Geistliches Wort zum Sonntag der Diakonie

Seife

In Südamerika kam es einmal zur Begegnung zwischen einem Seifenfabrikanten, der auf den christlichen Glauben nicht gut zu sprechen war, und dem Pfarrer seines Stadtteils:

„Was wollen Sie denn mit Ihrem Christentum, Herr Pfarrer? Obwohl es nun schon 2000 Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht besser geworden – es gibt immer noch Böses und böse Menschen auf Erden!“

Der Pfarrer überlegt einen Augenblick, was er erwidern soll, zeigt dann auf ein besonders schmutziges Kind, das am Straßenrand im Dreck spielt, und meint: „Schauen Sie Herr Fabrikant, Ihre Seife hat auch nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Leute auf der Welt!“

„Naja, Seife nutzt natürlich nur dann etwas, wenn man sie benützt!“ entgegnet der Fabrikant.

„Mit dem Christentum ist es genauso“, antwortet ihm der Pfarrer, „es hilft nur, wenn man es anwendet, wenn wir in Jesu Fußtapfen treten und Gutes tun. Ein Glaube ohne positive Auswirkungen im Alltag ist nichts wert!“

Gott wirkt durch uns Wunder

Wenn jemand hungrig ist, möchte Gott das Wunder tun, diesem Menschen zu essen zu geben. Aber das geschieht nicht, indem Wachteln und Manna vom Himmel fallen, sondern indem wir Gott die Mittel an die Hand geben, die Hungrigen zu speisen. Wenn ein Mensch nackt ist, möchte Gott das Wunder tun, diesen Menschen zu bekleiden, aber dazu schwebt kein Designer-Outfit vom Himmel. Nein, es geschieht, wenn wir Gott das Rohmaterial für seine Wunder liefern. Wenn jemand krank, gefangen oder fremd in der Stadt ist, dann möchte Gott das Wunder tun, diesen Menschen zu trösten, ihm beizustehen und ihm Hoffnung einzuhauchen – nicht via Stimme vom Himmel, sondern indem wir für diese Menschen da sind und ihnen Trost und Hoffnung spenden.

Gott will mit uns an einer neuen Gesellschaft arbeiten, in der Menschen ein größerer Wert beigemessen wird als Dingen, in der sie sicher sein können vor Hunger, Obdachlosigkeit und Unwissenheit; eine Welt, in der es mehr Freundlichkeit geben wird, mehr Miteinander, mehr Teilen, mehr Mitgefühl, mehr Lachen…

Wir evangelischen Christen feiern 2013 als Jahr der Diakonie.

Wir laden sie herzlich ein, am Netz der Mitmenschlichkeit ihre Maschen zu knüpfen!

Ihr Pfarrer Christian Brost

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