Zum Reformationsjubiläum 2017

lutherartikel

Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.« Römer 1,16f

Das Reformationsjubiläumsjahr 2017 hat begonnen. Die Lutherorte in Mitteldeutschland haben sich herausgeputzt. Luthers Gesicht ziert Andenken aller Art – vom T-Shirt bis zu Backformen! Luther als Quietschentchen, als Playmobilfigur und als Maskottchen am Schlüsselbund. Was er selber dazu sagt?

„Zum ersten bitt ich, man wollt meines Namens geschweigen und sich nicht lutherisch, sondern Christen heißen. Was ist Luther? Ist doch die Lehre nicht mein, so bin ich auch für niemand gekreuzigt. Sankt Paulus wollt nicht leiden, dass die Christen sich sollten heißen paulisch oder peterisch; wie käme denn ich armer, stinkender Madensack dazu, dass man die Kinder Christi sollt’ mit meinem heillosen Namen nennen.“

Lutherkitsch hin oder her – ich bin leidenschaftlich gerne Lutheraner.

Ich liebe unsere Gottesdienste nach lutherischer Agende, das frei ergriffene Wort der befreienden Predigt – an nichts gebunden als an Bibel und Verständlichkeit. Ich bin begeistert von Luthers nüchterner Sicht des Menschen, seiner Möglichkeiten und Grenzen, die aller Erfolgsvergötterung den Wind aus den Segeln nimmt.

Und – Ehre wem Ehre gebührt – in seiner Zivilcourage vor Kaiser, Papst, Fürsten und Reichstag, in seiner Beharrlichkeit, wenn es um Gottes Gnade und ihre Wirkungen unter uns geht, hat sich der Wittenberger Mönch und Professor als Held erwiesen. Seine Übersetzung der biblischen Texte aus den Ursprachen ins Deutsche, die zum Jubiläum eine gelungene Revision erfahren hat, hat sich mir so eingeprägt, dass ich andere Übersetzungen oft enttäuscht beiseite lege.

Zum evangelischen Heiligen taugt der Reformator dennoch nicht.

Denn bei all dem Guten und Wichtigen, das er erkannt, gelebt und verkündet hat: In seiner Wut auf die aufständischen Bauern hat er ebenso bitter versagt wie in seiner enttäuschten Hoffnung auf die Bekehrung der Juden. Der gereifte Reformator schrieb erschreckende Sätze, die bis in die Neuzeit eine höchst unrühmliche Wirkungsgeschichte haben.

Nein, zum evangelischen Heiligen taugt Martin Luther nicht. Und er wäre der erste, der unumwunden zugeben würde, dass der Glaubende kein fehlerloses Leben führt, sondern wie jeder andere Mensch auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen bleibt.

Gott muss auf krummen Linien gerade schreiben, wenn er durch uns etwas verändern möchte. Am Ende sind es Gottes Liebe und Barmherzigkeit, denen wir uns anvertrauen müssen, aber eben auch anvertrauen können, weil Gott in Ewigkeit nicht ohne uns sein will!

Freiheit und Verantwortung

Feiern wir also als evangelische Kirche unter dem wunderbaren Motto „Freiheit und Verantwortung“ das Reformationsjubiläum und laden wir unsere katholischen Geschwister zum Mitfeiern ein. Tanzen wir und singen wir neue Lieder, präsentieren wir uns auf dem Rathausplatz in Wien und marschieren wir mit breiter Brust in den ökumenischen Dialog. Aber lassen wir uns dabei das Evangelium immer wieder selber gefallen, dass es uns befreit von unseren angstbesetzten und sündentriefenden Gottesbildern, vom Wahn, wir müssten mit der Welt Schritt halten.

Wir sind nicht gerechtfertigt im Blick auf das, was wir tun. Erst wenn wir dieses Machen-wollen, dieses Leisten-müssen loslassen, erfahren wir, dass Gott uns trägt. Unser Denken, Reden und Handeln wird dadurch leichter, angstfreier und gelassener. Je weniger wir uns beabsichtigen, desto hellsichtiger werden wir für Gottes Plan mit uns, desto eher nehmen wir wahr, dass wir in vorbereitete Situationen kommen, desto eher fallen uns Begegnungen, Gespräche und gelingende Beziehungen zu.

