Geistliches Wort

(c) Marion Leineweber

Jesus lehrte in einer Synagoge am Sabbat. Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krankmachte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.

Lukas 13,10 ff.

Die verkrümmte Frau, von der Lukas in seinem Evangelium erzählt, steht für mich für alle gebeugten Menschen zu allen Zeiten: für die missbrauchten Frauen und Kinder, die – von Stärkeren zu Objekten degradiert –  Schaden genommen haben an Leib und Seele. Oder auch für die alten Menschen, die in unserer reichen, selbstsüchtigen Gesellschaft zunehmend als Belastung empfunden werden. Wir nehmen uns nicht mehr die Zeit, uns um sie zu kümmern und von ihren Lebenserfahrungen zu lernen. Sie werden degradiert zu Kostenfaktoren. Zeit ist Geld, die Pflege muss ich lohnen. Das verletzt, verkrümmt und macht einsam.

Der Sozialpakt wankt

Die Frau aus Lukas‘ Geschichte steht für mich auch für die Armen, die zunehmend an den Rand gedrängt werden und den Boden unter den Füßen verlieren. Wir schämen uns ihrer Armut und wollen möglichst wenig damit zu tun haben. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Der Sozialpakt wankt. Gestärkt gehen die Reichen aus der Auseinandersetzung hervor. Die Wirtschaft hat Priorität, sie ist wichtiger, als dass alle genug zum Leben haben.

Und auch unter uns Christen wird kräftig polarisiert: Die „Frommen“ grenzen diejenigen aus, die anders glauben und anders leben, als sie es aus ihrer Bibel herauslesen. Homosexuelle, die darum ringen ihre Liebe zu leben, werden dämonisiert und verletzt.

Wie anders Jesus

Jesus ruft uns: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!

Unsere Aufgabe als Christen ist es, in der Nachfolge Jesu einen Schutzraum für alle zu bieten, die an den Rand gedrängt werden und in unserer satten, selbstsüchtigen und engstirnigen Gesellschaft unterzugehen drohen.

Wir wollen nicht polarisieren und ausgrenzen, sondern die einladen und einbeziehen, die Hilfe und Zuflucht brauchen und suchen. Sie gilt es aufzurichten – wie Jesus die verkrümmte Frau aufgerichtet und ihr wieder eine Perspektive verschafft hat.

In Gottes Reich soll niemand unter die Räder kommen. Alle sollen aufrecht und möglichst ohne Angst ihren Weg gehen können. Das Leben ist reich genug für uns alle und die, die ihr Leben großzügig mit anderen teilen, machen die Erfahrung, dass sie dadurch nicht ärmer, sondern reicher werden.

Pfr. Christian Brost

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DEMNÄCHST: NÖ Kirchentag am 20.6. in Wiener Neustadt

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Der Karfreitag ist weg

Der Karfreitag, wie wir ihn in als Evangelische in Österreich gewohnt waren, ist weg. Daran ändert auch die elegante Formulierung eine „persönlichen Feiertags“ nicht.

Die Art und Weise, wie seit dem Erkenntnis des Europäischen Gerichtshofs von Seiten der Regierung mit der Evangelischen Kirche umgegangen wurde, erschreckt mich. Zunächst wurde nicht inhaltlich über die Lösungsmöglichkeiten gesprochen, dann wurde zwar geredet – aber auf die Lösungsvorschläge und besonders auf die Bedürfnisse der Evangelischen wurde nicht eingegangen. Am Ende äußerte der Bundeskanzler, dass sich für 96% der Bevölkerung ohnedies nichts ändert. Damit hat er sachlich recht. Aber es schmerzt, wenn öffentlich erklärt wird: Die Minderheit, zu der ich gehöre, fällt nicht ins Gewicht. Und es sollte eigentlich alle erschrecken. Nicht nur die Evangelischen, die in bei dieser Entscheidung die bedeutungslose Minderheit sind. Denn schon morgen kann jemand anders eine Minderheit sein, die bei einer Entscheidung als nicht relevant eingestuft wird und über die dann ohne Rücksicht drüber gefahren wird. Das schmerzt mich, erschreckt mich, empört mich.

Was sich in der letzten Zeit angedeutet hat, wird nun immer deutlicher: Die bequeme Zeit als Evangelische in Österreich scheint vorbei zu sein. Wir müssen uns auf rauere Zeiten vorbereiten. Und wir werden im Widerstandleisten Übung bekommen.

