Geistliches Wort


(Foto: pallottiner.org)

Ein heißer Sommer liegt hinter uns, liebe Leserinnen und Leser! Ich hoffe, Sie konnten sich ein wenig erholen, regenerieren und auf den Herbst vorbereiten.

In solchen Auszeiten wie dem Urlaub geschieht ja nicht nichts, sondern in Wahrheit ganz viel. Endlich Zeit, die Uhr ohne Furcht anzuhalten, das Handy wegzulegen, einmal nicht seine Existenz rechtfertigen zu müssen, die Seele baumeln zu lassen, Erlebnisse, Begegnungen und Gespräche zu verarbeiten.

Beunruhigende Entwicklungen

Und doch: Auch während des Sommers sind aufregende Dinge passiert, weil die Welt natürlich nicht stillgestanden ist. Die Bilder in den Abendnachrichten haben uns anhand von verbrannten Wäldern, vertrockneten Feldern und verendeten Fischen die Folgen des Klimawandels vor Augen geführt.

Das Boot einer Flüchtlingshilfsorganisation wurde fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem es rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte. Vorausgegangen war ein tagelanger Streit zwischen Malta und Italien, die ihre Häfen für private Rettungsschiffe geschlossen hatten. Der Kapitän steht mittlerweile auf Malta vor Gericht. – Wie kann man den Schleppern beikommen? Soll man die Menschen ertrinken lassen?

Der Historiker und Philosoph Philipp Blohm hat in seiner Rede bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele die gesellschaftliche Entwicklung zum Thema gemacht: In Zeiten von „Fake-News“ sieht er das kritische Denken bedroht und den Respekt vor Fakten schwinden – Fakten, die höher zu achten sind als Meinungen, Vorurteile und Dogmen. Viele Menschen sehen die Zukunft nicht länger als Verheißung, sondern eher als Bedrohung und haben Angst vor ihr. Sie ziehen sich zurück, grenzen sich ab, versuchen das eigene Paradies zu schützen…

Was können wir tun?

Ich muss gestehen – ich stehe sehr besorgt, aber auch sehr hilflos diesen beunruhigenden Entwicklungen gegenüber. Was kann, was muss Kirche in Zeiten wie diesen tun? Wie können wir als evangelische Kirchengemeinde darauf reagieren?

Zum Beispiel, indem wir in der Verkündigung an den Adel und die Würde des menschlichen Lebens erinnern und daran, dass wir als Menschen alle miteinander Gottes geliebte Kinder sind – miteinander verschnürt zu einem

„Bündlein der Lebendigen“, wie es der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu einmal formuliert hat. „Wirklich frei können wir letztendlich nur zusammen sein. Menschen können wir nur zusammen sein, schwarz und weiß, reich und arm, Christ, Moslem, Hindu, Buddhist und Jude“, schreibt Tutu in seinem Buch „Gott hat einen Traum“.

Wir könnten als evangelische Kirchengemeinde mit gutem Beispiel vorangehen mit dem Blick auf einen mutigen Dialog mit Andersdenkenden und Andersglaubenden, auf Toleranz, Offenheit und ein achtsames menschliches Miteinander. Wir könnten der Angst die Gemeinschaft entgegensetzen und Vorurteile durch gute Erfahrungen entkräften.

Wir wäre es, wenn wir unser neues Gemeindezentrum zu einer Herberge machten, in der Menschen neue Kraft schöpfen können, Entlastung erfahren und Freundschaft – zu einem Raum des Lebens für Menschen auf der Suche nach Hoffnung, Perspektive und Sinn?

Wir könnten an unserem Umweltbewusstsein arbeiten und miteinander konkrete Schritte überlegen, wie unser ökologischer Fußabdruck kleiner wird und wie wir achtsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Auch hier brauchen wir einander, damit wir uns gegenseitig Mut machen können.

Wenn wir zusammenarbeiten – davon bin ich überzeugt – wird es uns leichter fallen, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern willkommen zu heißen. Der erste Schritt auf diesem gemeinsamen Weg könnte sein, sich angesichts der vielen alltäglichen Herausforderungen nicht aus dem gemeindlichen Miteinander zurückzuziehen.

