Geistliches Wort

(Quelle: http://www.wortimbild.de)

Suche den Frieden und jage ihm nach!
Jahreslosung für das Jahr 2019

Im Frieden ist der Mensch am besten.
Aus Japan

Uns gegen den Strom aus Angst, Vorurteilen und Gewalt stemmen. Mir fallen starke Sätze wie „Liebet eure Feinde“ ein.
Wie soll das gehen? Mit Charme, Diplomatie und versöhnlichen Worten dafür sorgen, dass Feinde nicht Feinde bleiben? Wie können wir anderen die Chance geben, uns zu verstehen? Und wie schaffen wir es, uns in andere hineinzuversetzen, um möglicherweise unsere Einstellung zu ändern?
Der jüdische Theologe Pinchas Lapide bezeichnet Jesu Friedensprogramm als ‚Ent-feindung’

Alles Fremde macht uns – ob wir es zugeben oder nicht – zunächst einmal Angst. Sicher fühlen wir uns nur im Umgang mit vertrauten Menschen und vertrauten Abläufen. Alles was anders ist, geht mit der Sorge einher, dem Fremden nicht gewachsen zu sein, sich nicht auf das Neue einstellen zu können. Unsere Gedanken beginnen zu kreisen.
Ohne es noch kennengelernt zu haben, malen wir uns das Fremde mehr oder weniger misstrauisch und düster aus.

Es ist schwer, diese Angst kognitiv abzubauen. Viel besser ist es, sich lebensmäßig mit dem Fremden auseinander zu setzen und dabei gute Erfahrungen zu machen – festzustellen, dass der Andere ja gar nicht so ist, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ich habe das erlebt, als ich nach dem Theologiestudium in einem katholischen Bildungshaus mitgearbeitet habe und katholische Kirche hautnah erleben konnte. Das hat mit sehr geholfen, manches Vorurteil abzubauen. Wer bei einem Begegnungscafé oder bei einem Besuch im ehemaligen Bezirksgericht eine Flüchtlingsfamilie kennenlernt, dem wird es wohl ähnlich ergehen. Vorurteile werden am besten lebensmäßig abgebaut!

Dem Frieden zuträglich ist auch, wenn wir lernen darauf zu achten, wie wir über andere reden. Wie groß ist die Versuchung, über andere zu urteilen oder sich den Urteilen anderer anzuschließen! Je kleiner wir dabei den, über den gesprochen wird, machen können, desto mehr wachsen wir selber. Doch wer meint, solch liebelose Art, über Andere zu richten, würde dieser nicht mitbekommen, der irrt,  denn merkwürdigerweise steht solch ein Schlechtreden bei der nächsten Begegnung unausgesprochen zwischen uns und dem Beurteilten.

Mir hilft da eine Geschichte, die ich gelesen habe. Eines Tages kam einer aufgeregt zu dem Philosophen Sokrates:
„Du, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir erzählen.“
„Moment“, unterbrach ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der Andere voller Verwunderung.
„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ – „Nein, ich hörte es irgendwo und …“
„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist – so doch wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil.“
„Aha!“ unterbrach Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
„Notwendig eigentlich nicht.“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“

Wo Menschen miteinander leben, kommt es zu belastenden Situationen. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, seine Ecken und Kanten. Und nicht jeder versteht, dass seine Freiheit ihre Grenze an der des Anderen findet. Niemand muss perfekt sein – ganz im Gegenteil. Wenn wir spüren, dass wir in unserer menschlichen Würde ernst genommen werden, können wir uns und anderen auc“ Fehler eingestehen. Wenn wir spüren, dass der Andere uns nicht manipuliert, unser Vertrauen nicht missbraucht, fällt es uns leichter, wir selber zu sein und uns zu zeigen. Tauchen dann Probleme und Unverträglichkeiten auf, schaffen wir es vielleicht, statt uns auf Kosten anderer zu profilieren, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Und was das Vergeben anlangt: Es ist gar nicht so schwer, den Anderen um Verzeihung zu bitten oder, wenn das nicht möglich ist, uns dazu zu entscheiden, ihm zu vergeben und nicht am Groll festzuhalten. Das lässt uns ruhiger schlafen und freier atmen. Wer vergibt, heilt auch sich selber!

