Die Muße wiederentdecken

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(Foto: wallpapersok.com)

„Muße“ hat nichts mit passierten Äpfeln zu tun.

Vielleicht muss man das tatsächlich schon vorausschicken, so fremd ist uns dieser Begriff geworden. Muße – das ist ein altmodischer Begriff; etwas, was in unsere schnelle und immer noch schnellere Zeit so überhaupt nicht passt. Möchte man zumindest meinen.

Was also ist denn das – Muße? Auf Wikipedia kann man nachlesen, dass Muße nicht mit Freizeit gleichzusetzen ist: Mit Muße bezeichnet man die Zeit, die eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann (z.B. um sich zu erholen). Ist Muße also das Gegenteil von Fremdbestimmung der eigenen Zeit? Das wäre ja mal eine interessante Frage zwischendurch, für deren Beantwortung man wohl einige Muße braucht: Wie sehr bestimme ich meine Zeit selbst? Wie sehr bestimme ich selbst, wann ich wie viel, wie schnell, wie intensiv was tue – oder eben auch nicht? Und möchte und könnte ich das überhaupt?

Es gibt in der Wissenschaft Überlegungen, dass Muße nicht immer nur von der Arbeitszeit her gesehen werden soll. Man spricht vielmehr von „unproduktiver Produktivität“. Was für ein schöner Widerspruch! „Produktivität“ nur als zählbaren Output von möglichst effizienter Arbeit zu sehen, das wäre sehr kurzsichtig; Kraft in und aus der Ruhe zu schöpfen, das verleiht Produktivität: In der Ruhe liegt die Kraft.

Der Arzt Joachim Bauer meint über die Muße: Der Menschheit ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Muße verloren gegangen. Auf uns allen lastet der Zeitdruck, die Hetze und das Diktat ständiger Leistung. Denen, die aus dieser Maschinerie herausgefallen sind, geht es auch nicht besser: Sie leiden Langeweile oder Not, nicht selten beides. Muße meint einen Zustand, in dem wir die Zeit vergessen können. Muße kann sich sowohl bei der Arbeit einstellen – wenn wir uns ganz versunken und ungestört mit einer interessanten Aufgabe beschäftigen – als auch dann, wenn wir nur unseren Gedanken nachsinnen oder etwas Zweckloses tun. Zum Beispiel ein Buch lesen, musizieren, miteinander spielen, die Natur genießen oder mit Freunden ein Gespräch führen.

Bleibt die entscheidende Frage: Wie führe ich eine solche Änderung herbei? Wie entwickle ich die Willensstärke, dem Leben eine Wende hin zur Muße zu geben?

Nun, das kann, so Bauer, aus ganz unterschiedlichen Situationen heraus entstehen. Wirklich notwendig wird eine solche Wende spätestens dann, wenn die Vernachlässigung guter Selbstfürsorge zu schwerwiegenden negativen Folgen geführt hat oder zu führen droht. Eine solche Situation ist zum Beispiel dann gegeben, wenn wichtige andere Menschen sich von einem abwenden, oder wenn ein gravierender medizinischer Befund im Raum steht. Ja, es muss halt erst weh tun…

Aber es soll hier nicht moralisiert werden. Viel wichtiger wäre ja so eine Hilfe zur Selbsthilfe. Joachim Bauer auf die Frage nach dem Wie: Indem wir immer wieder innehalten und reflektieren, welches Leben wir eigentlich führen. Meine Erfahrung ist, dass Menschen, die in der Mitte des Lebens stehen, dazu kaum noch in der Lage sind. Diejenigen, die uns warnen können, weil sie spüren, in welchem Wahnsinn wir teilweise unterwegs sind, sind einerseits die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, und andrerseits die Älteren, die irgendwann anfangen zurückzublicken und dann erkennen, wie problematisch die Prioritäten sind, die wir uns im Leben setzen.

Glücklich, wer solche Menschen gefunden hat, die einen warnen können, die einen am Weg zur Wende begleiten, die einem die Augen öffnen und den Mut zur Wende stärken können. Die gute Nachricht: Zumindest einen haben wir alle, wenn wir denn seine Hilfe annehmen wollen: Nachzulesen in einem dicken Buch … Dieses immer wieder in die Hand zu nehmen und darin in Ruhe zu lesen, dazu sollten wir uns die Muße nehmen.