Der Gottesdienst, die Gemeinschaft und die Gespräche bei gemeindlichen Veranstaltungen sind Kraftquellen und Mutmacher. Darum lade ich Sie als Pfarrer im Namen von Gemeindevertretung und Presbyterium herzlich dazu ein.

Ihr Pfarrer Christian Brost

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Kommen Sie vorbei!

Gerne möchten wir Sie auf einige gemeindliche Veranstaltungen im Herbst aufmerksam machen, zu denen wir herzlich einladen. Die genauen Zeiten und Orte entnehmen sie bitte der Terminübersicht.

  • Zum Schulanfang, zu Erntedank und am Martinstag feiern wir Familiengottesdienst mit anschließendem Gemeindekaffee!
  • Ganz neu sind die Friedensmeditationen einmal im Monat an einem Mittwochabend. Stille, meditative Texte und Gebete aus den Weltreligionen werden uns auf den spirituellen Reichtum aufmerksam machen, der in allen Religionen auf den Frieden weist und zu dem Frieden führt, der von Gott kommt!
  • Die ökumenische Bibelrunde, die sich abwechselnd im evangelischen wie im katholischen Gemeindezentrum trifft, birgt einen Schatz an wunderbaren biblischen Geschichten sowie Gedanken und Glaubenserfahrungen, die mit diesen Geschichten im Zusammenhang stehen.
  • Die reifere Jugend Fünfzig Plus trifft sich in der Regel am letzten Dienstag im Monat um 15 Uhr zum Austausch bei Kaffee und Kuchen sowie zur Beschäftigung mit einem Thema. Trauen Sie sich, schauen Sie mal vorbei!
  • Der Sakrale Tanz, den die Expertin in der internationalen Kreistanz-Szene Ulli Bixa bei uns im Gemeindesaal seit Jahren leitet, bekommt ein neues Konzept. Satt der monatlichen Treffen soll es im neuen Arbeitsjahr 4 Veranstaltungen mit Tanz als Gebet geben. Dazu gehört ein Gottesdienst in der Lutherkirche mit einfachen Schritten und Gebetsgebärden und anschließend ein Übungstag im Gemeindesaal. Am 3. Advent, dem 16.12.2018 machen wir uns auf den Weg nach Bethlehem – Gott kommt anders als erwartet!
  • Aufmerksam machen möchte ich Sie gerne auch auf unseren Büchertisch im Monat Oktober. Wie es mittlerweile schon gute Tradition geworden ist, gibt es nach den Gottesdiensten und Veranstaltungen wieder eine gute Auswahl an Büchern zu interessanten gesellschaftlichen und religiösen Themen, Kinderbücher, Kalender, Losungsbücher und diesmal auch Literatur zum Thema Fairtrade/ Eine Welt und zum Thema Kirchenmusik. Unbedingt schmökern und Geschenke für sich und andere kaufen!

Pfr. Christian Brost

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Sicherheit und Gerechtigkeit


Pfarrer Mag. Michael Chalupka

In Sicherheit wird investiert. Überall Kontrollen, mehr Polizei, mehr Geld für das Heer. Sicherheit wird versprochen. Doch die Unsicherheit steigt, oder zumindest die gefühlte Unsicherheit. Da helfen noch so viele Statistiken, die belegen, dass die Kriminalitätsrate gesunken ist und die Anzahl der Terroropfer in den 80er und 90er Jahren in Europa weit höher war als heute, wenig. Denn es geht um ein Gefühl der Unsicherheit, und Gefühle sind oft faktenresistent.
Und wenn ich medial bei jeder islamistischen oder rechtsextremen Terrorattacke live dabei bin, wenn es jeden treffen kann, wenn ich täglich sehe, in welcher grenzenlosen Unsicherheit Menschen vor den Grenzen Europas leben, dann verdichtet sich dieses Gefühl.

Der Ruf nach noch mehr, nach perfekter Sicherheit als Antwort auf das Gefühl der Unsicherheit ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Das Verlangen nach perfekter Sicherheit vergrößert das Gefühl der Unsicherheit. Absolute Sicherheit gibt es nicht.

Doch das Bedürfnis nach Sicherheit, das diffuse Gefühl der Unsicherheit, kann nicht wegdiskutiert und auch nicht wegadministriert werden. Es will ernstgenommen werden.

