Geistliches Wort zur Jahreslosung 2011

Lass dich nicht vom Bösen überwinden,
sondern überwinde das Böse mit Gutem!
(Jahreslosung für das Jahr 2011 aus dem Brief an die Gemeinde in Rom, Kap. 12, V. 21)

Unser Leben ist zeitweise ein einzi­ger Kampf, ein Kampf, in dem uns nichts geschenkt wird.

Wir kämpfen gegen andere Men­schen, die uns das Leben schwer machen, die beliebter sind als wir, besser und erfolgreicher, wir käm­­pfen gegen Menschen, die uns unsympathisch sind. Dabei entwickeln wir große Phantasie, wenn es darum geht, diesen Menschen zu schaden.

Der altböse Feind

In Wahrheit kämpfen wir jedoch gar nicht gegen Menschen, sondern gegen das Böse, den „altbösen Feind“ (wie Luther es formuliert), der lei­­der auch in uns wohnt. Dieser alt­­böse Feind will raus, will sich ausdrücken und ausleben.

Wir kämpfen mit Egoismus und Gleichgültigkeit, mit Unverständnis und Vorurteilen, mit Habgier und Machtstreben, mit Lieblosigkeit und Angst.

Das sind die Mächte und Gewalten, die unser Leben bedrohen. Täglich erleben wir ihre Realität. Leider sehen wir das Böse in anderen deutlicher am Werk als bei uns selber. Leider sind wir immer etwas dünnhäutig, was Kritik anlangt, und oft taub für die Ratschläge von Menschen, die es gut mit uns meinen.

So schaffen wir die Verhältnisse, unter denen wir leiden, selber.

Wie überwinden?

Bessere Verhältnisse gibt es nur, wenn wir bessere Menschen werden, wenn wir uns nicht vom Bösen überwinden lassen, sondern das Böse mit Gutem überwinden. Dazu brauchen wir Gottes Hilfe. Das schaffen wir nicht aus eigener Kraft.

Es ist wichtig, dass Gottes Wort uns in den Tiefen unseres menschlichen Lebens erreicht, in den Momenten, in denen uns ungeschminkt klar wird, wozu wir fähig sind.

In diesen Tiefen will Gottes Wort uns finden und uns vor Gleichgültigkeit, Resignation und Verzweiflung bewahren.

Dazu muss es uns jedoch erreichen, wir müssen es lesen und hören und darüber reden.

Wenn uns das Wort Gottes verloren geht, wenn wir nicht mehr in den Geschichten des Evangeliums zuhause sind, verlieren wir viel. Ohne die Wegweisung der Bibel sind wir dem Zeitgeist ausgeliefert, und es fällt uns schwer zu erkennen, wie wir leben sollen.

Wenn wir jedoch mit Gottes Hilfe das Böse mit Gutem überwinden, werden wir andere Menschen beflügeln, denn wie das Böse zieht auch das Gute Kreise und wirkt ansteckend.

Geben wir Gott im neuen Jahr 2011 die Chance, durch uns seinen Geist in der Welt wirken zu lassen, einen Geist der Freundlichkeit, der Versöhnung, des Teilens und der Liebe. Damit unsere Kinder eine Welt von uns erben, in der zu leben sich lohnt und Freude macht.

Ein in diesem Sinn gesegnetes und erfolgreiches neues Jahr 2011 wünscht Ihnen

Ihr
Pfarrer Christian Brost

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