Diese Muße zu finden, gerade auch im heurigen Sommer, wünscht uns allen

Andreas Andel

Dieser Text nimmt inhaltliche Anleihen und zitiert Teile aus dem Artikel „Vor dem alltäglichen Wahnsinn warnen“, der in der Zeitschrift „Die Furche“ vom 25. Mai 2016 erschienen ist.

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Unser neuer Superintendent heißt Lars Müller-Marienburg!

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(Foto: evang.at)

Nach dem plötzlichen Tod von Paul Weiland letzten August hatte unsere Superintendentialversammlung („Diözesanparlament“) schon am 23. Jänner versucht, eine neue Superintendentin oder Superintendenten zu wählen. Allerdings erhielt damals kein Kandidat/keine Kandidatin die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Nun, aus heutiger Sicht bin ich deshalb nicht unglücklich. Denn am 18. Juni konnte der Beste der drei Kandidaten im fünften Wahlgang die erforderliche 2/3-Mehrheit erreichen. Der Innsbrucker Pfarrer Lars Müller-Marienburg ist damit neuer niederösterreichischer Superintendent. Er will für eine Kirche, in der Freude erlebbar ist, eintreten.
Für unsere Pfarrgemeinde nahmen Pfarrer Brost und Kurator Lauermann an der Wahl teil.
Der neue Superintendent wird sein Amt am 1. September antreten. Die Amtseinführung ist für 15. Oktober in Wiener Neustadt (größte evang. Kirche in Niederösterreich) geplant, wo jedermann herzlich willkommen ist.

Kraftvoll, theologisch und sachlich fundiert möchte sich der neue Superintendent in Kirche und Gesellschaft einbringen und dazu beitragen, „dass die Evangelische Kirche als Teil einer religiösen Vielfalt eine Rolle spielt“. Innerhalb der Diözese möchte Müller-Marienburg eine Kirche mitgestalten, in der Menschen Freude erleben: „Die Evangelische Kirche ist ein Ort zum Leben und zur Freude im Hier und Jetzt.“. Gleichzeitig gelte es jenen eine Stimme zu leihen, „die Hilfe von uns brauchen“. Die „Botschaft von Gottes Liebe“ will der bisherige Innsbrucker Pfarrer „ins Heute übersetzen“. Seinen Führungsstil orientiert er an jenem des Vorgängers: „Paul Weiland ist es auf besondere Weise gelungen, zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen.“ Müller-Marienburg will sich in der Breite der niederösterreichischen Pfarrgemeinden für Vielfalt in einem guten Miteinander einsetzen. „Man nimmt Vielfalt nicht ernst, wenn man meint, es gibt nur Fromme und Liberale“, sagte Müller-Marienburg und meinte: „Es wäre wichtig, wenn wir mit weniger Zuschreibungen auskämen und uns gegenseitig mehr zutrauen.“ Über Gott meinte der designierte Superintendent: „Gottes Vorname ist „Liebe“, sein Nachname „Freiheit““.

Eine gescheite, kreative und umsichtige Außensicht auf so manche „Baustelle“ in unserer Diözese und unseren Pfarrgemeinden kann neue Horizonte und Wege aufzeigen. Ich bin sehr froh darüber, dass wir Lars Müller-Marienburg gewählt haben und freue mich darauf, ihn bald auch in Stockerau begrüßen zu können.

Kurator Gert Lauermann

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Lars Müller-Marienburg wurde 1977 in Ansbach (Deutschland) geboren und studierte Evangelische Theologie in München.  Nach seinem Vikariat in Linz und seiner Pfarramtskandidatenzeit in Pöttelsdorf wurde er 2010 Pfarrer der evangelischen Pfarrgemeinde Innsbruck-Auferstehungskirche. Müller-Marienburg ist Mitglied der Synode A.B. und der Generalsynode, Mitglied der Diözesanen Jugendleitung sowie Mitglied der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit heuer ist er Österreicher. Als Senior der Diözese Salzburg-Tirol ist er Stellvertreter des Superintendenten, so wie unser Pfarrer Christian Brost in Niederösterreich.

Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche Führung der Diözese. Er hat die Aufsicht über die kirchlichen Ordnungen und über die schriftgemäße Verkündigung. Zu den bischöflichen Rechten gehören Ordination und Visitation. Die Stellung entspricht der des Diözesanbischofs in der Römisch-katholischen Kirche. Unsere evangelische Diözese Niederösterreich hat rund 40.000 Mitglieder in 28 Gemeinden.