Aber was bedeutet es nun für den Karfreitag und wie wir ihn begehen? In den vergangenen Jahren konnten wir beobachten, dass die Gottesdienste am Karfreitag leerer wurden. Zu Ostern und Weihnachten wurden sie voller. Den Karfreitag als Tag zu begehen, an dem man bewusst sein/ihr Evangelischsein zeigt und dabei an das Leiden und Sterben Jesu denkt, ist immer mehr aus der evangelischen Mode gekommen. Wenn es nun einen Urlaubstag „kostet“, das Evangelischsein zu begehen und das Leiden und Sterben Jesu zu bedenken, ist zu befürchten, dass noch weniger Evangelische das tun werden. Das ist aber – bei allem Ärger über die Regierung – nicht ihre Schuld.

Im Übrigen hätte es diese bewusste Entscheidung der Evangelischen auch gebraucht, wenn der „persönliche Feiertag“ als zusätzlicher Urlaubstag eingeführt worden wäre. Denn auch da wären alle vor der Wahl gestanden, wann sie diesen Tag konsumieren wollen. Am Karfreitag oder z.B. zur Verlängerung des Sommerurlaubs oder um mit einem freien Zwickeltag ein langes Wochenende zu bekommen.

Evangelische haben es in der Hand zu zeigen, wie wichtig ihnen der Karfreitag ist. Sie können pro-testieren, für („pro“) etwas Zeugnis abgeben („testare“). Zuallererst für die Bedeutung des Kreuzes. Dann aber auch für uns als Evangelische in Österreich.

SI Mag. Lars Müller-Marienburg

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Gemeinde intensiv – oder: Kann Visitation auch Spaß machen?

Einweihung des „Evangelischen Ecks“ im Bezirksmuseum Stockerau

Ende Februar kamen die Mitglieder des Superintendentialausschusses unter Leitung des Herrn Superintendent sechs Tage lang nach Stockerau, um unsere Pfarrgemeinde zu „visitieren“.

Visitation – das klingt nach strenger Überprüfung. Ist es auch. Aber eben nur auch.

In zahlreichen Treffen, detailreichen Gesprächen und beim gemütlichen Beisammensein, bei Ausflügen, Gottesdiensten, Friedensgebet und Kreisen verschafften sich Lars Müller-Marienburg, Gisela Malekpour und die anderen Mitglieder des Supausschusses ein umfassendes Bild unseres Gemeindelebens. Ich denke, diese Tage mit „intensiv“ zu umschreiben ist noch untertrieben.

Beispielsweise standen folgende Dinge am sehr abwechslungsreichen Programm: Teilnahme am Schulunterricht, Gespräche mit unseren GemeindevertreterInnen in Hollabrunn und Retz, Mitarbeitergespräche zu Musik, Bildung, Diakonie, Umwelt, Gemeindeentwicklung, Kirchenbeitrag, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit uvm, Kirchenführungen, Treffen mit kath. Pfarrern, Besuch der Moschee, Austausch mit dem Stockerauer Bürgermeister, Präsentation des „Evangelischen Ecks“ im Bezirksmuseum sowie je eine Presbyter- und Gemeindevertretersitzung.

Das Visitationsteam zu Besuch in Retz

Das Visitationsteam war in diesen Tagen automatisch auch Teil unseres evangelischen Lebensraums zwischen Stockerau und Retz. Und das freut mich. Ich konnte beobachten, wie wohl sich nicht nur der Superintendent bei uns fühlte. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, als das Visitationsteam nach dem Friedensgebet Mosaiksteinchen auf unsere Friedenssäule klebte. Oder als die Hollabrunner Gemeindevertreterinnen voller Stolz ihre Kirche präsentierten. Oder als wir mit dem kath. Pfarrer Pater Godhalm in Kalladorf gemeinsam zu Mittag aßen und Ökumene zum kulinarischen Genuss wurde. Oder als die Retzer Gemeindevertreter uns eine exklusive Windmühlenführung samt anschl. Heurigenbesuch angedeihen ließen. Oder als alle drei kath. PastoralassistentInnen in Stockerau mit uns bei einer umfassenden Führung durch die kath. Räumlichkeiten viel lachten und scherzten.

