Geistliches Wort

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Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

2. Mose 2,15

Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.

Aus dem Sonnengesang des Franz von Assisi

Im Religionsunterreicht beschäftigen wir uns zurzeit mit Franz von Assisi, liebe Gemeinde!

Ich liebe diesen faszinierenden Querdenker, der seiner Zeit (und wohl nicht nur ihr) manchen Anstoß zum Nachdenken gegeben hat. Ich staune über seine Liebe zur Natur, die für ihn Schöpfung Gottes war, wie der Mensch. Aus diesem Grund waren für ihn Sonne, Mond und Sterne Brüder und Schwestern, alle gleicher Maßen von Gott geschaffen. Franziskus und seine Brüder häuften keinen Besitz an. Danach gefragt, erwiderte er: Würden wir etwas besitzen, bräuchten wir Waffen, um es zu verteidigen. Das wollen wir nicht.

Wie viel Friede und Kraft ging von diesem ungewöhnlichen Menschen aus!

Friede beginnt im eigenen Herzen

Auf dem kleinen Platz vor unserer Kirche legt unsere Friedensäule stilles Zeugnis davon ab, dass der Friede im eigenen Herzen beginnen muss, wenn er echt und tragfähig sein soll. Immer deutlicher wird uns als Gemeinde bewusst, dass dieser Friede nicht nur das menschliche Leben, sondern alles Leben auf diesem Planeten umfassen muss. Solange wir aus Gier, Unachtsamkeit, Hilflosigkeit und Veränderungsunwillen Raubbau an der Schöpfung betreiben und so den Ast absägen, auf dem wir sitzen, wird nichts besser.

Klimawandel, Bienensterben, Landraub im großen Stil und gigantische globale Müllberge zu Land und zu Wasser: das alles nimmt die Menschheit hin – die einen, weil ihnen gar nichts anders übrigbleibt, die anderen, weil sie kräftig daran verdienen. Und viele auch, weil sie sich hilflos fühlen: Wo anfangen mit der Bewahrung der Schöpfung?

Auch wir fühlen uns hilflos, und doch wollen wir als christliche Gemeinde erste Schritte auf dem Weg zur Veränderung machen. Vielleicht beginnt alles damit, dass wir immer wieder innehalten, die immense Geschwindigkeit unseres Lebens bewusst ein wenig verlangsamen, um über die Schönheit unseres blauen Planeten zu staunen. Ich rede ganz bewusst von Schöpfung, wenn es um die Natur geht, denn für mich ist die Erde nur geliehen – um mit ihr und von ihr zu leben und sie zu bewahren.

Wie das gehen kann?

Nun, Dankbarkeit für das uns Anvertraute ist meines Erachtens eine gute Motivation, achtsamer mit der Schöpfung umzugehen und uns das auch etwas kosten zu lassen – an Zeit, an Geld, an Bequemlichkeit, an Engagement…

Solch ein „Umdenk- und Anders-Leben-Prozess“ braucht seine Zeit und eine gute tragfähige Gemeinschaft. Vielleicht kann das ja auch in unserer Kirchengemeinde wachsen. Eine handvoll Engagierter gibt es bereits.

Wir laden unter dem Leitwort „Gemeinsam die Schöpfung bewahren“ zu Augenöffnern ein – monatlichen Veranstaltungen (siehe Terminübersicht), bei denen es darum geht hinzuschauen, was auf Erden passiert, und gemeinsam zu überlegen, was wir zur Veränderung beitragen können. Herzliche Einladung dazu!

Ein nachdenkliches, sonniges Frühjahr wünscht Ihnen

Pfarrer Christian Brost

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DEMNÄCHST: Klima.Gerecht.Essen am 23. März

Unsere Arbeit basiert auf dem Glauben, dass Gottes besondere Hinwendung den Armen und Benachteiligten in dieser Welt gilt und dass wir dazu aufgerufen sind, diese Hinwendung in die Tat umzusetzen. Wir begreifen diese Welt als Gottes Schöpfung, in der allen Menschen ein Leben in Fülle zugesagt ist, und setzen uns für eine gerechte Verteilung ihrer Güter ein.

Das ist der Leitsatz von „Brot für die Welt“, der entwicklungspolitischen Aktion der evangelischen Kirchen A.B. und H.B. in Österreich. 