Jesus wusste sehr gut, dass der Mensch im Frieden am besten ist, darum hat er uns den richtigen Umgang miteinander vorgelebt und uns zur Nachfolge aufgefordert. „Meinen Frieden gebe ich euch!“, hat er den Jüngern versprochen.

Nehmen wir diesen Frieden an und teilen wir ihn aus. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir damit 2019 machen, und wünsche ihnen eine fröhliche Weihnacht und ein gesegnetes neues Jahr!

Ihr Pfarrer Christian Brost

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DEMNÄCHST: „Vom Präludium zum Tango“ am 17. November

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Der Advent und die Weihnachtszeit in unserer Gemeinde

Wie alle Jahre versuchen wir in der so dicht bepackten Adventszeit, Angebote für die Seele zu machen. In der Hoffnung, dass diese Veranstaltungen dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und das Wesentliche dieser Vorbereitungszeit auf Weihnachten in den Alltag hineinzunehmen.

  • Wir beginnen die Adventzeit mit einem Familiengottesdienst am 1. Advent um 10 Uhr in der Lutherkirche. Anschließend gibt’s natürlich Kaffee, Saft und Mehlspeisen sowie adventliche Begegnungen und Gespräche!
  • Am Freitag, den 7.12. um 19 Uhr lädt die Musikschule uns zu ihrem Adventkonzert in der Lutherkirche ein. Wer im vergangenen Jahr dabei war, weiß, wie wunderbar diese Stunde ist und wird sie sich nicht entgehen lassen.
  • Am 2. Advent begeben wir uns um 17 Uhr unter dem Motto „Ruf der Engel“ auf eine musikalisch-literarische Spurensuche und folgen der geheimnisvollen Fährte der Boten Gottes. Elisabeth Möst, Rita Dummer und Michael Oman spielen und lesen aus Werken von Telemann, Paganini, Roth, v. Eyck u.a. Der Eintritt ist frei, Spenden kommen dem Projekt „Lebensraum“ unserer Evangelischen Kirchengemeinde zugute.
  • Der 3. Advent beginnt mit einem Gottesdienst in der Lutherkirche unter dem Leitgedanken „Gott kommt anders als erwartet“. Ulli Bixa wird diesen Gottesdienst mitgestalten und lädt anschließend zu einem Tanznachmittag mit sakralem Tanz als Form des Gebets. Gestaltungselemente der Veranstaltung, die von 11 bis 16 Uhr dauert, sind: Gesänge zur Andacht (z.B: aus „Hagios“ v. Helge Burggrabe, Taizélieder), Tanz, Meditationsimpulse, Stille Gespräch, Essen und Trinken in Gemeinschaft. Um 13 Uhr gibt es ein gemeinsames Mittagessen. Für den Tanztag wird um Anmeldung bei Ulli Bixa gebeten.
  • Am 4. Advent feiern wir um 10 Uhr einen Singgottesdienst mit besinnlichen Texten, am Heiligen Abend, der heuer auf einen Montag fällt, ist wie gewohnt um 15 Uhr Familiengottesdienst mit Krippenspiel und um 22 Uhr Christmette.
  • Der Festgottesdienst mit Heiligem Abendmahl am Stefanitag (26.12.18) wird von den Bläsern des Ensembles „Trompetissimo“ mitgestaltet.
  • Mit dem Gottesdienst am Altjahresabend um 17 Uhr in der Lutherkirche lassen wir dann das Jahr 2018 ausklingen.

Auch dieses Jahr laden wir in der Adventzeit wieder zum Durchatmen in unsere Lutherkirche ein. Mitten in der Woche geben wir Gott Raum in unserem Alltag und lassen uns in den „Stillen Halben Stunden“ jeweils Mittwochs (5., 12. und 19.12.) von 19 bis 19.30 Uhr von ihm inspirieren.

Nun – es ist angerichtet. Wir freuen uns, wenn Sie sich einladen lassen und sich Zeit nehmen, die eine oder andere Veranstaltung zu besuchen. Und wir wünschen ihnen eine gesegnete Advent- und Weihnachtszeit!

