Gedanken eines Hobbygärtners

In meinem Garten wachsen Pflanzen aus allen Kontinenten auf engstem Raum nebeneinander.

Sie haben die verschiedensten An­sprüche. Manche brauchen einen sauren, andere eine alkalischen Boden, manche mögen es feucht, manche trocken, manche lieben die Sonne, andere den Schatten. Manche Pflanzen wuchern und müs­sen daher von mir in Schranken gehalten werden. Manchmal muss auch ein Ast eines Baumes entfernt werden, damit die Pflanzen darunter mehr Licht erhalten.

Ich muss als Gärtner ständig beobachtend durch meinen Garten gehen und in das Geschehen ordnend eingreifen. Ansonsten wird daraus eine Wildnis.

Der Garten „Erde“

Wir Menschen haben aus unserem Planeten Erde, insbesondere in den letzten 150 Jahren, einen riesigen Garten gemacht. Menschen aus allen Kontinenten leben in Milli­o­nenstädten auf engstem Raum nebeneinander. Sie haben die unter­schiedlichsten Charaktere, Ge­wohn­heiten und Bedürfnisse.

Autobahnen, Eisenbahnen, Flug­li­ni­en und Schiffe verbinden die­se Zentren. Pipelines und Hoch­span­nungskabel versorgen sie mit Energie. Über Satelliten ist jeder mit jedem verbunden. Geldflüsse sind in Minuten per Funk von einem Kontinent zum anderen möglich. Kann das alles mit einer liberalen Marktwirtschaft, mit einer liberalen Finanzwirtschaft, mit einer liberalen Energiewirtschaft, mit einem liberalen Einsatz von Ressourcen auf Dauer funktionieren?

Die Verantwortung der Gärtner

Meiner Meinung nach braucht es ordnende Hände von qualifizierten „Gärtnern“. Nur – wie schaut vor allem die moralische Qualität der weltweit agierenden „Gärtner“ aus ?

Alle Religionen geben uns Men­schen Richtlinien für unser Zu­sam­men­leben.

Gerade die Vorkommnisse der letz­ten Jahre machen es notwen­dig, dass sich die verantwortli­chen Repräsentanten der Reli­gi­ons­ge­mein­schaften verstärkt zu Wort melden und die „Gärtner“ an ihre moralische Verantwortung erinnern. Denn neben dem „Machet euch die Erde untertan“ stehen in der Bibel auch die Zehn Gebote und die Bergpredigt!

Friedrich Kuchler

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