Geistliches Wort

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Während ich diese Zeilen schreibe, wächst mit dem Erwachen der Natur die Hoffnung auf das langsame Auslaufen der Pandemie und auf einen Neuanfang in Richtung auf ein Leben mit dem Virus – jedoch mit immer weniger Angst und Abschottung.

Ich finde, wir haben insgesamt Glück gehabt mit dem Krisenmanagement unserer Regierung. Sehr schade ist es, dass der anfängliche Schulterschluss aller Betroffenen bei der Pandemiebekämpfung nicht durchgehalten werden konnte: der übliche politische Diskurs hat wieder Fahrt aufgenommen. Zusätzlich erschweren Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker mit ihren Aktionen die Bekämpfung der Pandemie.

Der Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer schreibt in seinem lesenswerten Buch ‚Fühlen, was die Welt fühlt‘: „Jede Großgefahrenlage ist ein Nährboden für Menschen, die der Welt immer schon misstrauisch gegenüberstanden und dazu neigen, hinter jedem Missgeschick oder Unglück geheime Mächte am Werk zu sehen. Krankheiten, Seuchen und Klimawandel sind aber weder eine Strafe Gottes noch das Werk böser Mächte, noch sind sie bösartige Erfindungen, um damit düstre Ziele verfolgen zu können. Menschen neigen dazu, hinter großen Ereignissen große Ursachen zu vermuten. Dies ist richtig und falsch zugleich. 

Falsch ist die Annahme, dass geheime böse Mächte im Spiel sind… 

Richtig ist: Die eine große Ursache, mit der wir das Risiko weiterer Epidemien, die durch Keime aus dem Tierreich ausgelöst werden, erhöhen, ist die Zerstörung der natürlichen Rückzugsräume der Tierwelt.“

Ich hoffe sehr, dass die Weltgemeinschaft ein paar wichtige Erkenntnisse, die uns in der Zeit der Pandemie zugewachsen sind, hinüberrettet in den neuen Alltag mit Corona: das Bewusstsein, wie kostbar und wenig selbstverständlich das Leben und die Gemeinschaft mit anderen sind; die Erkenntnis, dass das Sein viel wichtig ist als das Haben und der Konsum und schließlich den Willen individuell und miteinander größere Anstrengungen zu unternehmen, um Natur und Klima – und damit auch uns – wirksamer zu schützen (siehe obiger Abschnitt!). 

Ich weiß nicht, was Sie für sich aus der Coronazeit mitnehmen, ich erinnere mich gerne an die Familiengottesdienste zu Weihnachten und Ostern im Park des Belvedereschlössls, die Osternacht auf dem Friedhof, die bewegenden Gottesdienste mit unseren Konfirmanden, die vielen ZOOM Sitzungen, die Podcasts und Telefonate und manches seelsorgerliche Gespräch mit bewegender Nähe trotz Maske und Abstand. 

Dankbar bin ich, dass sich unser pfarrliches Miteinander in dieser schwierigen Zeit bewährt hat und der Lebensraum, den wir gemeinsam anbieten, Menschen Halt, Trost und Hoffnung gegeben hat. Als Gemeinschaft freuen wir uns schon darauf, ein Fest des Lebens miteinander zu feiern, sobald das wieder möglich ist; einander wieder ins Gesicht schauen zu können und beim Abendmahl oder dem Segen Hand in Hand zusammenzustehen…

Nutzen wir den Sommer zur Entspannung, um Kräfte zu sammeln und neuen Mut zu fassen – getreu dem Leitspruch unserer Pfarrgemeinde: ‚Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!‘

Einen schönen, erholsamen Sommer und einen guten Neuanfang im September wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Brost

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Worauf ich mich freue

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Heute ist der 7. Mai, in zwei Wochen werden Gastronomie, Kultur, Sport u.a. wieder zugänglich sein. Zumindest in einem gewissen Ausmaß.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, mag sich das, worauf ich mich da freue, schon wieder ziemlich „normal“ geworden sein, wenn uns nicht Corona noch böse dazwischengefunkt hat. Doch heute, kurz vor dem erhofften Ende einer langen Zeit unter ungewohnt eingeschränkten Lebensbedingungen, möchte ich nur nach vorne blicken.

Schmerzlich vermisst

Es sind vor allem lieb und wichtig gewordene Rituale, die ich so vermisst habe: Konzert-, Theater- und Kabarettabende, der Besuch von Museen, aber auch von Fußballspielen meiner Rapid, Restaurantbesuche mit Familie und Freunden… 

Es ist mir bewusst geworden, dass der Stellenwert von gewohnten Fixpunkten im Alltag nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Und gleichzeitig denke ich mir, dass dieses Vermissen irgendwie gepaart ist mit einem Anspruchsdenken, das mir eigentlich überhaupt nicht zusteht. Wer bin ich denn, Konzerte mit den Wiener Philharmonikern zu vermissen, während in Indien liebe Freunde mit dem materiellen und gesundheitlichen Überleben kämpfen?