Noch einmal Luther zum Schluss:

„Ein Christ lebt nicht in sich selbst, sondern in Christus und in seinem Nächsten – oder er ist kein Christ. In Christus lebt er durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe.“

In diesem Sinne wünsche ich uns ein erfreuliches und glaubensstarkes Jubiläumsjahr,

Ihr Pfarrer Christian Brost

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Begegnungscafé mit Flüchtlingen – Fotos

          

(Fotos: Mercedes Konyicsak)

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DEMNÄCHST: Kreativaktion Friedenssäule am 23. März

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Unsere Friedenssäule soll bunt werden.

Dazu brauchen wir fleißige Hände von Menschen, die gerne einmal mit Ton arbeiten möchten.

Wir töpfern Mosaiksteine des Friedens am

  • Donnerstag, den  2.3.17
  • Donnerstag, den  9.3.17
  • Donnerstag, den 16.3.17
  • Donnerstag, den 23.3.17

jeweils 14-16 Uhr im Landespflegeheim „Arche“, Roter Hof 5.
Treffpunkt um 14 Uhr im Eingangsbereich.

Jedes Treffen kann einzeln besucht werden.

Zur Koordination (begrenzte Teilnehmerzahl!) bitte um telefonische Anmeldung bei

Karin Brost (Telefon: 0660-6950330)

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DEMNÄCHST: Begegnungscafé mit Flüchtlingen am 19. März

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DEMNÄCHST: Eröffnung der Ausstellung „Luther und die Juden“ am 30. April

Für das Reformationsjahr 2017 haben wir als einen Schwerpunkt das Verhältnis Luthers zum Judentum gesetzt. Nicht nur, aber doch auch in besonderer Weise gibt die Geschichte unserer Lutherkirche, der ehemaligen Stockerauer Synagoge, dazu Anlass.

In Zusammenarbeit mit dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit veranstaltet unsere Gemeinde einen Studientag zum Thema „Gesetz oder Evangelium“. Vorträge zur Torah und ihrem Verhältnis zum christlichen Evangelium sowie Workshops versprechen eine hochinteressante Tagung. Sie startet am Sonntag 30. April um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, in dem Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B., die Predigt halten wird, und endet am Montag 1. Mai um ca. 16 Uhr. Interessierte können sich gerne – bei begrenzter Teilnehmerzahl! – bei Pfr. Brost anmelden.

Zum Gottesdienst am 30. April um 10 Uhr sind natürlich alle herzlich eingeladen, unnabhängig von einer Teilnahme am Studientag – ebenso wie zur Eröffnung der Ausstellung „Luther und die Juden“ um 19 Uhr. Diese Ausstellung, die wir bis zum 31. Oktober 2017 zeigen, verschafft einen kritischen Überblick über den Antijudaismus Luthers und seiner Zeit, stellt aber auch die Entwicklung des Verhältnisses der evangelischen Kirche zum Judentum bis in unsere Zeit dar. Sie sind herzlich eingeladen, zum Beispiel nach einem Gottesdienst diese zu besuchen.

Andreas Andel

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DEMNÄCHST: Ökumenischer Gemeindeausflug am 10. Juni

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Herzliche Einladung zu einem ökumenischen Gemeindeausflug der besonderen Art im Reformationsjubiläumsjahr!

Am Samstag, den 10. Juni geht’s um 7.30 Uhr los (Einstieg/Treffpunkt: Busbahnhof Brodschildstrasse). Wir – die evangelische und katholische Kirchengemeinde – fahren gemeinsam Richtung Höllental und Naßwald, wo vor über 200 Jahren Georg Hubmer, der sogenannte „Raxkönig“, gelebt und gewirkt hat. Wir besuchen miteinander die Hubmer-Gedächtnisstätte mit dem bezaubernden kleinen Holzfällermuseum und der Mini-Schwemmanlage, feiern ökumenischen Gottesdienst in der 1826 zunächst als Schul- und Bethaus erbauten Kirche und essen gemeinsam im „Wirtshaus zum Raxkönig“ zu Mittag!