Was hat das mit uns im westlichen Weinviertel zu tun?

Genau um diese Frage geht es am Samstag, dem 23. März 2019 um 16 Uhr in unserem Gemeindezentrum.

Ist auch Ihre Wurstsemmel global vernetzt? Was fördert die (un-)gerechte Ernährungssituation weltweit und was können wir gemeinsam tun, damit in Zukunft alle Menschen satt werden und unsere Erde erhalten bleibt? 

MMag.a Hannah Satlow

Mit dem Vortrag „Klima.Gerecht.Essen“ geht Frau MMag.a Hannah Satlow, Bildungsreferentin bei Brot für die Welt, diesen Fragen nach. 

Mit einem gemeinsamen – fairen und gerechten – Abendessen ab ca. 18 Uhr schließen wir den Nachmittag gesellig ab. 

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Friedensmeditation

Warum wir uns für den Frieden erwärmen sollten.

Es gibt Tage, da möchte ich die Zeitung, die täglich in meinem Postkasterl liegt, gar nicht aufschlagen. Die Negativnachrichten scheinen sich manchmal einen richtigen Wettstreit zu liefern. Wer bietet die schlimmere Katastrophe, könnte man glauben, ist zur Devise der Berichterstattung geworden. Und dabei wird über Vieles, was wirklich schlimm ist, gar nicht berichtet. Stichwort: Menschenverachtung – Ausgrenzung – Klimawandel – bedrohte Natur.

Ich lese gerade das Buch „+2Grad“ von den Klimaforschern Helga Kromp-Kolb und Herbert Formayer. Der einladende Untertitel lautet: „Warum wir uns für die Rettung der Welt erwärmen sollten.“ Nach den ersten 90 Seiten staune ich über den Optimismus, den die Autoren vermitteln. Ja und ich lerne, dass die winzigen kleine Schritte, die wir einzelne Menschen gehen oder nicht gehen, relevant sind.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich das unter der Überschrift „Friedensmeditation“ schreibe? Weil es mit dem Frieden ganz genau so ist. Die kleinen Gesten, die Art und Weise, wie wir persönlich mit Außenseitern der Gesellschaft umgehen, wie wir mit unseren eigenen Schwächen und Fehlern umgehen: All das ist für den Frieden relevant. Der Frieden beginnt in uns selbst und kann von dort ausstrahlen. Frieden in mir finde ich, wenn ich zur Ruhe komme. 

Genau das möchten wir, wenn wir einmal im Monat zur Friedensmeditation zusammenkommen:
Hören, wie andere Menschen dem Frieden gedient haben – und da gibt es viele Vorbilder!
Still werden,um die eigene Resonanz zu finden und Kraft zu tanken.

Unsere nächsten Termine für die Friedensmeditation:
Mi 27.2.2019 und Mi 20.3.2019, jeweils um 19 Uhr – herzliche Einladung zum Friedentanken!

Irmi Lenius

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Jahresbericht 2018

Die Friedensarbeit war auch 2018 ein besonderer Schwerpunkt der gemeindlichen Arbeit. Friedensmeditationen fanden regelmäßig statt, um den Frieden in den Herzen wachsen zu lassen. Der Meditationskreis feierte (schweigend) sein 10-jähriges Jubiläum. „Sakraler Tanz“ fand nun auch als Teil des Gottesdienstes statt und wurde damit seiner sakralen Ausrichtung gerecht. Viel mit Frieden hat für mich auch der 2018 begonnene Ikonenmalkurs zu tun. Die Stillen Halben Stunden in der Fastenzeit vor Ostern und im Advent sowie der adventlich-meditative Konzertabend „Ruf der Engel“ waren deutliche Zeichen für Frieden, Achtsamkeit und Gelassenheit in unserer schnellen, aufgeregten Zeit.

Sowohl in der Ökumene als auch im interreligiösen Dialog brachte das Jahr 2018 personelle Änderungen in Stockerau mit sich. Auch mit dem neuen katholischen Pfarrer Tom Kruczynski ist die ökumenische Zusammenarbeit gut.

