Ein voller Erfolg – erster Familien-Gottesdienst in Hollabrunn

„Alles hat seine Zeit“, war das Thema des Familiengottesdienstes in Hollabrunn. Und so war es höchste Zeit diesen Gottesdienst abzuhalten, denn die Kirche war voll mit Familien aus Hollabrunn und Umgebung.

Hat er auch etwas gebracht?

Oft ist gerade diese Art Gottesdienst schwierig. Entweder er spricht Kinder oder die Erwachsenen an. Nicht so bei Pfarrer Christian Brost. Er schafft es alle zu begeistern. „Einfach spitze“ lautete schon das Eingangslied. Nach den Fragen zu den Jahreszeiten, wo vor allem die Kinder nicht zu bremsen waren, bekommt jede Familie ein Blatt Papier mit einem Kreis. Die Kinder teilten den Kreis mit ihren Eltern in einen Tagesablauf ein, jede Familie für sich. Die einzelnen Zeiträume kennzeichneten sie mit einem Smiley oder einem traurigen Gesicht, je nachdem.

Ein Lebenskreis

Und die Erwachsenen „durften“ den Kreis als Lebenskreis betrachten. Tja, vielleicht nicht gerade das, worüber man gewillt ist, sonntags vormittags ernsthaft nachzudenken. Welche Zeit war beruflich oder seelich kraftvoll? Welche weniger? Was erwarte ich mir im Leben? Doch die Gedanken kreisen, gehen tiefer und tiefer und machen einiges bewusst. Die Ergebnisse hat jede/r für sich mit nach Hause genommen.

Spannungsfelder

Meine Zeit steht in Deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir. Du gibst Geborgenheit, Du kannst alles wenden. Gibt mir ein festes Herz. Mach es fest in Dir.

Dieser Liedtext ergänzt den Text der Predigt: Unser Leben vollzieht sich in Spannungsfeldern. Ganz unterschiedliche Erfahrungen gehören zu unserem Leben – schöne und schwere. Die schweren wollen wir nicht. Wir wollen nicht traurig sein oder krank oder im Streit mit anderen leben. Und doch ist das manchmal so.

Pfarrer Christian Brost zitiert den Spruch seiner Großmutter, die im Krieg mit drei kleinen Kindern nach Kasachstan verschleppt wurde und erst nach 12 Jahren in ihre Heimat zurückkehren konnte: Haben wir das Gute aus Gottes Hand genommen, wollen wir auch das Schwere aus seiner Hand empfangen und uns durchkämpfen und nicht verzagen und daraus lernen und daran reifen. Dann wächst auch wieder die Freude und die Dankbarkeit über die unbeschwerten Tage. Denn nichts dauert ewig. Das Positive nicht und das Negative nicht. Weil Gott bei uns ist, kann auch das, was wir als schwere, schlechte Zeit empfinden uns zum Segen werden.

Dietrich Bonhoeffer hat das einmal so formuliert:

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Menschen, die sich Zeit nehmen für sich und für die Begegnung mit anderen. Die sich Zeit nehmen für Gott und seine Gedanken über uns und unser Leben.

Wollen wir solche Menschen sein?!

(Elfriede Berger)

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