Ohne Dankbarkeit keine Vorfreude

Vielleicht dient es ja nur der Gewissensberuhigung, doch auch bei nüchterner Betrachtung ist Dankbarkeit geboten für all das, was mich durch diese Pandemiezeit gebracht hat: ein harmonisches schönes Zuhause, ein sicherer Arbeitsplatz, ein vergleichsweise leichter Verlauf meiner Corona-Erkrankung, alle die Möglichkeiten, die liebgewordenen Rituale zumindest ein wenig zu ersetzen…

Und da sind wir auch schon beim Punkt! 

  • Was haben wir uns über die Videomeetings erregt, die doch nie ein persönliches Treffen ersetzen können? – Ja eh, aber was für ein Privileg, zumindest auf diese Weise miteinander kommunizieren zu können.
  • Was haben wir uns nicht über die geschlossene Gastronomie beklagt, deren Besuch für viele von uns zu einem Fixpunkt sozialen Lebens geworden ist? – Ja eh, aber was für ein Privileg, in einem Staat zu leben, in dem die Lebensmittelversorgung nie gefährdet war (selbst Toilettenpapier war ausreichend vorhanden!), und dann gibt es auch noch Botendienste, die uns das Essen bis zur Haustüre bringen.
  • Was haben wir nicht geklagt, dass wir in unserer Reisefreiheit so eingeschränkt waren, und wir hätten doch so dringend wieder einen Ortswechsel benötigt und uns so gerne am Meer erholt? – Ja eh, aber wer von uns hatte kein Dach über dem Kopf, konnte nicht an die frische Luft gehen oder gar seine Zeit in einem Garten verbringen?
  • Und wie viel von den Dingen, die uns wichtig und wertvoll sind, hatten wir zumindest in einer alternativen Form dennoch weiterhin zur Verfügung? Ein Gottesdienst, wenn auch mit Maske und ohne Gesang; ein Konzert im Fernsehen, wenn auch nicht in der Atmosphäre des Konzertsaals; ein Treffen mit Freunden, wenn auch nur in kleiner Runde und „nur“ im Freien?

Zumindest viele von uns – und ich einmal ganz bestimmt – haben allen Grund zur Dankbarkeit! Versetzen wir uns gedanklich nur einmal kurz an einen anderen Fleck auf dieser Erde, wo die Corona-erkrankten Menschen vor dem Spital ihren Tod erwarten, weil es darinnen keinen Platz für sie gibt … 

Natürlich hat es manche von uns hart getroffen, und auch ich habe einen Corona-Todesfall in meinem Bekanntenkreis zu beklagen – und das ist wahrlich schlimm genug -, doch insgesamt betrachtet … 

Das Gewohnte wird besonders

Wie viele tolle Konzerte habe ich schon gehört! Vielleicht sogar schon zu viele, um den Wert jedes einzelnen noch richtig schätzen zu können. Ja, ich habe so manche Konzerte auf Internet-Plattformen mit tollem Bild und Ton „erlebt“, aber mir ist sehr bewusst geworden: Das gemeinsame Erleben vor Ort, die Einzigartigkeit des Live-Erlebnisses, die Atmosphäre des Vor-Ort-Miterlebens – all das kann ein Konzert zu Hause vor dem Bildschirm nicht (oder nur sehr eingeschränkt) bieten. Ich kann es kaum erwarten, beim ersten Konzertbesuch nach langer Zeit dies alles wieder zu spüren – und ich bin sicher, ich werde das schätzen und genießen wie schon lange nicht mehr!

Wie oft war ich schon in Restaurants essen, und kulinarisch werde ich zu Hause wahrlich sehr verwöhnt, aber wie freue ich mich schon auf einen Familientreff bei „meinem Vietnamesen“ in Wien – und ich bin mir sicher, ich werde dieses Essen genießen wie schon lange nicht mehr!

Wie toll waren unsere Gottesdienste unter all den einschränkenden Bedingungen, und wie sehr freue ich mich auf den ersten Gottesdienst ohne Masken, mit Gesang – und bald mal wieder mit einer Umarmung lieber Freundinnen und Freunde!

Ja, das ist es, was immer so „gewohnt normal“ war und auf einmal ganz besonders klingt: einem Menschen wieder die Hand zu geben, ihn zu umarmen, ihn abzubusseln … das habe ich vielleicht am meisten von allem vermisst, und darauf freue ich mich am meisten. Es wird ganz besonders sein!

