Geistliches Wort zum Advent

Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt! (Hebräer 10,36)

„Papa, wie lange ist es noch bis Weihnachten? Ich freu mich schon so. Ich kann’s kaum erwarten.“

Sich freuen heißt nicht nur, sich über etwas freuen; es bedeutet auch: sich auf etwas freuen. Kinder kennen und leben die Freude als Vorfreude. In uns allen steckt ein Kind, das sich freuen kann und freuen möchte. Lassen wir diese Vorfreude im Advent zu, dass Weihnachten zu einem frohen Fest werden kann.

Stille und Dunkelheit

Ursprünglich war die Adventzeit eine stille und dunkle Zeit – ohne Festbeleuchtung, aber voller Erwartung.

Am 1. Advent leuchtete ein Licht auf, dem weitere Lichter folgten, bis schließlich an Weihnachten die Freude groß war über den Christbaum, das gemeinsame Essen, ein kleines Geschenk. Gerade weil man sich im Advent mit den Lichtern, den Liedern, dem üppigen Essen und opulenten Einkäufen zurückhielt, war das Fest etwas wert.

Wir laufen Gefahr, diese Freude zu verlieren, weil wir das Warten verlernt haben. Wir wollen, was wir kriegen können, und das möglichst gleich.

Alles braucht seine Zeit

Und so beginnt das Weihnachtsgeschäft in den Kaufhäusern, wenn die Schulanfangssachen weggeräumt werden. Lange vor Weihnachten erklingen die vertrauten Weihnachtslieder und wenn Weihnachten endlich kommt, wird in den Geschäften für Fasching dekoriert. Schade! So nehmen wir uns und unseren Kindern mehr, als wir mit dem ganzen Weihnachtsrummel gewinnen.

Dabei stellt die Entdeckung und Einübung der Vorfreude die eigentliche Vorbereitung auf das Fest der Feste dar. Wenn wir an Weihnachten, wie in der Karikatur dargestellt, kein Tannengrün und keine Lebkuchen mehr sehen können, dann ist etwas falsch gelaufen.

Alles hat seine Zeit: Vorfreude und Feiern, Verschenken und Auspacken, der Ewigkeitssonntag und der 1. Advent. Lassen wir uns vom Weihnachtsrummel nicht länger überrollen!

Unsere stille Zeit im Advent

Darum verbringen wir als Pfarrgemeinde dieses Jahr auch ganz bewusst einen ruhigen Advent mit nur wenigen Veranstaltungen, zu denen wir aber gerne einladen, weil sie dabei helfen können in dieser Zeit, in der alle rennen und hasten, zur Ruhe zu kommen:

Wir beginnen den Advent mit einem Familiengottesdienst für Groß und Klein am Sonntag, den 27.11.2011 um 10 Uhr in der Lutherkirche, jeden Mittwoch im Advent (30.11.; 7.12.; 14.12. und 21. 12) findet jeweils um 19 Uhr ein „Stille halbe Stunde“ in der Lutherkirche statt – mit Texten und Liedern für die Vorweihnachtszeit.

Am 3.12. um 19 Uhr freuen wir uns auf ein Adventkonzert mit der Städtischen Musikschule, dem Preisträger-Quartett der Musikschule Tulln und unserer Kantorei, und am 18.12. um 10 Uhr feiern wir einen Gottesdienst miteinander, in dem eine Adventkantate von G. P. Telemann zur Aufführung gebracht wird. Herzliche Einladung!

Vorbereitung auf das Kommende

Übrigens – an Weihnachten geht es nicht nur um das Kind in der Krippe!

Der erste Advent Jesu damals vor 2000 Jahren erinnert uns an seine Wiederkunft am Ende der Zeit. Das Kind in der Krippe ist auch der künftig Kommende, der Erde und Himmel miteinander verbindet und uns nach Hause bringt.

Advent ist auch die Zeit der Vorbereitung auf das Kommende. Die Zeit vor Weihnachten ist auch dazu da, über uns und unser Leben nachzudenken, auszusprechen und tu tun, was getan werden muss; an manchen Stellen in Gottes Namen neu anzufangen!

Advent. Christus ist gekommen und er wird wiederkommen: einst in Herrlichkeit, aber heute schon ganz still und dennoch spürbar – zu denen, die seine Nähe suchen!

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie in der Adventzeit die Wärme und Geborgenheit erfahren, die sie sich wünschen und ein fröhliches, friedvolles Weihnachtsfest erleben dürfen!

Ihr Pfarrer Christian Brost

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