Geistliches Wort

(Quelle: http://www.wortimbild.de)

Suche den Frieden und jage ihm nach!
Jahreslosung für das Jahr 2019

Im Frieden ist der Mensch am besten.
Aus Japan

Es ist wieder Advent und wir gehen mit Riesenschritten auf Weihnachten und den Jahreswechsel zu. Darum grüße ich Sie mit dem Leitspruch für das neue Jahr 2019: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“

Frieden stiften – was für eine Aufgabe für das kommende Jahr! Uns gegen den Strom aus Angst, Vorurteilen und Gewalt stemmen. Mir fallen starke Sätze wie „Liebet eure Feinde“ ein.
Wie soll das gehen? Mit Charme, Diplomatie und versöhnlichen Worten dafür sorgen,dass Feinde nicht Feinde bleiben? Wie können wir anderen die Chance geben, unszu verstehen? Und wie schaffen wir es, uns in andere hineinzuversetzen, ummöglicherweise unsere Einstellung zu ändern?
Der jüdische Theologe Pinchas Lapide bezeichnet Jesu Friedensprogramm als „Entfeindung“.

Unsere Ängste

Alles Fremde macht uns – ob wir es zugeben oder nicht – zunächst einmal Angst. Sicher fühlen wir uns nur im Umgang mit vertrauten Menschen und vertrauten Abläufen. Alles was anders ist, geht mit der Sorge einher, dem Fremden nicht gewachsen zu sein,sich nicht auf das Neue einstellen zu können. Unsere Gedanken beginnen zukreisen.
Ohne es noch kennengelernt zu haben, malen wir uns das Fremde mehr oder wenigermisstrauisch und düster aus.

Es ist schwer,diese Angst kognitiv abzubauen. Viel besser ist es, sich lebensmäßig mit dem Fremden auseinander zu setzen und dabei gute Erfahrungen zu machen -festzustellen, dass der Andere ja gar nicht so ist, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

Ich habe das erlebt, als ich nach dem Theologiestudium in einem katholischen Bildungshaus mitgearbeitet habe und katholische Kirche hautnah erleben konnte. Das hat mit sehr geholfen, manches Vorurteil abzubauen. Wer bei einem Begegnungscafé oder bei einem Besuch im ehemaligen Bezirksgericht eine Flüchtlingsfamilie kennenlernt, dem wird es wohl ähnlich ergehen. Vorurteile werden am besten lebensmäßig abgebaut!

Über die Anderen reden

Dem Frieden zuträglich ist auch, wenn wir lernen darauf zu achten, wie wir über andere reden. Wie groß ist die Versuchung, über andere zu urteilen oder sich den Urteilen anderer anzuschließen! Je kleiner wir dabei den, über den gesprochen wird, machen können, desto mehr wachsen wir selber. Doch wer meint, solch liebelose Art, über Andere zu richten, würde dieser nicht mitbekommen, der irrt,  denn merkwürdigerweise steht solch ein Schlechtreden bei der nächsten Begegnung unausgesprochen zwischen uns und dem Beurteilten.

Mir hilft da eine Geschichte, die ich gelesen habe. Eines Tages kam einer aufgeregt zu dem Philosophen Sokrates:
„Du, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir erzählen.“
„Moment“, unterbrach ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der Andere voller Verwunderung.
„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ – „Nein, ich hörte es irgendwo und …“
„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist – so doch wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil.“
„Aha!“ unterbrach Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
„Notwendig eigentlich nicht.“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“

Niemand muss perfekt sein

Wo Menschen miteinander leben, kommt es zu belastenden Situationen. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, seine Ecken und Kanten. Und nicht jeder versteht, dass seine Freiheit ihre Grenze an der des Anderen findet. Niemand muss perfekt sein -ganz im Gegenteil. Wenn wir spüren, dass wir in unserer menschlichen Würde ernst genommen werden, können wir uns und anderen auc“ Fehler eingestehen. Wenn wir spüren, dass der Andere uns nicht manipuliert, unser Vertrauen nicht missbraucht, fällt es uns leichter, wir selber zu sein und uns zu zeigen. Tauchen dann Probleme und Unverträglichkeiten auf, schaffen wir es vielleicht, statt uns auf Kosten anderer zu profilieren, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Und was das Vergeben anlangt: Es ist gar nicht so schwer, den Anderen um Verzeihung zu bitten oder, wenn das nicht möglich ist, uns dazu zu entscheiden, ihm zu vergeben und nicht am Groll festzuhalten. Das lässt uns ruhiger schlafen und freier atmen. Wer vergibt, heilt auch sich selber!