Auch in der Bibel findet sich vielfach der Wunsch, sicher zu leben, sich und die seinen in Sicherheit zu wissen. Am schönsten ist dieser Wunsch beim Propheten Micha beschrieben, wo es heißt: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken.“ Zum anderen aber sieht der Apostel Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher die Welt in der Krise, wenn „Friede und Sicherheit“ zur Parole, zum Slogan werden.

Die Bibel spricht von zwei Arten der Sicherheit, zum einen von der perfekten Sicherheit, die proklamiert und von Menschen versprochen wird, und zum anderen von der Sicherheit, die gelebt wird. Beim Propheten Jesaja wird diese gelebte Weise der Sicherheit beschrieben: „Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Arbeit an der Gerechtigkeit ruhige Sicherheit auf Dauer.“

Ob Sicherheit nur ausgerufen wird, zum politischen Slogan verkommt, der das Unsicherheitsgefühl noch steigert, oder zum lebendigen Teil des Lebens wird, entscheidet sich an der Gerechtigkeit. Der Zusammenhang zwischen Sicherheit und einer Gesellschaft, die den sozialen Ausgleich sucht, ist evident. Wer krank ist, fühlt sich sicherer, wenn ihm eine solidarische Krankenversicherung die Behandlung ermöglicht, und wir sind froh, wenn die Vermögenden in Österreich nicht hinter bewachten Mauern leben müssen.

Doch wie wir auch wissen: Gerechtigkeit gibt es nicht in der reinen Form. Das Wort Gerechtigkeit kann wie das Wort Sicherheit zur politischen Parole verkommen, zur deklamatorischen Forderung, die man sich auf seine Fahnen heftet.

Der biblische Begriff der Gerechtigkeit, wie auch der Begriff der Sicherheit, sie sind kein Zustand, kein hehres Versprechen, das einfach herstellbar ist, sondern sie sind das Ziel und der Weg, die Richtlinie und die Praxis unseres Zusammenlebens. Sie sind auch, wenn man so will, Utopie. Und „mit dieser Utopie“ ist (wie mit mancher anderen in der Bibel), wie der deutsche Theologe Jürgen Ebach sagt, „in der Tat kein Staat zu machen.“

In der Tat sollten wir Sicherheit und Gerechtigkeit auch nicht allein dem Staat überlassen. Polizei und Militär, Kontrolle und Überwachung haben ihre Berechtigung. Doch Sicherheit und Gerechtigkeit werden täglich an ganz anderen Orten gelebt.

Dort wo Kranke gepflegt werden, dort wo Jugendliche im Park ihren Alltag zur Sprache bringen können, dort wo Frauen und Männer in mühsamer Repetition mit Flüchtlingen Deutsch lernen, dort wo Menschen ihr Geld teilen, weil sie darum wissen, wie ungerecht es verteilt ist auf dieser Welt, dort wo Alte die Weisheit des Alters weitergeben und von ihren Enkeln gehört werden, dort wo Begegnung stattfindet zwischen Fremden und Einheimischen, weil man dann einander kennt, besser als einen jede Datenbank je kennen kann, überall dort wird Gerechtigkeit und Sicherheit eingeübt, täglich an vielen Orten.

Sicherheit und Gerechtigkeit wollen nicht proklamiert werden, sie wollen gelebt werden. Denn „das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Arbeit an der Gerechtigkeit ruhige Sicherheit auf Dauer.“

Pfr. Mag. Michael Chalupka

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Zwischenruf 15-07-2018

Wo waren sie am Abend des 9. November 1989?

Menschen meiner Generation können diese Frage meist sehr präzise beantworten, auf alle Fälle fast immer mit den Worten: „Vor dem Fernseher“. Berührt beobachteten Millionen von Menschen den Fall der Berliner Mauer, des Symbols der Teilung Deutschlands und Europas. Meine Mutter, aus der Nähe von Frankfurt an der Oder – damit aus der DDR-stammend und damals 72 Jahre alt – saß die ganze Nacht weinend vor dem Fernsehgerät.

Und heute? Fast 30 Jahre und einen Friedensnobelpreis für die EU später? Das Hochziehen von Mauern und das Spannen von Stacheldrähten scheint wieder salonfähig geworden zu sein. Man spricht von der „ Festung Europa“ und der „ Achse der Willigen zwischen Berlin-Rom und Wien“. Solche Begriffe kennen die, die Geschichte gelernt haben, doch von vor über 70 Jahren.

