Diakonie – unser Auftrag

Braucht es in einem Wohlfahrtsstaat wie Österreich ein diakonisches Engagement?

Österreich hat – auch im Vergleich mit anderen europäischen Staaten – ein relativ dichtes soziales Netz. Wer krank wird, kann mit medizinischer Versorgung rechnen. In bestimmten Ambulanzen, wie z.B. bei den Barmherzigen Brüdern, werden Nichtversicherte medizinisch versorgt. Wer arbeitslos wird, erhält im Allgemeinen ein Arbeitslosengeld. Es gibt eine Mindestsicherung und Notstandshilfe. Pflegebedürftige erhalten Pflegegeld. Die unterschiedlichsten Fördertöpfe von Bundessozialamt, Landesregierungen, Gemeinden und  Versicherungen stellen weitestgehend eine gute Versorgung sicher.

Man könnte geneigt sein zu behaupten, dass der Staat ohnehin alles abfängt und private Initiativen nicht notwendig wären.

Dem muss man entschieden widersprechen.

Erstens, weil in vielen Bereichen private Organisationen die Träger sind, ohne die das ganze soziale System kapitulieren müsste. Nehmen wir die Behindertenarbeit: Es sind private Trägerorganisationen, wie die Diakonie Gallneukirchen, aber auch im Bezirk Korneuburg die Behindertenhilfe oder im Bezirk Hollabrunn die Caritas, die die Behindertenarbeit übernehmen. Oder denken wir an die Flüchtlingsarbeit, die ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen nicht denkbar wäre.

Und zweitens geht es bei der kirchlichen Diakonie um mehr als um ein Dach über dem Kopf oder Kleidung und Nahrung. Ein liebevolles Gegenüber, Würde und Sinn vermittelnde Nähe und tragende soziale Kontakte können notleidenden Menschen durch professionelle, staatliche Institutionen nur bedingt geboten werden.

Unser Auftrag

Das ist der diakonische Auftrag, wie wir ihn in unserer Pfarrgemeinde verstehen:

Wir möchten einsamen, kranken oder hilfsbedürftigen Menschen vermitteln, dass sie Teil unserer Gemeinschaft sind. So gibt es Mitarbeiterinnen, die Gemeindeglieder zu besonderen Geburtstagen besuchen. Wir haben zwei Mitarbeiterinnen, die im Gefängnis Sonnberg Gefangene besuchen: In Gesprächsrunden und bei regelmäßig stattfindenden Gottesdiensten können die Häftlinge auftanken und vielleicht die eine oder andere Perspektive für ihre Zukunft entwickeln.

Drei MitarbeiterInnen besuchen die Evangelischen in den Krankenhäusern Hollabrunn und Stockerau. Im Haus Ibrahim für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge sind mehrere ehrenamtliche Gemeindeglieder engagiert, sowohl in der Organisation als auch bei Deutschkursen oder als Patenfamilien.

All diesen Frauen und Männern möchte ich als Diakoniebeauftragte an dieser Stelle einen herzlichen Dank aussprechen. So klein auch der einzelne Einsatz manchmal erscheinen mag, die Hilfe kann groß sein. Sich in Krisensituationen mit Glaubensgeschwistern verbunden zu wissen, kann einer Genesung dienen, hilft Schwierigkeiten zu überwinden und stärkt nicht zuletzt den Glauben aller Beteiligten.

Last but not least: Herzliche Einladung zum Diakoniegottesdienst mit Abendmahl am 25. Februar 2018 in der Lutherkirche in Stockerau mit feierlicher Segnung der GottesdienstteilnehmerInnen!

Irmi Lenius

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