Jesus wusste sehr gut, dass der Mensch im Frieden am besten ist, darum hat er uns den richtigen Umgang miteinander vorgelebt und uns zur Nachfolge aufgefordert. „Meinen Frieden gebe ich euch!“, hat er den Jüngern versprochen.

Nehmen wir diesen Frieden an und teilen wir ihn aus. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir damit 2019 machen, und wünsche ihnen eine fröhliche Weihnacht und eingesegnetes neues Jahr!

Ihr Pfarrer Christian Brost

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„Das hat aber jetzt richtig gut getan!“

Das hören wir KrankenhausseelsorgerInnen öfters, wenn wir uns von einer Patientin, einem Patienten verabschieden.

Ein Mal pro Woche kommen wir, Georg Krätschmer und Irmi Lenius, ins Krankenhaus Stockerau, um Evangelische zu besuchen. Im letzten Jahr bemerken wir, dass die Liste, die wir beim Portier erhalten, immer weniger und oft auch gar keine Evangelischen mehr enthält. Wir wissen, dass die neue Datenschutzgrundverordnung und die damit zusammenhängende Befragung bei der Aufnahme ins Krankenhaus daran schuld ist. Die Patienten und Patientinnen werden gefragt, ob sie Seelsorge wünschen. Die meisten erschrecken und meinen,so schlecht ginge es ihnen ja nicht. Also wird nach keiner Religionszugehörigkeit mehr gefragt, und wir SeelsorgerInnen erfahren nicht,dass Evangelische im Haus sind.

Nun haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Patienten und Patientinnen sich über den Besuch freuen, also froh sind, weil sie merken, dass „da draußen“ jemand an sie denkt. Es kann einfach gut tun, die Zeit, die man im Krankenhaus hat, mit jemandem zu teilen, der ohne Erwartungen,ohne eigene Ansprüche sein offenes Ohr und sein Herz anbietet. Und es muss sich nicht zwangsläufig ein langes Gespräch ergeben. Ein kurzes Grüß Gott kann auch genügen. Diese Entscheidung liegt immer beim Patienten, der Patientin.

Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir unseren Gemeindegliedern Mut machen, bei der Aufnahme in ein Krankenhaus auf die Frage,ob sie Seelsorge wünschen, entschlossen mit JA zu antworten.  Ja,und ich bin evangelisch. Dann liegt die Entscheidung, ob Sie den Besuch der Seelsorgerin, des Seelsorgers wünschen, wirklich ganz bei Ihnen.

Auch wenn wir niemandem wünschen, ins Krankenhaus zu kommen: Wir besuchen Sie dort gerne!

Georg Krätschmer, Irmi Lenius

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Ökumenisches Chorprojekt

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Brot für die Welt

„Wir sind die erste Generation, die Armut beenden, und die letzte Generation, die den Klimawandel stoppen kann“, formuliert Ban Ki Moon, der ehemalige UN-Generalsekretär, die aktuellen Chancen und Aufgaben. Ganz in diesem Sinne war es 2015 ein historisches UN-Gipfeltreffen, als die „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ beschlossen wurde. Die dort formulierten Ziele sind sehr ambitioniert. Gleichzeitig drücken sie aus, dass eine lebenswerte,zukunftsfähige Welt für alle in greifbarer Nähe ist.   

Überhaupt möglich wird so eine Welt, weil Menschen sich täglich dafür einsetzen – nicht erst seit 2015. Dafür arbeitet auch „Brot für die Welt“, die entwicklungspolitische Aktion der evangelischen Kirchen A. und H.B. Mit Projekten in aller Welt packen wir Hunger sowie Armut an der Wurzel und arbeiten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung an langfristigen Lösungen.

