Unser neuer Superintendent heißt Lars Müller-Marienburg!

Mueller-Marienburg
(Foto: evang.at)

Nach dem plötzlichen Tod von Paul Weiland letzten August hatte unsere Superintendentialversammlung („Diözesanparlament“) schon am 23. Jänner versucht, eine neue Superintendentin oder Superintendenten zu wählen. Allerdings erhielt damals kein Kandidat/keine Kandidatin die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Nun, aus heutiger Sicht bin ich deshalb nicht unglücklich. Denn am 18. Juni konnte der Beste der drei Kandidaten im fünften Wahlgang die erforderliche 2/3-Mehrheit erreichen. Der Innsbrucker Pfarrer Lars Müller-Marienburg ist damit neuer niederösterreichischer Superintendent. Er will für eine Kirche, in der Freude erlebbar ist, eintreten.
Für unsere Pfarrgemeinde nahmen Pfarrer Brost und Kurator Lauermann an der Wahl teil.
Der neue Superintendent wird sein Amt am 1. September antreten. Die Amtseinführung ist für 15. Oktober in Wiener Neustadt (größte evang. Kirche in Niederösterreich) geplant, wo jedermann herzlich willkommen ist.

Kraftvoll, theologisch und sachlich fundiert möchte sich der neue Superintendent in Kirche und Gesellschaft einbringen und dazu beitragen, „dass die Evangelische Kirche als Teil einer religiösen Vielfalt eine Rolle spielt“. Innerhalb der Diözese möchte Müller-Marienburg eine Kirche mitgestalten, in der Menschen Freude erleben: „Die Evangelische Kirche ist ein Ort zum Leben und zur Freude im Hier und Jetzt.“. Gleichzeitig gelte es jenen eine Stimme zu leihen, „die Hilfe von uns brauchen“. Die „Botschaft von Gottes Liebe“ will der bisherige Innsbrucker Pfarrer „ins Heute übersetzen“. Seinen Führungsstil orientiert er an jenem des Vorgängers: „Paul Weiland ist es auf besondere Weise gelungen, zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen.“ Müller-Marienburg will sich in der Breite der niederösterreichischen Pfarrgemeinden für Vielfalt in einem guten Miteinander einsetzen. „Man nimmt Vielfalt nicht ernst, wenn man meint, es gibt nur Fromme und Liberale“, sagte Müller-Marienburg und meinte: „Es wäre wichtig, wenn wir mit weniger Zuschreibungen auskämen und uns gegenseitig mehr zutrauen.“ Über Gott meinte der designierte Superintendent: „Gottes Vorname ist „Liebe“, sein Nachname „Freiheit““.

Eine gescheite, kreative und umsichtige Außensicht auf so manche „Baustelle“ in unserer Diözese und unseren Pfarrgemeinden kann neue Horizonte und Wege aufzeigen. Ich bin sehr froh darüber, dass wir Lars Müller-Marienburg gewählt haben und freue mich darauf, ihn bald auch in Stockerau begrüßen zu können.

Kurator Gert Lauermann

Mueller-Marienburg_Brost

Lars Müller-Marienburg wurde 1977 in Ansbach (Deutschland) geboren und studierte Evangelische Theologie in München.  Nach seinem Vikariat in Linz und seiner Pfarramtskandidatenzeit in Pöttelsdorf wurde er 2010 Pfarrer der evangelischen Pfarrgemeinde Innsbruck-Auferstehungskirche. Müller-Marienburg ist Mitglied der Synode A.B. und der Generalsynode, Mitglied der Diözesanen Jugendleitung sowie Mitglied der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit heuer ist er Österreicher. Als Senior der Diözese Salzburg-Tirol ist er Stellvertreter des Superintendenten, so wie unser Pfarrer Christian Brost in Niederösterreich.

Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche Führung der Diözese. Er hat die Aufsicht über die kirchlichen Ordnungen und über die schriftgemäße Verkündigung. Zu den bischöflichen Rechten gehören Ordination und Visitation. Die Stellung entspricht der des Diözesanbischofs in der Römisch-katholischen Kirche. Unsere evangelische Diözese Niederösterreich hat rund 40.000 Mitglieder in 28 Gemeinden.

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