Jahresbericht 2014

Auch heuer kann ich angesichts der Vielfalt und Fülle der gemeindlichen Aktivitäten im Jahr 2014 an dieser Stelle nur einen unvollständigen Einblick geben. Es gibt so vielfältige und zahlreiche großartige Kreise, Veranstaltungen und herausragendes Engagement, dass ich an dieser Stelle unmöglich alles ausreichend würdigen kann.

Dennoch ist ein Rückblick immer auch lehrreich und gibt für die Zukunft Orientierung. Deshalb ist es gut und richtig, dass in der Gemeindevertretersitzung am 1. März ein umfassender Bericht über das voran gegangene Jahr gegeben wird. Selbstverständlich sind alle Interessierten herzlich willkommen, als Gäste an der öffentlichen Gemeindevertretersitzung teilzunehmen.

Das neue Gemeindezentrum …

Anfang 2014 stand im Zeichen der offiziellen Eröffnung des neuen Gemeindezentrums, das wir ja seit Oktober 2013 nutzen. Am 9. März war es soweit, und 200 Gäste freuten sich mit uns bei einem kurzweiligen Festgottesdienst und dem anschließenden, feierlichen Buffet – natürlich mit Riesentorte. Superintendent Paul Weiland predigte und nahm im Beisein der katholischen Pfarrer von Spillern und Stockerau, des Imams von Stockerau, des Landesrats Karl Wilfing und zahlreicher weiterer Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft die offizielle Eröffnung vor. Musikalisch umrahmte unter anderem ein Bläserensemble der Musikschule die Feier. Martin und Friedrich Kuchler erhielten einen symbolischen goldenen Schlüssel zum Gemeindezentrum, Friedrich Kuchler bekam einen „Miniatur-Christus“ überreicht, den Leo Pfisterer seinem großartigen Original im Altarraum unserer Kirche nachempfunden hatte.

… wird vielfach genutzt

Die Freude der Gemeinde an den neuen Räumen wurde und wird durch die intensive Nutzung deutlich. Abgesehen von „unseren“ Kreisen und Gruppen wie Krabbelgruppe, Meditationstreff, Treffpunkt 50+, Gemeindecafé, Konfigruppe, Flohmarkt usw. fanden unsere Räume auch überregional etwa für Pfarrerkonferenzen, Taufgesellschaften, Diakonietreffen, Evang. Jugend oder Frauenarbeit Verwendung. Bei einem Diakonieworkshop beschäftigten wir uns mit Komm- und Gehstrukturen in unserer Gemeinde. Unser Singkreis war auch 2014 sehr aktiv und lieferte immer wieder eine wichtige Unterstützung in Gottesdiensten, so unter anderem sogar am Evang. Kirchentag in Baden.

Hollabrunn

Anfang 2014 erhielt die Kirche in Hollabrunn eine neue Beschriftung und einen neuen Schaukasten. Von engagierten Gemeindevertreterinnen und Helfern wurden kleine Schäden an den Wänden behoben und teilweise neu ausgemalt sowie die Sakristei ‚entrümpelt’. Ferner wurde ein gutes E-Piano als Begleitinstrument erprobt.

Gemeinde unterwegs

Neu ist 2014 auch die Gemeindefreizeit. Die „evangelische“ Burg Finstergrün wird uns (und unseren Kindern) noch lange in fröhlich-ritterlicher Erinnerung bleiben. 2015 geht es nach Raabs – wir freuen uns schon!

Die Gemeindereise führte 2014 nach Malta und brachte ein bemerkenswerte Fülle von Wissen und Eindrücken. Die TeilnehmerInnen dankten Martin Lauermann und Christian Brost für eine unvergessliche Reise.

Veranstaltungen und neue Angebote

Der Weltenwanderer Gregor Sieböck erfreute uns im März mit seinem beeindruckend zauberhaften und wesentlichen Vortrag. Das Philosophische Kulinarium gab wertvolle Impulse zum Thema „Lebensqualität um jeden Preis“ (ReferentInnen J. Pröll, Salzer, Zulehner).

Im Herbst 2014 gab es noch einmal einige Neuerungen: Sakraler Tanz mit Ulli Bixa findet monatlich statt und bietet die Möglichkeit, christlich spirituelle Praxis einzuüben. Bei der von Elke Petri liebe- und gefühlvoll gestalteten Familiengruppe hatten Jung und Alt bei Drachensteigen, Radausflug, Laternenumzug und Adventfeier viel Spaß.