Interreligiös bzw. in der Arbeit mit Flüchtlingen brachte das „Malprojekt Weltfrieden“ von Patricia Wanas etwas Farbe und Freude in das Stockerauer Flüchtlingsheim. In der Flüchtlingsarbeit war 2018 aber insgesamt ein Jahr der Reduktion. Das „Haus Ibrahim“ mussten wir im Laufe des Frühsommers mangels ausreichender Belegung stilllegen. Wir konnten erreichen, dass diejenigen der zu dieser Zeit dort betreuten Jugendlichen, die in Stockerau bereits soziale oder schulische Anbindung hatten, bestmöglich Begonnenes beenden konnten. Die rund 14 Angestellten wurden unter Beachtung aller Vorschriften gekündigt und das Haus ohne finanziellen Verlust geschlossen. Auch sonst verringerte sich die Zahl der Flüchtlinge in Stockerau, sodass mit Ende Jänner/Anfang Februar 2019 auch das ehemalige Bezirksgericht als Flüchtlingsheim ausgedient haben dürfte. Der Verein Vor_allem_Mensch_Punkt! engagiert sich weiterhin unterstützend in Form z.B. von Zahlungen für Sprachkurse, Prüfungsgebühren und die Anmietung einer Wohnung für eine Familie, die nach mehreren Jahren noch immer keinen Bescheid in ihrem Asylverfahren erhalten hat.

Eine besondere öffentliche Veranstaltung im Jahr 2018 war das ausgesprochen „lebhafte“ Kabarett mit Alex Kristan im komplett ausverkauften Z2000. So viel zu lachen gibt es schließlich nicht immer!

Besonders waren auch die Begegnungscafés, wo sich Flüchtlinge mit allen Interessierten auf Kaffee und Kuchen trafen. Wir wollten der Angst die Gemeinschaft entgegensetzen und Vorurteile durch gute Erfahrungen entkräften. Bei diesen Treffen gelang es tatsächlich vielen, sehr unterschiedlichen Menschen, ihr Weltbild ein wenig zu erweitern und mehr über das Leben der „Anderen“ zu erfahren.

Treffpunkt 50+, Gemeindecafé, Chor, Konfirmandengruppe und ökumenische Bibelrunde fanden regelmäßig statt. Die TeilnehmerInnen der Gemeindereise ließen sich 2018 von den Farben, Gerüchen und Eindrücken Indiens verzaubern. Der Büchertisch lockte mit vielfältigen Werken. 

In Mitarbeiterkreisen zu ganz unterschiedlichen Themen wurden Projekte gestartet und Details mit viel Freude erarbeitet und umgesetzt. Beispielhaft erwähnt seien die Vorbereitungen des „Evangelischen Ecks“ im Bezirksmuseum in Stockerau, die Konfirmandentage oder richtungweisende Treffen zum Hollabrunner Glockenturm. Wir haben uns – vielen Dank an Andreas Andel – mit dem Datenschutz befasst. Lektoren, Mesner, Besuchsdienstmitarbeiter und das Redaktionsteam für die Gemeindenachrichten besprachen miteinander Organisatorisches, Kreatives und Seelsorgerliches.

Geprägt war die gemeindliche Arbeit 2018 auch von den Wahlen zur Gemeindevertretung. Die neue Gemeindevertretung konstituierte sich am 17. Juni und wählte das Presbyterium, dem neu auch Leo Pfisterer angehört. Vielen Dank an alle, die sich in den neuen Gremien engagieren! 

Auf diözesaner Ebene wurde Pfarrer Brost als Stellvertreter des Superintendenten wiedergewählt. Der nö. Lektorentag und ein nö. Diakonietag fanden 2018 in Stockerau statt.

Gottesdienst – also der Dienst Gottes am Menschen – ist das Zentrum unseres Gemeindelebens. Mit viel Liebe und Engagement gestalteten unsere LektorInnen Ingrid Oblak, Uta Vogel, Irmi Lenius, Andreas Andel sowie der inzwischen leider verstorbene Pfarrer i.R. Robert Kauer und Pfarrer Christian Brost auch 2018 mehr als 100 Gottesdienste und Kasualien. Auch für Gefangene fanden in der Justizanstalt Sonnberg 10 Gottesdienste und Gesprächskreise statt. Dafür möchte ich herzlich Dank sagen! 