Andreas Andel

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Aus dem Presbyterium

Ingrid Oblak legte wie berichtet 2020 ihre Funktion als Presbyterin aus persönlichen Gründen zurück, bleibt aber als Lektorin und Gemeindevertreterin aktiv. Die Gemeindevertretung hat Hubert Culik 2021 bereits als Presbyter nachgewählt und wir freuen uns, mit ihm ein schon viele Jahre aktives Mitglied unserer Gemeinde und einen Experten in Fragen des Managements im Presbyterium zu haben.

Inhaltlich haben wir uns mit Organisatorischem zu den Ostergottesdiensten beschäftigt, die heuer (außer in Retz) ja im Freien stattfanden und wirklich bemerkenswert waren.

Aufgrund des Ablaufs der 12-jährigen Besetzung unserer Pfarrstelle musste diese neu ausgeschrieben werden. Pfarrer Brost beabsichtigt, sich wieder zu bewerben, sodass die Gemeindevertretung am 13. Juni die Pfarrerwahl dann vornehmen könnte.

Unsere Stockerauer Orgel soll einer Wartung unterzogen werden, um die teilweise schon sehr „schiefen“ Töne bei manchen Registern zu korrigieren.

Der Hollabrunner Glockenturm beschäftigte uns auch mehrfach, liegt doch nun sowohl baulich als auch finanzierungsseitig ein Konzept vor, das der Gemeindevertretung am 13.6. zur Abstimmung vorgelegt werden kann.

Kurator Gert Lauermann

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Wer kennt Angst vor einer ungewissen Zukunft?

Bild: Diakonie

Die vergangenen Wochen und Monate haben uns alle gelehrt was Warten, aber auch existentielle Angst bedeuten kann; wie es sich anfühlt vor einer ungewissen Zukunft zu stehen.

Dabei gerieten zunehmend die Menschen in unserer Gesellschaft aus dem Blickfeld für die Warten, Angst, Unsicherheit und Verzweiflung seit Jahren ein essentialer Bestandteil ihres Lebens ist.

Monate- oft jahrelanges Warten auf einen Interviewtermin im Zuge ihres Asylverfahrens. Die Unsicherheit, ob ihre persönliche Geschichte und ihre Erfahrungen geglaubt werden. Die Angst, ob der darauffolgende Asylbescheid positiv, oder negativ ausfällt, ob sie bleiben dürfen, oder abgeschoben werden. Die Verzweiflung, wenn sie in Berufung gehen müssen, Die Sorge um das finanzielle Überleben, aber auch um einen etwaigen Arbeits-, oder Ausbildungsplatz.

In vielen persönlichen Begegnungen mit AsylwerberInnen konnte ich diese Gefühle mitschwingen spüren. Obwohl, es dauert lange, bis diese Menschen nach all dem was sie in ihren Heimatländern, auf der Flucht, in diversen Lagern, aber auch in Unterkünften und mit Behörden hier in Österreich erlebt haben, offen aussprechen können was sie bewegt.

Es rührt und berührt, macht betroffen!

Bild: Diakonie

Die zunehmend negative Haltung gegenüber Flüchtlingen und in der Folge auch gegenüber NGOs, wie der Diakonie, in unserem Bundesland ist sowohl für haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Diakonie als auch für Mitglieder der evangelischen Kirche unverständlich und nicht nachvollziehbar.

Und dennoch, trotz aller Schwierigkeiten, sollen und werden wir uns in unserem Engagement nicht unterkriegen lassen und nicht zurücknehmen. Es gilt weiterhin Menschen, egal woher sie auch kommen, mit Respekt, Wertschätzung und auf Augenhöhe zu begegnen. Viele von ihnen haben es geschafft sich ein neues, selbstbestimmtes und tragfähiges Leben aufzubauen. Exemplarisch möchte ich ihnen die Geschichte einer Familie erzählen.

Sie kamen im Frühjahr 2012 nach Österreich. 

Geflüchtet in einer Nacht- und Nebelaktion als verfolgte Christen aus dem Iran.

Keiner von ihnen sprach bei ihrer Ankunft ein Wort Deutsch, weder Hossein der Vater, ein Geschäftsmann, noch Leila seine Frau, die mit ihm das Textilgeschäft betrieb, noch ihr Sohn und Maturant Mahyar, noch die 14-jährige Tochter Shirin.

Kennengelernt habe ich sie als ehrenamtliche Lehrerin in einem Deutschkurs. Betrieben von Freiwilligen unter organisatorischer Mithilfe des Diakonie Flüchtlingsdienstes.

Die Familie nahm schon bald Kontakt zu der katholischen Pfarrgemeinde vor Ort auf, brachte sich ein und engagierte sich. Ob beim Kirchenputz, beim Kochen für Veranstaltungen, oder beim Schleppen von Kisten für den Flohmarkt, sie waren da, wenn sie gebraucht wurden.

Sie besuchten ein Jahr lang den Taufunterricht und waren stolz, nach der Taufe endlich, und vor allem gefahrlos, frei und offen ihren Glauben leben zu können.