Erzählungen von unseren Projektpartnerinnen und Projektpartnern, wie sich ihr Leben zum Positiven verändert, sind für mich hoffnungsvolle Ermutigungen im Alltag. Im Gegensatz dazu fallen mir oft die kleinen und großen Handlungen auf, die nachhaltiger Entwicklung entgegenwirken. Dann wachsen meine Zweifel: Ist uns bewusst, dass wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten übermäßig ausnutzen? Berühren uns Nachrichten noch von Menschen, die unsere Solidarität brauchen? Wer trägt die Vision mit, dass eine lebenswerte Zukunft für alle 8 Milliarden Menschen möglich ist? Sind wir bereit, die gemeinsamen Aufgaben zumeistern? Können wir es uns leisten untätig zu warten?  

Ich meine: Es ist gerade jetzt wichtig, dass wir uns gegenseitig stärken und handeln! Ihre Pfarrgemeinde Stockerau beschäftigt sich 2019 mit Schöpfungsverantwortung und setzte damit einen ermutigenden Schritt. So wünsche ich uns allen, dass Sieweit wirken und ganz im Sinne Ban Ki-moons sagen: „Wir sind die Generation, die diese Welt zum Besseren verändert!“

MMag. Hannah Satlow, Bildungsreferentin von Brot für die Welt

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Aus dem Presbyterium

Aus der Superintendentialversammlung

Nach der Sommerpause fanden auf diözesaner Ebene Wahlen zum Superintendentialausschuss statt. Auch der Supkurator musste neu gewählt werden. Die mehr als 60 Delegierten der 28 nö. Pfarrgemeinden wählten Gisela Malekpour für weitere 6 Jahre in dieses Amt. Gemeinsam mit Superintendent Lars Müller-Marienburg leitet sie unsere Diözese. Pfarrer Christian Brost durfte sich über seine Wiederwahl zum Stellvertreter des Superintendenten für den Bereich des nordöstlichen Niederösterreichs freuen.

Aus dem Presbyterium

Im Presbyterium ging es im Herbst bisher vor allem um die Organisation von Veranstaltungen. Für Flüchtlingsarbeit und zur Unterstützung der evangelischen Gemeinde Großschenk in Siebenbürgen konnten wir dreistellige finanzielle Beiträge beschließen, für die Erdbebenopfer in Indonesien wurde eine Kollekte gewidmet.

Aus gesundheitlichen Gründen kann Pfr.i.R. Prof. Robert Kauer leider die Krankenhausseelsorge in Hollabrunn nicht mehr wahrnehmen. Wir danken Pfr. Kauer sehr herzlich für seinen treuen, liebevollen Dienst und wünschen ihm Gottes reichen Segen!

Wir freuen uns über die Friedensmeditationen, wo wir einmal monatlich anhand eines Vorbilds über Wege zum Frieden nachdenken und für den Frieden beten.

In Stockerau nahm der neue katholische Pfarrer Tom Kruczynski seine Arbeit auf,nachdem Markus Beranek auf eine Stelle der Erzdiözese befördert worden war. An der hervorragenden ökumenischen Zusammenarbeit ändert sich dadurch nichts.

Der stv. Obmann des islamischen Kulturvereins in Stockerau, Ali Öktem, zog sich von diesem Amt zurück und verlegte seinen Lebensmittelpunkt in die Türkei. Dadurch verlieren wir im interreligiösen Dialog einen wichtigen Ansprechpartner. InZukunft übernimmt Yasin Erkol, den wir bereits von seiner Arbeit als Betreuerim Haus Ibrahim kennen, diese Funktion. Ali Öktem bekam über unseren Vorschlag von der Stadtgemeinde für seinen verbindenden, friedensstiftenden Dienst an der Gesellschaft ein Ehrenzeichen verliehen.

Sowohl Markus Beranek als auch Ali Öktem wurden mir in den letzten Jahren zu Freunden. Interreligiöse Fußballturniere, aber auch die Flüchtlingshilfe mit dem „Haus Ibrahim“ als größtes Projekt ließen uns zusammenwachsen. Dafür bin ich dankbar.

Ich freue mich darauf, beim Gemeindevertretertag im November unsere neuen GemeindevertreterInnen besser kennen zu lernen, und auf die Dynamik, die aus diesem Tag erwachsen wird.