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Gemeindezentrum Hollabrunn neu eingerichtet

Alles NEU macht der MAI

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Heinzelmännchen waren nicht am Werk beim intensiven Frühjahrsputz in der Evangelischen Kirche in Hollabrunn. Wenn Powerfrauen werken, wird nicht nur die Kirche neu renoviert, auch das Gemeindezentrum erlebt Veränderungen.

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Neue Fenster haben Profis eingebaut, die Fenster können nun wieder geöffnet werden und es zieht nicht mehr. Neue Küchenmöbel wurden selbst nach Hollabrunn transportiert und nach schwedischer Bauanleitung, bewaffnet mit Werkzeugkiste und Akkuschraubern, in Windeseile zusammengebaut. Die Vorhänge und Tischtücher sind selbst genäht und der neue gespendete Kristallluster selbst montiert. Nach vorsichtiger Abnahme der vielen Poster an der Wand wurde klar, warum diese mit übermäßig vielen Postern verhangen war: Hunderte Löcher kamen zum Vorschein. Zum Glück hat man zu Hause Wandspachtelmasse und entsprechendes Werkzeug lagernd, sodass diese gleich nächtens verspachtelt werden konnten.

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Die alten Küchenmöbel wurden mit einem Hinweiszettel „zu verschenken“ in die Neugasse gestellt. Vielleicht spart das den Abtransport – und siehe da, über Nacht fanden sie neue Besitzer. Sogar die später nachgestellten Laden wurden noch abgeholt.

Kristallluster und silberne Kerzenständer sollen dem Gemeindezentrum ein würdiges Ambiente geben. Das Waldbild verleiht dem gedrückten Raum etwas Tiefe und soll die Kraft der Natur ins Zentrum zaubern.

Finanziert haben die Veränderung anonyme Spenderinnen und Spender. Die Innentüren und die Wandfarbe werden als nächstes in Angriff genommen. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen, denn es gibt viele Ideen, motivierte Hände und immer etwas zu tun.

Elfriede Berger und Carine Toifl

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Neue Glockenseile in Hollabrunn

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Glockenseile Hollabrunn 1

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Aus dem Presbyterium

Der gemeindliche Schwerpunkt 2016 „Weltfrieden im Weinviertel – Weltethos“ fordert uns laufend und wir entdecken immer wieder Aspekte des gemeindlichen Lebens, die auch Friedensarbeit sind. Die laufende Flüchtlingsarbeit gehört dazu, aber genauso der Ausflug ins Haus der Stille oder das fränkische Weißwurstessen nach einem Gottesdienst. Wo wir offen sind für Mitmenschen, wo Dialog und Kommunikation stattfinden, wird am Frieden gebaut.

  • Im wörtlichen Sinn gebaut werden soll nach dem Sommer an einer Friedenssäule vor der Stockerauer Kirche auf öffentlichem Grund. In vielen Stunden haben wir dieses Projekt gemeinsam mit Leo Pfisterer entwickelt. Ich bin sicher, wir tragen damit auch sichtbar dazu bei, dass allen Menschen der Satz „Möge Friede auf Erden sein“ wichtiger und damit ein wenig mehr Wirklichkeit wird.
  • Die Planungen für 2017 haben erst begonnen. Am 1. Mai 2017 wird es in Stockerau einen Studientag zum Thema „Luther und die Juden“ geben, der federführend vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit geplant wird.
  • Wir haben uns mit Konzert- und Veranstaltungsorganisation beschäftigt. Damit wir Konzertanfragen annehmen, muss zumindest ein Bezug der Künstler oder der Darbietungen zu unserer Pfarrgemeinde gegeben sein.
  • Wir sind mit Unterstützung des Stockerauer Bezirksmuseums dabei, dort ein „evangelisches Eck“ mitzugestalten.
  • Das Presbyterium hat einen Wahlvorschlag für die anstehende Wahl eines neuen Superintendenten / einer neuen Superintendentin erstattet. Leider ist ja der erste Wahlversuch im Jänner gescheitert, weil keiner der Kandidaten die notwendige 2/3-Mehrheit erzielen konnte. Mit drei anderen Kandidaten findet nun im Juni neuerlich eine Wahl statt.
  • Endlich konnten sowohl die Liedtafeln beschlossen und bestellt werden wie auch der Gesangbuchwagen. Auch eine Pinnwand für den Gemeindesaal wurde angeschafft.