Nach 15 Monaten Wartefrist wurde ihnen der Aufenthaltsstatus zugesprochen.

Die Kinder besuchten zunächst als Gastschüler das örtliche Gymnasium. Dann wurden sie als reguläre Schüler aufgenommen. Für den 18-jährigen Mahyar bedeutete das zurück in die 7. Klasse und noch einmal 2 Jahre Unterricht, um zur Matura zugelassen zu werden.

Er absolvierte sie 2015, nach 3 Jahren in Österreich, mit Bravour und studiert seither an der TU Wien technische Mathematik.

Hossein, der Vater, arbeitet seit dieser Zeit in einem metallverarbeitenden Betrieb als Schichtarbeiter. Seine Frau Leila hat im Gastgewerbe Arbeit gefunden.

Bald schon wurde, durch Unterstützung vieler engagierter Mitmenschen, die Anmietung und Einrichtung einer eigenen Wohnung möglich. Vater Hossein absolvierte die österreichische Führerscheinprüfung.

Langsam kehrte so etwas wie Normalität und Zukunftsperspektive in der Familie ein.

Im Sommer 2017 bestand auch die Tochter Shirin problemlos die Matura.

Mit der Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium hat es im ersten Anlauf leider nicht funktioniert.

Ihre Aussage: „Jetzt studiere ich ein Jahr Pharmazie und dann probiere ich es mit der Medizin selbstverständlich noch einmal“, sagt viel über die Zielstrebigkeit der jungen Frau aus.

In den letzten beiden Jahren machten die Eltern viele Überstunden und Wochenenddienste. Die Kinder arbeiteten neben dem Studium und natürlich auch in den Ferien.

Das dadurch extra verdiente Geld wurde zu einem einzigen Zweck in einen gemeinsamen Topf gelegt.

Das Ziel war kein Auto, kein Urlaub, keine Luxusartikel. Der einzige Zweck der Ersparnisse diente der Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft.

Als sie die benötigten 5600,-€ beisammen hatten, absolvierten sie die vorgeschriebenen Prüfungen.

Unter dem Christbaum 2017 lagen als einzige Geschenke 4 neue österreichische Reisepässe.

Der Sohn hat mittlerweile sein Studium abgeschlossen und arbeitet bei einer namhaften österreichischen Firma, die Tochter studiert im 4. Semester Medizin.

Ein schönes Märchen? Nein, Realität! Möglich für Menschen, die ihre Chancen nutzen.

Möglich aber nur für Menschen, die ihre Chancen auch bekommen!

Viele evangelische Pfarrgemeinden machten ähnlich gute Erfahrungen mit ihren neuen Mitbrüdern und Mitschwestern, die sie vorbehaltlos aufgenommen hatten. Gemäß dem Wort aus dem 3. Buch Mose: „Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnen wird, den sollt ihr nicht schinden. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“

Möglichkeiten und Fähigkeiten, aber auch Träume und Visionen bringen viele dieser Heimatsuchenden mit. Um daraus Perspektiven für eine gelungene Zukunft zu entwickeln, sind wir gefragt. Ob in Deutschsprach-, oder zunehmend auch in Konversationskursen, ob in Aufgaben- und Lernhilfe für die Kinder, ob in freundlicher und freundschaftlicher Inklusion in unsere Pfarrgemeinden, es gibt vielerlei Möglichkeiten zu unterstützen und sich dabei selbst bereichern zu lassen. 

Falls es ihnen an der Zeit mangelt, bleibt immer noch die Chance einer finanziellen Spende an den Diakonie- Flüchtlingsdienst, oder direkt für das Projekt JEFIRA.

Gemäß unserem Auftrag „Was du einem der geringsten deiner Brüder und Schwestern getan hast, das hast du mir getan“, werden wir nicht müde an der Seite derer zu stehen, die unsere
Unterstützung benötigen.

Gisela Malekpour

 

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Kräuterwanderung

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Renate Schmidt organisierte für Freitag den 7.5. eine Kräuterwanderung mit der zertifizierten
Kräuterpädagogin Andrea Seisl. Trotz Sturm und eisiger Kälte fanden sich 11 Interessierte ein.

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Schon am Wegesrand zeigten sich die ersten Wildkräuter wie Spitzwegerich, Pfeilkresse,
Ackerschachtelhalm, Weißdorn u. viele andere. Wir erfuhren über ihre Heilwirkung und ihre
Anwendung in Tees, Tinkturen und Salben. Beim Verkosten von Fichtenwipferl, Hirtentäschel, Hopfen u. a. war das Genussempfinden unterschiedlich.

Vielen Dank für die großartige und unterhaltsame Einführung in die Welt der Frühlingskräuter.