Kindergottesdienste gab es 2018 mangels ausreichenden Interesses leider keine mehr, dafür wurden die Familiengottesdienste in Hollabrunn (4) und Stockerau (9) sowie der Gottesdienst im Grünen in Retz mit großer Begeisterung von Jung und Alt besucht. Die anschließenden Kirchenkaffees sind immer ein Treffpunkt für viele, gut gelaunte Menschen! 

Was wären Gottesdienste ohne Musik! Vielen Dank allen, die singend, Orgel spielend, als Gitarren- und Flötenensemble oder im Rahmen von Konzerten (z.B. Bläser, Chor, Lutherlieder, Singgottesdienst) für Leben in der Kirche sorgen!

Unsere Gemeinde zählt nun 1.328 Evangelische (2017: 1.336), davon 56 (2017: 61) mit helvetischem Bekenntnis. 8 Mal durften wir uns 2018 über eine Taufe freuen. Es gab 14 Beerdigungen, 12 KonfirmandInnen und 2 Trauungen. 3 Eintritten standen leider 20 Austritte gegenüber. 

Vielen herzlichen Dank an unsere ReligionslehrerInnen Sandra Böhm, Elke Jurkowitsch-Steidl, Terhi Korhonen, Hans Spiegl, Christian Weigele, Barbara Winter und Christian Brost für ihr einfühlsames und kompetentes Engagement für die Kinder!  

All denen, die als SeelsorgerIn Kranke, Gefangene und Bedürftige, zum Beispiel in den Krankenhäusern Hollabrunn und Stockerau, den Pflegeheimen und in der Justizanstalt Sonnberg, besuchen, Respekt und vielen Dank! 

Zum diakonischen Engagement unserer Gemeinde zählten 2018 aber auch Spenden, und zwar z.B. für die Katastrophenhilfe der Diakonie, Flüchtlingsprojekte wie Deutschkurse, an die Evang. Pfarrgemeinde Großschenk in Siebenbürgen (Seniorenarbeit) und für den Häftlingsunterstützungsverein Sonnberg. 

Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die sich gerne für andere einsetzen wollen und dafür bereit sind, Zeit zu investieren. Unsere Gefangenenseelsorgerinnen sind auf der Suche nach Unterstützung. Aber auch Interesse an Krankenhausseelsorge oder Mitarbeit im Besuchsdienst ist immer willkommen.

Abschließend ein Wort zu den Finanzen

Allergrößter Dank gilt 2018 unserer exzellenten Kirchenbeitragsreferentin Christine Andel, die in dieser Funktion Eva Zehetmayer und ihren Mann Herbert ablöste. Letzteren beiden sei an dieser Stelle nochmals für ihre hervorragenden, langjährigen Dienste Dank gesagt! 

Rechnungsabschluss 2018 und Budget 2019 werden am 8.3. der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorgelegt. 

Allen, die haupt- und/oder ehrenamtlich 2018 an unserer Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten und Talenten mitgebaut haben, ein großes Dankeschön und vergelt´s Gott!

Ich finde, die Jahreslosung ist ein sehr passendes Motto für das Jahr 2019: 

Suche den Frieden und jage ihm nach!

Lassen Sie uns das in die Tat umsetzen! Gemeindlich wollen wir unter anderem auch einen Umweltschwerpunkt setzen und monatlich Gelegenheit bieten, sich mit Umweltthemen inspirierend auseinanderzusetzen. Wir wollen an unserem Umweltbewusstsein arbeiten und miteinander konkrete Schritte überlegen, damit unser ökologischer Fußabdruck kleiner wird und wir achtsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen. 

Aber auch die Friedensmeditationen und viele andere Veranstaltungen und Gottesdienste laden 2019 dazu ein, dem Frieden nachzujagen. Herzliche Einladung!

Kurator Gert Lauermann

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Aus dem Presbyterium

Die heurige Klausur im Jänner führte uns hinauf auf die Burg Kreuzen. Ein Wochenende arbeiteten wir – sozusagen zwischen Himmel und Erde – intensiv an der Vorbereitung der Visitation unserer Pfarrgemeinde Ende Februar. Wir beantworteten Fragen wie „Womit sind wir zufrieden?“ oder „Was brauchen Menschen bei uns?“ oder „Was wollen wir verbessern?“. Dabei stießen wir auf ganz spannende und sehr grundlegende Fragen. Unter anderem zu den Themen „Spiritualität“, „Friedensarbeit“, „Ökumene“ und „Diakonie“ haben wir das, was ist, angesehen und bedacht, was noch werden soll.