Obwohl der Abschlussbericht des Superintendenten noch aussteht, habe ich (und auch andere, die Verantwortung in unserer Gemeinde tragen) einiges von dieser Visitation mitgenommen. So intensiv, gebündelt, habe ich selbst unsere Gemeinde und ihr Umfeld noch nie erlebt. Das war überwältigend! Vielen Dank an das ganze Visitationsteam für viele wertvolle Hinweise, wo Verbesserungen möglich sind, und für das Lob für die vielen Dinge, die wir bereits gut machen!

Ich nehme aus der Visitation mit, wie großartig es ist, dass sich so viele Menschen mit ihren Begabungen bei uns einbringen. Dafür bin ich dankbar. Und ja, es macht auch viel Spaß, Teil so einer Gemeinschaft sein zu dürfen – erst recht dann, wenn Visitation ist!

Kurator Gert Lauermann

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Aus dem Presbyterium

Von Februar bis April waren wir wieder mit sehr unterschiedlichen, spannenden Themen konfrontiert. Die „Trauung für alle“ und die Visitation (vgl. eigene Artikel) erforderten unsere Aufmerksamkeit genauso wie das Finanzamt, das eine Prüfung unserer Gemeinde ohne Beanstandung beendete. Wir haben beschlossen, die gemeindlichen Gebühren bei Amtshandlungen (Stolgebühren) nicht zu erhöhen. Wir freuen uns auch über tolle Veranstaltungen, die ins Haus stehen, wie ein Konzert von „tibilustrium“ im Juni und das Konzert „Himmel und Erde“ zu Gunsten der Behindertenhilfe im November. Im Frühjahr 2020 wird es ein Projekt zu textilem Arbeiten geben.


Über besondere Kirchenführungen, etwa auch verbunden mit einem altkatholischem Gottesdienst, freuten wir uns im April.

Kurator Gert Lauermann

Veröffentlicht unter Interna

Unser KonfirmandInnen 2019

Wir freuen uns mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden, die die Vorbereitungen für ihre Konfirmation abgeschlossen haben. Sie werden in einem feierlichen Gottesdienst am Pfingstsonntag, den 9.6.2019 in der Lutherkirche konfirmiert.  

Die Gemeinde ist herzlich eingeladen! 

Wie jedes Jahr stellen sich unsere jungen Gemeindeglieder hier in den Gemeindenachrichten kurz vor: 

Bernhard Digruber

Ich heiße Bernhard und wohne in Stockerau. Mir ist am christlichen Glauben wichtig, dass alle an dasselbe glauben. Und mir gefällt besonders, dass alle einander zuhören. Meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel ist die Weihnachtsgeschichte, weil da Gott Mensch wird und zu uns Menschen kommt.

In unserer Pfarrgemeinde sind alle gut engagiert. Ich wünsche, dass sich eine große Gemeinschaft entwickelt.

Nach der Konfirmation in der Kirche werden wir Mittagessen gehen und danach in den Prater fahren.

Ich habe im Konfiunterricht gelernt, dass man bei der Konfirmation Ja zu seiner Taufe sagt.

Alina Kasper

Ich heiße Alina und wohne in Hollabrunn in einem Haus mit meiner Zwillingsschwester und meinen Eltern. Ich bin 13 Jahre alt und habe 2 Hasen als Haustiere.

Meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel ist die Arche Noah.

Am Glauben ist mir wichtig, dass alle das glauben dürfen, was sie für richtig halten. Im Konfirmationsunterricht habe ich viele Sichtweisen über Gott, Jesus und Glaube gelernt.

In unsere Pfarrgemeinde ist mir aufgefallen, dass es sehr familiär zugeht und jeder jeden wertschätzt.

Ich werde meine Konfirmation mit meiner Familie und meiner Zwillingsschwester feiern.

Lea Kasper

Lea Kasper

Ich heiße Lea und wohne in Hollabrunn. Ich bin 13 Jahre alt. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit Freundinnen im Reitstall. Daher ist auch mein größter Wunsch, ein eigenes Pferd zu haben.

An der Pfarrgemeinde ist mir aufgefallen, dass viele sehr bemüht sind und viel mithelfen. Im Konfirmationsunterricht habe ich gelernt, dass es viele verschiedene Gottesbilder gibt. Es ist mir am Glauben wichtig, dass jeder das glauben darf, was er selbst für richtig hält, und dass es auch akzeptiert wird.