Marianne Culik

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Jahresbericht 2020

Das Pandemie-Jahr 2020 war davon geprägt, dass unsere Planungen ins Wasser fielen und sich Dinge stärker wandelten, als uns das lieb war. Einiges hat das Jahr 2020 uns vor Augen geführt:

  • die Pandemie bietet die Chance, sich in Ruhe auf das Wesentliche rückzubesinnen
  • die Pandemie zeigt uns, wie wichtig Gemeinschaft ist
  • gleichzeitig ist Gemeinschaft aber auch da – anders eben– etwa in Form von Telefonaten, die wir vor der Pandemie nie geführt hätten, oder als zu Ostern 2020 mehrere Familien spontan bunt bemalte Steine bei der Friedenssäule ablegten, oder einfach als gefühlte Gesinnungs- und Glaubensgemeinschaft. Plötzlich haben wir einzelne Gottesdienste oder Feiern, die erlaubt waren, viel präsenter, bewusster und feierlicher begangen – zum Beispiel die Stillen Halben Stunden vor Weihnachten. Besonders danken möchte ich Karin Brost, die mit sehr viel Inspiration und Liebe der Stille ihren Raum gibt. Oft kann Stille lauter sein als alles Reden.
  • Die Pandemie lehrt uns besonders deutlich: alles ist im Wandel! Also gilt auch für die Gemeinde: „semper reformanda“

Gremial und gottesdienstlich war all das naturgemäß fordernd. Es dauerte ein wenig, bis wir uns an die immer anderen und neuen Regeln gewöhnt hatten, die es teils im Wochentakt zu beschließen und neu zu befolgen galt. Danke den Mesnerinnen und Mesnern, die die Dinge freundlich und unaufgeregt so nahmen, wie sie halt waren. Versuche digitalen Gemeindelebens, wie etwa Podcasts und Online-Orgelstücke zum Sonntag, wurden gut, aber nicht überwältigend angenommen. Klar spürbar war, dass diese Dinge nur Ergänzungen zu Präsenzgottesdiensten sein können, so wie jüngst die diözesanen SOFA-Gottesdienste.

Die Konfirmation musste 2020 auf zwei Etappen stattfinden, wobei Pfarrer Brost wenige Stunden vor dem zweiten Termin in Quarantäne musste, sodass die zweite Konfirmation von Lektor Andel, Karin Brost und Gert Lauermann durchgeführt wurde. Unsere LektorInnen Andreas Andel, Irmi Lenius, Uta Vogel und Ingrid Oblak gestalteten auch 2020 wieder viele, intensive Gottesdienste – Danke dafür!

Die Gemeinde hielt zusammen und unterstützte ältere, einsame und bedürftige Personen  auch in der Pandemie. Die gewohnten diakonischen Tätigkeiten in Krankenhäusern und Pflegeheimen waren 2020 aber leider praktisch unmöglich.

 Voranschlag 2020Rechnungs-abschlussBudget 2021
Einnahmen ord.€ 51.415,00€ 65.936,83€ 58.220,00
Einnahmen auß.ord.€ 30.260,00€ 5.000,00
Ausgaben ord.€ 43.460,00€ 40.067,27€ 45.000,00
Ausgaben auß.ord.€ 1.236,00€ 20.000,00
Saldo ord. Haushalt€ 7.955,00€ 25.869,56€ 13.220,00

Unsere Schulden betragen per 31.12.2020 noch € 100.000. Dieser Betrag wird sich 2021 nicht verringern. Das liegt daran, dass 2021 das Projekt des Neubaus des Hollabrunner Glockenturms umgesetzt werden soll und das Geld dort benötigt wird. Da wird sich der außerordentliche Haushalt noch verändern, weil mit deutlich höheren Kosten, als 20.000 € zu rechnen ist. Dazu in der nächsten Ausgabe mehr.

Die Schöpfungsverantwortung (Umweltschutz) bleibt uns als Thema weiterhin präsent, auch wenn 2020 nur vor allem schriftlich auf das Thema eingegangen werden konnte. Immerhin gab es auch eine Kräuterwanderung.

Außerdem wollen wir uns mit grundlegenden Fragen der Neuausrichtung unserer Gemeinde beschäftigen. Personell wollen wir beginnen, uns mit den Wahlen 2023 (Frauenanteil im Presbyterium, Verjüngung) zu beschäftigen.

Kurator Gert Lauermann

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Ostern 2021

OSTERN 2021

Grundsätzlich muss man festhalten: dass wir Ostern 2021 feiern konnten, war nicht selbstverständlich. Das wissen wir seit 2020. 

Schon vor der Passionszeit zeichnete sich ab, dass normal besuchte Gottesdienste in unserer Lutherkirche vom Platz her ein Problem darstellen würden. Die Abstandsregeln ließen es nicht zu, dass wir mit einer offenen Kirche alle BesucherInnen willkommen heißen hätten dürfen.

