Auf der Flucht – Projekttag in der Kreativ NMS Stockerau

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Ein Mann betrat den Laden. Hinter der Ladentheke sah er einen Engel. Überrascht fragte er ihn:  „Was verkaufst du, lieber Engel?“ Der Engel gab ihm freundlich Antwort: „Alles, was sie wollen.“ Da sagte der Mann:  „Dann hätte ich gerne das Ende aller Gewalt und aller Kriege, genug zu essen für alle, ausreichend Liebe für alle, mehr Zeit und Kraft, einen Arbeitsplatz für alle…“ Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte: „Entschuldigen Sie, leider haben Sie mich falsch verstanden. Hier werden keine Früchte verkauft, wir verkaufen nur den Samen.“

Unter diesem Motto fand im Februar 2015 ein interreligiöser Friedensprojekttag in der Kreativ NMS statt. Die ReligionslehrerInnen Ahmet Ahat (ISLAM), Terhi Korhonen (evang.) und Elisabeth Stubenrauch-Janisch (r.k.) wollten gemeinsam mit den SchülerInnen ein Zeichen gegen Gewalt und Terrorismus setzen.  Es wurden Wege und Möglichkeiten gesucht für ein gewaltfreies und friedliches Miteinander. Ziel war es, SchülerInnen zu sensibilisieren und auf die gelebte Vielfalt und Toleranz aufmerksam zu machen. Es war ein gelungener Projekttag, und die ersten Samen wurden gesät.

Als Weiterführung fand am 16.2.2016 der „Auf der Flucht“- Projekttag statt. Es gab Raum für Information  und Möglichkeit für Auseinandersetzung und Gedankenaustausch in einem geschützten Rahmen. Wichtig ist es, die Würde des Menschen in die Mitte zu stellen und in Würde und Respekt Meinungen zu äußern und zu akzeptieren: Offenheit und Toleranz, aber nicht Schönrederei; wieder ein Zeichen-Setzen zu einem gesellschaftlich aktuellen, zwiespältigen Thema.

Zu den Stichwörtern „Aufbrechen-Ankommen-Bleiben“ erarbeiteten die SchülerInnen anhand von Biographien geflüchteter Personen verschiedene Themen zu Flucht.

Zu dem Theorieteil wurden auch noch Workshops angeboten, in den  SchülerInnen gemeinsam Visionen, Wünsche und konkrete Vorschläge für „meine-deine-unsere Zukunft“ vielfältig besprechen und darstellen konnten.

Besonders erfreulich ist die Kooperation mit dem Haus Ibrahim, von dem  jugendliche Flüchtlinge teilgenommen und mitgemacht haben. So wird Vielfalt und Begegnung Wirklichkeit. Durch persönliches Kennenlernen und Sensibilisierung ist es möglich, Vorurteile abzubauen und ein gemeinsames, friedliches Zusammenleben zu fördern.

Terhi Korhonen

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