Geistliches Wort

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?!
Matthäus 16,26

Die Welt ist aus den Fugen. In vielen Lebensbereichen mehren sich Nachrichten, die uns Angst machen und uns hilflos zurücklassen. Das gegenwärtig beherrschende Thema ist die Zerstörung der Natur. Die menschliche Gier hat sich in der freien Marktwirtschaft der westlichen Welt längst verselbständigt und einen Prozess der Umweltzerstörung in Gang gesetzt, der unaufhaltsam zu sein scheint.
Wir nutzen die Erde als günstige Rohstoffquelle und ihre Atmosphäre als Mülldeponie für unsere Treibhausgase. Die Bilder der Zerstörung sind eindrücklich: Schlittenhunde ziehen ihre Last durchs Wasser satt übers Eis, an manchen Küsten kann man das Wasser vor lauter Plastikmüll nicht mehr sehen oder erreichen, und manches bauliche Weltkulturerbe ist durch den Smog der Großstadt verhüllt…

Gott sei Dank stehen immer mehr Menschen auf, die sagen: Danke, ich habe genug. Mir reicht, was ich habe. Mehr brauche ich nicht. Und mehr will ich auch nicht, weil es sonst nicht für alle reicht. Ich bin so dankbar, dass ich atmen, lachen und weinen, lieben und leben darf; dass ich, was ich habe, mit anderen teile und mich entschieden habe, an dieser und jener Stelle zu verzichten: auf einen Flug, auf einen Schweinebraten und auf ein Auto mit 150 PS.

Das Problem ist, dass viele Hundert Millionen Menschen sich so verhalten müssten, dass es heilsame Folgen für unseren Planeten hätte. Hoffnung macht eine globale soziale Bewegung von Schülern und Studenten, die unter dem Motto „Fridays for Future“ auf die Straße geht, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. „Es ist unsere Zukunft, die ihr mit eurer Gier zerstört“, ist der Grundtenor der überwiegend jungen Demonstrantinnen und Demonstranten. Ihr Einsatz zeigt Wirkung: Der Klimaschutz taucht mit einem Mal wieder auf der Agenda von Politikern auf, die ihn bisher auf die lange Bank geschoben haben, um sich bei ihren Wählern nicht unbeliebt zu machen.

Ich bin überzeugt davon, dass Hilfe „von oben“ beim Umdenken nötig ist. Verzicht ist mühsam zu lernen. Dabei helfen staatliche Regelungen etwa im Blick auf der Motorenleistung eines Fahrzeugs und Geschwindigkeitsbeschränkungen, aber auch wirtschaftliche Maßnahmen wie die Verteuerung von Flugtickets, Fleisch und anderen Gütern, deren Herstellung umweltintensiv ist. Die Idee stammt von dem englischen Ökonom Arthur Cecil Pigou und ist 100 Jahre alt. Pigou argumentierte: Die Zerstörung und Verschmutzung der Natur verursacht einen Schaden, für den die Allgemeinheit aufkommen muss. Stattdessen sollte der Verursacher die Kosten tragen und so angehalten werden sein Konsumverhalten zu überdenken.

Als Christen wissen wir, dass wir in ein empfindliches Netzwerk der gegenseitigen Abhängigkeit von unseren Mitmenschen und der übrigen Schöpfung eingebunden sind. „Ich bin Mensch, weil ich dazugehöre“, formuliert der anglikanische Erzbischof Desmond Tutu sehr klug. Schon auf den ersten Seiten der Bibel wird davon erzählt, dass Gott uns seine Schöpfung anvertraut, dass wir sie achtsam bewahren und nicht egoistisch und ausbeuterisch zerstören!

„Die moderne Gesellschaft hat es durch Initiative und Einfallsreichtum des Einzelnen weit gebracht, und man sollte ihr für ihre oft spektakulären Errungenschaften Anerkennung zollen. Aber der Preis war hoch. Sie ließ eine Kultur der Errungenschaften und des Erfolges entstehen und förderte geflissentlich ein erbarmungsloses Konkurrenzdenken. Die schreckliche Folge ist, dass Menschen nicht mehr als sie selbst und aus sich heraus wertvoll geschätzt werden“, schreibt Tutu in seinem lesenswerten Büchlein „Gott hat einen Traum“.