Am Nachmittag geht’s dann weiter in den Naturpark Schwarzau/Falkenstein, den wir uns auf einem landschaftlich wunderbaren Spaziergang vorbei an Unterstandshütten mit Infotafeln zur Fauna und Flora, Tiergehegen (Rotwild, Gämsen, Mufflons, Murmeltiere) und an einer großen Wiese mit Kinderspielplatz erwandern.

Auf dem Heimweg kehren wir noch beim Heurigen ein und planen so gegen 20 Uhr wieder in Stockerau zu sein.

  • Die Kosten für Busfahrt und Eintritte belaufen sich auf 20€ für Erwachsene und 15€ für Kinder. Die Mahlzeiten sind jeweils individuell zu bezahlen!
  • Anmeldung bitte bis Ende März in den Pfarrämtern
    Evangelische Kirche: telefonisch unter 02266/62108 oder 0699/18877394 oder per Mail: evang.stockerau@gmail.com
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Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017

Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer evangelischen Kirchengemeinde im westlichen Weinviertel!

Natürlich geht das Jubiläumsjahr 2017 an unserer Kirchengemeinde nicht spurlos vorüber. Neben Bezügen auf die Reformation in unseren gemeindlichen Sonntagsgottesdiensten und bei regelmäßigen Veranstaltungen wie dem ökumenischen Bibelgespräch und dem Seniorentreff 50+ möchte ich sie gerne auf besondere Höhepunkte hinweisen:

  • Für Schnellentschlossene gibt es noch ein paar wenige Restplätze für unsere Reise zu den Lutherstätten in Mitteldeutschland vom 20. bis 23. April 2017.
  • Am 30.4. feiern wir mit dem Landessuperintendenten der Evangelisch-reformierten Kirche Mag. Thomas Hennefeld Gottesdienst in der Lutherkirche. Am Abend desselben Tages wir die Ausstellung „Luther und die Juden“ eröffnet (vgl. Artikel dazu im Inneren des Blattes).
  • Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen den eintägigen ökumenischen Gemeindeausflug ins Raxgebiet nach Naßwald und in den Naturpark Schwarzau am Samstag, den 10.6.2017 (auch hierzu gibt es einen eigenen Artikel im Innern des Blattes).
  • Die größte Veranstaltung unserer Kirche zum Reformationsjahr 2017 ist das Fest am Wiener Rathausplatz am Samstag, den 30.9.2017, zu dem viele Tausend Gäste aus ganz Österreich erwartet werden.
  • 17Auch die Museen tragen dem reformatorischen Festjahr Rechnung: Auf der Schallaburg ist vom 8.4. bis 5.11. eine Sonderausstellung zum Thema „Freyheit durch Bildung – 500 Jahre Reformation“ zu sehen und im Wien Museum vom 16.2. bis 14.5. die Ausstellung „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“.

Und noch einen Termin sollten Sie sich vormerken: Am Sonntag den 21. Mai feiern wir um 10 Uhr einen festlichen Friedensgottesdienst mit Gästen aus Religion, Politik und Wirtschaft. Anschließend besteht die Gelegenheit, einen Mosaikstein des Friedens auf die Friedenssäule vor der Kirche zu kleben.

Herzliche Einladung an alle Gemeindeglieder unseres großen Gemeindegebiets!

Pfr. Christian Brost

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Kraft aus dem Schweigen

Seit 10 Jahren treffen sich regelmäßig Menschen in unserem Gemeindezentrum, um etwas sehr Kostbares miteinander zu teilen: das Schweigen!

Um still zu werden…
Um zu hören…
Um in Gemeinschaft beisammen zu sein…
Um in der „innersten Heimat“ anzukommen.

