Drey drey Dreysel…. ein jiddischer Abend mit Shura Lipovsky

shura1

Zu Hause habe ich einen hölzernen Kreisel. Rot-blau mit einem goldenen Streifen. Den habe ich vor Jahren in einem jüdischen Laden für spirituelle und religiöse Artikel in Zefat, Israel, gekauft. Es musste aber erst Shura Lipovsky, die großartige internationale Dichterin und Sängerin jiddischer Lieder, nach Stockerau kommen, um mir die mystische Dimension des Kreisels zu erschließen.

shura2

Mit Gitarre und Mikrofon saß sie am 8. Dezember in der mit Ikonen geschmückten, vollen Lutherkirche. Den begeisterten Gesängen und Texten der Jüdin Shura Lipovsky lauschten evangelische und katholische Christen, Moslems, Anhänger der Bahai Religion, Menschen zwischen 6 und 99 und sangen miteinander. Lieder und Texte des Friedens wurden real, der Schwung und Rhythmus der ewigen Wiederholung des Kreisels spürbar. So authentisch und selbstverständlich, wie Shura Lipovsky in verschiedenen Sprachen „Frieden“ sagte und auf jiddisch von Frieden sang, so selbstverständlich wuchs eine Atmosphäre des wahren Friedens an diesem Abend in der ehemaligen Synagoge und heutigen Lutherkirche. Das ewige Licht in anderen Menschen zu sehen, muss immer und immer wieder und immer und immer wieder eingeübt werden, ähnlich wie wir gemeinsam jiddische Lieder über den sich drehenden Kreisel einübten.

Eine wahrhaft begeisterte Atmosphäre des selbstverständlichen Erkennens und Akzeptierens des Nächsten als Gottes geliebtes Kind ließ uns alle ein Stück vom Frieden Gottes, vom ewigen Licht, Chanukka und Weihnachten erahnen.

Gert Lauermann

Kennen Sie Chanukka?

Als einmal im Tempel das ewige Licht ausging und nur mehr Öl für einen Tag da war, geschah ein Wunder. Obwohl es neues Öl erst wieder in 8 Tagen geben würde, entschieden sich die Verantwortlichen, das noch übrige Öl gleich zu verwenden. Wunderbarer Weise reichte es für ganze 8 Tage. Daran erinnern sich die Juden zu Chanukka. –
Das jüdische Lichterfest fiel 2016 mit Weihnachten zusammen.

Friedensarbeit

Ein junger Vogel sah einen Baum, der sah ganz traurig aus. Der Vogel dachte, wie schön es doch wäre, auf einem der kahlen Äste zu sitzen und zu singen und auf diese Weise dem Baum Freude zu bereiten. Er erzählte seiner Mutter von seinem Plan. Die aber sorgte sich und meinte, der junge Vogel könne sich verkühlen. Deshalb verlangte sie, der junge Vogel solle sich eine Jacke, eine Haube und dicke Socken anziehen. Der junge Vogel folgte natürlich. Als er dann aber los fliegen wollte, konnte er nicht, weil sein Gewand zu schwer war. Der Baum blieb alleine.

Dieser Beitrag wurde unter Veranstaltungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.