Lange Nacht der Kirchen 2012

Gottes Güte reicht

Zum ersten Mal haben wir mit der katholischen Pfarre Stockerau gemeinsam die Lange Nacht der Kirchen gestaltet. So wie es in Stockerau schon Tradition hat, nämlich einen Tag nach der Langen Nacht der Kirchen in Wien, am 2. Juni, um 18:00 begannen wir unsere Nacht. In Unterzögersdorf hielt Manfred Culik einen kompetenten und interessanten Vortrag über das Pilgern im Laufe der Geschichte. In der Lutherkirche starteten wir mit der Ausstellung und Versteigerung von Bildern der Spielgruppe unserer Pfarre.

So etwas hat es noch nie gegeben. Bilder, die in Zusammenarbeit mit einem Künstler von den 5-9 Jährigen gemalt wurden, kamen unter den Hammer. Da konnte man das „Feuerwesen“ oder „Die rosa Raupe“ erstehen – allesamt eindrucksstarke und farbenfrohe Gemälde. Und: Alle Bilder wurden unter der Leitung von Norbert Flamisch versteigert und verkauft. Der Reinerlös kommt der Spielgruppe zu Gute. Eine großartige Idee, die Terhi Korhonen da erfolgreich umgesetzt hat. Um 19:30 schließlich Glockengeläute für den feierlichen Beginn des Ökumenischen Gottesdienstes.

Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist.

Vielleicht ist es nur mir so gegangen, aber ich hatte bei diesem Gottesdienst das Gefühl, dass der Himmel diesmal sehr weit war. Das ökumenische Miteinander, das ich schon in der Vorbereitung als wertschätzend und unterstützend erlebt habe, war wirklich besonders freundschaftlich.

Auch wenn der Gottesdienst durch einen Kreislaufkollaps unterbrochen wurde, es entstand keinerlei Unruhe und bestimmt hat auch die ökumenisch besetzte Musikbegleitung viel zum Gelingen beigetragen.

Im Anschluß waren alle eingeladen zu bleiben: erstens, um dem Programm „Psalmen – Emotionen in Wort und Musik“ beizuwohnen, und weiters, um an Kirchenführung und Scriptorium teilzunehmen.

Das Programm der Psalmen bot eine Reise durch die unterschiedlichsten Gefühlswelten. Das Lob Gottes im hebräisch gesungenen 95. Psalm – wunderbar gesungen von unserem Vikar Bernhard Petri-Hasenöhrl; Not, Angst, Freude und auch Dank – Gefühle, die durch die Sprecherin Lisa Leeb sehr präsent wurden. Aber auch die Musik – die Orgel gespielt von Johannes Lenius, Flöte von Ulli Kuchler und Gitarre von Peter Schick – gaben den Texten oft noch das gewisse Etwas, um leichter verstanden zu werden. Und natürlich der Gesang! In den man bekanntlich so viel Gefühl legen kann. Einige Mitglieder der Stockerauer Kantorei sangen bekannte und weniger bekannte Psalmenlieder und auch die Zuhörerschaft war mehrmals eingeladen mitzusingen.

Den feierlichen Abschluss machte der letzte, der 150. Psalm „Das große Halleluja“, wo schließlich alle gemeinsam im Kanon Halleluja sangen.

Während in der Kirche eine große Schar zur Kirchenführung durch unseren Pfarrer blieb, wurde im Gemeindesaal fleißig an der ersten ökumenischen Stockerauer Psalmenausgabe geschrieben. Wer Lust hatte, konnte beliebig viele Verse aus den Psalmen abschreiben, die in der Lutherübersetzung das Wort Güte enthalten, oder eigene Psalmverse kreieren. Es war auch Zeit für Gespräch und Begegnung. Um 22:00 schließlich sammelten sich alle beim Kircheneingang. Wir wurden mit Kerzen ausgestattet und waren so für den Weg zur katholischen Kirche gerüstet. Dort ging dann das Programm weiter. Sehr eindrucksvoll eine Bild/Ton-Collage über den Heiligen Koloman. Ich persönlich habe da viel Neues über Koloman erfahren und die musikalische Gestaltung war sehr stimmig und schön.

Dann folgte Irische Musik, gesungen von Günther Hackl – die Akustik in der großen Kirche ist für so eine Musik wirklich schwierig; sehr schön waren die Bildimpressionen dazu und der Text in Mundart, einer Zeitgenossin des Koloman in den Mund gelegt. Es wurde schon 24 Uhr. Zeit für das abschließende, ökumenische Nachtgebet. Die schon etwas kleinere Schar versammelte sich um den Altar der großen Kirche und mit viel Kerzenlicht und Gedanken zu Gottes Güte – die uns so reich macht – wurde der Schlusspunkt dieser Nacht gesetzt.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Danke möchte ich an dieser Stelle sagen: Danke allen Mitwirkenden unseres Programms und Danke an die Verantwortlichen der Katholischen Pfarre. Es hat sehr viel Freude gemacht, wir haben einander besser kennengelernt und eine wunderschöne gemeinsame Veranstaltung zu Stande gebracht.

Irmi Lenius

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