Mich freut, dass im Presbyterium weiterhin gilt, dass der persönliche Austausch zwischen den PresbyterInnen über gemeindliche Aktivitäten und Erlebnisse nicht zu kurz kommen darf. Es tut gut zu wissen, dass sich so ein tolles Team für unsere Gemeinde einsetzt!

Kurator Gert Lauermann

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DEMNÄCHST: Gemeindeflohmarkt am 1. und 2. Oktober

Herzliche Einladung zum gemeindlichen Flohmarkt am

Samstag, den 1.10.16  von 10 bis 16 Uhr und
Sonntag den 2.10.16. von 11 bis 13 Uhr

im Gemeindezentrum unserer evangelischen Kirchengemeinde Schießstattgasse/Ecke Manhartstrasse!

Ab sofort sammeln wir für den nächsten Flohmarkt im Oktober und bitten freundlich um Ihre Mithilfe. Wie in den vergangenen Jahren nehmen wir gute Flohmarktware vom Dachboden, Keller oder dem übrigen Haushalt, die sie los werden wollen.

Leider können wir aus Platzgründen keine sperrigen Möbelstücke und Kleidung übernehmen. Die Trödelwaren können Sie entweder nach dem Gottesdienst in den verschiedenen Predigtstationen oder direkt in Stockerau abgeben. Falls Sie keine Transportmöglichkeit haben, werden die Gegenstände auch gerne von uns abgeholt.

Der Erlös kommt unserer Kirchengemeinde zugute.

Wenn Sie bei den Vorbereitungen des Flohmarktes oder beim Verkauf mitmachen wollen und bei Fragen, kontaktieren Sie bitte:

Herta Klune, Stockerau, Tel. 02266/63271  oder
Emanuela Montsch, Spillern, Tel. 0680/2179713

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Gemeindefreizeit 2016

Raus aus dem Alltag – Zeit für die Familie!

Familienfreizeit

Mit diesem Ziel ging es vom 27. bis 29. Mai für 7 Familien mit insgesamt 27 Personen ins JUFA Hochkar.

Am Freitag starteten wir mit einem gemeinsamen Mittagessen. In unserem Seminarraum gab es dann noch eine kurze Vorstellungsrunde und Informationen zum Wochenende, bevor wir zu einer kleinen Wanderung aufbrachen. Als wir unser Ziel, den Bergsee, erreichten, war kein Kind mehr zu halten! Sämtliche Hügel, Steine, Blumen und Käfer wurden erforscht. Die Erwachsenen – oder wie der Begriff geprägt wurde – „ Menschen über 1,60 m“  genossen zwischenzeitlich die Sonne, und man konnte spüren, wie jeder begann sich zu entspannen und den Alltag hinter sich zu lassen.

Samstag vormittags starteten wir dann unsere große Wanderung aufs Hochkar. In knapp eineinhalb Stunden erreichten wir den Gipfel in 1.808 m Höhe. Ein tolles Gefühl! Anschließend verwöhnte uns der Wirt des Berggasthofes kulinarisch, bevor wir uns über die Seilhängebrücke wagten. Um den Panoramablick mit 360 Grad genießen zu können, wurde auch die Aussichtsplattform bestiegen, die 8,5 m über den Berghang hinausragt. Dass es darunter 120 Meter in die Tiefe geht, ignorierten wir großzügig, und der Blick auf den 100 km entfernten Dachstein entschädigte uns für den anstrengenden Aufstieg.

Müde und doch voll neuer Energie kamen wir am frühen Nachmittag zurück. Während die Kinder sich mit Fußball, Fangen spielen und Verstecken beschäftigten, genossen die Menschen über 1,60 m die letzten Sonnenstrahlen bei Kalt- und Heißgetränken auf der Terrasse.

Der auch bei der Vorstellungsrunde von einem Kind geäußerte Wunsch, ein Gewitter im Gebirge zu erleben, wurde von oben erhört und erfüllt. Vom sicheren und vor allem trockenen Panoramafenster des Seminarraums aus konnten wir alle zusammen das spektakuläre Naturschauspiel eines Berggewitters mit heftigen Blitzen, Donner und Hagel beobachten. Man konnte beeindruckend verfolgen, wie das Unwetter herankam und einen Berg nach den anderen in Beschlag nahm. Aber genauso schnell wie es kam, war es auch schon wieder vorübergezogen.

