Kosher essen

Verehrte Gäste! Die Kashrut unseres Restaurants wird beaufsichtigt durch „Khan Israel-Vaad HaKashrut Wien“ unter Rabbi A.Y. Schwartz.

Kosher Essen 1

Kosher in Praxis …

Dieser Hinweis auf der ersten Seite der Speisekarte war nicht besonders auffällig, aber doch ein Hinweis, dass wir in einer besonderen Pizzeria unseren Ausflug begannen. Die koschere Pizzeria „Novellino“ bietet ausschließlich „milchige“ Speisen an. Die Vorschrift der jüdischen Speisegesetze, milchige von fleischigen Speisen strikt zu trennen, setzt die Novellino recht einfach um: Es gibt eben kein Fleisch dort zu essen. Vermisst hat das angesichts der reichen Auswahl an wunderbaren (nicht nur) italienischen Gerichten wohl niemand, und wären da nicht die schönen großen Fotos spielender jüdischer Kinder an den Wänden gehangen und hätten viele männliche Gäste nicht eine Kippa getragen, dann hätten wir die Novellino wohl „nur“ als eine richtig gute Pizzeria im 2. Wiener Bezirk wahrgenommen.

Kosher Essen 2

… und Theorie

Über 30 Mitglieder unserer Gemeinde – eine bunte Gruppe von ganz klein bis ganz groß – haben sich nach dem Mittagessen auf den Weg ins Jüdische Museum in der Dorotheergasse gemacht. Dort erwarteten uns zwei jüdische Studentinnen, die uns in zwei Gruppen durch die Kosher-Ausstellung führten.

Die „Kinder-/Familiengruppe“ begann in der „Schatzkammer“, dem Depot des Museums. Dort suchte sich jedes Kind einen Essens-Gegenstand aus, anhand dessen die Führerin dann in kindgerechter Weise viel Interessantes über die jüdischen Essens- und Feiertagsbräuche zu erzählen wusste. Anschließend erhielt jedes Kind eine Karte mit einer abgebildeten Speise, die sie in der Sonderausstellung immer wieder hervorkehrten. Spielerisch lernten die Kinder so die Regeln der kosheren Küche kennen.

Genauso interessiert und neugierig wie die Kinder war auch die zweite Gruppe mit den „Großen“. In jedem Raum der Ausstellung wurde eine Frage gestellt, wie „Hatte Noah auch Schweine auf seiner Arche?“ oder „Hat ein Granatapfel tatsächlich genau 631 Kerne?“. In der Beantwortung dieser Fragen erhielten wir viele Informationen über die Herstellung und Zubereitung von kosherem Essen und die verschiedenen jüdischen Feste, bei denen oft ganz spezifische Speisen „auf den Tisch kommen“.

Immer wieder wurde betont, dass die genauen Regeln kosherer Küche unterschiedlich streng eingehalten werden – je nachdem, wie streng jede/r einzelne sie einhalten will. So wie in allen Religionen gibt es eben manche, die es ganz genau mit religiösen Vorschriften nehmen, manche vielleicht auch allzu genau, andere wiederum nicht ganz so streng, und wieder andere – und auch die sind Mitglieder dieser Religion! – gar nicht.

Schön und erfreulich, wenn dieser Tag seinen Beitrag dazu geleistet hat, Unbekanntes, vielleicht auch Befremdliches besser verständlich,  bekannter und „normaler“ sehen zu lernen.

Andreas Andel

 

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