Thema: Friedensarbeit

Friedenssäule - Haus der Stille

Im März fuhren 14 Frauen und Männer unserer Evangelischen Pfarrgemeinde in das steirische Haus der Stille.

Wenn man sich dem Haus nähert, quert man den Friedensplatz. Ein Ort, wo die wichtigsten Weltreligionen in Form von Steinstelen dargestellt sind. Die in einem Bogen angeordneten Stelen sind von unterschiedlicher Farbe und tragen die jeweiligen Glaubenssymbole in Weiß. In der Mitte dieses Bogens findet man eine Stele ohne Symbol: Für alle Menschen steht davor.

Im Inneren des Bogens ist eine Weltkugel aus Stahl mit dem Spruch: Der Friede wartet auf seine Erbauer. Steht man nun vor dieser Weltkugel, spiegelt man sich in dieser und man kann sich selber als Erbauer erkennen.

Diese Skulpturen haben Strahlkraft.

Schon beim Ankommen wird so jede Besucherin und jeder Besucher mit dem Friedensthema konfrontiert.

Gruppenfoto - Haus der Stille

Ein für uns prädestinierter Ort, um dem Thema Frieden Raum zu geben. Unsere Einkehrtage wurden von Maria Grentner, der Leiterin des Hauses, begleitet. Sie gab uns einen guten Einblick, wie die Friedensarbeit gewachsen ist und welche Grundlagen und  Voraussetzungen es braucht.

So erfuhren wir, dass der gemeinsam gelebte Glaube die tragende Säule ist. Die Gottesdienste konnten wir mitfeiern. Dabei wurde die Stille erfahrbar, die nicht von allen angenehm erlebt wurde. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Stillwerden ein Lernprozess ist und in unterschiedlichen Lebensphasen auch unterschiedlich schwer fällt.

Maria betonte, dass es eine bewusste Entscheidung braucht, das konkret zu leben, was man aus dem Evangelium verstanden hat. Dass das nur in Gemeinschaft vollziehbar ist, wissen auch wir, die wir an einem offenen, einladenden Lebensraum arbeiten. Und es braucht immer wieder die Vergewisserung, dass das Kleine, was man zu leisten im Stande ist, gut ist. Keiner von uns kann allein den Weltfrieden sichern. Aber jeder noch so kleine Beitrag, der einer Gemeinschaft hilft, das Evangelium für andere erfahrbar zu machen, ist wertvoll.

Ein Friedensweg

Dass Friede bei jeder/jedem Einzelnen beginnen muss, wurde für uns durch das Begehen des Markusweges erfahrbar. Unter dem Titel Mit Leidenschaft Mensch sein führt der Weg von Heiligenkreuz am Wasen bis zum Haus der Stille. Mit Texten aus dem Markusevangelium leiten 13 Stationen in 3 Gruppen an, sich mit Themen wie: „Wer bin ich“, „Auf dem Weg zur Solidarität“ und „Krise und Auftrag“ zu befassen.

Am Sonntag Vormittag feierten wir (unter uns) einen Gottesdienst in der Kapelle des Hauses. Im Anschluss überdachten wir gemeinsam den Entwurf des Friedenspfahles, den Leo Pfisterer mitgebracht hatte. Ja, auch wir wollen das Thema Frieden in Stockerau sichtbar machen – hoffen wir doch, dass sich alle bürokratischen und ökonomischen und sonstigen Hürden bewältigen lassen.

Mit einer Abschlussrunde und Dankesworten an Maria gingen die Einkehrtage zu Ende. Dieser von Karin Brost beigesteuerte Text wird uns – so wie das geschenkte Blümchen – weiter begleiten:

Wenn wir friedlich sind,
wenn wir glücklich sind,
werden wir aufblühen wie eine Blume,
und jedem Menschen in unserer Familie,
in unserer ganzen Gesellschaft
wird unser Friede zu Gute kommen.
(Thich Nhat Hanh)

Irmi Lenius

 

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