Meine Konfirmation werde ich mit meiner Familie feiern.

Felix Köck

Am christlichen Glauben ist mir, Felix, die Gemeinschaft wichtig und dass Gott immer bei mir ist. Folgende Geschichte aus der Bibel gefällt mir besonders gut: Jesus und die Ehebrecherin. Besonders der Satz: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“ von Jesus hat mich sehr beeindruckt.

Meine größten Wünsche sind Friede auf der Welt und Gesundheit für meine Familie und mich.

Die Pfarrgemeinde in Stockerau ist zwar klein, aber eine gute Gemeinschaft.    Im Konfirmationsunterricht habe ich gelernt, dass Gott immer bei mir ist, egal was passiert, und dass Gott mich bei fast allem unterstützt.

Meine Konfirmation werde ich mit meiner Familie, die aus Dubai, Moskau und Ungarn kommt, feiern.

Benjamin Kurz

Ich bin Benjamin und 14 Jahre alt. Ich wohne in Röschitz. Ich feiere meine Konfirmation mit meiner Familie und meinen Paten, Onkeln und Tanten. Vielleicht auch mit katholischen Freunden. Noch haben nicht alle zugesagt, aber viele sollten kommen.

An unserer Pfarrgemeinde ist mir aufgefallen, dass die Gemeinschaft zusammenhält. Im Konfirmationsunterricht habe ich gelernt, dass Unterricht auch Spaß und Freude machen kann.

Die Geschichte von der Auferstehung Jesu ist mir wichtig, weil Jesus zeigt, dass nach dem Tod nicht alles aus ist. Am christlichen Glauben ist noch dazu wichtig geworden, dass ich nicht der einzige bin, der christlich oder evangelisch ist, und ich habe in der Gemeinschaft tolle Freunde gefunden.

Hanna Lauermann

Ich heiße Hanna und finde, dass man im Konfiunterricht sehr viel lernt. Am meisten hat mich das Thema Bibel interessiert, weil ich es sehr spannend finde, wie die Bibel überhaupt entstanden ist. Ein großer Wunsch von mir wäre, dass es auf der Welt Frieden gibt. Deswegen gefällt mir auch die Gemeinschaft am christlichen Glauben am besten. Ich habe das Gefühl, dass die Pfarrgemeinde für manche wie eine zweite Familie ist. Ich finde es auch interessant, dass jeder eine andere Vorstellung von Gott und Jesus hat.

Meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel ist die Emmauserzählung. Wie da die Jünger auf dem Weg nach Emmaus Jesus begegnen, ihn aber erst erkennen, wie er das Brot bricht und teilt.

Meine Konfirmation feiere ich bei mir zu Hause mit meiner Familie.

Noah Mayerhuber

Ich heiße Noah und bin 13 Jahre alt und wohne in Großmugl. Ich finde das Miteinander in der christlichen Kirche schön, denn jeder hilft jedem. Aus der Bibel mag ich die Geschichte von den zehn Geboten, weil da die ersten Regeln festgelegt wurden. Ich würde Gott gerne Fragen stellen, denn ich habe sehr viele Fragen an ihn. Zum Beispiel, warum so viele Menschen bei Naturkatastrophen sterben.

In der Pfarrgemeinde Stockerau kennen sich alle, und die Neuen werden immer herzlich aufgenommen. Ich erinnere mich gern an den Ausflug ins Bibelzentrum, bei dem ich vieles Neue gelernt habe. Wir durften dort auch sehr viele verschiedene Bibeln anschauen. Meine Konfirmation werde mit meiner Familie feiern, weil ich sie alle mag und ich auch die Konfirmation meiner Cousins mitgefeiert habe.

Conrad Molin

Ich heiße Conrad Molin und ich komme aus Stockerau. Am christlichen Glauben ist mir wichtig, dass ich weiß, dass auch in schlechten Zeiten immer jemand bei mir ist. Am beeindruckendsten finde ich die Geschichte, wo Jesus die Wellen und den Sturm beruhigt. Aus der Geschichte habe ich gelernt, dass man auch in der Angst und in schlechten Zeiten den Glauben nicht verlieren soll.

Im Konfirmationsunterricht habe ich gelernt, dass Gott immer bei mir ist. Unsere Kirchengemeinde gefällt mir sehr, weil sie klein ist und wir dadurch eine so gute Gemeinschaft haben.

