„Was glaubst du eigentlich?“ – Moslems und Christen im Gespräch

Unter diesem Motto stand eine interreligiöse Veranstaltung am 24. Mai im Lenausaal in Stockerau. Zwei der drei abrahamitischen Buchreligionen in Kurzfassung kennen lernen zu können, das ließen sich etwa 80 Interessierte nicht entgehen.

Der Abend begann mit Kurzvorträgen der beiden Pfarrer Brost und Beranek sowie des Vorsitzenden der Islamischen Religionsgemeinde St. Pölten Mehmet Isik, der auch die rund 75.000 Moslems in Niederösterreich vertritt. Der Abend endete bei türkisch-österreichischen Imbissen, Bücher- und Infotischen und vor allem guten Gesprächen. Zweck der Veranstaltung war es, Menschen ins Gespräch kommen zu lassen, die zwar nebeneinander wohnen, aber einander sonst kaum kennen. Zweck war es nicht, Diskussionen über unterschiedliche Standpunkte oder gar theologische Ansätze zu führen, sondern einander einfach einmal zuzuhören und zu erfahren, was eigentlich für Moslems und Christen wichtig ist.

Mehmet Isik erzählte von den fünf Säulen des Islam und betonte die Wichtigkeit und Unumstößlichkeit des Koran und seiner Regeln für die Moslems. Er berichtete von den Plänen, den Vorbetern (Imamen) in Niederösterreich in nächster Zeit Deutschkurse anzubieten, und den Bemühungen, in Wien eine Akademie zur Ausbildung von österreichischen Imamen zu gründen. Schließlich sprechen die Moslems in Österreich viele unterschiedliche Sprachen, wie etwa bosnisch, albanisch, türkisch oder arabisch und verstehen oft ihren Imam nicht. Alle Jüngeren sprechen aber deutsch, sodass die Gebete zumindest auch in deutsch angeboten werden sollen.

Christian Brost und Markus Beranek zeichneten ein harmonisches Bild des Christentums ganz im Zeichen von Gottes- und Nächstenliebe in ihren kirchlichen und persönlichen Ausdrucksformen. Grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen evangelisch und römisch-katholisch fanden sich aber auch bei Taufe und Abendmahl.

Die gute Atmosphäre und das rege Interesse zeigten, dass die Veranstaltung ein Erfolg war und einer Vertiefung des Dialogs nichts im Wege steht.

Als nächste gemeinsame Aktion ist nun einmal ein Benefizfussballturnier zu Gunsten des Sozialmarkts SOMA am 8.9.12 in der Sporthalle Stockerau geplant: „Miteinander für Stockerau“. Mitspielen dürfen alle Männer über 15 Jahren, die Mannschaften werden konfessionell durchgemischt. Fans und Zuschauer werden angesichts der zu erwartenden sportlichen Höchstleistungen aber genauso auf ihre Kosten kommen. Sport verbindet! Anmeldung und Information bei Kurator Lauermann oder im Pfarramt.

Kurator Gert Lauermann

 

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