Daher gab es heuer ein spannendes Experiment. Vor dem Experimentellen gab es einen ziemlich normalen Gottesdienst zum Gründonnerstag. Eine kleine Schar versammelte sich in der Kirche und gedachte der beiden Vermächtnisse Jesu, die auf den Gründonnerstag zurückgehen. Der – für gelebte Nächstenliebe zeichenhaften Handlung der Fußwaschung und der Einsetzung des Abendmahls. 

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Und dann kam der Karfreitag, an dem wir uns an Jesu Sterben erinnern. Wo kann das besonders passend gelingen? Am Friedhof! Dort, wo Abschiede gefeiert werden, dort sammelte sich um Pfarrer Brost eine größere Schar am Karfreitag Abend. 

Angesichts der himmelschreienden Geschichte von Jesu Verurteilung, Hinrichtung und Tod stellt sich diese Frage:

Und wo ist Gott?

Gott ist bei Jesus.
Er ist in ihm, um ihn, er hat ihn keine Sekunde verlassen. Gott ist Jesu Weg bis zum Ende mitgegangen.
Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Warum? 

Weil Versöhnung, weil Friede, weil Liebe nur so geschaffen werden kann. 

„Wo ihr seid, will ich auch sein!“, sagt Gott – nicht bloß auf der Sonnenseite des Lebens, sondern auch im Schatten, dort, wo alle den Kopf schütteln, dort, wo nichts mehr zu machen ist.
Gott macht sich wehrlos, wird verletzlich, gibt sich selbst preis an eine Welt, die rücksichtslos das ihre sucht.
Gott offenbart seine Macht in der Ohnmacht, im Loslassen, im sich hingeben, sich verschwenden.

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Mit diesen und mehr Trostworten gingen alle ihres Weges und wieder viele kamen am Ostersonntag Morgen zum selben Platz. Auch die Auferstehungsfeier fand am Friedhof statt. In einer Feuerschale brannte das Osterlicht und alle entzündeten dort ihre Fackeln. Wir erinnerten uns an unsere Taufe und das uns zugesprochene Segensgebet strahlte wie ein Licht und wird uns auf unseren Wegen helfen:

Wenn ihr nun heimgeht in eure Häuser und Wohnungen, so geht im Vertrauen darauf, dass der auferstandene Christus eure Wege begleitet und segnet. Geht in der Gewissheit, dass Gott für euch Leben bereithält – heute, morgen und über den Tod hinaus. Geht in der Bereitschaft von eurer Osterfreude andern zu erzählen, sie zu trösten und aufzurichten.

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Das war am Ostersonntag aber noch nicht alles. Um 10 Uhr feierten wieder viele mit Tina und Karin, mit ihren Gitarren und ihren Goldkehlen und Christian Brost als Liturg das Osterfest. Und ich glaube, es war kein Zufall, dass auch viele Kinder da waren. Hat doch der Osterhase – oder heißt der Tobi oder Florian oder gar Gert? – viele, viele Süßigkeiten versteckt, die gefunden werden wollten.

Gekonnt, so wie wir ihn alle kennen, schaffte es Christian Brost in der Kürze dieses Gottesdienstes die Essenz von Ostern zu verpacken:

Gott verändert und verklärt die Welt.

Jede und jeder von uns kann an diesem Geheimnis der Verklärung teilhaben. In dem Moment, in dem wir uns gemeinsam mit Gott auf den Weg machen, beginnt unsere Veränderung und Verklärung.
Wenn wir anfangen Gott zu vertrauen, mit ihm zu rechnen und Gutes tun, dann werden wir wie viele andere Menschen vor uns mit Gottes Hilfe die Welt verändern.
Weil Gott für uns ist, kann uns letztlich nicht einmal der Tod etwas anhaben oder uns gar von Gott trennen. 
Am Ende nimmt Gott uns in seine Arme und heißt uns an seinem Tisch willkommen…

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Irmi Lenius

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Freiluftgottesdienst am Karsamstag in Hollabrunn

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Am Karsamstag, den 03.04.21, dem Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag, traf sich eine mutig-trotzende, maskentragende Gruppe von 25 Personen unserer Gemeinde, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Coronabedingt diesmal nicht in unserer Christuskirche, sondern im Garten des Erzbischöflichen Gymnasiums zum Freiluft-Gottesdienst. Nur so war es möglich, alle Hygiene-, Abstand- und Maskenregeln einzuhalten. Denn auch nach über einem ganzen Jahr mit der Corona-Pandemie, leben wir noch immer mit und in diesen besonderen Umständen.

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Daher war es keine fröhliche, muntere Zusammenkunft gläubiger Christen, denn ein jeder von uns ist langsam aber sicher Corona-müde und Regel-müde und sehnt sich nach „Normalität“, sehnt sich danach, die Masken loszuwerden und andere Menschen mit einem guten Gefühl wieder umarmen zu dürfen. Und dann stießen all diese Empfindungen auch noch mit der Karfreitags-Liturgie, die ja den Tod unseres Herrn Jesus Christus verkündet, zusammen. Das verursachte eine recht gedrückte Stimmung unter den Gottesdienstbesuchern.