Verlieren wir Gott nicht aus dem Blick! Bewegen wir uns auf ihn zu, lernen wir von ihm, der uns bedingungslos liebt – ganz gleich, ob wir erfolgreich sind oder scheitern. Und vergessen wir nicht uns selber zu lieben. Nur so bekommen wir auch unseren Nächsten in den Blick und schließlich die ganze Schöpfung, denn was hülfe es uns, wenn wir die Welt gewönnen, aber Schaden nähmen an unserer Seele…

Ich bin gespannt welche neuen Erkenntnisse und Erfahrungen der Herbst uns bringt, und lade Sie ein, in Gottesdiensten und bei gemeindlichen Veranstaltungen mitzudenken, mitzureden und unserem Lebensraum Gemeinde mitzugestalten!

Ihr Pfarrer Christian Brost

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DEMNÄCHST: Konzert „Erde und Himmel“ am 17. November

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Konfirmation 2019 in Bildern

(c) Fotos: Johannes Ehn

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Aus dem Presbyterium

In den Monaten vor dem Sommer begann das Projekt „Neuer Glockenturm Hollabrunn“ langsam Form anzunehmen. Die von HAK, HTL und HLW Hollabrunn im Rahmen des Ideenwettbewerbs eingereichten Skizzen und Modelle konnten gesichtet werden. Soviel schon mal vorweg: einiges war sehr kreativ – und: es gab eine klare Siegeridee.

Einige PresbyterInnen fuhren im Juni nach Siebenbürgen in Rumänien und besuchten unsere befreundete Pfarrgemeinde in Großschenk.

Außerdem haben wir eine Änderung beschlossen, die Ihnen nun im wörtlichen Sinn vor Augen liegt: Nach Abwägung von Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes und der Kosten haben wir entschieden, die Gemeindenachrichten in Farbe und auf Recyclingpapier zu veröffentlichen. Anpassungen und Verbesserungen im Layout werden laufend erfolgen.

Die Gemeindevertretung hat am 24. Mai einstimmig beschlossen, dass in unserer Pfarrgemeinde entsprechend dem Beschluss der Synode A.B. kirchliche Trauungen von verheirateten homosexuellen Paaren stattfinden dürfen.

Außerdem wurden Klarstellungen betreffend Kirchenbeitrag vorgenommen, um das Mahnwesen effizienter zu gestalten. So ist sichergestellt, dass alle Kirchenbeitragspflichtigen gleich und fair behandelt werden. Ich bitte Sie, wenn Sie Zweifel an der Richtigkeit der Kirchenbeitragsvorschreibung haben, sich mit unserer Kirchenbeitragsreferentin Mag. Andel in Verbindung zu setzen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei all jenen sehr herzlich bedanken, die ihren Kirchenbeitrag pünktlich bezahlt haben! Wir alle gemeinsam ermöglichen damit Kirche in all ihrer Vielfalt und schaffen durch unsere Teilnahme am einen oder anderen Event einen Lebensraum, in dem jede und jeder so kommen kann, wie sie/er ist.

Kurator Gert Lauermann

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Die Pfingstvigil: etwas ganz Besonderes!

Pfarrer Brost und Diakon Stark

Noch ist es hell, als ich mich kurz vor 21 Uhr in unserer Kirche einfinde. Gleich fällt der Turmbau zu Babel ins Auge, der bis über den Altar mit biblischen Erzählfiguren aufgebaut ist. Oben, an der Spitze, eine blaue Weltkugel. Diakon Wolfgang Stark trägt seine weiße Albe heute mit einer roten Stola. Ungewohnt: ein katholischer Amtsträger in der Lutherkirche? Ökumene wird an diesem Abend gelebt. Pfarrer Christian Brost mit seinem schwarzen Talar und den weißen Beffchen steht bei der Begrüßung neben seinem katholischen Kollegen. „Wie Yin und Yang“, denke ich.

Inzwischen ist es dunkel. Was folgt, ist kaum zu beschreiben. 7 Bibelstellen vom Turmbau zu Babel bis zu den Strömen des lebendigen Wassers im Johannesevangelium. 7 Mal zünde ich eine Kerze am 7-armigen Leuchter an. 7 Mal herrlicher Gesang, mitreißend. Schwester Hermi von den Steyler Missionsschwestern erzählt uns von einer persönlichen Begegnung mit der Kraft des Heiligen Geistes. Gebete: Bitten um den Heiligen Geist. „Der ist doch schon da!“, denke ich und lasse mich von der dichten Energie im Raum tragen.