So war den Geschichtsbewussten auch klar, dass die Kürzung von Geldern für die Entwicklungszusammenarbeit, das Aussetzen der finanziellen Unterstützung der Flüchtlingslager in Jordanien und im Libanon, die Ignoranz gegenüber dem Klimawandel nur eines bewirken kann:  vermehrte Flüchtlingsströme.

Zunächst völlig unvorbereitet, reagierte Europa im Jahr 2015 so, wie man es sich aufgrund der vielzitierten christlichen Werte erwarten durfte: mit Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Jetzt, 3 Jahre später, scheinen die Prioritäten der Entscheidungsträgerinnen anders zu liegen. Der Fokus liegt nicht mehr auf Hilfe zur Integration, sondern auf Abschiebung auch in jene Länder, für die für Österreicherinnen und Österreicher aufgrund der dortigen Gefahrenlage eine Reisewarnung besteht. Auf Zurücknahme von Integrationsmaßnahmen, wie zum Beispiel Deutschkursen. Auf Auslagerung der Probleme in Staaten, die selbst zu den 3.Welt-Ländern und somit den ärmsten unserer Erde gehören.

Wie glaubwürdig erscheint da die Verteidigung des sogenannten christlichen Abendlandes überhaupt noch? Das Vor-sich-Hertragen von Kreuzen bei Wahlveranstaltungen reicht jedenfalls nicht aus.

Zunächst wären zu den historischen auch geografische Kenntnisse von Nöten. Das „christliche Abendland“ hat seinen Ursprung in Kleinasien, dem vorderen Orient, der früher als Morgenland bezeichnet wurde, und somit der Region, aus der heute ein Großteil der Flüchtlinge kommt.

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“, heißt es im 30. Vers des 18. Psalms der Bibel. Bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele in Zukunft zumindest die Mauern in ihren Köpfen zu überspringen wagen. Und dass die jetzt beginnende EU- Ratspräsidentschaft Österreichs nicht als diejenige in die Geschichte eingeht, die als oberste Maxime die Abschottung Europas hervorgebracht hat.

Gisela Malekpour

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Meditationskreis: 10-jähriges Jubiläum

Seit 10 Jahren gibt es den Meditationskreis! Wir treffen uns regelmäßig zum gemeinsamen Schweigen. In der Stille und in unserem Schweigen stellen wir uns den Verborgenen Seiten unseres Lebens oder – besser gesagt – kommt all das, was im Alltag zu wenig Beachtung bekommt, in den Focus.

Alles was unser Leben ausmacht kann sich melden, Freud oder Leid, Eifersucht, Neid, Hass undUnfrieden, Angst und Traurigkeit aber auch Glück, Liebe, Geborgenheit, Zufriedenheit und Frieden…

In unserem Schweigen gibt es einen gemeinsamen Mittelpunkt, nämlich GOTT, den Urgrund unseres Seins. Wir dürfen uns immer wieder aufs Neue in Gottes Gegenwart bringen, aus der wir neue Kraft schöpfen!

Die Zeiten der Stille sind wichtig und kostbar für unser Leben, zum emotionalen und körperlichen „Abschalten“, zum Regenerieren unserer Lebensenergie, zum Innehalten in unserer schnelllebigen Zeit(dies ist sogar wissenschaftlich erwiesen!).

DANKE an alle, die sich auf dem Meditationsweg miteinander verbunden wissen, und herzliche Einladung für Interessierte, die sich auf diesen Weg einlassen wollen.

Karin Brost

In dir sein, Gott

In dir sein, Gott, das ist alles.
Das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende.
Die leiblichen Augen schließen,
die Augen des Herzens öffnen
und eintauchen in deine Gegenwart.

Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen
und vertraue mich dir an.
Ich lege mich in dich hinein
wie in eine große Hand.

Ich brauche nicht zu reden, damit du mich hörst.
ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt,
ich brauche dir nicht zu sagen
was in dieser Welt geschieht
und wozu wir deine Hilfe brauchen.

Ich will nicht den Menschen entfliehen
oder ihnen abweichen.
Den Lärm und die Unrast will ich nicht hassen.
ich möchte sie in mein Schweigen aufnehmen
und für dich bereit sein.

