Für Gott gibt es keine Ausländer

„Salam!“ – das ist das einzige persische Wort, das ich spreche. Mehr brauche ich aber auch nicht, um mich beim Begegnungscafé gut zu unterhalten, denn alle, die kommen, können schon ausreichend Deutsch, um zu plaudern, Spiele zu spielen, zu basteln oder einfach nur Kaffee und Kuchen zu genießen.

Die bisherigen fünf Termine (2 im evangelischen Gemeindezentrum, 3 im P2) waren sehr gut besucht, und es herrschte eine angenehme Stimmung. Die Damen vom Küchenteam haben uns mit viel Kuchen, Kaffee und Tee versorgt. Herzlichen Dank dafür! Ich hoffe, alle weiteren Treffen werden auch so gut besucht, und es werden noch mehr engagierte Personen, die uns unterstützen.

Das Begegnungscafé

Begonnen hat die Initiative „Begegnungscafé“ beim Flüchtlingsbegleiterkurs, der im Winter im Gemeindezentrum stattgefunden hat. Damals wurde über die Situation im Bezirksgericht (genannt „Camp“) gesprochen. Ich selbst war im vergangenen Jahr einige Male dort bei Familien zu Gast. Jedes Mal war ich wieder über deren Unterbringungen erschüttert und gleichzeitig überrascht, wie fröhlich die Menschen dort trotzdem sind. Die Flüchtlingsbeauftragte der Diakonie hat bei einer Diskussion gesagt: „Ihr werdet an der Wohnsituation nichts ändern, ihr könnt nur versuchen, den Menschen eine Möglichkeit zu geben, dort herauszukommen.“ Das ist unser Beweggrund, was unser Handeln gegenüber den asylsuchenden Menschen betrifft. Für uns Stockerauer soll eine Möglichkeit des Kennenlernens in gemütlicher Runde geschaffen werden. Alle, die bisher da waren, haben positiv reagiert.

Alle helfen mit

Beim nächsten Treffen werden uns die afghanischen und syrischen Frauen mit Spezialitäten aus ihrer Heimat verwöhnen.

Was bisher immer toll funktioniert hat, ist das Wegräumen und Putzen am Ende. Da helfen immer alle mit, die gekommen sind, egal welche Herkunftsnation oder Konfession, und auch muslimische Männer räumen Geschirr weg und schwingen den Besen. Worüber ich mich auch sehr freue ist, dass uns sowohl die Lions als auch die Kiwanis und die Soroptimisten finanziell unterstützen.

Ich hoffe, bei den nächsten Treffen wieder viele begrüßen zu dürfen. Vor allem Einheimische könnten es gerne mehr sein!

Ines Holzer

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