Dann wird mit Chrisam duftend gesalbt. Jeder und jede der an die 100 „Begeisterten“ bekommt ein Chrisam-Kreuz auf den Handrücken und die Zusage: „Der Geist Gottes ruht auf Dir!“.

Der laue Abend klingt vor der Kirche beim Pfingstfeuer gesellig aus. Das Pfingstfeuer brennt auch in uns. „Es heißt, der Heilige Geist stärkt uns. Er macht, dass wir glauben können“, sage ich zu einem Freund. Und an diesem besonderen Abend wissen wir beide genau, dass es wahr ist.

Gert Lauermann

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Der Klimawandel und ich

Ein Vortrag von Corina Wanas

Nicht nur angesichts der in der ersten Junihälfte herrschenden Temperaturen von jenseits der 30 Grad Celsius war die Veranstaltung der ARGE Schöpfung der Pfarrgemeinde an Aktualität kaum zu überbieten. Seit Monaten finden weltweit und auch in Österreich Friday-for-Future Demonstrationen statt, wo vor allem junge Menschen für eine klimabewusste Politik eintreten. Ikone dieser Bewegung ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg.

Die 16-jährige Corina Wanas, Gemeindemitglied und Teilnehmerin an der NÖ – Jugend Klimakonferenz, hat in einem einstündigen Vortrag die Handlungsmöglichkeiten für jede und jeden Einzelnen aufgezeigt. Denn eines muss uns klar werden: Wir können nicht so weiterleben wie bisher! Unser derzeitiger Lebensstil verbraucht die Ressourcen unseres Planeten auf eine unverantwortliche Art. Stichwort „ökologischer Fußabdruck“: Schon jetzt lebt der durchschnittliche Europäer so, dass es 2 Erden bräuchte. Aber was an unserem Lebensstil geht derart an die Ressourcen?

Zum größten Teil ist es unsere Ernährung. 35% gehen auf das Konto Essen, 25% auf das Wohnen, 22% auf unsere Mobilität und 18% auf das Konto von Konsum (Kleidung, Technik…). Corina wies in ihrem Vortrag mit anschaulichen Grafiken auf die konkreten Zusammenhänge zwischen Lebensmittelkonsum, der industrialisierten Landwirtschaft und dem Klimawandel hin. Mehr als einmal appellierte sie an ihre Zuhörerschaft:

Jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung ist wertvoll!

Um welche Schritte kann es sich dabei handeln? Allem voran ein bewusster Einkauf! Nahrungsmittel, die in ihrer Erzeugung oder durch den Transport eine besonders hohe CO²-Belastung erzeugen, gilt es zu vermeiden:

  • Regionale und saisonale Produkte sollten Vorrang haben.
  • Produkte OHNE Palmöl sind zu bevorzugen, weil Palmölplantagen die Regenwälder (natürliche Lunge unserer Erde) ablösen und daher entscheidend zum Klimawandel beitragen.
  • Der Fleischkonsum muss reduziert werden. Tierische Produkte sollten möglichst aus biologischer Haltung kommen, weil industriell produzierte Produkte nicht nur ethisch kritisch zu sehen sind, sondern auch, weil sie mit einem unglaublich hohen Wasserverbrauch verbunden sind.
  • Bioprodukte sollten Vorrang haben. Denn häufig wird BIO in kleinbäuerlichen Strukturen produziert. Und genau diese gilt es auch zu unterstützen. Denn Biolandwirtschaft ist nachhaltig und ressourcenschonend im Gegensatz zur industrialisierten Landwirtschaft, wo nur der Ertrag zählt und dabei die Erde ausgebeutet wird.

Abseits der Ernährung wies Corina noch auf andere Bereiche, bei denen unser Verhalten auch relevant ist.

  • Fahrradfahren
  • Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel
  • Reduktion von Flugreisen
  • Recyceln
  • Abfallvermeidung, allem voran Plastik

Die an den Vortrag anschließende Diskussion verlief nicht ganz emotionslos. Kein Wunder, denn es geht wirklich um etwas Essentielles. Trotz aller Meinungsverschiedenheit war – so glaube ich – dennoch allen TeilnehmerInnen die Tragweite unseres Verhaltens klar. Jetzt gilt es neue Wege zu gehen. Jeder wird es auf seine Art und Weise versuchen und wir alle werden uns gegenseitig Mut machen. Denn das ist wirklich klar: So wie bisher wollen wir nicht weiterleben, weil wir Verantwortung wahrnehmen.