Den Abend ließen wir noch mit Gesellschaftsspielen und Gesprächen über „Gott und die Welt“ ausklingen.

Mit dem Sonntag war auch schon der Abreisetag angebrochen, und so mussten wir uns nach dem gemeinsamen Gottesdienst leider viel zu schnell verabschieden.

An diesem Wochenende wurde aus so mancher „Gottesdienstbekanntschaft“ eine Freundschaft.

Victoria Nagl

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Weißwurstessen und fränkisches Bier

 

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Der Sonntag nach Pfingsten war ein besonderer Tag! Nein, nicht was Sie denken. Die Stichwahl zum Bundespräsidenten ist nicht gemeint. Die mag zwar spannend gewesen sein, vermag aber in Sachen Lebensfreude und Gemeinschaft eindeutig nicht mitzuhalten. Ja, am 22. Mai hatten wir in Stockerau ein Ereignis, geprägt von geradezu völkerverbindenden musikalischen und kulinarischen Genüssen.

Fünf Franken (das liegt zwar in Bayern, ist aber was ganz anderes) mit ihren Blechblasinstrumenten machten den Gottesdienst zu einem musikalischen Genuss, dem sich selbst die vielen Kinder nicht entziehen konnten. Viele, auch Erwachsene, bestaunten mit offenen Mündern die perfekten Klängen und vergaßen dabei fast aufs Singen. Vor der Predigt durften die Kinder zum Kindergottesdienst, während wir anderen von Pfarrer Brost mit sehr persönlichen und wahrhaftigen Worten beglückt wurden. Christian Brost erzählte von seiner persönlichen Geschichte mit Gott, wie sich sein Gottesbild im Laufe der Zeit immer mehr weitete. Er stellte mit einem Augenzwinkern fest, dass Gott auch die Katholiken lieb hat, auch Menschen in ganz verschiedenen familiären Konstellationen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, und fragte zuletzt: „Sollte Gott denn auch die Moslems lieb haben?“

Angeregt von derartigen Fragen begaben wir uns auf den Platz vor der Kirche, wo an Heurigentischen exzellentes fränkisches Bier, Weißwürste und Brezen auf uns warteten. Für mich der Höhepunkt dieses Tages – und wir stellten fest, dass Gott ganz offensichtlich auch die Bayern – Verzeihung: die Franken – liebt.

Kurator Gert Lauermann 

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„Tibilustrium“ zu Gast in Stockerau

 

Tibilustrium 2

Vom Euphonium (griech. „das Wohlklingende“) bis zur Minitrompete, vom Flügelhorn bis zur Bassposaune: Es war eine reiche Palette von Blasinstrumenten, die das fränkische Bläserquintett „Tibilustrium“ am 22. Mai in unserer Lutherkirche bespielte – und wie! Oder hätten Sie gedacht, dass man die halsbrecherischen Koloraturen der Rachearie aus Mozarts Zauberflöte auf einer Posaune spielen kann?

Tibilustrium 1

Es war schon erstaunlich, wie virtuos dieses „Laien“-Ensemble musizierte. Doch nicht nur das: Unterhaltsam und informativ führten die Musiker das Publikum auf einer musikalischen Reise quer durch die Jahrhunderte. Da erklangt ein für Bläserensemble gesetzter Satz aus einer Bach-Orchestersuite genauso wie ein chilliger Reggae, da durfte sich das Publikum an Kirchenmusiken des 16.-18. Jahrhunderts ebenso erfreuen wie an so virtuosen Einlagen wie der zuvor genannten Opernarie.

Tibilustrium 3

Dieses Konzert war nicht nur ein musikalischer Genuss, sondern hatte auch sehr sympathische Züge. Den fünf (Wahl-)Franken gelang es, ihre Freude am Musizieren dem Publikum spürbar zu machen. Dieses Konzert war aber – auch – ein Konzert in einer evangelischen Kirche, und so war es stimmig, dass es mit dem „Segen zum Mitmachen“ beendet wurde, auf den nur noch eins folgte: Den Schlusspunkt setzte ein wunderschöner Choralsatz, der – auf ausdrücklichen Wunsch der Musiker – ohne Schlussapplaus nachklingen konnte. Und das tat er.

Andreas Andel

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Konfirmation 2016

Konfis

Unsere Konfis mit Pfr. Christan Brost, Terhi Korhonen und Norbert Flamisch

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