Geistliches Wort

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Nicht Macht korrumpiert die Menschen, sondern Furcht.

Aung San Suu Kyi

Gott spricht: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

Jesaja 43,1

Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirchengemeinde!

Hoffentlich konnten sie in den Sommermonaten ein wenig Atem holen, das im Frühjahr Erlebte verarbeiten und Kraft sammeln für das, was das Leben nun im Herbst für uns bereithält. 

Es gibt so viele Erlebnisse und Erfahrungen, die wenig kosten und uns mit uns selbst, miteinander, mit der Natur und mit Gott verbinden können: eine (Berg-)wanderung, die Entdeckungen, die man bei einem Waldspaziergang machen kann, eine stille halbe Stunde in einem Kirchlein am Weg, ein Sonnenuntergang am See, miteinander Singen und Spielen auf der Terrasse…

Es sind die unscheinbaren, alltäglichen Wunder, die uns Freude bereiten und uns mit Dankbarkeit erfüllen. 

Während ich diese Zeilen schreibe, belegen die Nachrichten aus aller Welt, dass mit dem Coronavirus weiter zu rechnen ist, es immer wieder gefährlich werden kann, weil es länger unbemerkt bleibt und ansteckender ist als das Grippevirus.

Während tausende Forscher weltweit nach einem Mittel gegen Corona suchen, sind wir gefordert, uns darauf einzustellen, noch eine Weile mit den nötigen Schutzmaßnahmen zu leben. Das fällt uns nicht leicht, weil wir unser Leben gerne unter Kontrolle haben. Dabei gibt es vieles, das wir nicht beeinflussen, kontrollieren oder vorhersagen können. Diese Unsicherheit macht uns Angst. 

Ich versuche mich in unsicheren Zeiten daran zu erinnern, was ich in meinem Leben mithilfe anderer Menschen und durch das Vertrauen auf Gott schon alles erreicht und überstanden habe. Vertrauen heißt für mich glauben, dass wir Menschen nicht alleine sind, dass Gott unsere Wege mit uns geht – besonders die schwierigen! 

Manchmal kann ich Gott spüren – im Gebet! Ich bete oft ohne Worte, denke an Gott, seufze ihm zu oder lächle ihn an. Manchmal leihe ich mir die alten Worte eines Psalmes, des Vaterunsers oder eines Liedverses aus dem Gesangbuch, den ich auswendig kann. Wenn ich still werde vor Gott und meditierend bete, fühle ich mich bei Gott geborgen – so als stünde er neben mir.

Was mir Kraft gibt …

… ist auch der Gottesdienst, wenn ich mit anderen zusammen Gott lobe und mich von ihm inspirieren lasse. Wir feiern jeden Sonntag um 10 Uhr – herzliche Einladung!

Im Urlaub habe ich genüsslich die Wochenzeitung ‚Die Zeit’ gelesen. Im Feuilleton gibt es einen Fragebogen, dem sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens stellen. Eine der Fragen lautet: ‚Sind Sie lieber dafür oder dagegen?’

Ich bin lieber dafür, aber das ist gar nicht so leicht im Alltag: positiv zu bleiben, wenn ein anderer einen angrantelt; ruhig zu bleiben, eine freundliche Antwort zu suchen. Dieser liebevolle Umgang wäre in Coronazeiten unglaublich hilfreich. Wenn ich dem andern schon nicht die Hand reichen kann oder ihn in den Arm nehmen darf, kann ich wenigstens hinter der Maske lächeln, dem anderen oder der anderen einen freundlichen Blick schenken und ein gutes Wort. 

Wir können uns in jedem Moment neu entscheiden – für die Liebe oder gegen sie.Die Liebe ist stets da – wir brauchen ihr nur unser Herz zu öffnen und sie ein- und ausströmen lassen. Probieren Sie es doch einmal aus: was geschieht, wenn Sie einen Tag lang allem und allen mit Liebe begegnen?

Bleiben wir in diesen schwierigen Zeiten miteinander verbunden, liebe Leserinnen und Leser. Begegnen wir einander freundlich bei gemeindlichen Veranstaltungen, beten wir mit- und füreinander, suchen und gewähren wir Rat und Hilfe, wo und wann das nötig ist. Keiner muss alleine sein!