Vielen Dank an Corina, die mit viel Engagement unser Gewissen anmahnt. Unsere Zeit braucht Corinas und Gretas und jede und jeden einzelnen verantwortungsvollen Menschen!

Irmi Lenius

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Michael Chalupka ist neuer evangelisch-lutherischer Bischof

Michael Chalupka (Foto: epd/Uschmann)

Der neue Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich heißt Michael Chalupka. Der 58-jährige Wiener wurde am Samstag, 4. Mai, in Wien von den Delegierten der Synode mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit gewählt.

„Ich nehme die Wahl mit Freude und Dankbarkeit an“, sagte Michael Chalupka kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses und zeigte sich „überwältigt und berührt“ von der „intensiven Auseinandersetzung“ um dieses Leitungsamt. Die evangelische Kirche setze sich aus vielen Traditionen zusammen, gemeinsame Aufgabe sei es, „aufeinander zuzugehen und Brücken zu bauen“.

Michael Chalupka wurde 1960 in Graz geboren, studierte Theologie in Wien und Zürich, war Pfarrer in Mistelbach, steirischer Fachinspektor für Religionsunterricht, von 1994 bis 2018 Direktor der evangelischen Hilfsorganisation Diakonie Österreich und ist seitdem Geschäftsführer der Diakonie Bildung. Die zunehmende Säkularisierung und das Abdrängen von Glauben und Kirche ins Private hält Chalupka „für eine zentrale Herausforderung, vor der wir als Evangelische Kirche stehen.“ In dieser Situation gelte es zu vergegenwärtigen, dass „unser Glaube nicht unser Eigentum ist, das wir gestalten dürfen wie unser Schrebergärtlein, sondern ein Geschenk Gottes, das uns in Dienst nimmt und befähigt, mutig Kirche in der Diaspora zu sein.“ Die plurale Gesellschaft brauche Orte wie die Kirche, an denen unterschiedlichste Menschen einander begegnen, die sonst nie zusammenkämen, „wie einen Bissen Brot“. Der frühere Diakonie-Direktor verweist zudem auf das notwendige Zusammenspiel von Kirche und Diakonie: Die eine könne es nicht ohne die andere geben, das diakonische Engagement sei „wesentlicher Teil der Kirchenentwicklung“. Um die „rechtlichen, politischen und organisatorischen Herausforderungen“ der Zukunft bewältigen zu können, brauche es „gemeinsam gestaltete Prozesse, in denen alle zu Wort kommen und zu erzielten Ergebnissen stehen können“, so Chalupka.

In der Gesellschaft herrschten zunehmend Angst und Einsamkeit sowie die Propagierung eines „Wir-Gefühls“ vor, das andere ausschließe. Das Evangelium nehme hingegen die Angst und „steht für eine Gemeinschaft, die niemandem ausgrenzt.“ In einer Gesellschaft, „wo wir immer mehr auf das Ich zurückgeworfen werden“ gelte es zu verstehen, „das Leben, die Schöpfung, wir selbst – wir kommen nicht aus uns. Es gibt einen, der uns geschaffen hat.“ Als Bischof versteht sich Chalupka als „Ermöglicher“, die öffentliche Rolle des Bischofs enthalte auch ein geistliches Element: „Wenn der Bischof öffentlich spricht ist es immer ein Akt der Verkündigung.“

(Dieser Artikel ist eine gekürzte Version eines Beitrags des epdÖ auf evang.at: https://evang.at/michael-chalupka-ist-neuer-evangelisch-lutherischer-bischof/)

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Ein musikalisches Wochenende mit „Tibilustrium“

Mitte Juni war es wieder soweit: Das Blechbläserquintett „Tibilustrium“ aus Neuendettelsau im Frankenland kam zu Besuch ins Weinviertel. Wie schon bei ihrem letzten Besuch vor drei Jahren nahmen uns die fünf sympathischen, stets gut gelaunten und spielfreudigen Musiker auch diesmal wieder mit auf eine musikalische Reise. Es wurde ein heißer Samstagabend mit coolen Klängen. Das Publikum, die sich trotz der erdrückenden Hitze in die Lutherkirche aufgemacht hatte, wurde für ihr Kommen mit einem Hörgenuss ganz besonderer Art entschädigt.

