Erinnern Sie sich an vergangene Weihnachten?

Die Engel singen von Friede und Freude, heißt es. Gott zeigt uns seine Liebe, indem er seinen Sohn Mensch werden lässt. Jesus ist geboren! Ja, wirklich: was für ein göttlicher Liebesbeweis!

Erinnern Sie sich auch daran, dass im vergangenen Advent ein Telefonjux zweier australischer Reporter Schlagzeilen machte? Die beiden hatten mit verstellten Stimmen in jenem Krankenhaus angerufen, in dem gerade die englische Herzogin Kate ihre Schwangerschaftsübelkeit bekämpfte, und sich für Queen und Prinz Charles ausgegeben. Zwei unglückliche Krankenschwestern fielen auf den Trick herein und plauderten aus, dass „Kate sich heute noch nicht übergeben“ habe. Eine der beiden Kranken-schwestern beging daraufhin aus Scham, etwas zum Gaudium der ganzen Welt über die königliche Patientin ausgeplaudert zu haben, Suizid. Schlimm genug, möchte man meinen. Furchtbar für die Angehörigen, entsetzlich für die Vorgesetzten, einfach bedrückend und sinnlos.

Nun schlug die öffentliche Meinung – gerade noch voller Spott über die Krankenschwestern – um und stellte die beiden Reporter im Internet an den Pranger: „Schämt euch!“ und „An euren Händen klebt Blut“ hieß es da plötzlich. Als wäre es nicht genug, dass sich ein Mensch aus Scham und Verzweiflung umgebracht hat. Es ging grausam weiter. Für nichts und wieder nichts. Advent, Weihnachten, was war das schon, wenn es die Chance gab, von seinen eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken und mit dem Finger auf andere zu zeigen!

Gott ist so nicht. Da hätte er wohl viel zu tun, wollte er ständig auf uns alle Menschen zeigen, die wir uns oft nicht richtig verhalten.

Gott liebt uns. Gott liebt uns so sehr, dass er seinen einzigen Sohn auf die Erde sandte, um uns wahrhaftiges Gegenüber zu sein. Um uns begreiflich zu machen, wer er ist, wer wir sind. Und um zu zeigen, wie wir leben sollen. Er wurde Mensch, voll und ganz, er wurde an-greiflich – bis zum Tod am Kreuz.

Kurator Gert Lauermann

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