Kurator Gert Lauermann

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Gemeindevertretersitzung vom 10. November

Wie wir als Gemeinde ticken – Zusammenhänge verstehen und Potentiale erheben

Nach der Wahl der neuen Gemeindevertretung im heurigen Frühjahr war diese Sitzung – abgesehen von einer kurzen und ausschließlich konstituierenden Sitzung nach der Angelobung – die erste in dieser Besetzung. Da das Gremium um einige neue Mitglieder bereichert wurde,begannen wir mit einer Vorstellungsrunde der etwas anderen Art: Alle waren aufgerufen, sich 3 Etiketten mit dem Traumberuf, Wunschurlaubsziel und der größten Stärke bzw. Begabung auf die Brust zu kleben. Sehr einfach …. und schon waren wir paarweise oder in kleinen Gruppen so in anregenden Gesprächen vertieft, dass die Einhaltung der geplanten Tagesordnung fast zu scheitern drohte.

Über Spiritualität

Christian Brost referierte über das Thema Spiritualität. Sein beginnender Kernsatz lautete: „Alles Wesentliche ist geschenkt.“ Unser Glaube wächst durch das Hören und benötigt Zeit. Wir aber müssen bereit sein, diese Zeit aufzuwenden, um zum Ziel des Glaubens – Angstfreiheit und innerer Frieden – zu kommen.

„Wir sind die Gemeinde“ – so seine zweite Kernaussage -,  und zu unserer Gemeinschaft darf man kommen, wie man ist. Die Gemeinschaft aber bewirkt etwas und verändert jeden Einzelnen.

Über Diakone

Unser Kurator sprach einleitende Worte zum Thema Diakonie, die laut Kirchenverfassung eine der 4 Grundaufgaben der Kirche ist. Heute wird zwar der Großteil der diakonischen Grundaufgaben wie Gesundheitsvorsorge, Notstandshilfe, Altenpflege etc. vom Staat übernommen, leider aber nicht immer mit für uns zufriedenstellenden Schwerpunkten: Ist eine ausführliche, zeitaufwendige Dokumentation wirklich wichtiger als Zeit für das heilsame Gespräch mit den Bedürftigen?

Irmi Lenius, unsere Diakoniebeauftragte,berichtete von ihren Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge und der Ausbildung, die hierfür nötig ist. Am wichtigsten ist jedoch, sich dazu berufen zu fühlen. In diesem Sinne werden alle Interessierten eingeladen, doch einmal mit ihr ganz unverbindlich zum Schnuppern mitzugehen.

Anders in der Gefängnisseelsorge, die von Ingrid Oblak und Eva Zehetmayer seit 12 Jahren mit Hingabe betreut wir: Hier ist ein Mitgehen zum Schnuppern leider nicht so einfach möglich.

Über Kommunikation

Nach dem reichhaltigen Pizza-Mittagsbuffet referierte Andreas Andel über Kommunikation und schilderte den Erstellungsprozess der Gemeindenachrichten von der Planung über die Erstellung und Bearbeitung der Texte und Fotos, Layout, Korrekturlauf und Druck bis hin zum Versand. Es steckt viel Arbeit eines ganzen Teams dahinter, um alle 3 Monate unsere Gemeindenachrichten erscheinen zu lassen, die Homepage aktuell zu halten und auch andere Wege der Kommunikation (Newsletter, Infos an externe Medien usw.) zu bedienen.

Über das Maß der Beteiligung

Das Beispiel der Gemeindenachrichten veranschaulicht aber auch, wie viele tatkräftige Hände und Köpfe bereits für ein einzelnes Projekt von Nöten sind. Wie viel mehr Helfer werden erst für bestehende und künftige Aufgaben wie Diakonie,Spiritualität, in der Küche und für vieles mehr, für ein gedeihliches Gemeindeleben benötigt!  Dass sich diese Mitarbeiter- Gott-sei-Dank – auch immer wieder finden, zeugt von einem funktionierenden Gemeindeleben und der hohen Qualität unseres Miteinanders. Dabei ist ein Grundsatz ganz wichtig: Jeder bestimmt das Maß seiner Beteiligung selbst!

