„Tibilustrium“ zu Gast in Stockerau

 

Tibilustrium 2

Vom Euphonium (griech. „das Wohlklingende“) bis zur Minitrompete, vom Flügelhorn bis zur Bassposaune: Es war eine reiche Palette von Blasinstrumenten, die das fränkische Bläserquintett „Tibilustrium“ am 22. Mai in unserer Lutherkirche bespielte – und wie! Oder hätten Sie gedacht, dass man die halsbrecherischen Koloraturen der Rachearie aus Mozarts Zauberflöte auf einer Posaune spielen kann?

Tibilustrium 1

Es war schon erstaunlich, wie virtuos dieses „Laien“-Ensemble musizierte. Doch nicht nur das: Unterhaltsam und informativ führten die Musiker das Publikum auf einer musikalischen Reise quer durch die Jahrhunderte. Da erklangt ein für Bläserensemble gesetzter Satz aus einer Bach-Orchestersuite genauso wie ein chilliger Reggae, da durfte sich das Publikum an Kirchenmusiken des 16.-18. Jahrhunderts ebenso erfreuen wie an so virtuosen Einlagen wie der zuvor genannten Opernarie.

Tibilustrium 3

Dieses Konzert war nicht nur ein musikalischer Genuss, sondern hatte auch sehr sympathische Züge. Den fünf (Wahl-)Franken gelang es, ihre Freude am Musizieren dem Publikum spürbar zu machen. Dieses Konzert war aber – auch – ein Konzert in einer evangelischen Kirche, und so war es stimmig, dass es mit dem „Segen zum Mitmachen“ beendet wurde, auf den nur noch eins folgte: Den Schlusspunkt setzte ein wunderschöner Choralsatz, der – auf ausdrücklichen Wunsch der Musiker – ohne Schlussapplaus nachklingen konnte. Und das tat er.

Andreas Andel

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