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„Das hat aber jetzt richtig gut getan!“

Das hören wir KrankenhausseelsorgerInnen öfters, wenn wir uns von einer Patientin, einem Patienten verabschieden.

Ein Mal pro Woche kommen wir, Georg Krätschmer und Irmi Lenius, ins Krankenhaus Stockerau, um Evangelische zu besuchen. Im letzten Jahr bemerken wir, dass die Liste, die wir beim Portier erhalten, immer weniger und oft auch gar keine Evangelischen mehr enthält. Wir wissen, dass die neue Datenschutzgrundverordnung und die damit zusammenhängende Befragung bei der Aufnahme ins Krankenhaus daran schuld ist. Die Patienten und Patientinnen werden gefragt, ob sie Seelsorge wünschen. Die meisten erschrecken und meinen, so schlecht ginge es ihnen ja nicht. Also wird nach keiner Religionszugehörigkeit mehr gefragt, und wir SeelsorgerInnen erfahren nicht, dass Evangelische im Haus sind.

Nun haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Patienten und Patientinnen sich über den Besuch freuen, also froh sind, weil sie merken, dass „da draußen“ jemand an sie denkt. Es kann einfach gut tun, die Zeit, die man im Krankenhaus hat, mit jemandem zu teilen, der ohne Erwartungen, ohne eigene Ansprüche sein offenes Ohr und sein Herz anbietet. Und es muss sich nicht zwangsläufig ein langes Gespräch ergeben. Ein kurzes Grüß Gott kann auch genügen. Diese Entscheidung liegt immer beim Patienten, der Patientin.

Aus dieser Erfahrung heraus wollen wir unseren Gemeindegliedern Mut machen, bei der Aufnahme in ein Krankenhaus auf die Frage, ob sie Seelsorge wünschen, entschlossen mit JA zu antworten.  Ja, und ich bin evangelisch. Dann liegt die Entscheidung, ob Sie den Besuch der Seelsorgerin, des Seelsorgers wünschen, wirklich ganz bei Ihnen.

Auch wenn wir niemandem wünschen, ins Krankenhaus zu kommen Wir besuchen Sie dort gerne!

Georg Krätschmer, Irmi Lenius

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Einladung zum Krippenspiel

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DEMNÄCHST: Weihnachtskonzert der Musikschule Stockerau am 7. Dezember

Ensemble „trompetissimo“

7. Dezember 2018, 19 Uhr, Lutherkirche Stockerau

Adventkonzert mit barocker und klassischer Musik sowie traditionellen weihnachtlichen Weisen mit Trompeten-, Blockflöten- und Gitarrenensembles, Chor und dem Kammerorchester der Musikschule

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Ökumenisches Chorprojekt

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Brot für die Welt

„Wir sind die erste Generation, die Armut beenden, und die letzte Generation, die den Klimawandel stoppen kann“, formuliert Ban KiMoon, der ehemalige UN-Generalsekretär, die aktuellen Chancen und Aufgaben. Ganz in diesem Sinne war es 2015 ein historisches UN-Gipfeltreffen, als die „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ beschlossen wurde. Die dort formulierten Ziele sind sehr ambitioniert. Gleichzeitig drücken sie aus, dass eine lebenswerte, zukunftsfähige Welt für alle in greifbarer Nähe ist.   

Überhaupt möglich wird so eine Welt, weil Menschen sich täglich dafür einsetzen – nicht erst seit 2015. Dafür arbeitet auch „Brot für die Welt“, die entwicklungspolitische Aktion der evangelischen Kirchen A. und H.B. Mit Projekten in aller Welt packen wir Hunger sowie Armut an der Wurzel und arbeiten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung an langfristigen Lösungen.