Martin Kuchler

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Die Arche zu Besuch bei der evangelischen Pfarre

Die Bewohner der Arche
haben eine Einladung in die evangelische Kirche bekommen
und Herr Pfarrer Mag. Christian Brost
hieß uns auch alle herzlich willkommen.
Er beantwortete geduldig alle religiösen Fragen
und konnte uns auch sehr viel zur Geschichte sagen.
Dass die Kirche vor sehr vielen Jahr`
einmal eine jüdische Synagoge war.
Im gemütlichen hellen Pfarrhause
gab es dann eine gute Kaffeejause.
Kleine Mosaiksteine, in der Arche gemacht,
wurden an der Friedenssäule vor der Kirche angebracht.
Bei einem Gebet nahmen wir uns an den Händen,
so friedlich und feierlich könnte jeder Tag enden.

Die Arche zu Besuch bei der evangelischen Pfarre Anna Jakubovits, Ehrenamtliche Mitarbeiterin im PBZ Stockerau

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Geburtstagsfeier der besonderen Art

Zu ihrem 100. Geburtstag haben sich die jungen Erwachsenen Pfadfinderinnen und Pfadfinder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Bäume zupflanzen als Zeichen der Hoffnung für unsere Welt. Dazu haben sie Freunde eingeladen. Wir als evangelische Kirchengemeinde haben gerne Ja gesagt, zumal ich seit vielen Jahren den Stockerauer Pfadfindern verbunden bin.

Mitte Oktober war es dann soweit – gegenüber dem Blabolilheim in Stockerau, in der Nähe des Fußgängerübergangs neben dem Weg zum Sportzentrum,ist ein Baumkreis gepflanzt worden: Pfadfinder, Stadtgemeinde, Evangelische und Katholische Kirchengemeinde und die Islamische Kultusgemeinde stehen Pate für die fünf gepflanzten Bäume.

Interreligiöser Dialog, Miteinander für die Schöpfung und in fröhlicher Gemeinschaft zusammenarbeiten – alles, was uns als Kirchengemeinde auch am Herzen liegt. Danke, liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder, dass es euch gibt und ihr euch so engagiert!

Pfr. Christian Brost

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Indien, mein Indien

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie einen kurzen, sachlichen Artikel erwarten, sollten Sie gleich auf die nächste Seite weiterblättern – das wird jetzt ein längerer, sehr persönlicher Bericht. Ich kann über Indien nicht anders schreiben, denn es hat mich vollkommen überwältigt, gefangen, fasziniert, erschreckt, begeistert.
Doch alles der Reihe nach.

Der Beginn der Reise

Am 21. September brechen 36 Menschen zur Gemeindereise der evangelischen Pfarre Stockerau nach Indien auf. Eine spannende Truppe – verschiedenste Altersstufen, aus diversen Wohnorten in Niederösterreich, Wien, sogar Deutschland, mit unterschiedlichsten Berufen und Interessen. Organisiert und begleitet wird die Reise von Martin Lauermann (Raiffeisen-Reisen) und von Pfarrer Christian Brost.

Nach dem völlig problemlosen Flug die erste Überraschung: Das Flugzeug landet etwa eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunftszeit. War da nicht was mit Unpünktlichkeit? Aber gut, wer zu früh kommt, ist auch unpünktlich… Jedenfalls werden wir pünktlichst von unserem jungen indischen Reiseführer Sahiil am Flughafen abgeholt. Er wirkt gleich sehr souverän und sympathisch auf uns und wird einen wesentlichen Anteil am Gelingen der Reise haben. Die Temperatur in Delhi liegt bei ca. 30 Grad, das wird auch die ganze Zeit zumindest tagsüber so bleiben. Dazu ist es schwül, was einigen aus unserer Gruppe ziemlich zu schaffen macht. Sahiil bring uns zum Bus, der für uns in den nächsten acht Tagen nicht nur zum Transportmittel, sondern auch zum kühlen Zufluchtsort, zum fahrenden Kino und zur Labestation werden soll. Ein Begleiter fährt die ganze Zeit mit uns und hält stets kühle Wasserflaschen und eine kleine Treppe zum Aussteigen bereit.

Im ersten Restaurant beginnt gleich das kulinarische Abenteuer mit würzigen Gemüse- und Linsengerichten, Chicken Curry, Basmati-Reis und Naan, dem köstlichen, meist ganz frisch gebackenen indischen Fladenbrot. Für die meisten von uns Österreichern und Deutschen ist die Schärfe der indischen Gerichte eine Herausforderung und einer der wichtigsten Sätze der nächsten Tage lautet „Is this really not spicy?“ Zur Sicherheit haben wir Hochprozentiges mitgebracht – natürlich nur zur Desinfektion.