Darum hier noch einmal die Kommunikationswege unserer Pfarre: 

  • Mich erreichen Sie zuverlässig unter der Telefonnummer 0699/18877394.
    Scheuen Sie sich nicht, Kontakt aufzunehmen!
  • Neueste Entwicklungen, die das Gemeindeleben betreffen ersehen Sie aktuell auf der Homepage unserer Gemeinde im Internet: http://www.evang-stockerau.org/
  • Gerne senden wir ihnen auch unseren Newsletter zu, zu dem Sie sich per E-mail (evang.stockerau@gmail.com) anmelden können! 

Ich wünsche Ihnen einen erfreulichen Herbst mit vielen schönen und ermutigenden Erfahrungen. 

Ihr Pfarrer Christian Brost

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DEMNÄCHST: Tanz als Gebet – Tanzkreis am 18. Oktober

Tu deiner Seele etwas Gutes…..

Den Sonntag pflegen als Zeit des Innehaltens und des VerbundenSeins. In Coronazeiten wichtiger denn je…

Bitte beachte die coronabedingte Änderung für den 18. Oktober 2020: Tanz als Gebet im  Gottesdienst entfällt, der Tanzkreis findet von 15:00 – 17:00 Uhr statt

CoVid19 – Schutzmaßnahmen:

  • verbindliche Anmeldung bei Ulli Bixa per SMS: 0676/ 9201585 (bitte mit Angabe von Name und Datum)
  • Teilnahme nur bei Symptomfreiheit (Schnupfen, Husten, reduzierter Allgemeinzustand, etc.)
  • Rechtzeitiges Eintreffen im Seminarraum
  • Handdesinfektion bei Betreten des Seminarraumes
  • Eintrag in eine Anwesenheitsliste (Name, Tel.Nr.)
  • Tragen von Nasen-Mundschutz, ausgenommen während des Tanzgebets
  • Abstandsregeln einhalten
  • Tänze ohne Handfassung oder verbunden mit Tüchern
  • Eigenes Getränk/ Trinkflasche mitbringen
  • die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung
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DEMNÄCHST: Evangelische Basics am 5. November

In der Hoffnung, dass Corona es zulässt, starten wir im Herbst mit der Vortragsreihe Evangelische Basics – Theologische Abende für interessierte Laien.

Worum geht es?

Biblische Themen, Kirchengeschichte, ethische Fragestellungen, praktische Theologie verständlich aufbereitet und wir beginnen mit einem Abend. 

Wie sollen wir die Bergpredigt verstehen? Wie war das als der christliche Glaube laufen lernte in den ersten Jahrhunderten? Was hat es mit den beiden Schöpfungsgeschichten am Anfang der Bibel auf sich? Was gehört zum Miteinander in christlicher Gemeinschaft nach Dietrich Bonhoeffers Erfahrung?

Solchen und ähnlichen Fragen werden wir nachgehen.

Interessiert?

Dann kommen Sie zum ersten Abend am Donnerstag, den 5.11.2020 von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ins evangelische Gemeindezentrum (Schießstattgasse/Ecke Manhartstrasse) Pfarrer Christian Brost referiert über das Markusevangelium, das älteste der vier Evangelien; wer war Markus, was hat ihn theologisch beschäftigt, wie ist sein Evangelium entstanden?

Herzliche Einladung!

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Was die Pandemie mich lehrt

Schnell waren wir unterwegs – auf Konsum und Wachstum in allen Branchen gepolt – als Covid-19 uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat.

Mit einem Mal war nichts mehr selbstverständlich. Schutzmaßnahmen mussten getroffen werden, das öffentliche Leben war auf das Notwendigste beschränkt.

Wir fragten drei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – unsere Stockerauer Bürgermeisterin Mag.(FH) Andrea Völkl, Komm.R. Prof. Hubert Culik, Geschäftsführer der Rembrandtin Lack und Executive Director der Kansai Helios Coatings GmbH, sowie den österreichischen Historiker und Wissenschaftsjournalisten Prof. Erich Witzmann, der bis 2009 als Ressortleiter für Bildungs- und Wissenschaftspolitik bei der Zeitung ‚Die Presse’ tätig war –wie sie diese Zeit erleben und was die Pandemie sie lehrt…

Die persönlichen Gespräche gibt es nicht mehr

Prof. Erich Witzmann

„Jeder fünfte Österreicher leidet unter Depression und Angst. – Diese Mitte Juli vom Gesundheitsministerium veröffentlichte Zahl sollte einen deutlichen Anstieg der psychischen Erkrankungen infolge der Coronakrise dokumentieren.