Aus den „gewöhnlichen“ Sitzungen darf ich Ihnen berichten: Personelles und Seelsorgerliches beschäftigte uns im Herbst überdurchschnittlich. Die Kirchenbeitragsbemessungsgrundlagen für all jene, die ihr Einkommen nicht nachweisen, wurden entsprechend den kirchlichen Vorgaben angehoben. Die letzten Entscheidungen und Vorbereitungen für die Präsentation des Evangelischen Ecks im Stockerauer Bezirksmuseum wurden ebenso besprochen wie die weitere Gestaltung des Projekts für einen neuen Glockenturm in Hollabrunn. Ein Ideenwettbewerb in den Hollabrunner höheren Schulen HTL, HAK und HLW läuft bereits. Die Umsetzung eines Siegerprojekts soll noch heuer starten.

Ein spannendes Thema wurde von der Synode allen Pfarrgemeinden zur Stellungnahme vorgelegt: die (kirchliche) „Trauung für alle“. Aufgrund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs ist es bekanntlich seit Jahresbeginn homosexuellen Paaren erlaubt, die Ehe zu schließen und umgekehrt heterosexuellen Paaren, sich zu verpartnern. Unser Presbyterium hat seine Stellungnahme nach Redaktionsschluss beschlossen. Die Synode wird zu dem Thema im März entscheiden. Daher in der nächsten Ausgabe mehr dazu.

Kurator Gert Lauermann

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Nachruf auf unser Gemeindeglied Robert Kauer

Foto: BMUKK

Mit einem bewegenden Abschiedsgottesdienst in der Heilandskirche und dem anschließenden Begräbnis auf dem Evangelischen Friedhof in Wien-Simmering nahmen seine Familie und viele Freunde aus Kirche und Politik am 17. Jänner 2019 Abschied von dem Theologen und Juristen Prof. MMag.Robert Kauer, der am 4. Jänner im 84. Lebensjahr verstarb.

Der 1935 geborene Protestant studierte Jus und Theologie und war bis 1966 als Pfarrer in der Evangelischen Kirche aktiv. Bis 1976 war Kauer dann zunächst für die Österreichische Akademie der Wissenschaften und dann für die geologische Bundesanstalt tätig. Von 1978 bis 1991 war er ÖVP-Landtagsabgeordneter und Gemeinderat von Wien. Als Kultursprecher der Wiener ÖVP erzielte Kauer in der Erwachsenenbildung und dem Kulturmanagement große Erfolge.

Auch in seiner evangelischen Kirche engagierte er sich weiter: Er war ab 1981 Presbyter der Evangelischen Pfarrgemeinde Wien-Landstrasse, als Synodaler im Rechts- und Verfassungsausschuss und ab 1997 ehrenamtlicher Oberkirchenrat für juristische Angelegenheiten. Robert Kauer war leitend verantwortlich für die Errichtung des Evangelischen Zentrums und engagierte sich für den Ausbau der guten Beziehungen zu den Kirchen in den Nachbarländern.

2007 wurde er Gemeindeglied unserer Kirchengemeinde und engagierte sich bei uns als Pfarrer im Ruhestand ehrenamtlich. Mit dem ihm eigenen Gestaltungswillen brachte sich der in Groß wohnhafte Geistliche vor allem in Hollabrunn ein. Er hielt Gottesdienste, organisierte Veranstaltungen und machte sich Gedanken über die eine kommunikativere Innenraumgestaltung unserer kleinen Christuskirche. Schließlich griff er zu Säge und Hammer und machte sich gestalterisch selber ans Werk. Nur zu reden war nicht seins.

Er war stets bereit, das als richtig Erkannte engagiert umzusetzen.

Auch im diakonischen Bereich war Robert Kauer tätig. Ein Herzensanliegen war ihm die Seelsorge am Hollabrunner Klinikum. Wöchentlich besuchte er die evangelischen Patienten aus den unterschiedlichsten evangelischen Gemeinden. Als uns als Pfarrgemeinde im letzten Jahr in einem falsch verstandenen Datenschutz die Patientendaten vorenthalten wurden, hat er darum gekämpft, sie wieder zu bekommen.

