Filmabende  „Weltreligionen“

filmabend

Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen.
Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.
Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.

Diese drei Grundüberzeugungen formulierte der Theologe Hans Küng bereits 1990 in seiner Programmschrift  „Projekt Weltethos“. Und dieses Ethos für ein friedliches Zusammenleben aller Völker dieser Erde beinhaltet folgende Kernelemente: das Prinzip der Menschlichkeit, die „Goldene Regel“ der Gegenseitigkeit und die Verpflichtung zu Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und die Partnerschaft von Mann und Frau.

Genau diese Kernelemente sind bereits in allen Weltreligionen enthalten, aber dennoch wurden und werden auf unserer Erde Kriege geführt, es herrscht Hass, Vertreibung, Terror und Vergeltung – vieles im Namen der einen oder anderen Religion oder religiös motiviert.

Gerade in Europa ist die Situation momentan sehr angespannt, bedingt durch die Flüchtlingswelle aus vorwiegend muslimischen Ländern. Menschen aus anderen Kulturen, Andersgläubigen steht man oft aus Unwissenheit skeptisch, ängstlich oder sogar ablehnend gegenüber. Grundlegende Werte- und Moralvorstellungen, welche eigentlich Basis aller Weltreligionen sind, scheinen in unserem modernen, ziviliserten Europa abhanden gekommen zu sein.

Vor diesem Hintergrund organisierte unser Pfarrer Christian Brost im Monat Oktober vier Filmabende, in denen der Theologe Prof. Hans Küng die Weltreligionen Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam filmisch jeweils eine Stunde porträtierte.

Es war für mich die Möglichkeit, im diesem Rahmen die Weltreligionen kennen zu lernen: zu sehen, dass alle Religionen, so unterschiedlich sie für Laien erscheinen mögen, auf den selben Werte- und Moralvorstellungen basieren. Und dennoch – dies erscheint mir zutiefst menschlich – gibt es sogar in den einzelnen Religionen Abspaltungen, eigene Ausrichtungen von konservativ bis liberal, von zutiefst gläubig bis rein weltlich orientiert. Solange es in den einzelnen Religionen keinen Konsens, keinen Willen zu gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz, zur Zusammenarbeit und zu Frieden gibt, wird es schwer sein, dies unter den verschiedenen Religionen zu erreichen.

Nach den jeweilig gut besuchten Filmabenden hatten wir noch Gelegenheit, über das Gesehene zu diskutieren. Dieser Austausch war sehr anregend, konnten wir doch die eine oder andere Meinung äußern und vertreten, manchmal durchaus etwas kontroversiell.

Was mir persönlich an Inhalten und Werten in den verschiedenen Religionen fehlte, war das Bekenntnis zum sorgsamen und achtsamen Umgang mit der Natur und den anderen Geschöpfen Gottes, nämlich den Tieren. Als Mensch dürfen wir uns nicht „über“ der Natur stehend sehen, nein: wir leben in und von dieser. Der sorgsame Umgang mit den Ressourcen, die gerechte Verteilung von Rohstoffen, Wasser und Nahrungsmittel ist aus meiner Sicht ebenso ein Grundelement von Weltfrieden, gleichzustellen mit den Kernelementen von Hans Küng. Und gerade in diesem Bereich kann und muss jeder von uns einen, wenn auch kleinen, Beitrag leisten. Ich freue mich bereits schon jetzt auf einen Diskussions- und Filmabend über diese Thematik.

Abschließend möchte ich sagen, dass diese Filmreihe und der anschließende Meinungsaustausch sehr interessant, informativ, auch lustig und gesellig waren. Ein herzliches „Danke“ an unseren Pfarrer, der dies ermöglicht und gestaltet hat.

Alex Wanas

Dieser Beitrag wurde unter Gott & die Welt, Veranstaltungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.