Stellvertretend möchte ich schweigen
für die Eiligen, die Zerstreuten, die Lärmenden.
Stellvertretend für alle, die keine Zeit haben.
Mit allen Sinnen und Gedanken warte ich,
bis du da bist.

In dir sein, Gott, das ist alles, was ich mir erbitte.
Damit habe ich alles erbeten,
was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.

Jörg Zink

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Aus dem Presbyterium

Im Juni standen zuerst viele verschiedene Themen, von Krankenhausseelsorge bis Budget im Blickpunkt. Wir haben eine Sonderkollekte für diakonische Projekte in Großschenk, Siebenbürgen gewidmet, womit Hygieneartikel und Pflegebehelfe gekauft werden können. Außerdem haben wir uns mit der Planung von Veranstaltungen für den Herbst beschäftigt.

Nicht zuletzt darf ich mitteilen, dass das Wahlergebnis der Gemeindevertretungswahl rechtskräftig wurde und die Gemeindevertretung einstimmig folgende Personen ins Presbyterium gewählt hat:

  • Andreas Andel (Schriftführer, Datenschutzverantwortlicher, EDV, Ökumene)
  • Martin Kuchler (Bauwesen, stellvertretender Schriftführer)
  • Gert Lauermann (Kurator, Flüchtlingsarbeit, Interreligiöser Dialog, Ökumene, Abgeordneter zur Superintendentialversammlung)
  • Irmi Lenius (Kurator-Stellvertreterin, Diakonie, Ökumene)
  • Helmut Montsch (Schatzmeister)
  • Ingrid Oblak (Bildung)
  • Leo Pfisterer (Diaspora, Ökumene)
  • Renate Schmidt (Umwelt)
  • Christian Brost ist als Pfarrer amtswegig Mitglied des Presbyteriums und hauptverantwortlich für Gottesdienst, Ökumene, interreligiösen Dialog, Schulunterricht und Seelsorge zuständig. Als Senior (Stellvertreter des Superintendenten) ist er Mitglied des Superintendentialausschusses und der Superintendentialversammlung.

Außer der Aufteilung der Funktionen hat das Presbyterium in der konstituierenden Sitzung auch das gemeindliche Datenverarbeitungsverzeichnis sowie unsere 4 Lektoren bestätigt.

Ich bin froh, dass wir mit diesem motivierten Team von gebündelter Kompetenz in das neue Arbeitsjahr starten können und freue mich auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren.

Gert Lauermann

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Gottesdienst „im Grünen“

Da das Wetter nicht so mitspielte, mussten wir in die Rathauskapelle am Hauptplatz ausweichen. Diese Entscheidung geschah kurzfristig, und wir haben mit Hinweisen die Gottesdienstbesucher Richtung Hauptplatz umgeleitet. Pünktlich um 10 Uhr und in einer vollen Kapelle begrüßte uns Pfarrer Christian Brost mit den Worten „letzte Schulwoche, Ferien und Urlaub, Hurra!“

Mit drei Kindern, die mit Spielzeug vollbeladen wurden, führte er uns vor Augen, dass wir mit zu viel Ballast nichts mehr an-und aufnehmen können. Und in der Ansprache wurde uns aufgezeigt, dass Gott am siebten Tag ruhte und auch wir die freien Tage brauchen, um zur Ruhe zu kommen, Ballast abzuwerfen, durchzuatmen und hinaus in die Natur zu gehen.

Nach dem Segen ging es doch noch auf den Kalvarienberg, wo wir gemeinsam beim Windmühlheurigen mit Blick auf die Weinberge und Retz und einem Glaserl  Wein

gemütlich beisammen saßen. Und für alle, die Interesse an der Windmühle hatten, gab es eine private Führung mit Constanze Pollak.

Es war schön, wieder in Retz einen Gottesdienst mit Menschen aus unserem ganzen großen Gemeindegebiet zu feiern.

Georg Krätschmer

 

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Angelobung der neuen Gemeindevertretung  


Ein nicht ganz gewöhnlicher Gottesdienst fand am 17. Juni 2018 in Stockerau statt.  Schließlich geschieht es nur alle sechs Jahre, dass die scheidenden GemeindevertreterInnen verabschiedet und die neu gewählten angelobt werden.