Nun gut, ich litt und leide nicht an Angstzuständen. Aber wie war es um die berufliche Situation in meiner Dienststelle (in der ich trotz Pensionsalter immer noch tätig bin) bestellt? Eine große Zeitungsredaktion in Wien, gemeinsam mit den organisatorischen Abteilungen an die 200 Personen. Von einer Woche auf die andere wurden von der Chefredaktion Maßnahmen verhängt: Kurzarbeit für jene, die nichts oder kaum etwas zu tun hatten. Das waren die Sportjournalisten, denn es gab plötzlich keine Sportveranstaltungen mehr. Oder jene, deren Berichte auf Veranstaltungen aufbauten. Und die übrigen sollten tunlichst von zu Hause aus arbeiten.

Wenn man hin und wieder in der Redaktion vorbeischaute, dann empfing einem eine öde und kalte Atmosphäre. Manche Ressorts waren völlig verweist, in anderen war vielleicht einer von zehn Schreibtischen besetzt. Aber die Zeitung erschien täglich. Die Mitglieder der einzelnen Ressorts stimmten sich via online in Konferenzschaltungen ab, es funktionierte fast stets reibungslos.

Also alles paletti, keine Klagen? Chefredaktion und Geschäftsführung waren erfreut, dass kein Covid-19-Fall das tägliche Erscheinen beeinträchtigte.

Auf der Strecke blieb aber der Plausch,

der gegenseitige Meinungsaustausch, auch und vor allem über Ressortgrenzen hinweg. Ich weiß nicht, was den Außenpolitikredakteur bewegt, mit welchen Problemen die Kulturredakteurin konfrontiert ist. Es gibt keine Hintergrundinformationen mehr. Und die Befürchtung ist da, dass angesichts der leeren Hallen künftig der Platz verknappt wird und vielleicht zwei Personen einen Schreibtisch teilen müssen – weil man dann jeden zweiten Tag von zu Hause arbeiten kann bzw. wird. Auf die tägliche Arbeit würde sich das verheerend auswirken. Von den Problemen jener, die zu Hause über keinen separaten Arbeitsraum verfügen, rede ich gar nicht.

Für meinen Berufsstand ist es sicher besser, wenn die Vor-Corona-Zeit wieder zur Normalzeit wird.

Erich Witzmann
Die Presse, Wissenschaftsredaktion

Nichts ist sicher!

Mag.(FH) Andrea Völkl

Corona steht nicht nur für eine kaum erforschte Infektionskrankheit, Corona entblößt auch die Verletzlichkeit unserer Lebenswelt. Vor dem Virus sind wir alle gleich! Wir alle haben Ängste.

Wie ein Leben ohne gemütliches Zusammensein, ohne Nähe, ohne die gewohnten Umarmungen aussieht – alles Dinge, die wir im Normalleben nicht groß bereden – erleben wir jetzt alle. Wir nehmen unser Leben als gegeben wahr, ganz so, als hätten wir einen Anspruch, ein Anrecht auf unseren Lebensstil, auf die üblichen Kontakte, auf Menschen, denen wir nahe sein dürfen. Wir lernen jetzt: Das ist gar nicht selbstverständlich! Es wird uns vor Augen geführt, was wirklich zählt in unserem Leben.

Die Pandemie lehrt mich auch Zuversicht und Vertrauen:

Vertrauen in die Menschen dieser Stadt. Viele haben sich zur Hilfe bereit erklärt, einfach so, nicht für den großen Vorhang, nur um das zu tun was notwendig ist für den Nächsten. Nur gemeinsam kommen wir aus der Krise und dafür ist der Beitrag eines jeden notwendig.

Zuversicht und Vertrauen sind notwendig, um während einer Pandemie Verantwortung für eine ganze Stadt zu tragen. Beim Tragen dieser Verantwortung stehen mir zahlreiche Menschen zur Seite, die mich unterstützen, auch dabei, die richtigen Entscheidungen zu finden.

