da ich selber mitgesungen habe (im Sopran), kann ich nur in den höchsten Tönen vom Konzert erzählen.

Musikalische Resonanzen der Reformation

Was war nun das Besondere an diesem Konzert? Es hat mit Luther eine Entwicklung von der lateinischen Sprache zur Sprache des Volkes gegeben, und die Musik wurde zunehmend von der Gemeinde mitgesungen. Im Konzert waren nun Lieder aus dieser frühen Zeit der protestantischen Kirche zu hören – sogar eine Komposition von Luther selbst war dabei. Dass dabei der Text eine wesentliche Rolle spielte, wurde im Konzert durch bewusst eingesetzte Einstimmigkeit hervorgehoben. Zum Klang von 5 Streichern, 2 Oboen und einem Spinett war das wirklich ein Ohrenschmaus. Höhepunkt war jedoch sicher die Kantate von J.S. Bach über das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (EG 369) von Georg Neumark, der sowohl Text als auch die Melodie verfasst hat.

Bei einem derartigen Konzert mitzuwirken ist aus verschiedenen Gründen interessant. Erstens lernt man Menschen aus anderen (katholischen) Pfarren kennen. Man konnte auch erfahren, dass die Reformation auf die Kirchenmusik einen starken Einfluss hatte und dass die beiden Kirchen (katholische und evangelische), was die Musik betrifft, viel gemeinsam haben. Lutherlieder wurden schließlich zu unseren Gemeindeliedern.

Bei einer Bachkantate mitzuwirken bringt mit sich, dass man auch in die musikalische Bildsprache des J.S. Bach eintaucht. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Johannes Lenius, der mit viel Geduld und Professionalität den Laienchor einstudierte und das gesamte Projekt leitete.

Kein Wunder also, dass es allen Spaß gemacht hat – hoffentlich auch den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern, bei denen ich mich auch an dieser Stelle für die Spenden, die der Diakonie zu Gute kommen, bedanken möchte.

Irmi Lenius

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