Festgottesdienst 500 Jahre Reformation

 

„Aufeinander hören und gemeinsam Positives schaffen!“ Bürgermeister Helmut Laab und Kurator Gert Lauermann machten diesen Satz zur Kernaussage ihrer Grußworte.

Die Ökumene in Stockerau war ein zentrales Thema in den Ansprachen von Dechant Markus Beranek, Bürgermeister Helmut Laab, Kurator Gert Lauermann und Pfarrer Christian Brost. Ihre Grußworte bildeten den Abschluss eines Festgottesdienstes am 31. Oktober anlässlich des 500 Jahre-Jubiläums der Reformation (des berühmten „Thesenanschlags“ Luthers in Wittenberg).

Der festliche Rahmen des Gottesdienstes, aber auch die Wahrnehmung dieses Festtages wurden deutlich durch die große Anzahl politischer und geistlicher Vertreter aus Stockerau, durch den besonderen musikalischen Rahmen (Melitta Ebenbauer an der Orgel, Géza Vörösmarty mit seinem Trompetenensemble), durch gleich vier Liturgen (Pfarrer Brost und die Lektorinnen Irmi Lenius, Ingrid Oblak und Uta Vogel), vor allem aber auch durch eine bunt-(konfessionell)e Schar an Gottesdienstbesuchern aus allen Bereichen unserer Diaspora-Gemeinde.

Pfarrer Brost entwickelte in seiner Predigt einen großen Entwurf lutherisch-christlicher Theologie im Kontext unserer heutigen Zeit. Er nahm einen Ausgangspunkt in der für manche vielleicht überraschenden Aussage, Luther sei primär nicht ein Denker, sondern ein Mann der Tat gewesen: bereit, seine Erkenntnis der Rechtfertigung allein aus der Gnade Gottes konsequent in seinem Leben umzusetzen.

Und darum gehe es – gerade auch – heute: Hören und tun. Hellhörig auf Gottes heilsames Handeln zu sein, aber die Botschaft und Erfahrung der Liebe Gottes auch in eigene Taten umzusetzen: „Denn nur der kann Gott zu den Menschen tragen, dem Gott begegnet ist.“ Und so folgert Pfr. Brost schließlich: „Nur wer auch bereit ist, etwas von sich zu geben, wird in Zukunft eine Gemeinschaft finden, von der er auch etwas nehmen kann.“

Im Anschluss an diese Predigt folgte – man möchte sagen: konsequenterweise – die explizite Einladung an alle (also explizit auch an die katholisch) Getauften zur Feier des Abendmahls. Viele katholische Geschwister folgten dieser Einladung, und (auch) das machte diese Abendmahlsfeier zu einer ganz besonders stimmigen.

So folgten auf diesen besonderen Fest-Gottesdienst die auf die Ökumene fokussierten Gruß- und Dankesworte. War es für Dechant Beranek das katholische Gesangsbuch, das ohne die evangelische Kirchenmusik kaum denkbar wäre, so ging Bürgermeister Laab auf die ökumenische Flüchtlingsarbeit ein, die eine wichtige Stütze im gesellschaftspolitischen Leben Stockeraus darstelle.

Kurator Lauermann wies auf das Motto unserer Evangelischen Gemeinde – „Evangelisch im Weinviertel – Gott sei Dank“ – hin: Gott sei Dank für diese Gemeinde und die Entwicklung, die sie – auch im ökumenischen Umfeld – genommen hat. Auch Pfarrer Brost zeigte sich dankbar für das gute ökumenische Miteinander in Stockerau und durfte zuletzt zu einer Agape mit sensationellem Buffett einladen.

Stefan Scherz (Fotos: Dieter Rathauscher)

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