Meine größten Wünsche sind, dass es Weltfrieden gibt und jeder Mensch auf Erden gesund ist.

Konfirmation werde ich mit meiner Familie, meinen Verwandten und mit paar Freunden feiern.

Cosima Molin

Mein Name ist Cosima und ich komme aus Stockerau. Mir ist am christlichen Glauben wichtig, dass man einander vertrauen kann und für jemanden da ist. Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Bibel ist Auferstehung Jesu, weil ich sie sehr interessant und wichtig finde.

Meine Wünsche wären, dass es Weltfrieden gäbe und arme Menschen oder arme Länder sich gut versorgen können und genug zu essen und zu trinken haben.

Wir haben im Konfiunterricht mehr über Jesus und Gott gelernt. Und auch was Konfirmation bedeutet: dass man seinen Glauben bestätigt.

Nachdem ich in der Kirche konfirmiert wurde, werde ich mit meiner Familie essen gehen und noch feiern.

Vincent Poigner

Hallo, mein Name ist Vincent Poigner und ich bin ein 14-Jähriger Konfirmand aus Stockerau. Am christlichen Glauben ist mir wichtig, dass man eine Vorstellung von Gott bekommt als „Zuwendungsperson“. Was mir besonders gefällt ist, dass sich in vielen Geschichten der Bibel die alltägliche Realität wiederspiegelt und sie so Orientierung schenken. Meine Lieblingsgeschichte in der Bibel ist das Letzte Abendmahl, weil Jesus, obwohl er wusste, dass er von Judas verraten wird, trotzdem nicht wütend auf ihn war.

Mein größter Wunsch ist, dass die Reichen dieser Welt nicht so gierig und geizig sind, sondern ihr Geld dafür spenden, dass Menschen in wasserarmen Regionen mit Wasser versorgt werden. Was mir in der Gemeinde besonders aufgefallen ist, ist, dass die Menschen nett und freundlich miteinander umgehen und einander bei Problemen helfen.

Ich werde meine Konfirmation mit Verwandten väterlicherseits in der Kirche feiern und danach in einem Restaurant zu Mittag essen und feiern. Im Konfiunterricht haben wir gelernt, dass es viele verschiedene Vorstellungen von Gott und Meinungen über ihn gibt.

Johanna Senger

Ich heiße Johanna Senger und wohne in Ernstbrunn in einem bunten Haus mit einem sehr schönen Garten und einem Stadel. Ich mache sehr gerne Musik und finde es sehr schön, Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen.  

Am christlichen Glauben gefällt mir die Gemeinschaft und die Toleranz für sehr viele Dinge. Eine Geschichte aus der Bibel, die ich gerne mag, ist Jonas und der Wal, weil sie mich sehr an meine Kindheit erinnert. Etwas, was mir an unserer Gemeinde aufgefallen ist, ist der Kirchenkaffee, weil ich so etwas von anderen Glaubensgemeinschaften nicht kenne. Etwas, das ich im Konfiunterricht gelernt habe ist, dass man Leute nicht nach ihrem Aussehen beurteilen sollte oder nach dem, was andere Menschen über sie sagen. Denn es gibt so viele coole Leute, die man sonst nicht kennenlernen würde, und das wäre doch schade!  

Elisa Simandl

Ich heiße Elisa und bin 13 Jahre alt. Am christlichen Glauben gefällt mir die Freiheit, die man hat. Man wird nicht zu etwas gezwungen, nur weil es zum Glauben gehört. Man wird inspiriert gewisse Taten zu tun. Außerdem liebe ich die Gemeinschaft. Man fühlt sich akzeptiert.

Ich finde Gefallen an der Geschichte von Jesu Taufe. Der Heilige Geist fuhr nieder in Gestalt einer Taube und Gott sprach: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“.

Ein großer Wunsch ist, mit den Leuten, die im Himmel wohnen, zu sprechen.

Im Konfirmationsunterricht habe ich die Pfarrgemeinde kennengelernt und gesehen, dass jeder sehr bemüht in der Kirche ist. Wir haben auch über Situation, in denen wir Gott gespürt haben, geredet. Meiner Meinung nach ist Gott immer für einen da, weil Gott seine Kinder Liebt.

Meine Konfirmation werde ich an einem Ort mit einem schönen Ausblick mit meiner Familie feiern.

