Evangelisches Siebenbürgen

Siebenbürgen (rumänisch: Transilvania) liegt im Bogen der Ost-/Südkarpaten im Zentrum Rumäniens, ist reich an vielen Kulturen und mit insgesamt achtzehn staatlich anerkannten Religionen wohl das bunteste religiöseste Land der ehemaligen Ostblockstaaten.

Die evangelische Kirche A.B. zählt zu den historischen Kirchen auf dem heutigen Gebiet Rumäniens. Wie in vielen anderen Ländern Europas fiel auch in Siebenbürgen die Lehre Luthers auf fruchtbaren Boden. Die Reformation begann im Jahr 1519 in Hermannstadt (Sibiu), wo Kaufleute Schriften von der Leipziger Messe mitbrachten.

Die Reformation bzw. die Anerkennung der evangelische Kirche A.B. fand im siebenbürgischen Gesetzbuch der Aprobaten 1568 den Abschluss:

Die vier landtäglich gesetzlich anerkannten Religionen sollen für alle Zeiten als solche anerkannt werden, …..

Die freie Ausübung dieser vier rezipierten Religionen, nämlich

  • der evangelische-refomierte oder calvinischen,
  • der lutherischen oder der des Augsburgischen Bekenntnisses,
  • der römisch-katholischen,
  • der unitarischen oder antitrinitarischen,

wird in allen nach den Landtagsbeschlüssen gewöhnlichen Orten für alle Zeiten gewährleistet.

Diese Religionsfreiheit überdauerte in Siebenbürgen alle Jahrhunderte. Die Religionsfreit ist auch im heutigen Rumänien ein Faktum. Keine der anerkannten Kirchen in Rumänien hat eine Sonderstellung im Sinne einer Staatskirche.

Die evangelische Kirche A.B. in Rumänien ist die Kirche der Siebenbürgen Sachsen. Durch die Auswanderung der Sachsen nach Deutschland nach der Revolution 1989 reduzierte sich die Mitgliederzahl der evangelische Kirche A.B. schlagartig von ca. 100.000 auf 11.600 Personen. 1930 zählte die Kirche noch über 230.000 Mitglieder. Durch diesen Exodus sind viele Gemeinden von jeweils über 1.000 auf 100 oder noch weniger Mitglieder geschrumpft.

Die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Großschenk mit Frau Friederike Pall als Kuratorin ist eine dieser Gemeinden – eine Gemeinde mit ca. 70 Mitgliedern, die an vielen Fronten kämpft, die ich schätzen lernte und für die Kraft und Ausdauer bewundere.

Helmut Montsch

Seit 2015 unterstützen wir Großschenk mit einer Kollekte im Jahr, die für diakonische Zwecke verwendet wird.

Hier das Dankschreiben der Gemeinde:

Sehr geehrte Gemeindeglieder der Pfarrgemeinde A. und H.B. Stockerau!

Auf diesem Weg bedanke ich mich bei Ihnen im Namen unserer evangelischen Kirchengemeinde aus Großschenk für Ihre großzügige Spende von 2017, die uns Herr Helmut Montsch überreicht hat.

Da die Gesundheitskasse keine Kosten für Inkontinenzartikel übernimmt und wir mehrere Härtefälle haben, freuen wir uns sehr, dass Sie uns in diesem Sinne unterstützen und vor allem Verständnis für unsere Probleme und Sorgen haben. Ebenso verwenden wir einen Teil des Geldes zur Unterstützung schwächerer Familien beim Einkauf von Medikamenten, da auch diese größtenteils aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

Ihre Spenden von 2015 und 2016 konnten wir sehr gut gebrauchen, da noch ein Härtefall eingetreten ist, der ebenfalls auf Inkontinenzartikel angewiesen ist.

Im Namen unserer Kirchengemeinde lade ich Sie ein uns zu besuchen, um sich ein Bild vor Ort zu machen.

Unsere Kirchengemeinde besteht größtenteils aus älteren Generationen, die kleine Renten beziehen; dementsprechend kommt jede kleine Hilfe gut an. Zum Beispiel erhalten wir vor Weihnachten und vor Ostern Spenden im Wert von 6 (sechs) Euro pro Person vom Diakonischen Werk Mönchengladbach. Für dieses Geld kaufen wir Lebensmittel ein und unterstützen damit alle Gemeindeglieder. Wenn wir diese dann aufteilen, sehen wir leuchtende, feuchte Augen, so groß ist die Freude! Damit will ich nur zeigen, dass kleine Aufmerksamkeiten große Wirkung haben.

Nochmals vielen Dank für alles,

Ihre

Frederike Pall, Kuratorin

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