Gerne denke ich an meine Besuche in Groß und unsere Gespräche über Gott und die Welt. Bei diesen Begegnungen habe ich einen humorvollen, blitzgescheiten Menschen erlebt, von dem ich viel gelernt habe. Ich werde Robert Kauer stets ein ehrendes Andenken bewahren. Als Kirchengemeinde danken wir Gott für das Wirken von Prof. MMag. Robert Kauer.

Pfr. Christian Brost

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Impressionen von unserem Ikonenmalkurs

Ikonenmalen macht Freude, und man ist nie am Ziel!

Alles begann mit einem weißen Brett, und wir ahnten zu Beginn noch nicht, wie weit, aber auch wie spannend und erfüllend der Weg zur gemalten Ikone sein würde.

Unter der fachkundigen Anleitung unseres „Meisters“ Leo Pfisterer stellten sich nach dem ersten Staunen bald schon kleine Erfolge ein: Pinselstrich um Pinselstrich nahm Marias Gesicht Gestalt an – bis hin zum goldenen Heiligenschein tasteten wir uns mit Achtsamkeit, Ausdauer und viel Freude voran.

Gemeinsame Mahlzeiten und gute Gespräche untereinander und mit unserem stets hilfsbereiten und geduldig motivierenden Lehrer trugen sehr zur unbeschwerten Atmosphäre des Kurses bei.

Viel zu schnell ist die Zeit vergangen. Wie gut, dass es weitergeht. Warten doch noch Jesus und Johannes darauf, zum „Leben erweckt“ zu werden…

Neueinsteiger sind herzlich willkommen!

Die nächsten Termine unseres Ikonenmalkurses sind:

  • Samstag 9.3.2019
  • Samstag, 13.4.2019
  • Donnerstag 30.5.2019
  • Samstag 29.6.2019

Anmeldung im Pfarramt oder bei Leo Pfisterer, tel. 02736-67004

Ich freu mich schon darauf!

Karin Brost

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Ehemaliger evangelischer Altar im Bezirksmuseum Stockerau

Am 9. März 2014 wurde das neue Gemeindezentrum der evangelischen Pfarrgemeinde nach Abschluss der Renovierungsarbeiten eröffnet und eingeweiht. Im Zuge dieser Renovierungsarbeiten wurde der Innenraum der Kirche neu gestaltet und der über viele Jahrzehnte verwendete Altar gemeinsam mit der alten Inneneinrichtung durch eine künstlerisch neu konzipierte Innenraumgestaltung ersetzt. Der Altar wurde zunächst behutsam im Depot einer Stockerauer Firma zwischengelagert, aber das war freilich keine Dauerlösung! Die Frage nach der Zukunft der Vergangenheit, die Frage nach dem zukünftigen Verbleib des Altars beschäftigte das Presbyterium der evangelischen Pfarrgemeinde. Denn eines war für Alle gewiss: Der Altar, der die evangelische Gemeinde in Stockerau über so einen langen Zeitraum begleitet hatte, musste auf jeden Fall erhalten werden.

Viele Ideen wurden geboren, doch erschienen diese immer wieder als kaum durchführbar. Die enorme Höhe des Altars mit einer Gesamthöhe von 4 m und 40 cm dezimierte die Auswahl an zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten auf fast Null. Im Jahr 2015 nahm man Kontakt mit Bezirksmuseum Stockerau auf, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Doch auch hier waren uns durch die vorgegebene Raumhöhe Grenzen gesetzt. Es galt einen Raum mit einer Mindesthöhe von 4,5 m zu finden, und er wurde schließlich gefunden: der Gang, der die beiden alten Kellergewölbe unter dem Belvedereschlössl und die unterirdischen Räume des Museums verbindet.

Nun lädt dieser Raum mit dem ehemaligen Altar der evangelischen Kirche und einem Teil der alten Kirchenbänke zum Verweilen und Rasten, zum Niedersetzen und Innehalten, zu einer Pause auf dem Rundgang durch das Museum ein. Und damit wollen wir auch Sie zu einem Besuch in das Museum und zur Präsentation des Altars und der evangelischen Pfarrgemeinde durch das Presbyterium und Pfarrer Mag. Christian Brost am 28. Februar 2019, 19 Uhr einladen.