Qutub

Nach der Stärkung und dem Einchecken im sehr gut ausgestatteten Hotel geht es zur ersten Besichtigung in Delhi, dem Qutub Komplex. Es handelt sich dabei um ein riesiges Gelände, auf dem sich die Ruinen mehrerer historischer Tempel, die älteste Moschee Indiens, eine der weltweit ältesten Säulen aus Metall und ein Minarett aus dem 13. Jahrhundert befinden.

Wow, ich bin schwer beeindruckt. Indien, dort gibt’s doch Slums und Armut und … ja, was eigentlich noch? Zum Beispiel freundliche Menschen in wunderschönen bunten Gewändern ohne Berührungsängste, die uns genauso neugierig betrachten wie wir sie. Zum Glück haben wir unseren Reiseführer, der nicht nur gut Deutsch spricht und in historischen und religiösen Fragen äußerst bewandert ist, sondern auch ein großartiger Organisator ist. Er kennt überall die richtigen Leute, lotst uns an den Warteschlangen vorbei und findet in den Erklärungen und Einzelgesprächen zu jedem/jeder einzelnen von uns den perfekten Draht.

Mathura

Am nächsten Tag verlassen wir Delhi auch schon wieder und fahren mit dem Bus Richtung Mathura. Auf der Fahrt liest Pfarrer Christian Brost zu ersten Mal eine Bapu-ji Geschichte vor. Dabei handelt es sich um Auszüge aus einem Buch von Arun Gandhi, einem Enkel von Mahatma Gandhi. Die täglichen Geschichten werden uns im Laufe der Woche begleiten und sind eines der Elemente, durch die diese Reise nicht nur für mich so einzigartig wird.

Unser Ziel ist der Geburtstempel des Gottes Krishna. Das ist zwar nicht der einzige Gott der Hindus, da gibt es noch ein paar Millionen andere Götter, aber er ist wohl einer der wichtigsten. Wir sehen heilige Badestellen – genau, nächste Überraschung für mich, die gibt es nicht nur am Ganges, sondern auch an anderen Flüssen – Affen, geschmückte Kühe, Hunde, jede Menge Hindu-Priester und gefühlt eine Million indischer Pilger. In einem Tempel erleben wir eine Hare Krishna-Zeremonie, befremdlich und interessant zugleich für mich.

Anschließend besuchen wir noch den „Tempel der göttlichen Liebe“ auf Hindu „Prem Mandir“. Alle aktiven Tempel darf man in Indien nur ohne Schuhe betreten und so werden die Tempelsocken unsere ständigen Begleiter. Der Prem Mandir wird bei Dunkelheit spektakulär beleuchtet – wenn nicht gerade der Strom ausfällt. Auch das ist Indien. Dort sind wir übrigens anscheinend die einzigen Europäer unter Tausenden InderInnen, werden bestaunt und unentwegt um Selfies gebeten. Ich fühle mich fast wie ein Filmstar hier – aber so etwas wie Angst habe ich bisher noch nicht gehabt. Im Gegenteil, die Leute hier wirken extrem entspannt, ruhig und nett auf mich. Zudem lerne ich die Mitreisenden im Bus, beim Essen und während der Besichtigungen immer besser kennen, wir führen Gespräche, tauschen Erfahrungen aus, achten aufeinander im Gedränge – auch ein sehr schöner Aspekt dieser Gemeindereise.

Ein bisschen auf die Probe wird meine Gelassenheit am nächsten Tag gestellt, wo wir uns in der Altstadt von Mathura zu Fuß durch ein unfassbar dichtes Gedränge von Tuk-Tuks – die indischen Dreirad-Taxis – Autos, Menschen, Kühen bewegen. Das Ganze ist begleitet von einem permanenten Lärmgemisch aus Gehupe, Verkehrsgeräuschen und Stimmengewirr, die diversen Gerüchen habe ich da noch gar nicht erwähnt. So ungefähr habe ich mir Indien immer vorgestellt – und doch fühlt es sich dann ganz anders an, wenn man mitten drinsteckt.