Doch passender hätte es gar nicht sein können, auch wir sind täglich mit Leid und Leidenden konfrontiert, die Nachrichten sind voll von Berichten über erkrankte Menschen in den Krankenhäusern, in den Intensivstationen und von den Statistiken der Verstorbenen.

Von der Anklage zur Hoffnung

So fing auch unser Pfarrer Christian Brost den Gottesdienst an mit einem überaus passenden und immer noch aktuellen „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ aus dem Psalm 22. Weiter liest man in diesem Psalm „Ich rufe den ganzen Tag… ich rufe bei Nacht… Warum bist Du so fern?“ Diese Worte stammen aus den Psalmen König Davids, doch passen die anklagenden und vorwurfsvollen Fragen nach dem „Warum?“ in der heutigen Zeit genauso gut wie damals, auch heute haben junge und alte Menschen häufig das Gefühl, dass Gott sie in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie verlassen habe. 

„Die Enge meines Herzens mache weit und führe mich heraus aus der Not.“ ist die dazu passenden Stelle aus dem Psalm. Und genau das tut unser Gott. Oftmals vergessen wir in unserem modernen Leben unser Urvertrauen und sind dann überrascht, Halt und Hoffnung in den alten Schriften zu finden. 

Da heißt es z.B. in der Gnadenzusage: „Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ 

Das beste Beispiel von allen ist wohl der Karfreitag selbst. Ja, Jesus stirbt am Kreuz. Doch Gott, der himmlische Vater, ist bei ihm bis zum Schluss. Gott hat Jesus und seine Jünger nicht verlassen. Ihn nicht und auch sonst keinen leidenden und verzweifelten Menschen. Denn drei Tage nach Karfreitag, zu Ostern, liefert er den Beweis und es wird sichtbar: 

Gott ist da. Immer.

Auch im Sterben, auch in der dunkelsten Stunde, in der Angst, im Alleinsein und erst recht in der Pandemie. 

Gott hat nicht zugelassen, dass der Tod über das Leben triumphiert, und so ist der Gekreuzigte zum Symbol der Hoffnung geworden. Dank Jesus wissen wir Menschen, dass Gott an ihrer Seite ist. Einen weiteren Beleg dieser Tatsache findet man in den Hiobsworten „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“.

Mit dem Osterfest hat Gott auch uns in unserem modernen Leben eine Nachricht geschickt- Er hat uns Hoffnung geschenkt, die uns helfen soll und kann, unser Leben gut zu bewältigen. Die Bibel erzählt u.a. von Gottes Sohn, doch alle Menschen der Erde sind Gottes Kinder. Und genau wie Jesus hat der himmlische Vater uns alle lieb! Gestern, heute und morgen. 

Wenn wir darauf vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint, können wir eine ganz neue Kraft in unseren Herzen entfachen und wirksam nutzen. Mit diesem erneuerten Urvertrauen, und bestärkt im Glauben, sind wir voller Hoffnung und können uns ans Werk machen- sei es im Kampf gegen die Pandemie oder allen anderen großen Aufgaben unseres Lebens.

Claudia Lambeck

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Konfirmandenarbeit

Zu unserer großen Freude haben wir dieses Jahr eine große Konfirmandenschar: 22 Jugendliche bereiten sich auf ihre Konfirmation im Oktober vor. 

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Auch wenn sich der Start des Miteinander Arbeitens und Feierns durch Corona immer wieder verzögert hat, treffen wir uns seit Februar regelmäßig, um miteinander ganz besondere Gottesdienst zu feiern. In einer großen Runde mit Maske und Mindestabstand erleben wir zusammen Gottesdienst einmal ganz anders: um eine bunt gestaltete Mitte, mit Kerzen, guten Gerüchen und ansprechender Musik gibt es Impulse, ein Miteinander und einen persönlichen Austausch, der nicht vor dem Computerbildschirm stattfindet.

Anhand der Geschichte zweier Freunde haben wir überlegt, was es in Zeiten wie diesen bedeutet barmherzig zu sein, mit uns selber und mit anderen. 

Wir haben über unsere Gottesbilder nachgedacht und von der Arbeit eines guten Hirten gehört. Wir haben gehört, welche Dimensionen das Abendmahl beinhaltet und erlebt, wie es sich anfühlt und uns verbindet, wenn wir es miteinander feiern.

Nun hoffen wir sehr, dass es ab Juni möglich sein wird richtige Konfirmandentage zu erleben – mit allem Drum und Dran (Essen, Trinken, Spiel und Spaß!).