Zum Altar selber kann man erzählen, dass er im Jahr 1896 nach Stockerau kam und, laut einer Inschrift am Altar, von den Wiener evangelischen Clubs- und Tischgesellschaften gewidmet wurde. Ursprünglich stand der Altar in der Sebastianikirche auf der Hauptstraße, die von der evangelischen Gemeinde angemietet und am 29. Juni 1892 als evangelische Kirche eingeweiht wurde. Vorher wurden die evangelischen Gottesdienste im Gasthaus Wild bzw. – als Übergangslösung bis zur Fertigstellung der Arbeiten in der Sebastianikirche – in der Jubiläumsturnhalle, dem heutigen Automobilmuseum, abgehalten. Im Jahr 1938, am 6. November, übersiedelte der Altar in die Lutherkirche (die kurz zuvor umgebaute ehemalige Synagoge) und war dort 75 Jahre in Verwendung. Im Februar 2017 fand er schließlich, nach einem letzten Umzug, seinen Platz im Bezirksmuseum Stockerau.

Mag. Gabriele Gruber-Redl

Eröffnungstermin

Präsentation durch das Presbyterium und Pfarrer Mag. Christian Brost am 28. Februar 2019, 19 Uhr im Bezirksmuseum Stockerau, Belvederegasse 3.

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Tanz als Gebet

Aufgrund der Erfahrungen, die an den regelmäßigen Übungsabenden mit dem Tanz als Gebet in Stockerau gesammelt wurden, entstand der Wunsch, diese Form des „Betens mit Leib und Seele“ in den Gemeindegottesdienst einzubringen. Also werden im aktuellen Kirchenjahr erstmalig auch Gottesdienste mit Sakralem Tanz gefeiert, die von Ulli Bixa mitgestaltet werden.

Den 2. Tanzgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias durfte ich als Lektorin mit Ulli Bixa vorbereiten und mit der Gemeinde feiern. Das Thema war vorgegeben: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.

Das großteils unvoreingenommene Mitmachen der Gemeinde hat mich fast überrascht. Wenn Gottes Wort – dem wir uns verpflichtet fühlen – Fleisch werden soll, dann darf es auch der Körper sein, der betet. Das wurde doch von vielen angenommen.

Dabei muss ich gestehen, dass ich vor einigen Jahren noch äußerst skeptisch war. Was können denn einfache Schritte im Kreis getanzt schon bewirken?

Ich wurde eines Besseren belehrt. Dass man nämlich sakralen Tanz von außen gar nicht beurteilen kann. Der Tanz mit transzendentem Hintergrund erschließt sich nicht durch Zuschauen oder Sich-erzählen-lassen.

Erste Erfahrungen

Meine erste Erfahrung mit Sakralem Tanz war im Zusammenhang mit dem Thema Sterben auf einem Ausbildungskurs. Das ist ein schweres Thema, und in unserer 21-köpfigen Gruppe gab es einige Menschen, die von diesem Thema persönlich schwer betroffen waren. Sterben, wenn man so will die höchste Stufe des Abschiednehmens, kann man zwar ein Leben lang lernen, aber es ist immer noch tabuisiert. Es wird wenig darüber gesprochen, und daher wird es gerne verdrängt. Nun haben wir uns damals einen Tag lang mit diesem Thema auseinandergesetzt und es galt nun, einen guten Abschluss zu finden. Keine einfache Angelegenheit.

Es wurde ein Kreistanz getanzt. Einer, der den Weg des Lebens mit seinem vorwärts und rückwärts zum Inhalt hatte. Wo das Stehenbleiben vorkam und die Erfahrung, dass auch scheinbar rückwärtsgegangene Strecken uns weiterbringen.

Auf Wunsch der Gruppe wurde dieser Tanz 3 Mal wiederholt. Alle spürten, dass er irgendwie guttat.
Ich hatte folgende Erkenntnis: Da, wo Worte nichts mehr ausrichten können oder schon verbraucht sind, können wir durch unseren Leib Erfahrungen machen. Der Tanz, der das Leben mit all seinen Facetten spiegelte, ermöglichte eine ganzheitliche Erfahrung von Leben und Sterben. Das bedeutet, Trost zu finden.