Im Glauben dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns in unseren Anstrengungen begleitet und wir gemeinsam gut durch diese schwierige Zeit kommen.

Andrea Völkl

Unser Glaube an das – IMMER WEITER, IMMER MEHR UND GRÖSSER – ist schwer erschüttert worden.

Komm.R. Prof. Hubert Culik

Viele Autoren und Wirtschaftsforscher beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Pandemie in zahlreichen Büchern und Veröffentlichungen.

Was sind aber meine „LESSONS LEARNED“ aus der Pandemie?

Als ich mich am 12. März in Quarantäne begab, dachte ich, in 2 Wochen würde der Spuk vorbei sein. Termine werden halt verschoben und dann geht’s weiter, weil geplante Reisen und Treffen abgehalten werden müssen.

Nichts muss!

Nein, es ging und wird auch in Zukunft anders gehen.

Nicht alles so wichtig nehmen!

Weniger Reisen zu Treffen, bei denen sich oft sehr rasch herausstellt, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Man muss die Notwendigkeit von Terminen genau hinterfragen und mehr Konferenzen per Telefon oder Internet ansetzen. Aber dies gilt nicht nur im geschäftlichen Bereich. Auch mit der privaten Lebenszeit sollte man haushalten. 

Natur wieder entdecken!

Am Beginn der Quarantäne waren der Garten und auch die Au, in die wir gerne gehen, sehr kahl. Ich musste 69 Jahre alt werden, um das Erwachen der Natur im Frühling bewusst wieder zu erleben.

War ich doch als Kind viel in der Au unterwegs und habe die Jahreszeiten intensiv wahrgenommen.

Kontakte und Freundschaften pflegen!

Meine Frau Marianne und ich mussten feststellen, dass es Freunde, die alleine leben in der Quarantänezeit doppelt so schwer hatten. Die Einsamkeit ist ein großes Problem unserer Zeit.

Unsere Kinder helfen und unterstützen uns.

Wir haben in der Pandemie, aber auch jetzt, viel mehr und öfter mit Freunden und Bekannten telefonisch Kontakt gehalten. Ich bin zur Ruhe gekommen und konnte über viele Dinge aus der Vergangenheit nachdenken, habe mit einem langjährigen Geschäftsfreund wieder nach 15 Jahren Kontakt aufgenommen. Ich habe den ersten Schritt gesetzt, da es alte Missverständnisse gab. Es hat sich gelohnt.

Mit meinem   Bruder Hans telefoniere ich nun täglich. 

Wir finden nun Zeit dazu. Wir besprechen Ereignisse aus unsere Jugend und Themen, die wir nie vorher besprochen haben. 

Wenn ich mir die Frage stelle, was mich die Pandemie gelehrt hat, dann ist es noch mehr Augenmerk auf Dinge wie z.B. geändertes Konsumverhalten, regionales Einkaufen, Natur und Umweltschutz zu richten.

Tatsache ist, Corona macht uns alle betroffen. So etwas wie die Covid -19-Pandemie war vorher undenkbar, Tschernobyl und Fukushima waren auch undenkbar.

Wenn wir uns nicht ändern, wird uns die Welt ändern. Es geht auch kleiner, sorgfältiger. 

Qualität statt Quantität. 

Hubert Culik

Veröffentlicht unter Gott & die Welt

Das Herz und Ein Jahr – Predigten zu Bildern von Irmgard Moldaschl

Es ist schon lange her: Am 1. März eröffneten wir mit einer Vernissage die Ausstellung der Textilbilder von Irmgard Moldaschl, und wir starteten eine Predigtreihe mit der Künstlerin selbst und unserem Pfarrer Christian Brost. Doch dann kam Corona mit all seinen Einschränkungen auch unseres gemeindlichen Lebens. Es war daher ein ermutigendes Zeichen, dass wir im Juni die Predigtreihe fortsetzen konnten.

Das zerfledderte Herz

I. Moldaschl: Das Herz

Zunächst predigt unser neues Gemeindeglied, SI Lars Müller-Marienburg, über „das Herz“. Wobei, so stellt Lars fest, es bei einer Predigt über ein Kunstwerk immer zwei Predigttexte sind, die vorgegeben sind: der Bibeltext und das Kunstwerk.