Domenic Skrabl

Ich bin Domenic und wohne in Leobendorf.

Mir ist am christlichen Glauben wichtig, dass jeder seiner Meinung sagen kann, und mir gefällt besonders, dass mir zugehört wird. Ich habe den Wunsch, dass Gott auf die Erde kommt und ich ihm viele Fragen stellen darf.

Die Menschen der Pfarrgemeinde in Stockerau sind sehr nett und man kann mit jedem reden. Ich habe im Konfiunterricht gelernt, dass Gott vielseitig ist und immer für mich da ist.

Ich mag die Abendmahlsgeschichte aus der Bibel sehr gerne, weil Jesus da das Brot verteilt und so den anderen hilft. Meine Konfirmation werde ich in einem Restaurant feiern, und das mit meiner ganzen Familie.

Veröffentlicht unter Familie, Jugend & Kinder

Der Arbeitskreis „Schöpfung“ stellt sich vor

In unserer evangelischen Pfarrgemeinde gibt es einen neuen Arbeitskreis, der sich mit ökologischen Fragen auseinandersetzt. Dabei geht es um die Beziehungen von uns Lebewesen untereinander sowie um den schonenden Umgang mit Umweltressourcen in unserem Alltag.

Nach einem interessanten und aufschlussreichen Vortrag der Bildungsreferentin von „Brot für die Welt“, Frau Mag. Hannah Satlow, zum Thema „Klima.Gerecht.Essen“ im März haben sich im April die Mitglieder des Arbeitskreises interessierten Zuhörern vorgestellt.

Pfarrer Christian Brost und seine Frau Karin haben dabei den theologischen und spirituellen Hintergrund dieses großen Themas aufgezeigt. Von der Umstellung ihres Betriebes auf Bio berichtete die pensionierte Biobäuerin Renate Schmidt. Ausgehend von der Frage „Wie bio ist mein Kühlschrank?“ nahm sie die Zuhörer mit auf eine Einkaufsreise durchs Weinviertel. Ihre sehr hilfreichen Tipps im Blick auf Bioeinkauf in regionalen Betrieben wurden von den Besuchern dankbar aufgenommen.

Die Tierärztin Trixi Wanas hat sich bei ihrer Vorstellung des Themas „Fleisch und Milch“ angenommen. Die begeisterte Vegetarierin warb für ihre Ernährungsweise und zeigte die Schattenseiten der Massentierhaltung und der Milchproduktion auf. Dass es auch anders geht wurde deutlich, als sie humorvoll von ihren Hausschweinen Hansi, Franzi, Rosi und Resi erzählte, die auf dem paradiesischen Areal des heimischen Betriebes ein unbeschwertes Dasein führen.

Trixis Ehemann Alex Wanas ist nämlich seit über 30 Jahren mit der Gemüseproduktion beschäftigt und unterrichtet seit 2004 Gärtnerlehrlinge in einer sozialpädagogischen Lehrwerkstatt. Die Freude an der Produktion von biologischen Obst und Gemüse und die Wissensvermittlung darüber war spürbar und ansteckend, als er von seiner Arbeit erzählte. Der achtsame Umgang mit dem Erdboden und die Wertigkeit von Lebensmitteln ist und bleibt sein Thema.

Neugierig geworden?

Wir treffen uns – bis auf weiteres einmal monatlich – jeweils an einem Samstag von 17 bis 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Stockerau. Unsere nächsten Treffen entnehmen sie bitte dem Terminkalender der Pfarrgemeinde.

Sie sind herzlich willkommen!

Pfr. Christian Brost

Veröffentlicht unter Gott & die Welt, Veranstaltungen

Ökumenischer Gottesdienst in Zellerndorf

Der ökumenische Gottesdienst am Samstag, den 9. Februar 2019 im Pfarrsaal Zellerndorf war ein lebendiges Fest der Begegnung. Ca. 90 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder der katholischen und der evangelischen Kirche und ein Mitglied der Bruderhofgemeinschaft in Retz/Unternalb feierten gemeinsam unter dem Motto „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen“ (Dtn/5.Buch Mose 16,20) einen Wortgottesdienst. Der evangelische Pfarrer Christian Brost aus Stockerau, dessen Pfarrgebiet sich über das westliche Weinviertel von Spillern bis Retz erstreckt, erzählte das Evangelium, und Mitglieder des ökumenischen Kreises stellten die Personen dar. Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner wurde sehr anschaulich.  Was Jesus uns heute damit sagt, wurde damit auch sehr klar sichtbar. 

