Jahresbericht 2015

Es gibt in unserer weiten und bunten Pfarrgemeinde so vielfältige und zahlreiche großartige Kreise, Veranstaltungen und herausragendes Engagement, dass ich an dieser Stelle unmöglich alles ausreichend würdigen kann.

Ein Höhepunkt für mich war 2015 das Kabarett „Heimvorteil“ mit Alex Kristan. Einfach deshalb, weil ich wie über 500 andere aus dem Lachen nicht herauskam. Dank Alex Kristan, Hubert Culik und vielen MitarbeiterInnen wurde die Veranstaltung zum lustigsten Event des Jahres, das noch dazu ausverkauft war.

Das Philosophische Kulinarium hat sich im März 2015 mit dem Thema „gegeneinander – miteinander – füreinander: Bilden wir Gesellschaft“ auseinandergesetzt. Hochinteressante Beiträge von Erhard Busek, Barbara Helige und Rotraud Perner beleuchteten ganz verschiedene Aspekte. Für mich war es – wie schon in den Vorjahren – auch ganz etwas Besonderes, die Vortragenden unmittelbar und persönlicher kennen zu lernen.

Der Besuch im Jüdischen Museum Wien mit koscherem Mittagessen wird mir in Erinnerung bleiben.

Am Ende des Sommers bewegte viele der Tod unseres Superintendenten Paul Weiland, den ich als große Persönlichkeit unserer Kirche und als einfühlsamen, liebevollen Menschen schätzte.

Beim MitarbeiterInnentag im November beschäftigte uns das Thema Frieden im Weinviertel – Weltethos. Dieses Thema wird uns das ganze Jahr 2016 begleiten und hat leider auch besondere Brisanz.

Der interreligiöse Dialog ging 2015 Hand in Hand mit der Flüchtlingshilfe. Und das wird offensichtlich noch eine Zeit lang so bleiben. Die Betreuung der ersten syrischen Flüchtlingsfamilien in Stockerau Ende August durch unser interreligiöses „Netzwerk Integration“, die Koordination und Information von Hilfswilligen bis zur Gründung des Vereins „Vor allem Mensch Punkt“ mit dem Haus Ibrahim zur Betreuung von 16 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen seit Mitte Dezember nimmt sehr viel Kraft und Zeit in Anspruch. Ich denke an einen Infoabend im September im Tratelier mit deutlich mehr als 100 Personen, eine Pressekonferenz, einen Infoabend im Rathaus und sehr zahlreiche Telefonate, Mails und Treffen zu Integration und Flüchtlingsarbeit. Ich erinnere mich an das Zusammenbauen der Möbel für die syrischen Familien mitten in der Nacht, das Organisieren von Sachspenden und das Betreuen der Flüchtlinge im Alltag, Sprach-, Behörden- und Versicherungsprobleme und vieles mehr. Ich erinnere mich aber auch an die Menschen, von denen es manche vorsichtig wieder wagten, Hoffnung zu haben und das in ihren ersten deutschen Worten zum Ausdruck brachten. Allen evangelischen und nicht-evangelischen HelferInnen herzlichen Dank für jede Unterstützung!

Die Christuskirche in Hollabrunn wurde über Initiative und mit großem Engagement der Hollabrunner GemeindevertreterInnen lichttechnisch erneuert und erstrahlt seither sprichwörtlich. Auch mithilfe einer großzügigen Spende konnte im Herbst die Decke im Gemeindesaal Stockerau fertig gestellt werden. 2016 ist nichts Bauliches geplant (!).

Krabbelgruppe, Meditationstreff, Treffpunkt 50+, Gemeindecafé, Konfigruppe, Sakraler Tanz, Singkreis, Familiengruppe, Konfirmandengruppe und ökumenische Bibelrunde fanden regelmäßig statt. Bei einem Workshop beschäftigten wir uns mit „Heilsein – Ganzsein“. Wir waren am evangelischen Kirchentag bei strahlendem Wetter in der Garten Tulln. Eine (leider posthume) Vernissage der Stockerauer Künstlerin Helga Berger inspirierte uns.

Die Gemeindefreizeit führte uns nach Raabs, 2016 geht es aufs Hochkar. Gitarren beim Lagerfeuer, gemeinsames Kegeln und Ballspielen, Wandern und viele gute Gespräche waren eine Quelle der Freude und Kraft.

Ich persönlich habe 2015 die 10 Presbytersitzungen, die Presbyterklausur und auch die Kontakte auf diözesaner Ebene (Kuratorentag in Waidhofen an der Thaya und die Superintendentialversammlungen) als sehr bereichernd und intensiv erlebt, aber auch die Stillen Halben Stunden in der Voroster- und Adventzeit. Stille und Gemeinschaft sind wichtig.