Agra

Als größtmögliches Kontrastprogramm besuchen wir anschließend ein Mutter Teresa-Haus in Agra. Dort leben in einer wunderschönen, gepflegten, ruhigen Anlage etwa 80 Kinder und Erwachsene mit und ohne Behinderungen, mit und ohne Eltern und werden von den Schwestern und ihren Helferinnen versorgt. Ein sehr berührendes Erlebnis für uns alle.

Und wenn wir schon in Agra sind, können wir doch auch das Taj Mahal besichtigen, das sich dort befindet! Natürlich nicht, ohne auf der Fahrt dorthin eine Bapu-ji-Geschichte gehört zu haben. Dann stehen wir vor einem der berühmtesten Gebäude der Welt, das man von unzähligen Fotos kennt. Und nicht nur ich, alle Reisegruppenmitglieder sind überwältigt. Strahlend weiß, gigantisch groß und doch leicht und zart wie ein Scherenschnitt. Wir können uns kaum satt sehen an dieser einzigartigen Anlage, die zu Recht als architektonisches Wunder gilt.

Der Herrscher Shah Jahan, der das Taj Mahal als Grabmal für seine verstorbene Lieblingsfrau erbauen ließ, wurde später von seinem Sohn entmachtet und musste seine letzten Jahre als Gefangener im roten Fort verbringen. Das ist eine riesige Burganlage in der Nähe und mit Sicherheit das schönste Gefängnis, das ich je gesehen habe.

Fatehpur Sikri und Karauli

Nach den Besucherströmen in Agra besichtigen wir Fatehpur Sikri, eine verlassene Palaststadt zwischen Agra und unserem nächsten Ziel Karauli. Es ist scheint zunächst eine ruhige Besichtigung zu werden, doch nur so lange, bis uns die Verkäufer entdecken. Sie bieten Souvenirs aller Art an und der eine oder die andere werden auch schwach und kaufen etwas, natürlich nicht, ohne über den Preis zu verhandeln. Das muss man in Indien so machen. Ich mag das nicht und daher kaufe ich lieber nichts. Trotzdem werde ich von einem „engagierten“ Verkäufer von der Gruppe abgedrängt und bekomme erstmals ein etwas mulmiges Gefühl – jedoch nur so lange, bis ich dem Rat folge, den uns Sahiil schon im Bus gegeben hat. Einfach freundlich und bestimmt „Nein“ sagen, weitergehen, kein Interesse signalisieren. So schwer ist das ja gar nicht.

In Karauli erkunden wir einen Maharadscha-Palast, der für manche von uns das Highlight der Reise darstellt. Der riesige Komplex ist aus Stein gebaut und wirkt dennoch wie filigrane Holzschnitzerei. Die Anlage ist irgendwie symmetrisch und dennoch wie ein Labyrinth, und dass auch noch ein Sonnenuntergang den Besuch abschließt, macht es unvergesslich. Um die Romantik komplett zu machen, nächtigen wir in einem anderen Palast des Maharadschas, der mittlerweile als Hotel verwendet wird und seinen kolonialen Charme über Jahrzehnte bewahrt hat. Ja genau – ich hatte vor lauter indo-islamischer Pracht schon fast vergessen, dass Indien auch eine ehemalige britische Kolonie ist.

Jaipur

Den nächsten Tag verbringen wir in Jaipur, der Hauptstadt des größten indischen Bundesstaates. Mit Schrecken stelle ich fest, dass uns nur noch 3 Tage bleiben. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn jeder Tag gefüllt ist mit unzähligen neuen Eindrücken! All diese Pracht, neben der Schloss Schönbrunn fast wie eine Hütte wirkt. All die Menschen – Wien ist dagegen ja fast ausgestorben. Der Lärm, die Gerüche, das Klima, das Essen – alles anders. Aber ich vertrage es erstaunlich gut und es gefällt mir. Man muss nur die europäische Brille abnehmen und darauf verzichten, die Dinge zu bewerten. Die meisten aus unserer Gruppe sind ähnlich fasziniert, obwohl es auch ein paar kleinere gesundheitliche Probleme gibt, aber zum Glück nichts Dramatisches.