Im Gespräch

Liebe Ulli, du bist seit vielen Jahren mit dem Sakralen Tanz befasst. Tanzen und Gott. Welche Verbindung gibt es da?

Tanz ist so alt wie die Menschheit selbst. In der hebräischen Bibel gibt es zahlreiche Hinweise auf den Tanz als kultisches Ereignis. Zum Lob Gottes oder als Dankopfer gehörten Musik und Tanz einfach dazu.
Vieles an religiöser Tanztradition ist im Laufe der Zeit verschwunden. Das Bewusstsein für die Bedeutung des Leibes ist verloren gegangen. Die Wiederentdeckung des Leibes gehört daher mit zu den spannendsten Aufgaben im Bereich der Spiritualität. „Eins zu werden mit dem Schritt oder der Gebärde, das hat die gleiche Wirkung wie das Eins Werden mit dem Atem oder dem Laut. Der Körper ist das Instrument in dem Gott erklingt“ (Willigis Jäger).

Noch eine Frage, die unsere Gottesdienstbesucher, die es noch nicht erlebt haben, interessieren könnte: Tanz als Gebet. Was kann man sich darunter vorstellen?

Sakraler Tanz bzw. Tanz als Gebet meint einen Übungsweg, der Gebet in der Bewegungssprache des Körpers lebendig werden lässt. Dieser Weg ist nicht von Leistung bestimmt. Ähnlich wie bei der Meditation liegt der Wert der Übung im Tun selbst. Es sind auch keinerlei Vorkenntnisse notwendig. Es geht um die Bereitschaft der Hinwendung zu Gott und um die Einübung in die leibliche Präsenz.

So wie Gesang gesteigerte Sprache ist, kann der getanzte Gesang höchster Ausdruck des Glaubens sein, indem er das Ausgespannt-Sein des ganzen menschlichen Wesens auf Gott hin verkörpert. Die Erlebniskräfte, die beim Tanzen freigesetzt werden, lassen den Menschen hinauswachsen über das rein Persönliche, indem sie ihn mit dem schöpferischen Grund verbinden. Alle Symbolformen des Sakralen Tanzes eröffnen in ihrem bewegten Nachvollzug die Möglichkeit einer Wandlung des Menschen, der so seine Verbindung mit Gott und das Eingebunden-Sein in die Schöpfung neu erfahren kann.

Für die Glaubenspraxis der christlichen Ökumene bietet der Tanz die Möglichkeit einer einfachen Gebärdensprache, die eingebunden ist in die Form des Kreistanzes. Der musikalische Rahmen, die Bild- und Bewegungselemente sind so aufeinander abgestimmt, dass sie die Glaubensinhalte ganzheitlich vermitteln. Die Erfahrung zeigt, dass auch Nicht-Tanzende am Geschehen teilhaben, sofern sie bereit sind, sich durch die gebotenen Inhalte und Formen innerlich berühren und bewegen zu lassen.

Liebe Ulli, ich danke für das Gespräch.

Wer neugierig geworden ist, kann am 10. März 2019 im Gottesdienst in der Lutherkirche Tanz als Gebet erleben und im Anschluss einige weitere Stunden Erfahrungen mit dem Sakralen Tanz sammeln.

Ulli Bixa, Irmi Lenius

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DEMNÄCHST: Konzertabend mit Shura Lipovsky am 28. April

Lieder und Geschichten über Heilung und Trost

Freuen Sie sich auf Jiddische Lieder und Nigunim (mystische Melodien ohne Worte) sowie Einblicke in chassidische und kabbalistische Konzepte. – Ein besinnlicher Abend zum Zuhören und Mitsingen.

  • Sonntag, 28. April 2019, 19:30 Uhr
  • Lutherkirche Stockerau

Shura Lipovsky, Amsterdam

  • Interpretin, Dichterin und Komponistin Jiddischer Lieder.
  • Eine der Schlüsselfiguren in der internationalen Szene zur Wiederbelebung Jiddischer Musik
  • Als unermüdliche Friedensarbeiterin leitet sie einen Chor für Jiddische Lieder in Paris und Friedensprojekte u.a. im Rahmen von ‚Musicians without Borders‘
  • Mit Geschichten und Liedern aus der jüdischen mystischen Tradition aktiviert sie eine alte Welt der Weisheit und strebt durch die Kunst nach einer harmonischen Welt.
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