Sehr passend zu diesem Ereignis waren die Texte des Gottesdienstes ausgewählt. Es ging um das Dienen. Die Personen, die ein Leitungsamt übernehmen, treten einen Dienst an der Gemeinschaft an. Jesus Christus hat seine Einladung zur Nachfolge wohl genau so gemeint. Für mich persönlich wieder eine Gelegenheit, um mich zu fragen, was mich antreibt, um mich in dieser Gemeinde zu engagieren, wo ich wieder meine Motivation im Gemeindeleitbild wiederfinde?

Gut tat es, von Pfarrer Christian Brost zu hören: „Das Maß seiner Beteiligung bestimmt jeder für sich selbst!“ Sagt sich leicht, denn man hat gerade auch sich selber gegenüber manchmal zu hohe Erwartungen.

Und dann standen die neu gewählten GemeindevertreterInnen vorne um den Altar und jeder sprach Ich gelobe in die Hand unseres Pfarrers. Das war nicht nur für ihn beeindruckend.

Ich gelobe vor Gott, bei meinem Wirken als Gemeindevertreter die innere und äußere Wohlfahrt dieser Gemeinde nach bestem Wissen und Gewissen zu wahren und darauf zu achten, dass die Kirche in allen Stücken wachse an dem, der das Haupt ist, Christus.

Danach segneten gemeinsam mit unserem Pfarrer die scheidenden GemeindevertreterInnen die neu gewählten. Symbolisch gaben sie so ihre Staffel weiter – ein berührender Moment, weil darin auch ihre Hoffnung zum Ausdruck kommen konnte, dass es mit unserer Gemeinde gut weitergehe.
Durch das Abendmahl gestärkt konnte dieses neue Gremium im Anschluss an den Gottesdienst seine konstituierende Sitzung halten. Nach einer kompakten Einführung von Gert Lauermann, wofür die Gemeindevertretung zuständig ist und wie sie sich in unserer Gemeinde zusammensetzt sowie einem Ausblick auf den thematischen Schwerpunkt des kommenden Jahres („Schöpfungsverantwortung“) wurde schließlich das Presbyterium gewählt.

Bevor das Presbyterium dann seine konstituierende Sitzung startete, sagte Pfarrer Christian Brost etwas, was ich abschließend gerne wiedergeben möchte:
Unser Miteinander hat 3 Ebenen:

  • Der Verwaltungsapparat unserer Kirche ist strukturiert ähnlich einer Stadtgemeinde.
  • Unsere Gemeinde bietet Rahmenbedingungen für das gemeindliche Leben. Da geht es um das Miteinander und in diesem Sinne um eine „Wohlfühldimension“.
  • Vielleicht die wichtigste Dimension: der Ort des persönlichen Glaubens, wo Gottesbegegnung möglich ist; Begegnungen und Erlebnisse, die die Seelen nähren und die das Leben verändern; eine Dimension des seelsorglichen Dialogs, der in Krisenzeiten besonders wichtig ist.

Die Stimmung dieser ersten Sitzung war sehr entspannt, freundschaftlich und konstruktiv. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den „alten“ und den neuen in unserem Gemeindeparlament.

Möge der Leitvers unserer Gemeinde uns auch in die Zukunft leiten:
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2 Tim 1,7)

Irmi Lenius

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DEMNÄCHST: Der Ruf der Engel am 1.12.

Eine musikalisch-literarische Spurensuche wird uns im Advent auf die Fährte der Boten Gottes führen. Elisabeth Möst und Isabella Gregor spielen und lesen aus Werken von Telemann, Paganini, Roth, v.Eyck und anderen.

Diese besondere, adventliche Veranstaltung, die mit Unterstützung der Prof. Ernst Vogel-Kulturstiftung möglich wird, sollten Sie sich nicht entgehen lassen:
1. Dezember 2018, 17 Uhr, Lutherkirche Stockerau

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Geistliches Wort

Foto: storm/Fotolia.com

Tut die Augen auf und sucht, wo ein Mensch ein bisschen Zeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Fürsorge braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer, ein Verbitterter, ein Kranker, ein Ungeschickter, dem du etwas sein kannst. Vielleicht ist’s ein Greis, vielleicht ein Kind. Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die das kostbare Betriebskapital, Mensch genannt, haben kann! An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden. Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum findet…
Lass dir ein Nebenamt, in dem du dich als Mensch an Menschen ausgibst, nicht entgehen!
Albert Schweitzer

Was Albert Schweitzer uns hier rät, liebe Gemeindeglieder, hat er auf beeindruckende Weise in seinem eigenen Leben umgesetzt. Aus Dankbarkeit für das, was ihm an Gaben geschenkt war, hat dieser große Menschenfreund zeitlebens anderen geholfen.