Unsere neue Konfi-mitarbeiterin Stella Milletich berichtet von einem ganz besonderen digitalen Konfitag, der die TeilnehmerInnen mit Konfirmanden aus ganz Niederösterreich verbunden hat:

NÖ-Konfitag world wide 

Nachdem der jährliche NÖ-Konfitag dieses Jahr nicht so stattfinden konnte wie bisher, hat sich die EJNÖ (Evangelische Jugend Niederösterreich) etwas Besonderes einfallen lassen: eine Rätselralley durch die niederösterreichischen Kirchengemeinden und Großstädte der ganzen Welt auf der Plattform wonder.me. Geplant war es, in 6er Gruppen so viele Aufgaben wie möglich zu erfüllen und auch aus unserer Konfigruppe haben sich ein paar Mutige gefunden, die daran teilgenommen haben. 

Da der Alltag von vielen der Konfis bereits aus distance learning besteht und sich ihr Leben Großteils online abspielt, war dieser alternative Konfitag für manche nur ein weiterer Tag vor dem Bildschirm. Unsere Konfis haben sich trotz dessen wacker geschlagen und konnten erleben, wie groß und vielfältig die evangelische Kirche in Niederösterreich ist. Sie hatten die Möglichkeit andere Konfirmanden*innen aus ganz Niederösterreich kennen zu lernen und dabei ein paar Einblicke in die anderen Gemeinden zu bekommen.

Zum Schluss gab es noch eine Andacht, bei der wir, inspiriert durch Luthers bekannte Worte „Hier stehe ich und kann nicht anders.“, angeregt wurden, folgende Fragen für uns zu beantworten:

Wofür stehst du auf? Wofür machst du dich stark? Wofür würdest du gerne aufstehen?

Stella Milletich

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Masahisa Goi und die Akupunktur der Welt

Dem brennenden Wunsch, einer der Fäden zu werden, die Himmel und Erde verbinden, gebe ich mich hin.

Bild: Byakko Shinko Kai

Masahisa Goi wurde am 22. November 1916 in Tokio, Japan, geboren. Er wuchs mit seinen acht Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf. Schon in seiner Kindheit und Schulzeit war er von dem Wunsch erfüllt, Lehrer oder Schriftsteller zu werden. Kulturell prägten Masahisa vor allem die in Japan vorherrschenden Religionen, der Buddhismus und der Shintoismus.

Nachdem Masahisa Goi Zeuge der Verwüstung durch den Zweiten Weltkrieg und des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geworden war, stellte er sein Leben in den Dienst der Friedensarbeit. 

Bild: privat

„Möge Frieden auf Erden herrschen“ war seine Vision für die Menschheit und die gesamte Schöpfung. Er war überzeugt, dass diese Botschaft die Kraft hat, Menschen verschiedener Kulturen, Glaubensrichtungen und Traditionen im Geist der universellen Liebe und Einheit zusammenzubringen. 

Unmittelbar nach Kriegsende, erkrankte er schwer und erlangte im Verlauf dieser Krankheit, das, was er selbst „Einheit mit dem Göttlichen Selbst“ nannte.

1951 begann Goi Menschen um sich zu sammeln, die sein Anliegen teilten. 1955 gründete er die „World Peace Prayer Society“ als eine an keine Religion gebundene Friedensbewegung, die sich für eine Welt, in der alle Kulturen, Bräuche, Religionen, ethnischen Gruppen und alle Lebensformen respektiert werden einsetzt und so Wegbereiter für eine friedvolle Welt sein will. Die „World Peace Prayer Society“ hat heute als NGO ihren Sitz in New York.

1. Friedenspfahl 1969

Weltweite Friedensgebete, Friedensmeditationen und der jeweiligen Kultur angepasste Rituale werden seither von der „World Peace Prayer Society“ veranstaltet. Zu den bekanntesten Aktionen zählt die „Akupunktur für die Welt“. Goi bezeichnete damit das weltweite Errichten von Friedenspfählen und -säulen. 

1969 wurde der erste Friedenspfahl errichtet – heute stehen weltweit etwa 200.000.

Bild: privat

Auch vor unserer Kirche in Stockerau haben wir ein solches Friedensmal errichtet. Ganz im Sinne Gois ist auch unser „Akupunkturpunkt“ mittlerweile zu einem Ort geworden, der sichtbar die Friedenssehnsucht ausdrückt. Verschiedene Religionsgemeinschaften und auch politische Parteien aller Couleurs haben sich in den letzten Jahren dort zum Friedensgedenken versammelt. Schließlich hat sogar die Stadtgemeinde den Platz offiziell als „Friedensplatz“ benannt.

Goi starb 1980. Danach übernahm Gois Adoptivtocher Masami Saionji die Leitung der internationalen Organisation.

Leo Pfisterer

Bild: Byakko Shinko Kai
Bild: Byakko Shinko Kai
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