Vom Danken

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Foto: Abdulhamid AlFadhly, http://www.sxc.hu

Lobe den Herrn meine Seele
und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103,2

Lass dich fragen, ob dein Herz durch Undank so mürrisch, so träge, so müde, so verzagt geworden ist.
Dietrich Bonhoeffer

Dank spielt in der Bibel eine wichtige Rolle.

Jesus dankt immer wieder Gott – interessanterweise oft in schwierigen Situationen. Auch bevor er mit seinen Jüngern Brot und Wein teilt, spricht er ein Dankgebet.

Der Apostel Paulus dankt für die Menschen in ‚seinen’ Gemeinden, gerade auch wenn es – wie in Korinth – nicht so rund lief.

Danke sagen ist manchmal echte Arbeit. Aber es lohnt sich, weil es unsern Blick weg lenkt von den Defiziten hin zu dem, was uns geschenkt ist. Das entlastet.

Beim Danken steht einmal nicht das ‚Haben-Wollen’ und ‚Bekommen’ im Vordergrund, sondern die Beziehung zum Geber und zum Nächsten.

Dankbarkeit ist auch ein Gegengift für den selbstzerstörerischen Leistungswahn unserer Zeit.

Wer Gott für sein Leben dankt, gesteht sich und ihm damit ein, dass er das, was sein Leben ausmacht, nicht sich selbst zu verdanken hat.

So zu leben macht innerlich frei.

Ich verdanke mich nicht mir selbst.
Ich verdanke mich der Liebe meiner Eltern.
Ich verdanke mich der Geduld meiner Familie.
Ich verdanke mich der Fürsorge meines Partners und seiner Vergebung.
Ich verdanke mich im Krankheitsfall der Kunst der Ärzte.
Und ich verdanke mein Leben Gott, der mich am Ende in seine Arme schließen wird.

Der Dank ist auch ein gutes Mittel, ein gutes Verhältnis zu Menschen und Dingen zu gewinnen: Wofür wir Gott danken, das werden wir nie vergöttern, sei es Ehe und Familie oder Arbeit und Leistung; wofür wir Gott danken, das können wir nicht verteufeln, sei es unsere Leiblichkeit und Sinnlichkeit oder unser Verstand und Wissen;

wofür wir Gott danken, das werden wir nicht für uns behalten, sondern es mit anderen teilen: Brot und Wein, Zeit, Energie und Liebe…

Ein in diesem Sinn dankbares Frühjahr wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer
Christian Brost

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