Wir fahren durch die „Pink City“, die rosa bemalte Altstadt von Jaipur und machen einen Ausflug zum Amber Fort. Nach einem Ritt auf einem Elefanten gelangen wir in eine weit sich über einen Hügel erstreckende Burganlage. Bei deren Besichtigung ist es dann endgültig um mich geschehen. Die Schönheit des Spielgelpalastes, ein mit einer Unzahl kleinster Spiegelteilchen und Edelsteinen verzierter Raum, treibt mir die Tränen in die Augen. Ich muss im früheren Leben eine Inderin gewesen sein …

Was wir in Jaipur sonst noch sehen, ist auch nicht übel: Ein Tempel aus dem 15. Jahrhundert, in dem ein alter Priester lebt, eine astronomische Sternwarte aus dem 17. Jahrhundert mit einer Sonnenuhr, die die Zeit auf 2 Sekunden genau misst, der Stadtpalast mit einem Museum voller kostbarer Gewänder und Gegenstände des Maharadschas Jai Singh und den weltberühmten Palast der Winde.

Zurück nach Delhi

An unserem vorletzten Tag steht die mehrstündige Rückfahrt nach Delhi auf dem Programm. Zum Glück gibt es eine Bapu-ji Geschichte und ausführliche Erklärungen von Sahiil, der uns wie jeden Tag mit Informationen über Geschichte und modernen Alltag in Indien versorgt. Und es gibt im Vorbeifahren genug zu sehen: Zuckerrohrplantagen, Reis- und Hirsefelder, Kamelherden, bunt gekleidete Menschen mit unglaublichen Lasten auf dem Kopf, … incredible India, nie langweilig. In Delhi angekommen besuchen wir zunächst das Gandhi-Museum. In diesem Gebäude verbrachte die „große Seele“ die letzten Tage seines Lebens und dort wurde er auch ermordet. Schon wieder ein zutiefst bewegender Eindruck. Anschließend sehen wir noch die größte Moschee Indiens, Jama Masjid und fahren durch das Regierungsviertel mit imposanten Gebäuden. Und dann naht endgültig der Abschied vom Land und von unserem großartigen Reiseführer. Sahiil wird sowohl von Martin Lauermann als auch von Pfarrer Christian Brost gebührend gewürdigt und unter tosendem Applaus und der einen oder anderen Träne von uns verabschiedet. Auch darin drückt sich aus, was für ein einzigartiges Erlebnis diese Reise für unsere ganze Gemeinschaft war.

So vieles hätte ich noch zu erzählen über dieses Land voller Fremdheit – schöne und abstoßende Erlebnisse, Erstaunliches und irgendwie Vertrautes, Erfahrungen mit einer ganz besonderen Spiritualität der Menschen, mit nie gesehenen Alltagsszenen, mit dem Leben in seiner ganzen Vielfalt.

Ich weiß nicht, ob Ihnen jetzt klar ist, wie Indien für mich war. Es ist mir selbst ja auch noch nicht völlig klar. Sicher ist für mich nur eins: Ich will dort wieder hin.

Christine Andel

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Wer erinnert sich noch an ihn?

Digital StillCamera

Unser alter Altar hat endlich ein neues Zuhause gefunden! Erinnern sie sich noch an ihn?

Manches Taufgebet wurde an ihm gesprochen, viele Konfirmandinnen und Konfirmanden feierten an diesem Altar Abendmahl und manche Ehe wurde mit Blick auf ihn geschlossen. Ende des 19. Jahrhunderts kam er in der Sebastianikirche zum Einsatz, ehe wir in der Lutherkirche mit Blick auf das „Gott ist die Liebe“ Gottesdienst feierten.

Jetzt erinnert er im Bezirksmuseum an die bewegte Geschichte der Evangelischen in Stockerau.

Das neue „evangelische Eck“ im Bezirksmuseum: Ein Besuch lohnt sich! Ganz besonders am Donnerstag, den 28.2.2019 um 19 Uhr. Dann nämlich wird der neue Raum mit Altar, Kirchenbänken und einer informativen Geschichtsschnecke fröhlich eingeweiht – im Beisein von Superintendent Müller-Marienburg und Vertretern unserer Diözese und der Stadt Stockerau.

Wir freuen uns schon auf diesen besonderen Abend.

Veröffentlicht unter Geschichte, Veranstaltungen