In der Predigt wies Pfarrer Jerome Ciceu darauf hin, wie wichtig und wertvoll für uns Christen und Christinnen das Miteinander-Reden ist, denn zu oft reden wir übereinander. Für uns alle war das gemeinsame Feiern inklusive der anschließenden Agape bei Lutherwein und Retzer Nussbrot sehr bereichernd. Vanessa von der Bruderhofgemeinschaft, einer Freikirche, hat sich sehr gefreut und gemeint, „hoffentlich kommen mehr Gelegenheiten, einander besser kennen zu lernen.“

Die Kollekte ergab 214,00 € und wurde zu gleichen Teilen für die kostenlose Rechtsberatung der Flüchtlinge der Caritas und Diakonie überwiesen.

In den Fürbitten beteten wir um Frieden und Gerechtigkeit und entzündeten Teelichter.

Jeder und jede war auch eingeladen, sich ein Teelicht mit nach Hause zu nehmen, verbunden mit der Bitte, diese zu Hause anzuzünden und um Frieden und Gerechtigkeit zu beten, damit Friede und Gerechtigkeit in unserer kleinen und großen Welt spürbar wird. 

Mag. Renate Trauner

Veröffentlicht unter Oekumene

KlimaGerechtEssen!

Unter diesem Titel fand eine Bildungsveranstaltung statt, bei der Frau MMag. Hannah Satlow von „Brot für die Welt“ referierte. Ich werde hier keinen Rückblick auf diesen Vortrag samt Abendessen geben, sondern einen Ausblick wagen, wo es nun hingehen könnte:

Wir wollen unseren Lebensraum bewusst gestalten. 

Dazu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen. Das braucht einerseits Wissen, dass wir ein Stück weit bei diesem Vortrag vermittelt bekamen, und andererseits Gleichgesinnte, die helfen neue Wege zu beschreiten. 

Denn eines ist uns schon klar: Wir müssen einen Schritt aus unserer Komfortzone machen!
Damit meine ich, dass wir Gewohnheiten hinterfragen und neue Wege beschreiten. Für mich persönlich ist es die Vermeidung von Plastik, wo immer es mir möglich ist, also z.B. beim Einkaufen von Obst und Gemüse am Markt.

Dass eine vegetarische Ernährung unseren Planeten weniger ausbeutet, war mir nicht ganz neu. Aber was tun, wenn man/frau gerne Fleisch isst? Es ist schon ein richtiger Schritt Biofleisch zu kaufen. Denn die industrialisierte Landwirtschaft, besonders die Viehzucht, beutet nicht nur den Planeten, sondern auch Lebewesen aus. 

Was wollen wir als Pfarrgemeinde umsetzen?

  • Abfallvermeidung: wir wollen möglichst Säfte in Glasgebinden (auch Dicksaft ist möglich) kaufen, um Plastik (Tetrapak) zu vermeiden.
  • Regionalität: wir wollen möglichst Produkte aus unserer Region verwenden.
  • Saisonalität: wir wollen vor allem bei Obst und Gemüse das auf unsere Teller bringen, was zur jeweiligen Zeit auch verfügbar ist. Also eben keine Erdbeeren zu Weihnachten!
  • Fair und Bio: wir wollen möglichst fair und biologisch produzierte Lebensmittel anbieten. Das gilt besonders für den Kaffee, aber auch für Milch und alles andere.

Jeder Schritt in eine dieser Richtungen ist wertvoll und wichtig. Veränderungen fallen uns nicht leicht, aber gemeinsam lassen sich neue Wege beherzter beschreiten.

Übrigens … einen ganz unbekannten Schritt habe ich beim Vortragsabend gewagt: Ich habe meinen ersten Mehlwurm verzehrt. Mit Zuspruch und ein bisschen Überwindung und schließlich mit der Erkenntnis: alles halb so schlimm. Veränderungen müssen zuerst im Kopf passieren! 

Irmi Lenius


Veröffentlicht unter Schöpfung, Veranstaltungen

Mehr als ein Konzert – Shura Lipovsky in unserer Kirche

Shura Lipvosky in der Lutherkirche

Diese Frau zu erleben, wenn sie singt, wenn sie die Geschichten ihrer Lieder erzählt – das ist etwas ganz Besonderes. Das ist mehr als ein schönes Konzert. 

