Geistliches Wort zum Advent

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Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.
(Johannes 1,14)

Die Liebe, in der wir unser Leben geführt haben, ist die Liebe Gottes in uns. Sie ist der unzerstörbare Kern unseres Seins. Diese Liebe wird nicht nur fortdauern, sondern auch Früchte tragen von Generation zu Generation.
(Aus der Begräbnisliturgie)

Ich liebe den Advent, die Wochen vor Weihnachten.

Trotz Kitsch und Kommerz hat das Weihnachtsfest große Kraft: Gott kommt. Darauf vertrauen wir Christen, weil er schon einmal gekommen ist – in Jesus Christus, dem Kind in der Krippe, dessen Lebensweg mit der Flucht begann und am Kreuz nicht endete. Wie viel haben wir von diesem Heiland gelernt, der seiner Zeit und Welt Gott so ganz anders gezeigt hat, als sie ihn sich vorgestellt hatte?

Gott will auch heute kommen. Daran soll uns die  Adventzeit erinnern. Dass wir uns für Gott öffnen, die Sehnsucht in unseren Herzen erfüllt wird und unser Leben eine neue Gestalt bekommt.

Die Zweifler halten die Sehnsucht nach Gott für vergebene Liebesmüh. Für sie spricht der Zustand der Welt eine allzu deutliche Sprache: Angesichts von Unrecht, Schicksalsschlägen, Not und Tod kann es keinen Gott geben, dem das Wohl und Wehe seiner Menschen am Herzen liegt.

Doch gerade das Weihnachtsfest zeigt, dass Gott anders mit dem Leben umgeht, als wir es von ihm erwarten. Er schafft das, was uns zu schaffen macht, nicht einfach ab. Aber er lässt uns damit auch nicht allein. Stattdessen kommt er in sehr menschlicher Gestalt, säet Liebe aus und wartet darauf, dass sie aufgeht. Und das tut sie in vielerlei Gestalt und verändert unsere Welt.

Diese Liebe Gottes hört auch im Tod nicht auf zu wachsen: Sie wächst bis in den Himmel hinein. Vielleicht wollen uns die Geschenke, die unter dem Christbaum liegen, daran erinnern, dass wir trotz hoher Ansprüche an das Leben viel zu kleine Wünsche haben.

Wünschen wir uns doch, dass Gott zu uns kommt und uns mit seiner Liebe ein erfülltes Leben schenkt, in der Tiefe heil macht, was unheil ist in unserem Leben. Und dass er seine Liebe aussäet in unsere Herzen, dass sie wachse und Frucht trage weit über die Advent- und Weihnachtszeit hinaus…

Einen lichten Advent, ein gesegnetes Christfest und ein liebevolles neues Jahr 2016 wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

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