Das Herz-Bild, so schildert Lars seinen Blick auf das Kunstwerk, zeigt ein filigranes Herz – ein Herz, dessen Teile sich aufzulösen scheinen; man hat Angst um jeden Teil dieser Herzwand. Ein hartes Kunstwerk.

Hart sind auch die  Wahrheiten, mit denen Jesus seine Jünger konfrontiert, die ihm nachfolgen wollen: der Verzicht auf ein Heim; das Verlassen des Hier und Jetzt („lasst die Toten ihre Toten begraben“; „schaut nicht zurück“ –  Lk 9,57-62).

In unserer Zeit wird der Glaube von Generation zu Generation in den Familien weitergegeben (so das denn noch passiert), jedenfalls sind die Rahmenbedingungen dazu hierzulande, wo Glaubensfreiheit herrscht, optimal gegeben. Das stellte sich vor 2000 Jahren für die christliche Urgemeinde anders dar: ihre leidenschaftliche Liebe zu Jesus war lebensgefährlich.

Damals wie heute kann die Leidenschaft zur Botschaft Jesu plötzlich entflammen. Lars erzählt von seiner entflammten Liebe zu Gott, die ihn als 18-Jährigen bis zu drei Gottesdienste an einem Sonntag besuchen ließ. Die Leidenschaft zu Gott kann das Herz aber auch zerfleddern lassen, so wie es das Bild von Moldaschl darstellt. In bewegend-offener Weise stellt Lars seinem erfolgreichen Werdegang vom Theologiestudenten bis zum Superintendenten die „harten“ Seiten dieses leidenschaftlichen Weges gegenüber – die Last ständig steigender Verantwortung, Konflikte, Einsamkeit…

Und dennoch: Lars ist davon überzeugt, dass Gott für uns Menschen den Ernst der Nachfolge UND ein gelingendes, gutes Leben will. Die Liebe Gottes will kein zerfleddertes, zerreißendes Herz – sie will ein intaktes Herz für uns Menschen.

Ein Jahr

I. Moldaschl: Ein Jahr

Leo Pfisterer hat als Künstler die herausfordernde Aufgabe übernommen, in Anwesenheit der Künstlerin Irmgard Moldaschl über deren Bild „Ein Jahr“ zu predigen. Und natürlich ist er sich dessen bewusst, dass seine Interpretation des Bildes nicht unbedingt den Ideen entsprechen muss, die die Künstlerin selbst hatte.

Leo macht uns auf das Material des Untergrunds des Bildes besonders aufmerksam. Es ist ein grob gewebter Leinenstoff, ein Gebilde aus vertikalen und horizontalen Fäden, die nur gemeinsam in ihrer Verschränkung einen festen, stabilen Untergrund bilden können. Leo überträgt das Bild auf eine Kirchengemeinde und deutet einerseits die vertikalen Kettfäden mit der Spiritualität, also der Verbindung von unten nach oben (zu Gott), während er die horizontalen Schussfäden mit der konkreten Umsetzung des Glaubens (in Diakonie, täglichen Arbeiten in und für die Gemeinde) gleichsetzt.

Die vielen collagehaft montierten Elemente stellen für Leo vielfache Erlebnisse und Herausforderungen im Laufe eines Jahres dar, erfreuliche (die kleinen Perlen am unteren Rand) ebenso wie schwierige (der Verbandmull im linken oberen Eck).

Die Finissage

Leo Pfisterer und Irmgard Moldaschl

Lieb gewordene, gute Freunde sind sie für Pfr. Christian Brost geworden, die Bilder der Irmgard Moldaschl, die im Gemeindesaal ausgestellt sind (und bald für eine weitere Ausstellung abgehängt werden). Sie waren – gemeinsam mit den zu den Bildern gestellten Texten – für Christian gerade in den Wochen Corona-bedingter Isolierung zu „beredten Begleitern“ geworden. Und nur der Gedanke, dass nun auch andere Menschen die Chance bekommen, sich mit diesen Bildern und Texten auseinanderzusetzen, versöhnen mit dem Ende der Ausstellung in unserer Gemeinde. Aber wer weiß: Vielleicht findet ja das eine oder andere Bild künftig in unserem Gemeindesaal eine bleibende Heimat …

Andreas Andel

Veröffentlicht unter Kultur, Veranstaltungen

Gute Aussichten für die Krankenhausseelsorge Stockerau!