Das hat Auswirkungen auf den Alltag:
bessere Konzentration auf das Wesentliche…
mehr Mitgefühl…
Geduld…
Verständnis für die Menschen und das Leben um uns herum.

Mit einer kleinen ZEN – Geschichte möchte ich gerne Ihre/Deine Sehnsucht wecken:

Als drei junge Gelehrte ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hatten, beschlossen sie jeder für sich, sich ins Leben aufzumachen: Der Erste wollte den Menschen den Frieden bringen. Der Zweite wollte alle Kranken heilen. Der Dritte wollte in die Wüste ziehen und sich dem Schweigen hingeben.

Als einige Jahre vergangen waren, bemerkte der Erste, dass sein Plan, den Menschen Frieden und Versöhnung zu bringen, nicht gelang. Also besann er sich und suchte seinen Freund auf, der Kranke heilen wollte. Auch dieser war mit dem, was ihm bisher gelungen war, unzufrieden. Also machten sich die Beiden auf den Weg zu ihrem Freund in der Wüste. Bei ihm angekommen, erzählten sie ihm von ihrer Situation. Der Freund schwieg, holte einen Krug Wasser, stellte vor jeden seiner Freunde eine Schale und füllte Wasser hinein. „Wartet, bis die Oberfläche ganz ruhig geworden ist“, sagte er, „dann schaut hinein und erkennt!“

Ruhig werden, den Dingen auf den Grund gehen, aus dem göttlichen Seelengrund Kraft schöpfen – das versuchen wir seit 10 Jahren. Aus dem göttlichen Seelengrund Kraft schöpfen!

Wer die Meditation kennenlernen möchte, kann dies gerne tun – jeden Mittwoch beim Meditationstreffen von 19.30 bis 21 Uhr.

Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an
Karin Brost (Telefon: 0660-6950330)

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Wir suchen Paten/-innen!

HAUS IBRAHIM

Wenn Sie sich gerne ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten, dann suchen wir SIE!

Wir sind ein Wohnheim für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Stockerau. In unserem Haus wohnen 15 Burschen aus Afghanistan, Syrien und Somalia im Alter von 13-17 Jahren.

Zu unserem Konzept gehört es, dass jeder Bursche eine/-n Paten/Patin bzw. Patenfamilie aus Österreich hat. Dies soll den Burschen Kontakt zu österreichischen Familien ermöglichen, ihnen die Sprache und Kultur unseres Landes näher bringen und einen wichtigen Schritt innerhalb der Integrationsarbeit erfüllen.

Optimal wäre es, wenn Sie aus der Umgebung Stockerau sind (Korneuburg, Langenzersdorf, Stammersdorf etc.), aber auch von Wien ist es über die Autobahn nicht weit zu uns. Ohne Stau erreicht man uns von Floridsdorf in ca. 15 Minuten. Öffentlich erreichen Sie uns gut mit den ÖBB.

Wenn Sie einmal pro Woche Zeit haben, würde sich ein Patenkind sehr freuen. Zwei Treffen pro Monat sind aber auch ok 🙂

Sie können diese Treffen gestalten, wie sie möchten. Gemeinsam Deutsch lernen, Schwimmen oder Eislaufen gehen, ein Museum besuchen, Klettern gehen, durch Wien spazieren, Kaffee trinken oder gemeinsam kochen….. Unser Bursch freut sich über Abwechslung zu seinem Alltag und über Kontakt zu Österreicherinnen und Österreichern!

Wenn Sie Interesse haben, dann können Sie uns so erreichen:
Telefon: 0676 / 532 59 72
Adresse: Manhartstraße 39, 2000 Stockerau
e-mail: office@vor-allem-mensch-punkt.at
Homepage: www.vor-allem-mensch-punkt.at

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Unsere Friedenssäule – Akupunktur für die Welt

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Seit dem 1. Adventsonntag des Vorjahres steht am Platz vor der Kirche unsere Friedenssäule. Sie ist fertig und auch nicht.
„Brauchen wir so was wirklich? Die Welt wird doch nicht friedvoller, nur weil wir in Stockerau eine Betonsäule aufstellen“, war mein spontaner Gedanke, als ich erstmals mit der Idee eines solchen Projekts konfrontiert wurde.
Zwei wichtige Schritte hat es für mich gebraucht, dass ich vom Skeptiker zum Befürworter (fast Fanatiker) des Projekts geworden bin.