Im „Evangelischen Monat“ Oktober wurde die Predigtreihe zum Thema „Unsere Liturgie“  von einem sehr feinen Büchertisch umrahmt.  Im Advent gab es durch die mutige und sehr engagierte Initiative von Sabine Simperl seit vielen Jahren wieder einen Bazar zugunsten der Diakonie Flüchtlingshilfe, der gleich einen wirklich beachtlichen Erlös brachte und vielen Menschen Freude bereitete. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, diese Veranstaltung wieder zu einem Fixpunkt im Advent werden zu lassen.

Gottesdienst – also der Dienst Gottes am Menschen – ist das Zentrum unseres Gemeindelebens. Mit viel Liebe und Engagement gestalteten Pfarrer Christian Brost, unsere LektorInnen Ingrid Oblak, Uta Vogel, Irmi Lenius, Andreas Andel sowie Pfarrer iR Robert Kauer auch 2015 mehr als 100 Gottesdienste und Kasualien, auch für Kranke und Gefangene. Auch unser Kindergottesdienst-Team mit Karin Brost, Terhi Korhonen, Alina Tischnofsky und Stella Miletich gestaltete zahlreiche lebendige Gottesdienste. Dafür möchte ich herzlich Dank sagen!

Gottesdienste

Der Familiengottesdienst im Grünen fand 2015 in Hollabrunn statt. In Stockerau nicht mitgezählt ist der ökum. Gottesdienst Ende August zum Erdäpfelfest mit rund 400 BesucherInnen. Zusätzlich gab es in Hollabrunn zwei Schulgottesdienste sowie in Stockerau 13 ökumenische Gottesdienste oder Stille Halbe Stunden und 6 Schulgottesdienste. Die weiteren ökumenischen Gottesdienste flossen in die Statistik ein, weil sie allgemeine Gottesdienste für unsere Gemeinde waren. Die Zahl der Besucher pro Gottesdienst in Retz und Kalladorf wird dadurch stark verzerrt.

 

GD2015
(in Klammer die Zahlen aus 2014)

Unsere Gemeinde wächst weiterhin leicht und zählt nun 1302 Evangelische (2014: 1286), davon 42 (2014: 31) mit helvetischem Bekenntnis. 10 Mal durften wir uns 2015 über eine Taufe freuen. Es gab 14 Beerdigungen, 11 KonfirmandInnen und 3 Trauungen. Erfreulichen 14 Eintritten standen leider 18 Austritte gegenüber.

Vielen herzlichen Dank an unsere ReligionslehrerInnen Terhi Korhonen, Waltraud Asvanyi, Christian Weigele und Christian Brost für ihr einfühlsames und kompetentes Engagement für die Kinder! Besonders loben möchte ich die nun schon 5 Jahre währende interreligiöse Zusammenarbeit bei Schulgottesdiensten und Projekten in Stockerau. Terhi Korhonen, Ahmet Ahat und Elisabeth Stubenrauch-Janisch haben 2015 ein großartiges Gewaltpräventions- und Friedensprojekt für die gesamte Neue Mittelschule umgesetzt.

All denen, die als SeelsorgerInnen für Kranke, Gefangene und Bedürftige zum Beispiel in den Krankenhäusern Hollabrunn und Stockerau und in der Justizanstalt Sonnberg tätig sind, Respekt und vielen Dank!

Budget

Zuletzt das Geld: 2015 haben wir – nicht zuletzt dank unseres Schatzmeisters Helmut Montsch – unsere  Budgetziele erreicht (s. Tabelle). Wir haben noch 180.000 € Schulden bei einem Kassastand von rund 24.850 €. Im heurigen Jahr ist geplant, 10.000 € mehr als nötig zu tilgen, um Zinsen zu sparen. Vielen Dank allen, die finanziell, handwerklich oder organisatorisch einen wertvollen Beitrag zu einem guten Budget leisten. Allergrößter Dank gilt auch 2015 wieder unserer Kirchenbeitragsreferentin Eva Zehetmayer und ihrem Mann Herbert, die herausragende ehrenamtliche Arbeit leisten.

Budget2015

Allen, die haupt- und/oder ehrenamtlich 2015 an unserer Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten und Talenten mitgebaut haben, ein großes Dankeschön und vergelt´s Gott!

Ausblick

2016 und 2017 sollen „Freiheit und Verantwortung“ im Mittelpunkt stehen. Das Friedensprojekt „Weltethos“ hat uns dazu inspiriert und stimmt uns auf das Jubiläumsjahr 2017 ein. Da feiern wir 500 Jahre Reformation (Thesenanschlag Luthers am 31.10.1517). Freiheit und Verantwortung: typisch evangelisch und heute nötig wie schon lange Zeit in Europa nicht mehr.  Lassen Sie sich begeistern!

Kurator Gert Lauermann

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