Das Ende ist nahe (?)

Was machen Sie eigentlich am 21. Dezember 2012?

Manche Menschen sind davon überzeugt, dass ein außergewöhnliches Ereignis bevorsteht. Sie glauben, dass der Kalender des mexikanischen Mayavolkes den Weltuntergang vorhersagt. Medienberichten zufolge hat eine Gruppe von Italienern auf der Halbinsel Yucatán sogar einen Bunker gebaut, um vor dem Weltuntergang geschützt zu sein.

Das Thema füllt Dutzende Bücher, und auch Hollywood hat die Prophezeiung vom Weltuntergang in dem Film ‚2012’ in spektakulären Bildern auf die Leinwand gebracht.

Nun, was ist dran am angeblichen Ende der Welt?

Ich muss gestehen, mir sind solche Weltuntergangsspekulationen eher suspekt, aber erzählt nicht auch die Bibel vom Ende der Welt in düsteren Bildern?! Wenn das Thema Weltuntergang an mich als Pfarrer herangetragen wird, versuche ich meinem ersten Impuls, das Ganze als Quatsch abzutun, zu widerstehen.

Das ist wohl nicht der richtige Weg, mit den Sorgen der Menschen umzugehen. Statt dessen versuche ich dahinter zu hören, was Menschen bewegt, die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen.

Hinter der Sorge vor dem Weltuntergang verbirgt sich nicht selten eine diffuse Angst: die Sorge mit dem Leben nicht klar zu kommen, vom Alltag überfordert zu werden. Und mit dieser Angst sind die Leute doch eigentlich richtig bei der Kirche und beim Pfarrer.

Wo sollen sie denn sonst damit hin? Nur – wie geht man mit solchen Ängsten um?

Ein lieber Freund von mir hat dazu eine kleine Bildergeschichte entdeckt, eine Predigt in Bildern, die ich mit ihnen teilen möchte.

Da ist ein Mann zu sehen, der mit seiner Aktentasche auf die Arbeit geht. Ganz normaler Alltag. Doch auf dem Weg trifft er einen Anderen mit der Warnung ‚Das Ende ist nahe!’ Unser Mann geht zurück und gibt seiner Frau einen Kuss, ehe er sich wieder auf den Weg macht.

Werfen sie bitte einmal einen Blick auf die Gesichter des Ehepaares am Anfang und am Ende der Geschichte!

Wunderbar – so sehen Menschen aus, die den biblischen Satz ‚Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden’ richtig verstanden haben.

Klug werden heißt in diesem Fall, mitten im Alltag die kleinen Wunder, wie einen liebvollen Kuss, nicht gering zu achten. Sie geben uns die Kraft zum Leben.

Als Mensch des 21. Jahrhunderts weiß ich, dass es viel wahrscheinlicher ist einen Autounfall zu haben, als den Weltuntergang mitzuerleben.

Als Christ bin ich gewiss, dass mein Tod in der Taufe schon vorweggenommen wurde und ich dem Leben entgegengehe. Und wenn die Welt nun tatsächlich am 21. Dezember untergeht?

Dann möchte ich lieber der Mann auf dem letzten Bild sein. Und Sie?

Ein gutes, nicht allzu ängstliches Jahr wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

Kommentar eines Lesers dieses Artikels:

Was machen wir am 22.12.2012 … Sub conditione jacobi freuen wir uns an der sofort nach ihrem Untergang perfekt neu erschaffenen Welt. 

Nota Bene: „Wie jedermann weiß, wurde vorhergesagt, dass die Welt am vergangenen Mittwoch um 10 Uhr Pacific Standard Time enden würde. Da gegenwärtig anscheinend eine Welt existiert, muss das ganze Universum also wiedererschaffen worden sein, komplett mit scheinbarer «Vergangenheit», [und zwar] am vergangenen Donnerstag. q.e.d.“)

gefunden bei http://de.wikipedia.org/wiki/Last_Thursdayism

 

Dieser Beitrag wurde unter Geistliches Wort veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.