Am 26. April 2019 singt Shura Lipovsky jiddische Lieder und hat chassidische Weisheiten mit in ihrem Gepäck. Das Besondere an diesem Abend ist die Präsenz, mit der Shura da ist. Sie singt Lieder von Heilung und Trost. Sie will mit ihrem Gesang Menschen besuchen und setzt das gleich mit Gott-besuchen. Als Zuhörerin habe ich den Eindruck, dass sie derart beseelt ist, dass sie als Person diese göttliche Atmosphäre nährt. 

Inspirierend sind auch die Gedanken, die sie mit dem Publikum teilt: 
Das gebrochene Herz wird ganz, wenn es zu sich kommt. 
Und dann ist es in der Lage die Welt zu heilen.

Das sind nicht nur schöne Worte. Das ist gelebte Weisheit, und Shura atmet in dieser Weisheit und lässt ihre ZuhörerInnen daran Anteil haben. 

Was ist der Mensch? So betitelt sie ein Lied, das dann völlig ohne Worte auskommt und doch alles sagt. Und Menschen können auch Engel sein! Mit einem ihrer selbst komponierten Lieder besingt sie einen Engel, der zu spät kommt. Es ist dieser unbedingte Glaube an das Gute und an den Schöpfer, gepaart mit dem Augenzwinkern, das unsere allzu menschliche Unvollkommenheit liebevoll mitträgt – diese Mischung ist die Essenz, die das Konzert mit Shura Lipovsky zu einem spirituellen Ereignis macht. Shalom und Danke – ein Abend wie dieser nährt und inspiriert. 

Irmi Lenius

Zur Person: Shura Lipovsky 

Shura Lipovsky mit ihrer letzten Zugabe

Shura Lipovsky lebt in Amsterdam und Paris und ist zweifelsohne eine der wichtigsten Stimmen in der Wiederbelebung der jiddischen Musik und des jiddischen Liedes. Als Dichterin/ Komponistin/ Interpretin neuer jiddischer Lieder und Geschichtenerzählerintritt sie weltweit auf internationalen Bühnen auf. Sie studierte Gesang am Rotterdamer Konservatorium, Tanz am niederländischen Institut für Folklore LCA, Theater an der Ecole Internationale de Theatre in Paris und Psychosynthese am Institute of Psychosynthesis in London und den Niederlanden, die Jiddische Sprache sowie kabbalistische Konzepte bei namhaften Lehrern in Europa und den USA.

Shura Lipovsky unterrichtet weltweit Meisterklassen für professionelle Sänger, gibt Workshops zum jiddischen Liedrepertoire und entwickelte ein Modell der chassidischen Lehren und der Kabbala verbunden mit Liedern, Meditation und Bewegung. Sieben Jahre lang war sie künstlerische Leiterin der Summer Song School „Di Goldene Pave“ in London, seit 2005 leitet Shura Lipovsky einen Chor für jiddische Lieder in Paris.

Als Sängerin und Pädagogin ist Shura Lipovsky eine leidenschaftliche Friedensbotschafterin. Mit ihren jiddischen Geschichten, Tänzen und Liedern aktiviert sie eine alte Welt der Weisheit und strebt durch die Kunst nach einer harmonischen Welt. Sie arbeitet mit spirituellen Führern verschiedener Religionen zusammen und ist Mitglied von Musicians without Borders (MwB) in den Niederlanden. MwB leistet Friedensarbeit durch Musik und Tanz in Ländern, die ethnischen Konflikten und Krieg ausgesetzt sind.

2011 ist sie das erste Mal der Einladung von Ulli Bixa in das Bildungshaus Schloss Großrußbach gefolgt und leitet seither regelmäßig Seminare an diesem Ort. In unserer Kirche (ehemals Synagoge) in Stockerau zu singen entspricht ihrem tiefen Anliegen, Brücken zu bauen und Friedensarbeit zu leisten.

Shura Lipovsky (www.shuralipovsky.com) publizierte fünf CDs, die letzte „Vaytinke“ mit eigenen jiddischen Texten und Kompositionen. 

Ulli Bixa

Veröffentlicht unter Veranstaltungen