Nehmt einander an! – Familiengottesdienst zur Jahreslosung 2015

Ein heimelig beleuchteter, warmer Kirchenraum, mit biblischen Erzählfiguren aufgebaute Szenen im Altarraum, erwartungsvolles Gemurmel, Kinder in verschiedenstem Alter – Familiengottesdienst in der Lutherkirche.

Dieses Mal war das Thema durch die Jahreslosung für 2015 vorgegeben: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

Um den zahlreich erschienenen kleinen und großen Mitfeiernden die Bedeutung dieses Gedankens zu vermitteln, erzählte Pfarrer Christian Brost in diesem Gottesdienst nicht nur eine, sondern gleich drei biblische Geschichten, zwischen denen jeweils passende Lieder gesungen wurden.

Die drei Könige

Da war zuerst einmal die Geschichte von den drei Weisen, die den ungewöhnlich hellen Stern am Himmel beobachten. Sie deuten ihn als Hinweis auf einen neugeborenen König, machen sich aber erst nach einigem Hin und Her auf den Weg ins Land der Juden, um diesen König zu besuchen. Sie haben zwar Angst vor der mühevollen Reise und den möglichen Gefahren, aber wer was Besonderes erleben will, der muss auch etwas wagen! Der helle Stern zeigt ihnen die Richtung und tatsächlich finden sie das neugeborene Kind, aber nicht im Königspalast zu Jerusalem, wo sie es zuerst vermutetet haben, sondern an einem völlig unbedeutenden Ort. Pfarrer Brost erzählte diese sehr bekannte Geschichte so spannend und detailreich, dass alle förmlich an seine Lippen hingen.

Auch für die Erwachsenen gab es am Ende dieser Geschichte einen Denkanstoß: Haben WIR uns schon auf die Suche nach Jesus gemacht? Und vielleicht finden wir ihn ganz  wo anders, als wir das erwarten. Aber indem Gott menschliche Gestalt angenommen hat, hat er die Menschen angenommen und lässt sich auch von uns finden.

Jesus und die Kinder

Die nächste Geschichte handelte davon, wie Jesus mit den Kindern umgegangen ist. Dazu gab es für alle kleinen Familiengottesdienst-TeilnehmerInnen ein Geschenk, ein Büchlein mit dem illustrierten Bibeltext. So konnte man gleichzeitig auf den Bildern sehen und vom Pfarrer hören, was Jesus tut, als die Jünger keine Kinder zu ihm lassen wollen. Er weist niemanden ab, die Kleinen nicht und nicht die Großen, weder die Ängstlichen noch die Mutigen, Menschen mit verschiedener Hautfarbe – Gott hat sie alle lieb und nimmt sie alle an. Und auf den Bildern ist auch sehr schön dargestellt, wie sich dieses Angenommensein auf die Menschen auswirkt. Sie lachen, spielen miteinander, vergessen alle Sorgen, weil Gott mitten unter ihnen (und unter uns) ist. An dieser Stelle durften sich alle anwesenden Kinder eine Playmobil-Figur holen und in die Nähe der Jesus-Figur stellen, dorthin, wo sie sich ihren eigenen Platz bei Jesus wünschten.

Der verlorene Sohn

In der dritten und letzten Geschichte schließlich ging es um den verlorenen Sohn. Pfarrer Brost vermittelte diese Geschichte genau wie die beiden anderen lebendig und amüsant und zeigte wieder anhand der Erzählfiguren, wie ein Vater seinen Sohn fortziehen lässt. Nach einiger Zeit kommt dieser völlig verarmt und gescheitert zurück. Der Vater ist ihm aber nicht böse, sondern nimmt ihn mit großer Freude und ganz selbstverständlich wieder an. Jesus zeigt uns damit, wie Gott ist. Die Geschichte schloss mit einem Impuls für die Erwachsenen: Habe ich schon einmal erlebt, dass ich von jemandem angenommen worden bin? Und wann habe ich selber einen Menschen bedingungslos angenommen?

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ So einfach klingt das. Und so schwer ist es manchmal.

Nach dem gemeinsamen Abendmahl und dem Vater unser wurde der Familiengottesdienst, wie immer, mit dem Segen zum Mitmachen beendet. Der Vormittag fand einen schönen, gemütlichen Ausklang im Gemeindekaffee.

Christine Andel

 

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