Geistliches Wort

Weltfriede
(Foto: http://www.allmystery.de)

Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Jesus Christus

Wenn wir friedlich sind,
wenn wir glücklich sind,
werden wir aufblühen wie eine Blume,
und jedem Menschen in unserer Familie, in unserer ganzen Gesellschaft
wird unser Friede zugutekommen.
Thich Nhat Hanh

Wer wach die Nachrichten verfolgt, hört deutlich mehr über den Unfrieden unserer Zeit und Welt als über den Frieden. An vielen Stellen nützen die Scharfmacher und Volkstribune die Ängste der Menschen, um zu polarisieren, um Stimmen zu ergattern für ihre Programme und Lösungen, mit denen sie Herr der Lage werden wollen. In der Regel zeichnen sie die Welt schwarz-weiß, appellieren an den Nationalstolz und plädieren mit einer Fülle von Vorurteilen allem Fremden gegenüber für Abgrenzung und Abschottung.

Friede, Miteinander, Angstfreiheit können so nicht wachsen.

Jesus wusste ganz genau, dass der Friede im Herzen eines Menschen entsteht, oder es gibt ihn nicht! Deshalb hat er seinen Jüngern und uns vorgelebt, was dem Frieden dienlich ist:

Dem Frieden dient ein weites, lebensfreundliches und barmherziges Gottesbild. Wie ein guter Vater ist Gott. Er hat alle seine Menschenkinder lieb, wir sind ihm wertvoll. Er begleitet uns auf unserem Weg und bringt uns am Ende ans Ziel. Wer sich geliebt so weiß, der kann die Freundschaft Gottes mit anderen teilen und wird ihnen nicht absprechen, was er selbst in Anspruch nimmt.

Dem Frieden dient auch die Dankbarkeit für das Leben. Wer sich von Gott beschenkt weiß und für sein Leben dankbar ist, kann das Teilen lernen, ohne dabei ständig Angst zu haben zu kurz zu kommen.

Wer Gottes Geist traut, lernt Andersartigkeit des anderen nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen und der Versuchung zu widerstehen, ihn nach den eigenen Vorstellungen zurechtzubiegen.

Jede der Religionen, die wir bekennen, hat den inneren Frieden und den Frieden zwischen den einzelnen und den Nationen als eines ihrer Ziele. Eine jede verfolgt dieses Ziel in ihrer eigenen unverwechselbaren und unersetzlichen Weise. Alle sind dem Frieden verpflichtet und alle laden ihre Gläubigen ein, den Frieden durch innere Verwandlung des Selbst zu suchen, den Geist der Versöhnung, den Dienst der Gerechtigkeit und vor allem das Gebet und die Meditation.
Johannes Paul II.

Der Friede der Welt beginnt in meinem Herzen. Ich kann ihn nicht von den Anderen fordern.

Ich kann nur wie Jesus leben, auf Gewalt verzichten (auch auf verbale Gewalt), an meinem Gottesbild arbeiten und Nächstenliebe üben – ohne viele Worte darüber zu machen.

Wer so denkt, ist nicht allein. Es gibt viele andere, die mit ihm unterwegs sind quer durch alle Völker und Religionen.

Einen guten, schwungvollen und friedlichen Herbst wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

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