Apropos Spaß: Im November genossen wir bei einem MitarbeiterInnenfest den neuen Gemeindesaal und gutes Essen und Trinken mit lieben Menschen. Fotos, ein Blick zurück und ein Blick nach vorne umrahmten einen geselligen Abend, der nicht der letzte seiner Art gewesen sein soll.

Gottesdienste und Ökumene

Erfreulich ist der Gottesdienstbesuch, der nach Abschluss der Bautätigkeiten in Stockerau 2014 wieder deutlich gestiegen ist. Auch in Hollabrunn, wo anstelle der weniger gut besuchten Samstagsgottesdienste neue Schwerpunkte gesetzt werden, waren die monatlichen Gottesdienste  auffallend gut besucht. Die großen Festtage zu betonen bewährte sich. Besonders die Familiengottesdienste mit Gemeindecafé stechen hier hervor und waren für Groß und Klein ein besonderer Genuss.

2014 haben wir gerade an jenen Orten, wo es weniger Evangelische gibt, die Ökumene weiter in den Mittelpunkt gerückt. So wird christliche Gemeinschaft öfter erfahrbar. Sowohl in Hollabrunn als auch in Kalladorf und in Retz gibt es bewährte ökumenische Zusammenarbeit. Der Weltgebetstag der Frauen in Hollabrunn oder die ökumenischen Gottesdienste und Begegnungen zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Jänner seien hier genannt.

In Stockerau gab es zusätzlich zur bewährten ökumenischen Zusammenarbeit auch 2014 die ökumenische Bibelrunde, den ökumenischen Stadtkreuzweg, die sehr stimmungsvolle ökum. Pfingstvigil, die – segensvolle – lange Nacht der Kirchen und – erstmals – einen besonderen ökum. Gottesdienst am „Scharfen Eck“ auf der Straße zu Beginn des Erdäpfelfests mit etwa 400 BesucherInnen. Mit den Stillen Halben Stunden im Advent und in der Passionszeit setzten wir wieder bewusst andere Akzente. Mich freut sehr, dass die Stillen Halben Stunden immer besser besucht werden und sich immer mehr Menschen von stilleren Impulsen zu Advent und Ostern bereichern lassen. Erinnern möchte ich auch an den Gottesdienst im Grünen in Hausleiten, wo wir „Steine der Belastung“ oder „Federn der Leichtigkeit“ niederlegen und im Anschluss pfingstlich-fröhlich feiern durften. Die Weihnachtsgottesdienste – in Stockerau mit Krippenspiel – waren großartiger Abschluss eines Advents mit Singen, Konzert und Stillen Halben Stunden.

Die regelmäßigen, liebevoll gestalteten Kindergottesdienste in Stockerau waren 2014 wieder gut besucht.  Vielen Dank an unser KiGo-Team Karin, Terhi und seit 2014 auch: Alina und Stella! Im „Evangelischen Monat“ Oktober wurde die Predigtreihe zum Thema „Mein Jesus“ (Öhler, Henner, Himmelbauer) von einem sehr feinen Büchertisch umrahmt.

28 Mal boten unsere LiturgInnen Abendmahl an. Mit viel Liebe und Engagement gestalteten unsere LiturgInnen auch 2014 mehr als 100 Gottesdienste und Kasualien auch für Kranke und Gefangene. Gottesdienst ist das Zentrum unseres Gemeindelebens. Dafür, dass unser Pfarrer Christian Brost, Pfarrer in Ruhe Robert Kauer und die vier Lektoren Andreas Andel, Irmi Lenius, Ingrid Oblak und Uta Vogel den Gottesdienst, also den Dienst Gottes am Menschen, bei uns ermöglichen,  möchte ich herzlich Dank sagen!

Gottesdienste (in Klammer die Zahlen aus 2013)

Der (Familien)Gottesdienst im Grünen in Hausleiten ist bei Stockerau erfasst. In Stockerau nicht mitgezählt ist der ökum. Gottesdienst auf der Straße am 31.8. mit rund 400 BesucherInnen. Zusätzlich gab es in Hollabrunn einen Schulgottesdienst, sowie in Stockerau 17 ökumenische Gottesdienste oder Stille Halbe Stunden und 7 Schulgottesdienste. Die ökumenischen Gottesdienste in Hollabrunn (2), Kalladorf (2) und Retz (2) flossen in die Statistik ein, weil sie allgemeine Gottesdienste für unsere Gemeinde waren. In Kalladorf und Retz, nicht aber in Hollabrunn, führt das zu einer Verzerrung der Statistik.