Armin Aigner

Die Perspektive – was seelsorgerliche Besuche für das Stockerauer Krankenhaus betrifft, ist erfreulich. Armin Aigner aus unserer Nachbargemeinde Korneuburg, dem diese Entwicklung ein Stück weit zu verdanken ist, stellt sich selber vor:

Armin Aigner Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger

Mein Name ist Armin Aigner, ich bin 47 Jahre alt, einmal wiederverheiratet, habe 3 Söhne (davon ein Pflegesohn), 19, 16 und 10 Jahre alt. Gemeinsam mit meiner Frau Franziska Palm betreiben wir einen kleinen Bauernhof in der Nähe von Wolkersdorf. Wir halten 4 Pferde, 4 Kühe, 5 Schafe, 4 Hühner, 3 Schweine, 3 Hunde und andere Mitbewohner, die in loserer Beziehung zu uns stehen, insbesondere Katzen und Mäuse. Meine Brötchen verdiene ich an der Veterinärmedizinschen Universität Wien, an welcher ich eine Forschungs- und Lehreinfrastruktur-Einrichtung im Bereich der Nutztiermedizin leiten darf. Vor ca. einem Jahr hat mich das Presbyterium zum Lektor für Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge berufen. Meine Ausbildung zum Krankenhausseelsorger habe ich an der Diözese Wien abgeschlossen. Ich freue mich, dass ich Teil zweier aktiver Gemeinden sein darf und möchte mich sehr herzlich für die große Unterstützung seitens unserer Pfarren bedanken! 

Was ich noch berichten kann ist die Tatsache, dass sich zwei evangelische Pfarrgemeinden, nämlich aus Stockerau und aus Korneuburg, zusammengetan haben, um gemeinsam das seelsorgerliche Angebot in den beiden beschriebenen Bereichen zu stärken. Ich sehe mich dabei einerseits in der Tradition von Fr. Ingrid Oblak und Fr. Evelyne Zehetmayer, die viele Jahre unseren christlichen Glauben in die JA Sonnberg getragen haben. Im Krankenhaus Stockerau wiederum stehe ich in Gemeinschaft mit unserer Lektorin Irmi Lenius und unseren katholischen KollegInnen, insbesondere Hr. Mag. Kurt Preissinger und Schwester Edmundis vom Kloster St. Kolomann. 

Die Krankenhausseelsorge im KH Stockerau haben wir Ende Juni nach einer längeren Pause wieder aufnehmen können. Schon die ersten Gespräche mit unseren PatientInnen haben gezeigt: Der Bedarf an einem verständnisvollen, wohlwollenden Gespräch ist unglaublich groß, ganz unabhängig von Alter, Religionszugehörigkeit oder beruflichem Hintergrund.

Auch die Gefängnisseelsorge war unterbrochen, allerdings konnte ich mit unseren Brüdern in der Justizanstalt Sonnberg brieflich in Kontakt bleiben. Mittlerweile stehen Hr. Pfarrer Fellinger und ich unseren Brüdern wieder für Einzelgespräche zur Verfügung, auch Andachten, Gottesdienste oder Bibelgespräche finden 14-tägig statt. 

Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

Psalm 145

Veröffentlicht unter Diakonie, Interna

Aktuelle Infos zu unseren Gottesdiensten

Im Juli und August findet der Gottesdienst wie gewohnt sonntags um 10 Uhr statt.

  • Eine Anmeldung ist nicht länger nötig – jedoch ein Mindestabstand, für den unsere Sitzordnung sorgt. 
  • Ein Mund- und Nasenschutz ist nicht mehr notwendig.

In Hollabrunn feiern wir am Sonntag, den 5.7.20 und am Sonntag, den 16.8.20 jeweils um 10 Uhr Gottesdienst in der Christuskirche. Auch hier ist keine Voranmeldung nötig! 

Die aktuellen Gottesdiensttermine finden Sie hier.

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Pfingstvigil – Aufzeichnung

Veröffentlicht unter Oekumene, Veranstaltungen

Geistliches Wort

Wir haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. 
Und davon reden wir auch. 

