„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“

Bericht vom Gottesdienst im Grünen 2015 

GD im Grünen 2015 - Alle

Manche Leute haben ein Theater-Abonnement, andere eines für den „Gottesdienst im Grünen“. Unsere Familie hat das letztere, was nicht so besonders wäre, wenn wir nicht immer, seit wir im Ausland leben, über den Luftweg gerade rechtzeitig zum „Gottesdienst im Grünen“ zur Stelle wären. Ganz so, als hätten wir es übers Jahr geplant.

Und so war es auch am Sonntag, den 21. Juni 2015 wieder, wo uns im lauschigen Hof der Hollabrunner Hofmühle zu den einleitenden meditativen Psalmworten nach Tallis Canon Pfarrer Brost auf die Elemente der Schöpfung einstimmte. Ihre Fülle vergegenwärtigten uns die Kinder der Gemeinde, indem sie uns Licht, Feuer, Wasser und die Gaben der Erde als Altarschmuck darbrachten.

Gottes Geist, durch den und in dem wir alle Teil der Schöpfung Gottes sind, machte uns Pfarrer Brost durch das Erleben des Windes spürbar. Vom Märchenrätsel „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“, über das Fühlen des Windes auf unserer Haut, das Sichtbarmachen des Windes in den Seifenblasen, die die Kinder mit Begeisterung über die Gemeinde pusteten, bis über das Klingen des Windspiels und über meteorologische Betrachtungen erfassten wir den Wind in seinem Wesen.

Wir erkannten, dass sowohl „das himmlische Kind“ als auch das Element des Windes zwar prinzipiell unsichtbar, aber in seinen großen Auswirkungen in unserem Leben für uns spürbar und real sind. Besonders hat uns die Tatsache berührt, dass vom Propheten Elia geschrieben steht, dass er nicht von der Sturmgewalt, sondern vom sanften Windhauch Gottes bewegt wurde, seine Berghöhle zu verlassen, vor Gott zu treten und sich seinem Leben zu stellen.

Den sanften Zeichen Gottes in unserem Leben nachzuspüren und auf die im Trubel des Alltags für uns oft so schwierig wahrnehmbaren und doch so unterstützenden Energien Gottes zu reagieren, daran erinnerte uns dieser sehr stimmig durchkomponierte Gottesdienst. Wie glücklich sind wir Menschen doch, Kinder eines Schöpfergottes zu sein, dessen Atem uns zu kraftvollen, freudigen und liebenden Wesen macht – wenn wir es nur zulassen!

GD im Grünen 2015 - Musiker

Die Bläsergruppe der Stadtgemeinde Hollabrunn bekräftigte unseren Dank dafür mit dem „Nun danket alle Gott“.

Beim erfrischenden Umtrunk nach dem Gottesdienst auf der Wiese in der Hofmühle und im Wirtshaus „Zum goldenen Engel“ erfreuten wir uns an unserer Zusammengehörigkeit als Gemeinde und an den Weinviertler Genüssen aus Küche und Keller.

Und so hoffen wir, dass uns auch nächstes Jahr die Winde günstig sind und wir es wieder schaffen werden, die erste Reihe fußfrei für den „Gottesdienst im Grünen“ zu bekommen.

Familie Andersson-Kasper

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