GD2014

Gemeinde in Zahlen

Unsere Gemeinde wächst aufgrund der Zuzüge weiterhin leicht und zählt nun 1286 Evangelische, davon 31 mit Helvetischem Bekenntnis. 17 Mal durften wir uns 2014 über eine Taufe freuen. Es gab 14 Beerdigungen, 12 KonfirmandInnen und 3 Trauungen. 5 Eintritten standen leider 17 Austritte gegenüber.

2017

Zumal selbst Evangelische oft kein evangelisches Profil kennen oder benennen können, bleibt es eine Herausforderung, Evangelisch in Österreich sichtbar und erlebbar zu machen. Das Jubiläumsjahr 2017 (500 Jahre Reformation) ist eine Chance, „Typisch Evangelisches“ sichtbarer zu machen. Inzwischen hat unsere Kirche aufgrund einer Umfrage die für die Evangelischen wichtigste Dimension von „Evangelisch Sein“ herausgefiltert. Es ist „Freiheit und Verantwortung“. Hier sind Themen wie Toleranz und gegenseitiger Respekt, soziale Verantwortung, Gewissensfreiheit, Demokratie und Menschenrechte und Zuwendung  zum Nächsten und der Welt angesprochen. Freiheit und Verantwortung in der Nachfolge Jesu wahrzunehmen, bedeutet zum Wohl der Menschen und zum Lob Gottes zu handeln. Schauen Sie doch einmal auf http://www.evang.at und bringen Sie sich und Ihre Meinung mit ein!

Kinder- und Jugendarbeit

Auch 2014 waren die evangelischen SchülerInnen bei uns soweit möglich bestens versorgt. Vielen herzlichen Dank an unsere ReligionslehrerInnen Terhi Korhonen, Waltraud Asvanyi, Christian Weigele und Christian Brost für ihr einfühlsames und kompetentes Engagement für die Kinder! Auch die Konfirmandenarbeit, in der Norbert Flamisch und Terhi Korhonen engagiert mitarbeiten, ist uns als Gemeinde sehr wichtig.

Diakonie

Gemeindliches Arbeiten ist optimaler Weise immer diakonisch. Diakonie im engeren Sinn betrieben auch 2014 ehrenamtliche MitarbeiterInnen bei Besuchen in den Krankenhäusern Stockerau und Hollabrunn, von Senioren, sowie in der Justizanstalt Sonnberg. Einige nahmen auch an Fortbildungen teil. All jene, die hier so still und treu für Kranke, Gefangene und Schwache tätig sind, haben meine größte Hochachtung! An dieser Stelle möchte ich auch unserem Pfarrer Christian Brost herzlich für seine äußerst vielfältige, liebevolle und sehr engagierte Arbeit in unserer Gemeinde danken!

Zuletzt das Geld:

2014 haben wir unsere Budgetziele mehr als erreicht (s. Box*). Wir haben noch 190.000 € Schulden bei einem Kassastand von rund 20.300 €. An dieser Stelle ein herzliches Danke an unseren routinierten Schatzmeister Helmut Montsch, der sehr viel ehrenamtliche Zeit investiert, damit die Finanzen stimmen! Vielen Dank all jenen, die den einen oder anderen Handgriff an Hausarbeit oder Handwerk erledigen und so mithelfen, dass unser Gemeindezentrum schön und intakt bleibt. Genauso wie all jene, die durch Geldspenden oder die Organisation von Veranstaltungen mithelfen, leisten sie einen wertvollen Beitrag zu einem guten Budget. Allergrößter Dank gilt auch 2014 wieder unserer Kirchenbeitragsreferentin Eva Zehetmayer und ihrem Mann, die herausragende ehrenamtliche Arbeit leisten.

Allen, die 2014 an unserer Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten und Talenten mitgebaut haben, ein großes Dankeschön und vergelt´s Gott!

Budget2014

Schwerpunkte 2015

2015 ist das evangelische Jahr der Bildung. In diesem Zusammenhang werden wir uns 2015 mit dem Judentum beschäftigen. Der interreligiöse Dialog in Stockerau mit der islamischen Gemeinde startet neu durch, ganz im Sinne der Jahreslosung: „Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat, zum Lob Gottes“. Das Philosophische Kulinarium, auch in den vergangenen fünf Jahren bereits hochkarätig, wird sich 2015 mit dem Thema „Bilden wir Gesellschaft“ auseinandersetzen. Künstlerische Akzente werden 2015 ebenfalls nicht fehlen.

Lassen Sie sich einladen!

Kurator Gert Lauermann

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