1. Korinther 2,12f 

Heiliger Gott. Du bist unsagbar größer, als wir Menschen begreifen, 
du wohnst im unzugänglichen Licht, und doch bist du uns nahe.
Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns wie die Luft, die wir atmen,
ohne die wir nicht leben können. Gib, dass wir dir ganz vertrauen 
und leben ohne Angst.

Aus der Liturgie im Haus der Stille

Liebe Gemeinde,

während ich diese Zeilen schreibe, erreicht mich die Nachricht, dass wir unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen ab Mitte Mai wieder Gottesdienst feiern dürfen.
Das freut mich sehr!

Doch manche Beschränkung wird uns noch länger begleiten. Und der ganz normale Alltag wird wohl erst zurückkehren, wenn es Medikamente und Impfstoff gegen das Coronavirus gibt.

Inzwischen werden wir wie in den vergangenen Wochen wohl viele neue Erfahrungen machen und Antworten auf eine Reihe von Fragen erhalten: folgt der Corona Krise womöglich eine wirtschaftliche Krise oder eine politische? Wie schnell werden wir die Ansteckungsangst los und können wieder unvoreingenommen und angstfrei auf andere Menschen zugehen? Welchen Einfluss wird die Pandemie auf unseren Glauben und unser gemeindliches Leben haben?

Aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen weiß ich, dass Menschen in dieser außergewöhnlichen Zeit ganz neu den Stellenwert der Familie erkannt haben und auch den Wert von Freundschaft und Gemeinschaft! Andere haben angesichts ihrer Ohnmacht im Blick auf Krankheit und Tod ganz neu gelernt, Ohnmacht und Angst durch das Vertrauen auf Gott zu überwinden. Sie haben gespürt, welcher Trost davon ausgehen kann, bei aller Vorsorge ihr Leben letztlich in Gottes Hände zu legen.

Vielleicht ist es den Jüngern in der außergewöhnlichen Zeit, in der sie nach der Auferstehung Jesu gelebt haben, ganz ähnlich ergangen. Hin- und hergerissen zwischen Staunen und Zweifel, Angst vor der Zukunft und Hoffnung auf Gottes Eingreifen erleben sie Pfingsten. Durch ihr Vertrauen auf Gott überwinden sie Ohnmacht und Angst und fassen neuen Mut. Bewegt erinnern sie sich an Jesu Taten und Worte, bewegend erzählen sie anderen von den Erfahrungen, die sie mit Christus gemacht haben und werden verstanden. Menschen fassen durch sie Vertrauen zu Gott, wollen zur Gemeinschaft dazugehören, lassen sich taufen. So erzählt es uns der Autor der Apostelgeschichte.

Gott ist die Kraft des Lebens!

Gottes Geist hat heute noch die gleiche Kraft wie damals. Er verbindet uns Menschen, lässt uns den Wert des Miteinanders und des Einsatzes für andere erkennen. Er öffnet unsere Augen für Unrecht und hilft uns den Mund aufzumachen, wenn es um die Wahrheit geht. Er ist die Kraft des Lebens, die wir so nötig haben. Eine Ärztin aus Berlin hat in einem Interview von ihren Erfahrungen am Corona-Telefon erzählt: die mit Abstand größte Angst der Menschen, mit denen sie gesprochen hat, war im Fall einer schweren Infektion aussortiert zu werden und zu sterben – und das ganz allein…

Wie wichtig ist es, dass wir – wie die Jünger damals – unsere Hoffnungen und Glaubenserfahrungen mit den Menschen heute teilen! Wie wichtig ist es, in jeder Lebenssituation der Kraft der Liebe Gottes zu vertrauen und zu erfahren, dass Gott „auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will“, wie es der Pfarrer und mutige Christ Dietrich Bonhoeffer vor seinem gewaltsamen Tod im Konzentrationslager Flossenbürg vor 75 Jahren formuliert hat! Er schreibt: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“

Wir haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. Reden wir auch davon und teilen wir unser Gottvertrauen mit den Menschen um uns! 

