Geistliches Wort März/April 2015

Um 23.00 Uhr sollte er zuhause sein. 

Aber es war so schön mit seinen Freunden und er vergaß die Zeit.  Seine Eltern machten sich Sorgen, es passiert ja so viel! Zuhause schlich er sich in sein Zimmer. Vielleicht hörten ihn die Eltern ja nicht. Aber sie haben ihn gehört.

Am nächsten Morgen sitzen alle gemeinsam am Frühstückstisch. Jeder kaut auf seiner Semmel und trinkt seinen Kaffee. Dicke Luft. Es dauert nicht lange und dann fällt jener Satz, den er so hasst: „Solange du noch deine Füße unter meinen Tisch stellst.“

Und dann kommen sie, die immer gleichen Vorwürfe: „Deine Haare könntest du dir auch mal wieder schneiden lassen. Und dein Zimmer aufräumen. Und dich hinsetzen und für die Schule lernen …“

Sechzehn ist er. Seinen Weg will er gehen. Frei sein und leben.

Noch verbindet sie dieser Tisch. Aber bald ist er erwachsen, wird das Elternhaus verlassen und einen eigenen Tisch haben. Vielleicht wird er dann seinem Sohn sagen:

„Solange du deine Füße unter meinem Tisch stellst!“

Ab und zu besuchen sie den Gottesdienst. Heute ist Feier des Abendmahls. Der Pfarrer sagt zu Beginn der Austeilung: „Kommt an den Tisch des Herrn. Alles ist bereit. Schmeckt und seht wie freundlich der Herr ist!“

Gemeinsam mit den anderen kommen sie und stellen ihre Füße unter Gottes Tisch: Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche – alle sind eingeladen. Manche kommen oft, andere selten. Manche haben bunte Haare, andere gar keine mehr. Manche sind chic gestylt, andere legen darauf nicht so großen Wert.

„Nimm und iss vom Brot des Lebens und trink aus dem Kelch des Heils. Das stärke und erhalte dich im Glauben und gebe dir Kraft und Mut deinen Weg zu gehen.“

Ein buntes Bild um den Tisch des Herrn.  Jede und jeder ist willkommen so wie er/sie ist. Vielleicht stellen wir deshalb so gerne unsere Füße unter Gottes Tisch…

Abendmahl feiern

Darum ganz herzliche Einladung an Sie, wieder einmal einen Abendmahlsgottesdienst zu besuchen und dabei die besondere Atmosphäre zu erleben und zu genießen. Besondere Abendmahlsfeiern gibt es z.B. in der Karwoche und zu Ostern: Am Gründonnerstag etwa feiern wir um 19 Uhr einen meditativen Gottesdienst mit Heiligem Abendmahl, am Karfreitag mit gemeinsamer Beichte, und am Ostersonntag um 5 Uhr in der Früh hören und erleben wir, wie Gott es auf Erden hell macht, brechen das Brot, teilen den Wein und feiern Auferstehung!

Eine besinnliche Passionszeit und ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

 

 

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