Erzählungen von unseren Projektpartnerinnen und Projektpartnern, wie sich ihr Leben zum Positiven verändert, sind für mich hoffnungsvolle Ermutigungen im Alltag. Im Gegensatz dazu fallen mir oft die kleinen und großen Handlungen auf, die nachhaltiger Entwicklung entgegenwirken. Dann wachsen meine Zweifel: Ist uns bewusst, dass wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten übermäßig ausnutzen? Berühren uns Nachrichten noch von Menschen, die unsere Solidarität brauchen? Wer trägt die Vision mit, dass eine lebenswerte Zukunft für alle 8 Milliarden Menschen möglich ist? Sind wir bereit, die gemeinsamen Aufgaben zu meistern? Können wir es uns leisten untätig zu warten?  

Ich meine: Es ist gerade jetzt wichtig, dass wir uns gegenseitig stärken und handeln! Ihre Pfarrgemeinde Stockerau beschäftigt sich 2019 mit Schöpfungsverantwortung und setzte damit einen ermutigenden Schritt. So wünsche ich uns allen, dass Sie weit wirken und ganz im Sinne Ban Ki-moons sagen: „Wir sind die Generation, die diese Welt zum Besseren verändert!“

MMag. Hannah Satlow, Bildungsreferentin von Brot für die Welt

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DEMNÄCHST: „Ruf der Engel“ – Konzert am 9. Dezember

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Aus dem Presbyterium

Aus der Superintendentialversammlung

Nach der Sommerpause fanden auf diözesaner Ebene Wahlen zum Superintendentialausschuss statt. Auch der Supkurator musste neu gewählt werden. Die mehr als 60 Delegierten der 28 nö. Pfarrgemeinden wählten Gisela Malekpour für weitere 6 Jahre in dieses Amt. Gemeinsam mit Superintendent Lars Müller-Marienburg leitet sie unsere Diözese. Pfarrer Christian Brost durfte sich über seine Wiederwahl zum Stellvertreter des Superintendenten für den Bereich des nordöstlichen Niederösterreichs freuen.

Aus dem Presbyterium

Im Presbyterium ging es im Herbst bisher vor allem um die Organisation von Veranstaltungen. Für Flüchtlingsarbeit und zur Unterstützung der evangelischen Gemeinde Großschenk in Siebenbürgen konnten wir dreistellige finanzielle Beiträge beschließen, für die Erdbebenopfer in Indonesien wurde eine Kollekte gewidmet.

Aus gesundheitlichen Gründen kann Pfr.i.R. Prof. Robert Kauer leider die Krankenhausseelsorge in Hollabrunn nicht mehr wahrnehmen. Wir danken Pfr. Kauer sehr herzlich für seinen treuen, liebevollen Dienst und wünschen ihm Gottes reichen Segen!

Wir freuen uns über die Friedensmeditationen, wo wir einmal monatlich anhand eines Vorbilds über Wege zum Frieden nachdenken und für den Frieden beten.

In Stockerau nahm der neue katholische Pfarrer Tom Kruczynski seine Arbeit auf, nachdem Markus Beranek auf eine Stelle der Erzdiözese befördert worden war. An der hervorragenden ökumenischen Zusammenarbeit ändert sich dadurch nichts.

Der stv. Obmann des islamischen Kulturvereins in Stockerau, Ali Öktem, zog sich von diesem Amt zurück und verlegte seinen Lebensmittelpunkt in die Türkei. Dadurch verlieren wir im interreligiösen Dialog einen wichtigen Ansprechpartner. In Zukunft übernimmt Yasin Erkol, den wir bereits von seiner Arbeit als Betreuer im Haus Ibrahim kennen, diese Funktion. Ali Öktem bekam über unseren Vorschlag von der Stadtgemeinde für seinen verbindenden, friedensstiftenden Dienst an der Gesellschaft ein Ehrenzeichen verliehen.

Sowohl Markus Beranek als auch Ali Öktem wurden mir in den letzten Jahren zu Freunden. Interreligiöse Fußballturniere, aber auch die Flüchtlingshilfe mit dem „Haus Ibrahim“ als größtes Projekt ließen uns zusammenwachsen. Dafür bin ich dankbar.

Ich freue mich darauf, beim Gemeindevertretertag im November unsere neuen GemeindevertreterInnen besser kennen zu lernen und auf die Dynamik, die aus diesem Tag erwachsen wird.

Kurator Gert Lauermann

Veröffentlicht unter Interna