Auch am nächsten Tag waren die fünf Musiker unsere Begleiter beim traditionellen Gottesdienst im Grünen auf dem Windmühlberg in Retz. Unter dem Leitgedanken „Gottes guter Geist“ feierte Jung und Alt aus allen Teilen unserer Gemeinde mitten in den Weinbergen einen bunten und fröhlichen Gottesdienst – musikalisch umrahmt und begleitet von Posaunen- und Gitarrenklängen.

Bei der anschließenden Heurigenjause bildeten sich interessante Tischgemeinschaften. Inspiriert, satt und zufrieden machten wir uns vor dem großen Regen auf den Heimweg.

Danke Tibilustrium! Ihr seid uns stets willkommen.

Pfr. Christian Brost

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Feierliche Einweihung des neuen Motorikparkes in Hollabrunn

Auf Initiative und unter tatkräftiger Mitwirkung unseres Gemeindegliedes Univ. Lekt. Dr. Gunther Leeb ist in Hollabrunn im Bereich des bestehenden Wasserparks der modernste Motorikpark Österreichs entstanden. Die Stationen dieses Parkes laden die Bevölkerung ein, persönliche Fitness und Koordination zu verbessern, und leisten somit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit in der Stadt.

Am 21. Juni nun wurde der Park bei strahlendem Sonnenschein und unter prominenter Beteiligung eingeweiht. Pfarrer Christian Brost überbrachte die Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde und segnete dann gemeinsam mit dem katholischen Stadtpfarrer Franz Pfeifer die Stationen, die von den Gästen der Veranstaltung gleich ausprobiert werden konnten. Der neue Park erfreut sich seither eines großen Besucherzustromes aus Hollabrunn und dem ganzen Weinviertel.

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Geistliches Wort

(c) Marion Leineweber

Jesus lehrte in einer Synagoge am Sabbat. Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krankmachte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.

Lukas 13,10 ff.

Die verkrümmte Frau, von der Lukas in seinem Evangelium erzählt, steht für mich für alle gebeugten Menschen zu allen Zeiten: für die missbrauchten Frauen und Kinder, die – von Stärkeren zu Objekten degradiert –  Schaden genommen haben an Leib und Seele. Oder auch für die alten Menschen, die in unserer reichen, selbstsüchtigen Gesellschaft zunehmend als Belastung empfunden werden. Wir nehmen uns nicht mehr die Zeit, uns um sie zu kümmern und von ihren Lebenserfahrungen zu lernen. Sie werden degradiert zu Kostenfaktoren. Zeit ist Geld, die Pflege muss ich lohnen. Das verletzt, verkrümmt und macht einsam.

Der Sozialpakt wankt

Die Frau aus Lukas‘ Geschichte steht für mich auch für die Armen, die zunehmend an den Rand gedrängt werden und den Boden unter den Füßen verlieren. Wir schämen uns ihrer Armut und wollen möglichst wenig damit zu tun haben. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Der Sozialpakt wankt. Gestärkt gehen die Reichen aus der Auseinandersetzung hervor. Die Wirtschaft hat Priorität, sie ist wichtiger, als dass alle genug zum Leben haben.

Und auch unter uns Christen wird kräftig polarisiert: Die „Frommen“ grenzen diejenigen aus, die anders glauben und anders leben, als sie es aus ihrer Bibel herauslesen. Homosexuelle, die darum ringen ihre Liebe zu leben, werden dämonisiert und verletzt.

Wie anders Jesus

Jesus ruft uns: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!

Unsere Aufgabe als Christen ist es, in der Nachfolge Jesu einen Schutzraum für alle zu bieten, die an den Rand gedrängt werden und in unserer satten, selbstsüchtigen und engstirnigen Gesellschaft unterzugehen drohen.

Wir wollen nicht polarisieren und ausgrenzen, sondern die einladen und einbeziehen, die Hilfe und Zuflucht brauchen und suchen. Sie gilt es aufzurichten – wie Jesus die verkrümmte Frau aufgerichtet und ihr wieder eine Perspektive verschafft hat.

In Gottes Reich soll niemand unter die Räder kommen. Alle sollen aufrecht und möglichst ohne Angst ihren Weg gehen können. Das Leben ist reich genug für uns alle und die, die ihr Leben großzügig mit anderen teilen, machen die Erfahrung, dass sie dadurch nicht ärmer, sondern reicher werden.

Pfr. Christian Brost

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