Auf einen hellen Herbst!

So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matthäus 5,16

In einem kleinen französischen Dorf wurde zur Reformationszeit immer am Sonntag Abend Gottesdienst gefeiert. Jeder Gottesdienstbesucher brachte dabei seine Öllampe mit, die er beim Eintritt in die Gemeinde erhalten hatte. In der Kirche wurden diese Lämpchen auf die breiten Banklehnen gestellt und erhellten gemeinsam den Raum zum Gottesdienst.

Was für ein herrliches Bild für unser gemeindliches Miteinander, liebe Leserin und lieber Leser!

Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind die erholsamen Sommermonate vorbei und es geht wieder los: Kindergarten, Schule, Arbeit…

Auch in unserem gemeindlichen Miteinander freuen wir uns auf einen bunten Herbst: interkulturelles Fußballturnier zur Unterstützung des Stockerauer Somamarktes, unser evangelischer Monat im Oktober mit GastpredigerInnen, die uns das Vaterunser auslegen, Reformationsgottesdienst in Hollabrunn mit Feier des 50 jährigen Kirchenjubiläums der Christuskirche, Büchertisch, Flohmarkt und und und …

Dabei geht es nicht nur darum, dass wir diese Dinge tun, sondern auch wie wir sie tun.

Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen!

Ein Zeichen setzen

Wir sind als Gemeinde gerufen, Zeichen zu setzen in unserer Zeit und Gesellschaft, Zeichen zu setzen gegen die Vereinzelung und gegen den Egoismus, der ständig nimmt, ohne jemals etwas zu geben.

Wo, wenn nicht bei uns, sollen denn Menschen Geborgenheit und Zuwendung erfahren? Wo, wenn nicht bei uns, sollen sie hören und erleben, dass der Wert unseres Lebens nicht von unserer Leistung abhängig ist, sondern von der Liebe Gottes, die uns tragen will und kann?

Dazu braucht es Menschen, die nicht nur mit sich selbst beschäftigt sind, sondern die Kraft haben, Geborgenheit und Nähe zu schenken und ihr Gottvertrauen mit anderen zu teilen. Dieses Gottvertrauen und die Erfahrungen, die wir mit Gott in unserem Leben gemacht haben, sind das Öl in unseren Lebenslämpchen. Der Wille zur Gemeinschaft, die Bereitschaft zum Geben und Nehmen ist wie der Funke, der das Öl entzündet. Das Licht und seine wohltuende Wirkung sind Gottes Dienst an uns.

Deshalb lade ich Sie ganz herzlich ein, den Herbst einmal unter dem Gesichtspunkt zu betrachten: Was kann ich einbringen in unser Miteinander? Wo kann ich mein Licht leuchten lassen und so einem anderen Menschen das Leben ein wenig heller machen? Wie kann ich entlasten, helfen und mittragen?

Auf ein gelingendes Miteinander und einen hellen Herbst freut sich

Ihr Pfarrer Christian Brost

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