Nehmen wir uns das zum Vorbild und werden wir Gottes Mitarbeiter, wenn es darum geht, unsere Welt barmherziger, liebevoller und menschlicher zu gestalten!

Ich bin überzeugt davon, dass Gott auch heute noch Wunder vollbringt – auch durch uns. Unsere schnelllebige und selbstsüchtige Zeit und Welt braucht Menschen, die nicht nur an sich denken, sondern sich mit anderen für andere engagieren, einen Lebensraum zur Verfügung stellen, in dem Entschleunigung und Mitmenschlichkeit eingeübt werden kann, in dem sich Menschen wohlfühlen, in dem sie Kraft schöpfen können und inspiriert werden!

Das Priestertum aller Gläubigen

Unsere evangelische Kirchengemeinde soll solch ein Raum sein. Dafür sorgen unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen engagieren, ihre Zeit und Kraft einsetzen – oft ohne dabei im Rampenlicht zu stehen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich als Pfarrer an diesem Priestertum aller Gläubigen teilhaben darf. Wie gut, dass in unserer Kirche die Menschen nicht gebannt auf die Kirchenleitung oder den Pfarrer schauen, um Weisung zu erhalten, sondern das Geschick ihres Miteinanders selbst in die Hand nehmen.

Natürlich leisten Pfarrer und Kurator durch die Funktion der Leitung ihren Beitrag, aber um einen Lebensraum zu eröffnen und aufrecht zu erhalten, in dem andere sich wohl fühlen und den sie gerne aufsuchen, braucht es mehr. Dazu müssen wir alle zusammenstehen und zusammenarbeiten: Gemeindevertretung, Presbyterium und unsere vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im April nun wurde unsere Gemeindevertretung neu gewählt: Grund genug, einmal innezuhalten und jenen Frauen und Männern zu danken, die in der vergangenen Amtsperiode von über 6 Jahren unsere Gemeinde geleitet und zu dem gemacht haben, was sie ist.

Wie schön, dass sich wieder 30 Frauen und Männer gefunden haben, die ohne zu zögern ‚Ja’ gesagt haben zur Mitarbeit in den nächsten Jahren.

Den ‚Alten’ und den ‚Neuen’ wünschen wir viel Freude und gute Erfahrungen in ihrem Dienst. Liebe Gemeindeglieder, bitte schließen Sie uns und unsere Mitarbeiter in Ihr Gebet ein, damit wir die Aufgaben, die sich uns stellen, mit Gottes Hilfe gut bewältigen können.

Einen lichten, warmen und erholsamen Sommer wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

Und noch etwas:

Es ist mir ein Bedürfnis, wieder einmal all jenen herzlich zu danken, die klaglos und ganz selbstverständlich ihren Kirchenbeitrag bezahlen und auf diese Weise zum Wohlergehen unserer Pfarrgemeinde beitragen.

Wir sind auf Ihre Solidarität angewiesen. Wir sind in finanzieller Hinsicht keine reiche Kirche und auch keine reiche Pfarrgemeinde, sondern nach unserer Bautätigkeit noch immer verschuldet. Ohne Ihren Kirchenbeitrag könnten wir unseren Auftrag schwerlich wahrnehmen.

Die, die sich über den Kirchenbeitrag ärgern, seien daran erinnert, dass wir Evangelischen mit dem Karfreitag einen zusätzlichen freien Tag haben und dass der Kirchenbeitrag bis zur Höhe von 400 € von der Steuer abgesetzt werden kann. Bitte vergessen Sie das nicht und kündigen Sie nicht wegen des Kirchenbeitrags Ihre Solidarität mit Ihrer Kirche und unserer Gemeinde auf.

Vielen Dank!

Veröffentlicht unter Geistliches Wort