Einen guten und möglichst angst-armen Sommer wünscht Euch 

Euer Pfarrer Christian Brost 

P.S.: Glaubt ihr, dass es etwas Gutes gibt, das wir mitnehmen können aus der Corona Krise? Dann schreibt es auf und werft es in den Briefkasten an der Tür der Lutherkirche oder schickt es per Post (an die Evangelische Pfarrgemeinde Manhartstrasse 24, 2000 Stockerau) oder per E-Mail an: evang.stockerau@gmail.com

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Aus dem Presbyterium

Presbytersitzung „online“

Das Frühjahr 2020 hatte einiges zu bieten. Im Februar fand die letzte „normale“ Sitzung statt. Wir beschlossen, den Kirchenbeitrag entsprechend den kirchlichen Vorgaben zu erhöhen und haben uns mit Details unseres Mahnwesens beschäftigt.

Vielen Dank an alle, die trotz der Pandemie ihren Kirchenbeitrag rechtzeitig einbezahlt haben. Sollten Sie eine Stundung oder Ratenzahlung benötigen, zögern Sie bitte nicht, sich mit unserer Kirchenbeitragsreferentin Mag. Christine Andel in Verbindung zu setzen. 

Mit Freude stimmten wir der Idee zu, im Krankenhaus Stockerau die Seelsorge ökumenisch zu gestalten, sodass in Zukunft eine Station zur Gänze von evangelischen Seelsorgern betreut werden soll.

Ein Februarwochenende lang kam das Presbyterium zur heurigen Klausur zusammen. Wir versuchten einen Rückblick über die letzten 15 Jahre und verbrachten sehr intensive und spannende Stunden damit, aus unserer Bestandsaufnahme Schlüsse für die zukünftige Gemeindeentwicklung zu ziehen. Das Projekt „Evangelische Basics“ wurde geboren und dann gleich einmal vom Coronavirus gebremst. Wie wir „Evangelische Basics“ sichtbar evangelisch umsetzen, werde ich Sie natürlich auf dem Laufenden halten.

Seit März überschlugen sich dann die Ereignisse. Am 13.3. beschlossen wir einstimmig, die Gottesdienste und alle Veranstaltungen bis auf weiteres abzusagen. Stattdessen gab es regelmäßige sonntägliche „Grußworte“ von Pfarrer Brost. Die konnten zwar nicht die gemeinsamen Gottesdienstfeiern ersetzen, fanden aber wöchentlich 70 – 100 ZuhörerInnen. Trost und Zuspruch sind in einem gewissen Maß auch digital möglich und können für viele hilfreich sein. Dank gebührt Melitta Ebenbauer für ihre wöchentliche Orgelmusik zum Sonntag, zur Ehre Gottes und auch zum Mitsingen. Auch die Bilder von Leo Pfisterers Ikonen auf der Homepage veranschaulichten uns Gottes Liebe.  

Wer Ostern Gottesdienst zu Hause feiern wollte, hatte dazu dank der Vorschläge unseres Bischofs die Gelegenheit. Ebenso konnte man sich auch der deutlich niederschwelligen Vorschläge auf unserer Homepage bedienen. Homepage und Newsletter dienen auch weiterhin als Kommunikationsmittel in unserer Pfarrgemeinde. Bitte werfen Sie immer wieder einmal einen Blick darauf!

Konfirmation auf 25. Oktober 2020 verschoben!

Leider mussten wir die Konfirmation unserer 15 Konfirmandinnen und Konfirmanden verschieben. Sie wird heuer nicht am Pfingstsonntag stattfinden, sondern erst am Sonntag, dem 25.Oktober!

Auch der Gottesdienst im Grünen, der heuer in Stoitzendorf geplant war, wird auf nächstes Jahr verschoben.

Ende April hat das Presbyterium dann in einer Webkonferenz einstimmig beschlossen das gottesdienstliche Leben zunächst ab 17. Mai in Stockerau und dann ab 7. Juni in Hollabrunn wieder aufzunehmen. 
Wir weisen Sie darauf hin, dass es immer Ihre eigenverantwortliche Entscheidung bleibt, ob und wann Sie am kirchlichen Leben teilnehmen. Wir hoffen sehr, dass wir bald wieder ohne größere Einschränkungen miteinander feiern können und wünschen Ihnen alles Gute und Gesundheit.
Informationen über den jeweils aktuellen Stand der Gottesdiensttermine und Schutzmaßnahmen finden Sie immer auf unserer Homepage. Oder nutzen Sie unseren Newsletter, den Sie gerne per E-mail an evang.stockerau@gmail.com oder telefonisch (0699/18877394) bestellen können.

Gert Lauermann, Kurator

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