Nachlese Konfirmation 2013

Konfirmation2013
© Thomas Blazina

Nach neun Monaten Vorbereitungszeit haben wir am Pfingstsonntag miteinander Konfirmation gefeiert. Während des Gottesdienstes stritten vor allem die Gefühle von Nervosität und Ehrfurcht miteinander, aber wir haben es alle gut gemeistert und Ja zu unserer Taufe gesagt. Pfarrer Brost hat in der schön geschmückten und von unseren Eltern frisch geputzten Lutherkirche über die Liebe gepredigt. Ich möchte mich im Namen aller Konfirmanden bei denen bedanken, die den Weg durch die Vorbereitungszeit mit uns gegangen sind und uns so ein schönes Fest bereitet haben: unseren Eltern, Pfarrer Brost, Norbert Flamisch und Terhi Korhonen. Und auch bei der ganzen Gemeinde, weil sie uns als Mitglieder aufgenommen haben.

Heinrich Poigner

Gedanken aus der Konfirmations-Predigt

Hast du mich lieb?
Das ist die große Frage unseres Lebens.
Nicht nur für euch Konfirmanden, sondern für uns alle.

Hast du mich lieb?
Das ist die eine Frage, neben der alle anderen Fragen verblassen.

Was tun wir nicht alles, um geliebt zu werden:
Wir streben nach Geld und Macht, nach Sportlichkeit und Schönheit – alles, um uns interessant zu machen, um den anderen zu signalisieren, dass wir liebenswert sind.

Hast du mich lieb?
Das ist die Frage, die trotz allen Zeitvertreibs und aller Ablenkungen nicht zur Ruhe kommt, die Frage, auf die wir eine Antwort brauchen.
Zeitlebens sind wir auf der Suche nach einer befriedigenden Antwort.

Hast du mich lieb?
Geliebt zu werden ist unser wichtigstes Bedürfnis: geliebt zu werden – und zwar so, wie wir sind!

Nicht die materiellen Dinge, mit denen wir uns umgeben und für deren Erwerb wir uns so ins Zeug legen, sind die Garanten unseres Glücks, sondern Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung.

Wir brauchen Menschen, die uns mit ihrer Liebe umgeben – und zwar nicht mit einer fordernden, erdrückenden Liebe, sondern mit schenkender Liebe, die fragt, was kann ich tun, dass sich dein Leben entfaltet. Wer mich so liebt, dem kann ich vertrauen, der wird mich nicht nach seinen Vorstellungen verbiegen und modellieren, sondern wird mich frei lassen und mir helfen, meinen eigenen Weg zu finden.

Ich hab so das Gefühl, dass das für euch im Moment ganz wichtig ist, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,  dass ihr die Freiheit erlebt, euch ausprobieren zu können, dass eure Eltern euch zutrauen, dass ihr es gut macht, sie euch das Gefühl geben, ihr könnt etwas, und dass sie auch zu euch stehen, wenn ihr Fehler macht.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr die Erfahrung macht: ich werde immer geliebt!

Und habt euch auch selber lieb.
Ihr seid bezaubernde Menschen und liebenswert.
Lasst euch von niemandem etwas anders einreden.
Und ihr habt Begabungen – manche, die ihr längst kennt und entwickelt, und solche, die noch in euch schlummern.

Seid gut zu den Menschen um euch, sie werden es euch danken.
Achtet alte Menschen und hört ihren Geschichten zu.
Da könnt ihr viel lernen!

Gebt, so wird euch gegeben.
Vergebt, so wird euch vergeben.
Mit dem Maß, mit dem ihr andere messt, wird man euch messen….

Und vergesst nicht: Gott hat euch lieb!
Das ist bei eurer Taufe damals sichtbar und spürbar geworden…
Und das soll heute bei eurer Konfirmation auch wieder deutlich werden…

Lasst euch das gesagt sein.
Vertraut darauf bei allem, was euch den Mut nehmen will.

 Die Freundschaft Gottes kann euch niemand rauben, weil Gott selber sie euch schenkt und er mit euch durch dick und dünn gehen will.

 Pfarrer Christian Brost

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