World Peace Prayer Society

Ich habe begonnen, mich schlau zu machen, habe nachgelesen: Wir sind nicht die ersten, die eine solche Säule errichtet haben. Unser Projekt reiht sich in mittlerweile weltweit tausende ähnlicher Denk- und Mahnmale ein.

1955 hat der japanische Lehrer und Dichter Masahisa Goi (1916-1980) die „World Peace Prayer Society“ gegründet. Er war davon überzeugt, dass die Worte „Möge Friede auf Erden sein“ den größten Wunsch der Menschheit ausdrückt. Die „World Peace Prayer Society“ setzt sich ein für eine Welt, in der alle Kulturen, Bräuche, Religionen, ethnischen Gruppen und alle Lebensformen respektiert werden, und ist an keine Religion gebunden. Ziel ist, mit den Worten „Möge Friede auf Erden sein“, die als Wunsch, Botschaft oder Gebet verstanden werden können, Menschen aller Nationen, Traditionen und Religionen einander näher zu bringen.

Als ein sichtbares Zeichen dafür begann man weltweit Friedenspfähle mit der mehrsprachigen Inschrift „Möge Friede auf Erden sein“ zu errichten. Die ersten waren Holzpfähle, die in die Erde gerammt wurden – als „Friedensakupunktur“ für die Welt. Inzwischen gibt es sie in unterschiedlichsten Formen und Materialien auf allen Kontinenten.

Friedensplatz 1

Zweiter Schritt war im Vorjahr eine Mitarbeiterfreizeit unserer Gemeinde im Haus der Stille in der Steiermark. Mein letzter Besuch in diesem Haus lag schon Jahre zurück und ich war erstaunt über die Veränderungen, die dort inzwischen stattgefunden hatten. Das Haus liegt jetzt inmitten eines Waldes von Friedensmälern und hat auch eine neue offizielle Adresse: Friedensplatz 1. Durch die unterschiedlichen Kunstwerke, Zeichen und Installationen waren wir ständig mit dem Thema Friede konfrontiert – und damit auch mit unseren noch vagen Vorstellungen einer Friedenssäule. In diesen Tagen kristallisierte sich heraus: Ja, so ein Projekt macht Sinn, wir machen uns ans Werk.

Die Sprachen unserer Friedenssäule

Sehr unkompliziert erhielten wir die Genehmigung der Stadt für das Projekt – diese war notwendig, weil die Säule auf einem öffentlichen Grundstück steht.

Die Sprachen der Worte „Möge Friede auf Erden sein“ wurden ausgewählt:

  • Deutsch, unsere Muttersprache
  • Hebräisch, als Offenbarungssprache der Bibel und vor dem Hintergrund der Geschichte unseres Kirchengebäudes
  • Arabisch, als Offenbarungssprache des Korans und der örtlichen Nähe zur islamischen Gemeinde
  • Englisch, als quasi internationale, völkerverbindende Sprache

Ein lebendiges Projekt

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In den Tagen vor dem ersten Adventsonntag konnten die Mosaikbänder mit den Schriftzügen auf die Säule montiert werden. Sie schwingen sich bogenförmig um die Säule. Dazwischen ist noch der nackte Beton zu sehen.

Wir wollten nicht Material sparen. Die Säule ist ein lebendiges Projekt. Viele – möglichst alle – sollen am Frieden mitarbeiten, Hand anlegen. Friede IST nicht – er muss von uns allen gemacht werden.

Bei verschiedenen Veranstaltungen werden wir am Frieden „bauen“ und Mosaiksteinchen als Zeichen für den Ruf „Möge Friede auf Erden sein“ kleben.

Leo Pfisterer

 

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